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Re: Killer der Apocalypse - Stelvio Massi

Verfasst: Mi 7. Aug 2013, 20:53
von sergio petroni
reggie hat geschrieben:Ob das so sicher ist??? Hier wurden schon Threads von Filmen eröffnet die gar keiner kennt, nur um sie zu Präsentieren oder so ;)
Denke mir, daß jeder, der hier einen thread zu einem Film eröffnet, diesen auch gesehen hat.
Geht mir jedenfalls so und ich glaube, den anderen auch. Ob dann natürlich gleich ein Kommentar
dazu erfolgt oder später, z.B. nach Neusichtung, das steht auf einem anderen Blatt.

Re: Killer der Apocalypse - Stelvio Massi

Verfasst: Mi 7. Aug 2013, 20:54
von Onkel Joe
reggie hat geschrieben:Ob das so sicher ist??? Hier wurden schon Threads von Filmen eröffnet die gar keiner kennt, nur um sie zu Präsentieren oder so ;) Dachte mir nur irgendwie hätt er ja noch nen Zweizeiler dazu schreiben können, nichts großes.
Du machst dir zu viele Gedanken reggie um das Forum und so manche Leute hier ;) würde ich sagen.
Lass das mal alles unsere sorge sein, ob, wie, was und wo, *gelle*.

Re: Killer der Apocalypse - Stelvio Massi

Verfasst: Fr 9. Aug 2013, 20:48
von reggie
In diesem Thread war es ja ähnlich:

http://deliria-italiano.org/phpbb/trash ... t4449.html

Wusste ja nicht das dies gleichbedeutend damitt ist das der Film ein guter ist :|


Im übrigen über welche Leute mache ich mir denn gedanken :shock:
Und es war auch nur in diesen beiden Threads wo ich das anmerkte :oops:
Ob ich mir gedanken über das forum mache, da hab ich noch nicht darüber nachgedacht :kicher:

War keine Absicht damitt jetzt irgendwas herraufzubeschwören, wusste das ja nicht :nick: Sorry Onkel!

.......................

Also weiter mit diesem guten Film, in dem Saxon als Bulle schon manchmal arg übertrieben agiert!
Kein wunder das er in der Presse landet :nick:

Re: Killer der Apocalypse - Stelvio Massi

Verfasst: Do 14. Nov 2013, 13:56
von buxtebrawler
„Es ist höchste Zeit, ein Exempel zu statuieren!“

Italo-Regisseur Stelvio Massi („Kommissar Mariani - Zum Tode verurteilt“) gilt als Actionspezialist und hat u.a. gern und oft mit Maurizio Merli zusammengearbeitet, der regelmäßig den italienischen Selbstjustiz-Bullen verkörperte. Im Jahre 1976 gelang Massi mit „Die Killer der Apocalypse“ jedoch ein gesellschaftskritischer Poliziesco, der eher an die intelligenten Filme eines Damiani erinnert als an die actionbetonten Genrebeiträge eines Lenzi oder Konsorten.

Pate Don Antonio wird vom blinden Mafiaoberen Dante Ragusa (Lee J. Cobb, „Der Exorzist“) liquidiert, der Prozess gegen Ragusas Bruder Nino (Alfredo Zammi, „Blutiger Schatten“) platzt, weil die einzige Zeugin eingeschüchtert wird. Einmal mehr muss die Justiz machtlos mitansehen, wie sie keine rechte Handhabe gegen die Umtriebe der Mafia hat. Kommissar Jacovella (John Saxon, „A Nightmare on Elm Street“) hat längst das Gesetz in die eigene Hand genommen und gilt als Hardliner, der mit fragwürdigen Methoden gegen Verbrecher vorgeht. Kritisch beäugt wird dies von Verleger Maselli (Renzo Palmer, „Warum musste Staatsanwalt Traini sterben?“), der Jacovella aufgrund dessen Vorgehensweise auf dem Kieker hat. Als der Kleinkriminelle Antonio Blasi (Lino Capolicchio, „Das Haus der lachenden Fenster“) in erster Linie aus Armut einen Banküberfall begeht, dabei im Affekt einen Polizisten erschießt und anschließend zu allem Überfluss das Auto Nino Ragusas zu Fluchtzwecken stiehlt, in dem belastendes Material in einem Koffer bereitliegt, gerät Blasi zwischen alle Fronten…

Massi holt in „Die Killer der Apocalypse“ zu einem kräftigen Rundumschlag aus, wenn der Kleinkriminelle mit dem klangvollen Namen Antonio Blasi zwischen Jacovella und dessen Prügel- und Folterbullen, dem sich eine Privatfehde mit Jacovella auf dem Rücken moralischer Entrüstung über dessen Methoden liefernden Verleger Maselli sowie dem skrupellosen, brutalen Ragusa-Mafia-Clan förmlich zerrieben wird. Sämtliche Positionen werden hier kritisch hinterfragt und auch die Politik kommt nicht ungeschoren davon, denn im Koffer – jenem Gegenstand des Mafia-Interesses – befindet sich auch Material, das einen Minister alles andere als gut dastehen lässt. Am ehesten schlägt man sich auf die Seite Blasis, der trotz der Tötung eines Polizisten am wenigsten kalkuliert, sondern aus dem Bauch heraus handelt und letztlich die nachvollziehbarsten Motive aufzuweisen hat. Polizei und Presse behindern sich quasi gegenseitig und müssen schließlich doch vor der Ausweglosigkeit bei Konflikten mit der Mafia weitestgehend kapitulieren.

Nach einer gesungenen Titelmelodie reicht der Soundtrack von funkigen Jazzklängen bis hin zu melancholischen Klavierarrangements. Massis Bildsprache ist deutlich, ungeschönt und wenig künstlerisch, einige Stunts, Schießereien und andere Action-Zutaten lassen den Stoff nie verkopft oder langatmig erscheinen, der dramaturgisch stringent aufbereitet wurde und ein beträchtliches Maß an Spannung entwickelt. Genrefilm-Tausendsassa John Saxon als raubeiniger, längst mit seinem Zynismus kämpfender Kommissar Jacovella, Renzo Palmer als Verleger zwischen Moralismus und knallharten wirtschaftlichen Interessen, Lee J. Cobb als alternder, doch alles andere als altersmilder Mafioso mit minimalistischer und dadurch unheimlicher Ausstrahlung sowie Lino Capolicchio als erbarmungswürdiger, zum Scheitern verurteilter Blasi führen durch diese pessimistische Momentaufnahme der italienischen Gesellschaft, an deren beeindruckendem, konsequentem Ende es keinen Gewinner gibt. Damit gelingt es Massi, den Zuschauer zu berühren und zum Nachdenken insbesondere über plakativ kolportierte Positionen anzuregen – weder künstlerisch sonderlich herausragend, noch erzählerisch von epischer Auswalzung, sondern in Form eines nur oberflächlich betrachtet schlichten, ungeschliffenen Genrefilms, der mir gerade in seiner scheinbaren Unkalkuliertheit und ungemütlichen Rauheit ausgesprochen gut gefällt und positiv überrascht hat. Von reaktionärer Selbstjustiz-/Superbullen-Propaganda oder populistischem Stammtischkino keine Spur. Eine schöne Symbiose aus den Zuschauer abholenden Themen, bewährten, unterhaltsamen Genrezutaten und inspirierender, Fragen aufwerfender Aussage, zudem überaus stimmig besetzt und gut geschauspielert.

Re: Killer der Apocalypse - Stelvio Massi

Verfasst: Do 14. Nov 2013, 18:43
von CamperVan.Helsing
Auf alle Fälle ein sehenswerter Film.

Re: Killer der Apocalypse - Stelvio Massi

Verfasst: Mo 13. Dez 2021, 17:47
von jogiwan
kommt ebenfalls im Februar 2022 in vier unterschiedlichen Cover-Varianten von Cineploit

00.PNG
00.PNG (413.75 KiB) 1204 mal betrachtet
La legge violenta della Squadra Anticrimine

International Titel: Cross Shot
German Title: Die Killer der Apocalypse

I 1976 / R: Stelvio Massi

D: John Saxon, Lee J Cobb, Renzo Palmer, Lino Cappolicchio, Thomas Hunter

M: Piero Pintucci

Story

An occasional gangster kills a policeman during a robbery. A merciless chase begins in which a ruthless press, brutal underworld and the police participate. The hunted man knows too much about his pursuers, which makes him a candidate for death. Can he escape the "life and death" chase?

Configuration

Worldwide 2K Blu-Ray Premiere!
Featurette „Italian Adventures _ John Saxon“ by Mike Malloy (Eurocrime Documentary) - 47 min.
Internationale Picture Gallery
Separately playable Score
Hardcover Mediabook with partial UV Spot
28 pages Booklet with an Essay by Udo Rotenberg in German and english filled with international promo material and fotos.
Double-sided Poster with Italian Poster Artworks.
4 Cover Variations, 2 Italian Poster, 1 German VHS, 1 Italian Soggettone Poster in a numbered & limited edition of 250/250/350/250 pieces.


Technical Specifications:
Running time: 1:30:20 minutes
Format: 1:85:1, 1080p
Sound: DTS-HD 2.0
Audio: Deutsch, Italienisch, Englisch
Subtitles: English, german
exclusively produced Featurette - Italian Adventures - John Saxon - 47 min.
Audio: englisch / Subtitles: German
Score separately playable
Quelle und zu bestellen hier: https://cineploit-records-discs.myshopify.com/

Re: Killer der Apocalypse - Stelvio Massi (1976)

Verfasst: So 24. Apr 2022, 11:32
von sergio petroni
Lee J. Cobb spielt Dante Ragusa, den örtlichen Mafiaboss. Der erblindete Ragusa beherrscht mit Hilfe seines Bruders Nino
und Nicola, seinem Mann für's Grobe die Stadt, inklusive ihrer Verwaltung.
Als bei einem Raubüberfall Schließfächer leergeräumt werden, kommt es anschließend
zu einem Schußwechsel. Ein Polizist wird getötet. Der Täter Toni (Lino Capolicchio) ist fortan mit seiner Beute
auf der Flucht. Was er nicht ahnt: In den Schließfächer waren für den Stadtrat und die Mafia
belastende Unterlagen. Neben dem wenig zimperlichen Cop Javocella (John Saxon) ist nun
auch Dante Ragusa hinter Toni her. Auch der Journalist Maselli (Renzo Palmer) jagt Toni, vornehmlich
um dessen Leben zu schützen und der schießwütigen Polizei ein's auszuwischen.
Die Jagd ist eröffnet, der Ausgang offen.......

Stelvio Massi gelang mit "Die Killer der Apocalypse" ein trotz der einfach gehaltenen Story
ein sehr intensiver Genrefilm. Gerade in der zweiten Hälfte gibt es sehr dicht inszenierte Szenen zu
bewundern, und es gelingt Massi, daß man (vielleicht ein wenig) mit einem Mörder mitfiebert.
Neben ein paar Auto-Action-Szenen (wie könnte es bei Massi anders sein?) sind es gerade die
Genreveteranen, die mit ihrem intensiven Spiel überzeugen. Schade, daß die sehr ansehnliche
Rosanna Fratello als Tonis Freundin kaum weitere Filme gedreht hat.
Und Glückwunsch an Cineploit für die mal wieder gelungene Veröffentlichung.
8/10

Re: Killer der Apocalypse - Stelvio Massi (1976)

Verfasst: Fr 15. Aug 2025, 12:07
von buxtebrawler
Erscheint voraussichtlich heute noch einmal bei Cineploit Records auf Blu-ray:

Bild

Extras:
- Featurette „Italian Adventures _ John Saxon“ von Mike Malloy (Eurocrime Dokumentation) - 47 min.
- Internationale Bildergalerie
- Separat abspielbarer Score

Quelle: https://www.ofdb.de/vorabfassung/31698, ... pocalypse/

Re: Killer der Apocalypse - Stelvio Massi (1976)

Verfasst: Fr 30. Jan 2026, 05:17
von Maulwurf
 
Killer der Apocalypse
La legge violenta della squadra anticrimine
Italien 1976
Regie: Stelvio Massi
Lee J. Cobb, John Saxon, Thomas Hunter, Renzo Palmer, Lino Capolicchio, Rosanna Fratello, Antonella Lualdi, Giacomo Piperno, Guido Celano, Pasquale Basile, Alfredo Zammi


La legge violenta della squadra anticrimine.jpg
La legge violenta della squadra anticrimine.jpg (107.4 KiB) 31 mal betrachtet
OFDB
Italo-Cinema.de (Gerald Kuklinski)

Drei Männer. Der eine ist Inspektor Jacovella, der verzweifelt versucht, die Kriminalität in Bari im Zaum zu halten. Der einem auf frischer Tat ertappten Dieb auch schon mal ein paar gehörige Ohrfeigen gibt, um ihn wieder auf das richtige Gleis zu schieben. Und der Polizistenmördern auch durchaus mal eine Sonderbehandlung seiner Leute zukommen lässt. Der zweite ist Maselli, Chefredakteur der Tageszeitung. Maselli kann Jacovella nicht ausstehen, was sehr wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Maselli weiß, dass die Kriminalität in Bari überhandnimmt, aber Methoden wie Jacovella sie bevorzugt lehnt er prinzipiell ab. Die erwähnten Ohrfeigen landen auf der Titelseite seiner Zeitung, natürlich ohne den Hinweis, dass der Geohrfeigte versucht hat einen Zigarettenautomaten aufzubrechen, und der Ansprache des Kommissars mit einem gezückten Messer antwortete. Solche Nebensächlichkeiten sind Masellis Sache nicht. Der dritte Mann ist Antonio Blasi, ein kleiner Krimineller, der bei einem schlecht verlaufenden Überfall irgendwann die Kontrolle über sich selbst verliert. Und einen toten Polizisten zurücklässt. Auf der Flucht klaut er ein Auto, und erbeutet damit, ohne dass er es weiß, Papiere, die den mächtigen Gangsterboss Dante Ragusa böse kompromittieren können, wenn sie in falsche Hände geraten. Blasi wird also von der Polizei und von der Unterwelt gejagt, und die einzige helfende Hand, die sich ihm entgegenstreckt, ist die von Maselli. Der damit zwei Dinge beabsichtigt: Die Auflage seiner Zeitung zu steigern, und Jacovella eins auszuwischen.

Ein beliebtes Sujet in den Poliziotti jener Zeit: Die „bösen“ Prügelpolizisten auf der einen Seite, und die „gute“ Presse auf der anderen. Wenn der Polizist den Kriminellen schlägt, dann heißt es brutale Staatsgewalt, und wenn er ihn laufen lässt heißt es Versagen der Polizei. Ein Mittelding scheint nicht möglich zu sein, und wenn wir dem sympathischen Kommissar Jacovella durch seinen Alltag folgen, schlagen wir uns als Zuschauer ganz selbstverständlich auf seine Seite. Gerade die Episode mit dem Dieb, der „nur“ ein paar Schellen als Erziehungsmaßnahme einkassiert, geht nicht nur AFD-Wählern wie Honig runter, sondern allen, die spätabends noch in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein müssen. Genauso wie das titelgebende, gewalttätige Gesetz der Spezialeinheit, die sich ihre Informationen erprügeln oder ihren Frust auch mal von der Seele hauen müssen. Polizistenmord wird seitens der Exekutive verständlicherweise nie gerne gesehen. Ist Jacovellas Weg also der Richtige?

Oder ist es Masellis Weg? Wobei für Maselli ganz klar der Vorteil seiner Zeitung im Vordergrund steht, aber wenn der dem Prügelkommissar eins auswischen kann, dann ist er schon zufrieden. Seiner Meinung nach muss es auch andere Möglichkeiten der Verbrechensbekämpfung geben – Welche sagt er allerdings nicht. Er lästert spitzzüngig über das Versagen Jacovellas bei der Nicht-Verurteilung von Ragusas Bruder Nino, freilich ohne zu wissen, dass die Zeugen, darunter sogar Jacovellas Frau, böse eingeschüchtert wurden.

Der Disput zwischen Maselli und Jacovella ist eingebaut in die spannende Geschichte von Antonio Blasi, der irgendwie alles falsch macht was man falsch machen kann. Ein kleiner Gauner, der in einem ihn überfordernden Moment die Selbstbeherrschung verliert, und dafür bitter bestraft wird. Was wäre gewesen, wenn Blasi irgendwann vorher die Ohrfeigen von Jacovella bekomme hätte? Der Film verweigert sich einer Antwort, aber der Gedanke steht im Raum. Und spätestens an dieser Stelle macht KILLER DER APOCALYPSE alles richtig: Eine interessante sozialpolitische Fragestellung, eine spannende Handlung, überzeugende Charaktere, gut inszenierte Action und kluge Dialoge. Nicht so eindeutig selbstjustizhaftig wie es das ein oder andere Maurizio Merli-Vehikel ist, kein reiner Actioner, aber auch nicht so durchgeistigt wie es bei Damiano Damiani manchmal zu beobachten ist. KILLER DER APOKALYPSE (was für ein schwachsinniger Titel!) ist eine fein austarierte Mischung aus genau den richtigen Zutaten – Es rummst an den Stellen wo es rummsen muss, und es ist intellektuell ansprechend an den Stellen wo man zuhören möchte. Und stark inszeniert ist er auch …

7/10