bux t. brawler - Sein Filmtagebuch war der Colt

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buxtebrawler
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Re: bux t. brawler - Sein Filmtagebuch war der Colt

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Sabrina

„Mein Vater hat das Steuer in der Hand.“

US-Regisseur Billy Wilders („Boulevard der Dämmerung“) Liebeskomödie „Sabrina“ aus dem Jahre 1954 ist die Leinwandadaption eines Theaterstücks.

„Es gibt einen Rücksitz und einen Vordersitz – und eine Glasscheibe dazwischen.“

Sabrina Fairchilds (Audrey Hepburn, „Ein Herz und eine Krone“) Vater (John Williams, „Bei Anruf Mord“) ist als Chauffeur der auf Long Island residierenden vermögenden Unternehmerfamilie Larrabee angestellt, in deren jüngsten Sohn David (William Holden, „Stalag 17“) Sabrina sich verguckt hat. David lebt jedoch in seiner eigenen Welt und würdigt das Mädchen aus der Arbeiterklasse kaum eines Blickes, während er sich lieber mit seiner Gespielin Gretchen (Joan Vohs, „Sittenpolizei“) vergnügt. Damit Sabrina auf anderen Gedanken kommt und einmal etwas von der Welt sieht, schickt ihr Vater sie nach Paris, wo sie eine Kochschule besucht und Baron St. Fontanel (Marcel Dalio, „Die große Illusion“) kennenlernt, der sie in die Haute Couture und Etikette einführt. Als sie wie verwandelt nach Long Island zurückkehrt, wird David plötzlich auf sie aufmerksam. Dessen Bruder Linus (Humphrey Bogart, „Casablanca“) jedoch versucht gegen Davids Willen dessen Ehe mit Elisabeth (Martha Hyer, „Ein Herz aus Gold“) zu arrangieren, der Tochter des zweitgrößten Zuckerrohrimporteurs. Dessen Vermögen benötigt Linus zwingend für seine neueste Erfindung, ein unzerstörbares Plastik. Damit die Eheanbahnung nicht misslingt, versucht Linus, Sabrina von sich zu überzeugen…

Wilder eröffnet seinen Film mit einer Märchenerzählerin aus dem Off, die die Figuren vorstellt. Sabrina wirkt wie ein scheues Reh und ist eifersüchtig auf Davids Gretchen. Von Paris will sie zunächst nichts wissen, sondern sich aus Liebeskummer umbringen. Sie scheibt einen Abschiedsbrief und will sich mit Autoabgasen im Fuhrpark der Larrabees vergiften, wird aber glücklicherweise rechtzeitig von Linus gestört. Wir wissen also: Es ihr ernst und sie ist verdammt verzweifelt. Die in der Pariser Kochschule spielenden Szenen geraten zu einer Persiflage auf die französische Küche und all das Gewese um dieselbe. Welch gute Seele Sabrina ist, verdeutlicht unter anderem der Umstand, dass sie regelmäßig nach Hause schreibt. Ihr Vater liest allen Bediensteten ihre Briefe vor.

Nach ihrer Rückkehr erkennt David sie gar nicht wieder, doch fällt sie nun in sein Beuteschema, denn er macht ihr unvermittelt Avancen – obwohl er bereits mit Elisabeth verlobt ist. Das sagt viel über David aus, diesen Bruder Leichtfuß, aber auch über die Familie, in der „standesgemäße“ Heiraten aus Kalkül anberaumt werden und die stellvertretend für die Oberschicht steht, in die Sabrina aus hehren Motiven einzudringen versucht. Dem verkopften Linus muss sie erst Lebensfreude und Leidenschaft lehren. Bei aller Romantic-Comedy-Leichtigkeit und allen märchenhaften Zügen schwingen so doch immer auch Verballhornung und Kritik an der Klassengesellschaft mit, wenngleich „Sabrina“ letztlich dann doch eine (aus heutiger Sicht) recht konventionelle, humorige und dialogreiche Dreiecksromanze wird, durch die sich der Chanson „La vie en rose“ zieht.

Diese jedoch wartet nicht nur mit einem US-Traumensemble auf, sondern auch mit einem schönen, wendungsreichen Finale. Und ihre Absage an Standesdünkel ist ebenso zeitlos wie richtig.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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Beitrag von buxtebrawler »

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Der Geisterjäger

„Mein Junge, jedes Mal, wenn dein Gehirn anfängt, Daten auszuspucken, ist öffentliches Eigentum in Gefahr, die Frauen fangen an zu schreien und die Hunde jaulen!“

Der australische Genrefilmer Brian Trenchard-Smith („Die Insel der Verdammten“, „BMX Bandits“) legte im Jahre 1986 mit „Der Geisterjäger“ (im Original: „Frog Dreaming“) ein leicht gruseliges Mystery-Jugendabenteuer vor. Während es im Jahre 1988 in der BRD lediglich eine Videopremiere hatte, konnte es, wie zuvor „BMX Bandits“, einen Kinostart in der DDR vorweisen.

„Da könnten sogar Dinosaurier leben, oder ein alter Negerstamm!“

Der 14-jährige Waise Cody (Henry Thomas, „E.T.“) lebt im australischen Outback zusammen mit seinem Vormund Gaza (Tony Barry, „Coca Cola Kid“) und ist nicht nur von einem ausgeprägten Tüftlergeist beseelt, sondern auch mit viel Neugier gesegnet. Der örtlichen Polizei ist er daher eher ein Dorn im Auge. Bei den Mädchen ist er dafür umso beliebter, insbesondere bei Wendy (Rachel Friend, „Nachbarn“) und Jane (Tamsin West, ebf. „Nachbarn“), mit denen zusammen er einen entlegenen, in keiner Karte verzeichneten See am „Teufelsbrocken“ entdeckt, auf dessen Grund ein Monster hausen soll. Bei seinen Nachforschungen stößt er auf die Aborigine-Legende des Donkegin, wie die Ureinwohner die angeblich unsterbliche Kreatur nennen…

„Mann, ist das hier unheimlich!“

Der Auftakt gerät sehr ruhig; wir sehen schöne Aufnahmen von Reptilien und Amphibien am See, unterlegt von Naturgeräuschen und unheilschwangerer Streichermusik des australischen Soundtrack-Komponisten Brian May (nein, nicht der von Queen). Plötzlich spielt das Wasser verrückt und begräbt das Boot eines Mannes namens Neville (Peter Cummins, „Dakota Harris“), um den Ärmsten anschließend zu Tode zu erschrecken. Nach diesem Prolog lernen wir Cody kennen, der an seinem Fahrrad schweißt, um eine Vorrichtung zu konstruieren, mit der er tollkühn auf Bahngleisen fahren kann. Seine Clique fährt (natürlich) BMX-Räder. Trenchard-Smith zeigt uns einen strahlend blauen Himmel und wunderschöne Landschaftsaufnahmen, arbeitet aber auch viel mit Untersicht und (naheliegenderweise) Froschperspektiven. Am See scheint ein riesiger Froschfuß kurz zu sehen zu sein und von Neville wird nur noch das Skelett gefunden, was die Erwachsenen auf den Plan ruft. Klassischer Spannungsaufbau.

„Dieser Teufel – er ist ein guter Tänzer, findest du nicht?“

Die Familie Wendys und ihrer (sehr herzigen) kleinen Schwester Jane wird leicht komödiantisch vorgestellt. Ihr Vater ist gegen eine Beziehung Wendys mit Cody, der als echter Draufgänger auch schon mal ohne Begleitung Auto fährt. Die Hinweise auf die originaltitelgebenden Frösche verdichtet der Film wenig subtil, indem er Frösche in Nahaufnahmen zeigt. Im Rahmen einer Tanzveranstaltung spielt eine Rockabilly-Combo sehr sehens- und hörenswert zum Tanz auf. Cody freundet sich mit den Aborigines an, die hier erfreulicherweise nur marginal exotisiert werden. Natürlich läuft die Handlung darauf hinaus, dass sich jemand todesmutig in den See stürzen muss, und natürlich wird dies Cody obliegen. Dieser hat den Sheriff gegen sich, ist aber ein verkanntes Genie, das sich sogar eine Art Taucheranzug bastelt, den er – nach viel eher auf Atmosphäre setzender gemächlicher Dramaturgie – in einer hochspannend inszenierten Sequenz einsetzt.

„Der Geisterjäger“ spielt mit der Mystik um die Ureinwohner – und damit indirekt dem schlechten Gewissen der Weißen. Abseits der bereits erwähnten Naturaufnahmen verwöhnt Trenchard-Smith das Auge mit wunderschön, auch artifiziell ausgeleuchteten Szenen, vor allem die surreal anmutende Begegnung Codys mit Charlie Pride (nicht dem Country-/Western-Sänger) sei hier hervorgehoben. Die Geschichte weist starke Anleihen bei der Monster-von-Loch-Ness-Legende auf sowie leichtere bei „Poltergeist“, erinnert mich zudem an den (später entstandenen) „The Cellar“ (hierzulande als „Anthony II“ auf Video erschienen), ist aber einige Nummern kleiner als es beispielsweise „Die Goonies“ war – und in ihrer Auflösung reichlich bizarr. Hier hätte sich etwas sorgfältigere Ausarbeitung bezahlt gemacht. Und ob das Ende so mit dem Umweltschutz vereinbar ist, sei einmal dahingestellt. Dafür wird die scheinbar rationale Erklärung im Epilog remystifiziert, was ein cleverer erzählerischer Clou ist. Alles in allem ein schöner Film, der etwas unter seiner nicht ganz geglückten deutschen Synchronisation leidet.

Als US-Produktion wäre „Der Geisterjäger“ mit seinem Land-Abenteuer, seinen ‘80er-Wohlfühl-Ingridienzien und dem sein junges Publikum zur Identifikation einladenden Cody (den viele zudem noch aus „E.T.“ gekannt haben dürften) zum Kultfilm avanciert. So aber geriet er leider arg in Vergessenheit. Wer offen für diese Art ‘80er-Kino ist, sollte versuchen, sich die DVD aus der „Schröder Media“-Bootlegklitsche brennen zu lassen.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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