Darsteller: Amos Poe, Deborah Harry, Fab 4 Ferry, Jim Jarmusch, John Lurie, John Waters, Lizzie Borden, Lyida Lunch, Nick Zedd, u.v.a.
Inhalt:
Blank City” ist ein Liebesbrief an eine Generation ungestümer Filmemacher und ihren Wirkungsort New York City. Bis in die 80er Jahre war Manhattan eine Brache mit billigen Mieten und Drogen, eine Brutstätte unabhängigen Kunstschaffens. Hier trafen sich junge Regisseure wie Jim Jarmusch und John Waters, um mit Musikerinnen wie Debbie Harry und Lydia Lunch wilde, richtungsweisende Independent-Filme zu drehen. “Blank City” bringt Zeitzeugen zusammen und porträtiert die Geschichte des “No Wave Cinema” und des “Cinema of Transgression”, einer einmaligen Underground-Filmbewegung, und ein ungekannt schroffes New York der 70er. (quelle: DVD-Cover)
Re: Blank City - Celine Danhier (2010)
Verfasst: Mi 15. Mai 2013, 07:51
von jogiwan
New York präsentiert sich seinen Besuchern heutzutage ja als weltoffene und kulturelle Stadt, in dem ohne Berührungsängste scheinbar alles zusammenkommt. Ende der Siebziger war das jedoch anders, die Stadt nahezu bankrott und von Kriminalität, Drogenproblematik und Rassenkonflikten geprägt. Die Doku "Blank City" beleuchtet mit allerlei Zeitzeugen diese Zeit der "No Wave"-Punk-Bewegung in denen Filmemacher, Musiker und sonstige Künstler mit teils aggressiven Mitteln der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten wollten und so auch mit Vernetzung und alternativen Vertriebswegen den Grundstein für das amerikanische Indiependent-Kino legte. "Blank City" ist auch durchaus interessant und bietet neben Musik, privaten Aufnahmen und vielen Ausschnitten aus Super-8-Filmen auch viele Gesichter der damaligen Zeit. Die launige Doku macht jedenfalls große Lust, die Filme dieser Zeit zu entdecken, die bislang eher nicht so im Fokus meines Interesses standen.
Re: Blank City - Celine Danhier (2010)
Verfasst: Mi 15. Mai 2013, 09:26
von Arkadin
jogiwan hat geschrieben:Die launige Doku macht jedenfalls große Lust, die Filme dieser Zeit zu entdecken, die bislang eher nicht so im Fokus meines Interesses standen.
Wenn dich das "Cinema of Transgression" interessiert, findest du auf dieser - überhaupt sehr empfehlenswerten - Seite einiges von Richard Kern, Nick Zedd und anderen: http://www.ubu.com/film/
Re: Blank City - Celine Danhier (2010)
Verfasst: Mi 15. Mai 2013, 09:34
von jogiwan
danke für die Info, Arkschi! Da werd ich mal einen Blick riskieren, oder zwei, drei...
Re: Blank City - Celine Danhier (2010)
Verfasst: Mi 15. Mai 2013, 14:33
von karlAbundzu
ich find den FIlm als Einstieg in die damalige No Wave Szene und ihrer Filmmachenden und Musikmachenden ProtagonistInnen sehr gut, für Leute, die sich da bereits auskennen ists halt nichts Neues. Aber, klar, gute Musik und Ausschnitte aus den FIlmen drin, die Lust machen , sich wieder mal sowas anzusehen und zu - hören!
Re: Blank City - Celine Danhier (2010)
Verfasst: Mi 10. Aug 2016, 13:40
von buxtebrawler
Re: Blank City - Celine Danhier (2010)
Verfasst: Mi 10. Aug 2016, 20:59
von Dr. Monkula
auf der Berlinale gesehen, fand die Doku. sehr gut, Miss Danhier war auch anwesend ! die Krönung, ein Jahr später: Nick Zedd kennen gelernt, hab Ihm Nord-Koreanische Musikvideos geschenkt, paar seiner DVD´s gekauft,next Day: lustige Ausstellung in Berlin-Wedding besucht, in einem alten Türkischen Elektroladen, wo Mr. Zedd mehrere Versionen von dem "Alien-Baby" (bekannt durch Youtube, siehe Link unten) Bilder ausstellte und über´n alte TV-Kiste seine Filmchen liefen ! TOP Abend.....Erdbeer cremiger Hoschie der Mr. Zedd, voll auf einer Wellenlinie gewesen
Alien-Baby:
Re: Blank City - Celine Danhier (2010)
Verfasst: Do 11. Aug 2016, 13:25
von buxtebrawler
Lange bevor New York City zur gepflegten Hochglanz-Metropole wurde, war der „Big Apple“ für Außenstehende oftmals gleichbedeutend mit einem heißen Pflaster voller Kriminalität, Drogen und Elend. Damit jedoch bot die Stadt auch günstigen Wohnraum für junge Menschen ohne großen Mammon und zog kreative Köpfe an. Celine Danhiers Dokumentarfilm „Blank City“ aus dem Jahre 2010 greift die Zeit von Mitte der 1970er bis Anfang der 1980er auf, in der Nachwuchs-Filmemacher wie Jim Jarmusch, Susan Seidelman und Vincent Gallo das spontane No-Budget-Independent-Kino von Vorreitern wie Warhol & Co. aufgriffen, auf individuelle Weise fortführten und damit die „No Wave“-Kino-Bewegung begründeten, die schließlich in das „Cinema of Transgression“ überging.
Danhier lässt zahlreiche Protagonisten der Bewegung zu Wort kommen, die seinerzeit ohne große Ansprüche, filmische Ausbildung oder nennenswerte finanzielle Mittel Underground-Filme oftmals Grenzen auslotenden und überschreitenden oder experimentellen Inhalts mit Unterstützung ihrer Freunde drehten und in kleinen Kinos aufführten – woraus sich im Laufe der Zeit immer ernstzunehmendere Werke entwickelten, die auf immer größeren Publikumszuspruch stießen. Die Ausführungen der Filmemacher, Schauspieler etc. sind gespickt mit zahlreichen Anekdoten und vermitteln die kreative Aufbruchsstimmung der damaligen Ära; unterlegt wurden sie mit einer Vielzahl an Filmausschnitten, ein Großteil davon in Schwarzweiß, sowie diversen historischen Konzerteindrücken, die die im Film herausgestellten Punk-Bezüge und -Überschneidungen illustrieren.
Doch auch die Schattenseiten finden Berücksichtigung: Drogensucht und Aids rafften traurigerweise viel zu viele Menschen aus dem „No Wave“-Umfeld frühzeitig dahin, Gentrifizierung und Kommerz vertrieben und zerstörten die Grundlagen der Bewegung. Insgesamt gelingt es Danhier prima, jene US-amerikanische Bewegung anhand von Zeitzeugen nachzuzeichnen, die so wichtig für die weitere Entwicklung unabhängigen Kinos wurde, und dabei gleichsam inspirierend auf die Zuschauer aktueller Generationen zu wirken. Neben bereits genannten bekannteren Namen konnte Danhier weitere Stimmen von Amos Poe, Eric Mitchell, Michael Oblowitz, John Waters, Lydia Lunch etc. gewinnen und somit eine beachtliche Anzahl Mitverantwortlich vor die Kamera bekommen. Stilistisch verfolgt „Naked City“ konsequent die Linie, auf einen Sprecher oder Fragesteller zu verzichten und ausschließlich mit O-Tönen zu arbeiten, worin hier auch die Herausforderung liegt: Nämlich die einer sinnstiftenden Montage und eines entsprechenden Schnitts, um einen roten Faden erkennen zu lassen und nicht von einem Nebenschauplatz und Zeitpunkt zum anderen und zurück zu springen. Für Laien wären diesbzgl. ein paar Handreichungen wie Zeitleisten o.ä. evtl. nützlich gewesen, denn auch in seiner postproduzierten, aufgeräumten Form erscheint „Blank City“ bisweilen nahezu überladen, gleichzeitig hektisch – damit jedoch auch stets quirlig genug, um seiner Thematik und ihren Machern gerecht zu werden.
P.S.: Schöne Anekdote, Monk!
Re: Blank City - Celine Danhier (2010)
Verfasst: Do 11. Aug 2016, 13:46
von karlAbundzu
Apropos Nick Zedd: Hat jemand die Serie: ELECTRA ELF? der Trailer sieht Happy aus[BBvideo][/BBvideo]
schöne story, monkula, schade, dass ich da nicht in berlin war. Hast du zufällig Electra Elf mitgenommen?
Re: Blank City - Celine Danhier (2010)
Verfasst: Do 11. Aug 2016, 18:57
von Dr. Monkula
Electra Elf, hab ich Nix...war mir bisschen zu trashy ! steht mehr auf die älteren Zedd Sachen, Lydia Lunch kram etc.