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Rollerball - Norman Jewison (1975)

Verfasst: Do 14. Jun 2012, 20:32
von jogiwan
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Originaltitel: Rollerball

Herstellungsland: USA / 1975

Regie: Norman Jewison

Darsteller: James Caan, John Houseman, Maud Adams, John Beck, Moses Gunn

Story:

In einer nicht allzufernen Zukunft haben riesige Konzerne die Existenz von Ländern abgelöst. Das Fernsehen ist allgegenwärtig und Individualität ist nicht gewünscht. Um die Massen ruhig zu halten, hat man den Sport "Rollerball" ins Leben gerufen, eine Mischung aus Skaten, Football, Motorradfahren und Ringkampf, bei dem Spieler beider Mannschaften regelmäßig schwer verletzt werden. Absoluter Star ist Jonathan E. (James Caan), der schon mehrfach die Meisterschaft gewonnen hat. Doch seine Popularität macht ihn zu einer herausragenden Persönlichkeit, weswegen er für die Konzerne zur Gefahr werden könnte. Also will man ihn zum Rücktritt bewegen. Doch Jonathan weigert sich, woraufhin die Gewaltigen versuchen, ihn während des Spiels zu töten... (quelle: dtm.at)

Re: Rollerball - Norman Jewison (1975)

Verfasst: Fr 15. Jun 2012, 12:28
von Blap
Uralter Ultrakurzkommentar:



Rollerball

In der nahen Zukunft haben gigantische Konzerne die Macht übernommen. "Rollerball", eine brutale Sportart, wird dazu benutzt die Sensationsgier der Massen zu stillen. Jonathan E. (James Caan) ist der große Star dieses Sports, seine übermäßige Popularität passt nicht ins das Konzept der Machthaber. Als man Jonathan nahelegt seinen Abschied zu verkünden, lehnt er sich gegen das System auf.

"Rollerball" ist ohne Zweifel ein Höhepunkt des dystopischen Films. Gerade die siebziger Jahre haben bekanntlich einige Perlen dieser Gattung zu bieten (Soylent Green, Logan's Run etc).
Meisterwerk!

9/10

Re: Rollerball - Norman Jewison (1975)

Verfasst: Mi 16. Okt 2019, 12:52
von buxtebrawler
Erscheint voraussichtlich am 06.12.2019 bei capelight als Ultra-HD-Blu-ray/3-Blu-ray-Kombination, als Ultra-HD-Blu-ray/Doppel-Blu-ray-Kombination im Mediabook, als Doppel-Blu-ray/DVD-Kombination im Mediabook und auch noch einmal auf DVD:

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Re: Rollerball - Norman Jewison (1975)

Verfasst: Mi 29. Apr 2020, 02:30
von Onkel Joe
Quelle @ Capelight

Leider sind bei der Produktion unserer ROLLERBALL-Editionen mehrere Fehler unterlaufen. Um Corona bedingten Schließungen der Produktionsstätten (teilweise in Italien) und des Handels zuvorzukommen, haben wir im März die Produktion in bestimmten Bereichen beschleunigt, wodurch leider die QC bei diesem komplexen Projekt gelitten hat. Dies hätte natürlich nicht passieren dürfen.

Folgende technische Mängel konnten auf den Discs festgestellt werden:
Da das UHD-Master 4 Frames kürzer als das HD-Master war, sind dort alle Tonspuren um 4 Frames (1/6 Sekunde) asynchron.
-> Der Fehler wird behoben.

Beim Remake ist der Original-Ton an einigen Stellen asynchron. Wir haben Bild und Ton der bereits durch einen anderen Anbieter veröffentlichten Disc 1:1 übernommen. Scheinbar wurde dieses Problem bei der alten Veröffentlichung nie bemerkt und korrigiert.
-> Der Fehler wird behoben.

Im deutschen 5.1 Ton sind die rechten Kanäle durch einen Beschriftungsfehler mit den linken Kanälen vertauscht worden. Dies ist zwar nur an wenigen Stellen auffällig, hätte aber bei der QC bemerkt werden müssen.
-> Der Fehler wird auf der UHD und der Blu-ray behoben.

Entsprechend werden wir in Kürze drei korrigierte Discs (Rollerball 1975: Blu-ray + UHD sowie Rollerball Remake: Blu-ray) zum Austausch anbieten.

Wie bereits bestätigt, wurden der deutsche und englische „Original-Ton“ (PCM) von 35-mm-Elementen entnommen. Es war nie vorgesehen, ein Remastering für diese Versionen zu erstellen, so wurden diese Töne als „Original“ und „restauriert“ deutlich gekennzeichnet.
Natürlich gibt es die „remastered“ Töne auf unseren Discs, die so weit es möglich war, technisch aufgearbeitet wurden. Zukünftig werden wir solche restaurierten Original-Töne als Bonus leider nicht mehr anbieten und nur eine finale Tonspur als Remaster für unsere Discs nutzen.
Für die Neuauflage der Discs werden wir im Ton-Menü durch eine Tafel darauf hinweisen, dass die Töne dem Original entsprechen und nicht weiter bearbeitet wurden.

Zum Austausch:
- Alle Kunden, die ROLLERBALL im capelight-Shop bestellt haben, bekommen die neuen Discs automatisch zugeschickt, ohne dass eine Anfrage gestellt werden muss.
- Alle anderen Kunden senden bitte eine E-Mail mit einem Foto oder Scan des Kaufbelegs und Adresse an support@capelight.de.

Die neuen Discs werden voraussichtlich in 5-6 Wochen ausgeliefert werden können. Wenn die Produktion der neuen Discs aufgrund der aktuellen Lage wider Erwarten länger dauert, bitten wir um ein wenig Geduld.
Bei neuen Rollerball-Bestellungen im capelight-Shop werden diese Discs, sobald verfügbar, automatisch mitgeliefert.

Wir bedauern die Umstände und wünschen dennoch viel Freude mit den Editionen von ROLLERBALL.

Re: Rollerball - Norman Jewison (1975)

Verfasst: Do 1. Apr 2021, 13:24
von Il Grande Racket
Unter den dystopischen Krachern mit der coolen Sau James Caan, dem exzellent choreographierten Brutalo-Sport und der intelligenten Gesellschaftssatire vielleicht der Klassen-Primus, wenn es um den Zusammenschluss von Staat und Medien geht. Das Skript formuliert einige der Gedanken vielleicht etwas zu klar und entschieden aus, da hätte ein wenig Ambivalenz gut getan, aber wenn dann in der Arena wieder der Bär abgeht, gerade im legendären Finale, dann ist das schon wieder nicht mehr so wichtig. 8/10

Re: Rollerball - Norman Jewison (1975)

Verfasst: Mo 14. Feb 2022, 15:12
von buxtebrawler
Erscheint voraussichtlich am 04.03.2022 noch einmal bei Capelight auf Ultra-HD-Blu-ray und Blu-ray:

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Re: Rollerball - Norman Jewison (1975)

Verfasst: Do 12. Sep 2024, 15:59
von sid.vicious
Es lassen sich ja einige Schätze unter den dystopischen Filmen finden. ROLLERBALL zählt imho zur Genre-Elite. Ich habe ihn gestern mal wieder geschaut und war von den grandios choreographierten Actionmomenten hellauf begeistert. Freilich auch von der Story und den bdarin erblühenden Machenschaften.

Re: Rollerball - Norman Jewison (1975)

Verfasst: Fr 10. Apr 2026, 14:50
von buxtebrawler
„Was willst du mit Büchern?“

Die US-Sportaction-Dystopie „Rollerball“ aus dem Jahre 1975 basiert auf einer Kurzgeschichte William Harrisons, der auch das Drehbuch zu diesem von Norman Jewison („In der Hitze der Nacht“) inszenierten Film verfasste.

„Es spielt keine Rolle, was du willst!“

Wir schreiben das Jahr 2018: Es gibt keine Staaten und keine Parteien mehr, stattdessen haben sich globale Konzerne die Welt untereinander aufgeteilt und stehen auch nicht mehr in Konkurrenz zueinander. Dem Volk geben sie Brot und Spiele, letzteres in Form des Rollerball-Sports, der sich aus Elementen aus Hockey mit schwerer Metallkugel, Rollschuhlauf und Motorradrennen zusammensetzt – ein Sport, der regelmäßig schwere Verletzungen bis hin zu Toten fordert. Zudem herrschen die Konzerne über das Wissen der Menschheit, das zentralisiert und in ihrem Sinne bereinigt wurde. All dies funktioniert auch deshalb prächtig, weil die Menschen zwangskollektiviert und jeglicher Individualität beraubt wurden. Damit einher geht, dass sich auch im Sport keine Idole und Stars herausbilden, sondern die Spieler als ebenso entindividualisiert und austauschbar gelten. Eine Ausnahme bildet Jonathan E. (James Caan, „Der Pate“) aus dem Houstoner Team, der zu einem der erfolgreichsten und langjährigsten Rollerball-Spieler avancierte und auf entsprechende Publikumsreaktionen stößt, was den Mächtigen ein Dorn im Auge ist. Konzernchef Bartholomew (John Houseman, „Die 3 Tage des Condor“) fordert ihn daher zum Rücktritt auf, dem sich Jonathan jedoch verweigert. Auf die Obrigkeit ist er ohnehin nicht sonderlich gut zu sprechen, seit man ihm seine Frau wegnahm. Bartholomews Gesuch bringt ihn erst recht dazu, die Verhältnisse infrage zu stellen und Nachforschungen anzustellen, die ihm nach und nach die Augen öffnen. Um Jonathan doch noch loszuwerden, ändert man die Regeln des Sports, um ihn zu zermürben oder gar zu töten…

Worauf die USA derzeit hinarbeiten, ist in „Rollerball“ bereits abgeschlossen. Jewison beginnt seinen Film mit einem fast in Echtzeit ablaufenden Rollerball-Match, in das viel inszenatorische Finesse gelegt wird. Eine Duschszene zeigt uns die Spieler ohne ihre martialischen Rüstungen (und auch ohne alles andere), bevor sich die eigentliche Handlung entfaltet. Deren langsames Erzähltempo steht im Kontrast zu den rasanten Sportszenen, die in einem brutalen, aber mitreißenden Spiel gegen Tokio wiederaufgenommen werden. Natürlich ist auch Finalspiel wirklich heftig, zwischen den Partien herrscht aber vornehmlich lahmes Drama vor.

Das ist unverständlich, denn mit seiner Prämisse bietet der Film eigentlich mehr als genug Ansätze, seine Dystopie mit einem gewissen Tiefgang zu erzählen. Das bestehende System wird jedoch mehr behauptet als gezeigt, und auch Jonathans reizvolle Hintergrundgeschichte verharrt in vielen Andeutungen, nichts wird emotional ausgekostet. „Rollerball“ verspielt viel Potential. Dass es ihm in seiner Ausrichtung um (von den Konzernen garantierten) Wohlstand und individuelle Freiheit als entgegengesetzte Pole geht, lässt er immerhin durchblicken und macht damit deutlich, dass er vor der Gefahr durch Zwangskollektivierung warnt statt durch Solidarität untergrabenden Hyperindividualismus. Wohlstand und Individualismus als Widerspruch zu definieren, ist natürlich Teil der autoritären Konzernpropaganda; wie gut (vermeintlicher) Individualismus Herrschenden im Kapitalismus in die Hände spielen kann, sollte die Realpolitik vermutlich erst ein paar Jahre später unter Beweis stellen.

Doch zurück zum Film: Dieser wurde interessanterweise zu großen Teilen in München gedreht, nämlich in der 1972 für Olympia errichteten Rudi-Sedlmayer-Halle und zumindest für Außenszene an der BMW-Konzernzentrale und dem BMW-Museum. Für die musikalische Untermalung wählte man hauptsächlich klassische Musik, die überraschend stimmig ausfällt und dem Film einen großen Teil seiner Atmosphäre sichert. Schauspielerisch hat inszenierungsbedingt kaum jemand die Gelegenheit, besonders hervorzustechen, im Mittelpunkt steht quasi durchgehend James Caan. Mit dem Gefühl, dass etwas fehlt, erinnert mich „Rollerball“ ein wenig an „Soylent Green“, mit seiner Schwerpunktsetzung auf die Inszenierung des eigentlich kritisierten Sports an „Running Man“, mit seiner Autoritäts- und Totalitarismuskritik aber natürlich auch positiv an „1984“ und Konsorten.

Re: Rollerball - Norman Jewison (1975)

Verfasst: So 12. Apr 2026, 19:00
von FarfallaInsanguinata
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