Seite 1 von 1

Mindhunters - Reny Harlin (2004)

Verfasst: Sa 14. Apr 2012, 18:06
von horror1966
Bild




Mindhunters
(Mindhunters)
mit Val Kilmer, LL Cool J, Christian Slater, Eion Bailey, Will Kemp, Jonny Lee Miller, Clifton Collins Jr., Kathryn Morris, Patricia Velasquez, Trevor White, Daniël Boissevain, Antonie Kamerling
Regie: Reny Harlin
Drehbuch: Wayne Kramer
Kamera: Robert Gantz
Musik: Tuomas Kantelinen
FSK 16
USA, GB, NL, I / 2004

Sie sind die besten jungen Agenten des FBI, ausgebildet als Profiler, um sich in die Gedankenwelt von psychopathischen Killern versetzen zu können. In ihrer Abschlussprüfung sollen die ehrgeizigen Nachwuchs-Agenten auf einer verlassenen Insel simulierte Mordfälle aufklären. Dass der Wettstreit um Erfolg und Ehre allerdings zum Kampf um das eigene Leben wird, ahnt keiner von ihnen. Hochmotiviert stürzen sich die jungen Profiler auf ihren Übungsfall, verfolgen Spuren, untersuchen Indizien und tappen dabei in einen perfekt inszenierten Hinterhalt. Aus der Simulation wird urplötzlich tödlicher Ernst - ein echter Mörder geht um, und ein Agent nach dem anderen fällt ihm zum Opfer. Es beginnt ein gnadenloser Wettlauf gegen die Zeit - und gegen das wachsende Misstrauen, denn der Täter kann nur einer von ihnen sein...


Auf den Film bin ich damals nur durch Zufall gestoßen und bin wirklich sehr froh darüber. Hier wird dem Zuschauer ein absoluter Hochspannungstriller geboten, der es schon allein durch seine ständigen Wendungen schafft, den Betrachter vor dem Bildschirm zu fesseln. Atemlose Spannung, eine sehr gelungene, dichte Atmosphäre und Nervenkitzel pur sorgen dafür, das hier zu keiner Zeit auch nur der Anflug von Langeweile aufkommt. Zu sehr erliegt man der vom Geschehen ausgehenden Faszination, die einen bis zur letzten Minute nicht mehr loslässt.

Die Story des Films ist absolut faszinierend und so wurde sie auch umgesetzt. Ständig glaubt man zu wissen, wer der wahnsinnige Psychpat ist, der hier einen nach dem anderen tötet und immer wieder muß man feststellen, das man sich getäuscht hat. Erst ganz kurz vor dem Ende tritt der wirkliche Täter in Erscheinung und die mittlerweile aufgestaute Spannung kann sich vollends entladen. Die ständig eingestreuten Wendungen innerhalb der Geschichte tragen ganzzeitig Sorge dafür, das man als Zuschauer regelrecht in den Sog der faszinierenden Ereignisse gezogen wird, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt.

Die Darsteller spielen allesamt sehr überzeugend und autentisch, so das alles auch wirklich sehr glaubhaft wirkt. Leider spielen hier Val Kilmer und Christian Slater eher Nebenrollen, ich persönlich hätte nichts dagegen einzuwenden gehabt, wenn ihre Parts größer gewesen wären. Insgesamt gesehen wird man jedoch mit wirklich ausgezeichnetem Schauspiel konfrontiert, die jeweiligen Charaktere glänzen durch absolute Spielfreude, die man ihnen in jeder einzelnen Einstellung ansehen kann. Jede einzelne Figur erfährt auch eine richtig gelungene Charakter-Zeichnung, so das man sich mit den einzelnen Personen äußerst gut identifizieren kann. Sehr gut wird hier auch die Auswegslosigkeit der Beteiligten dargestellt, die sich ja auf einer kleinen Insel befinden und keine Möglichkeit haben, von dieser zu entkommen. Und das mit dem Bewustsein, das sich unter ihnen ein wahnsinniger Killer befindet. So entsteht auch ein tolles psychisches Katz - und Mausspiel, das derartig ausufert, das keiner mehr dem anderen vertraut. Durch das entstehende Misstrauen wird man auch selbst nachhaltig infiziert, denn mit zunehmender Laufzeit weiß man eigentlich gar nicht mehr, wer denn nun als Bösewicht in Erscheinung treten wird.

Wer auf tolle und intelligente Thriller mit einer klasse Story steht, der darf sich diesen Leckerbissen auf keinen Fall entgehen lassen. Auch nach mehrmaligem anschauen wird dieser Film keinesfalls langweilig, auch wenn man natürlich die Auflösung kennt. Schon die Vielfältigkeit der aufgebauten Fallen sorgt immer wieder für beste Unterhaltung, so das die Geschichte immer wieder reizvoll erscheint. "Mindhunters" zählt meiner Meinung nach zu den absoluten Top-Thrillern, dem leider nie die Beachtung geschenkt wurde, die dieser Film aufgrund seiner Klasse auf jeden Fall verdient hätte.


Fazit:


Reny Harlin hat hier sein Gespür für spannungsgeladene Thriller eindrucksvoll unter Beweis gestellt und mit "Mindhunters" einen mehr als nur gelungenen Genre-Vertreter auf den Weg gebracht. Hier gibt es prinzipiell kaum etwas zu beanstanden, lediglich die Rollen von Slater und Kilmer hätten durchaus größer ausfallen können. Wer den Film noch nicht kennt, sollte diesen Zustand schnellstens ändern, wird man doch mit erstklassiger Filmkost belohnt, die man sich immer wieder gern anschaut.


9/10

Re: Mindhunters - Reny Harlin (2004)

Verfasst: Mo 12. Nov 2018, 07:17
von jogiwan
Kurzweiliger, wenn auch arg konstruierter Thriller über eine Handvoll angehender Profiler, die auf einer abgelegenen Insel selbst ins Visier eines ominösen Serienkillers gelangen. „Mindhunters“ erinnert im Look natürlich an Filme wie „Das Schweigen der Lämmer“ oder auch „Sieben“ ist aber auf ein eher jüngeres Publikum zugeschnitten, dass es nicht ganz so düster, dafür umso turbulenter mag. Daher hält sich „Mindhunters“ auch nicht mit Nebensächlichkeiten oder so etwas wie psychologischen Tiefgang auf, sondern präsentiert sich als temporeiches Popcorn-Kino für die breite Masse, was in diesem Fall aber nicht etwas Schlechtes bedeuten muss. Regisseur Reny Harlin macht aus dem bisweilen etwas arg unglaubwürdigen Drehbuch jedenfalls einen durchaus funktionalen Spannungsfilm, der zwar mit einem Fuß im Trash steht, aber dabei durchaus gute Laune verbreitet. Mit hohen Tempo, überraschenden Wendungen und halbwegs sympathischen Charakteren werden die großen Logik-Löcher der Geschichte dezent überdeckt und ehe man sich versieht, ist man auch schon im Aha-Finale angelangt. Mittelprächtig, aber zumindest unterhaltsam.