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Super 8 - J.J. Abrams (2011)

Verfasst: Sa 21. Jan 2012, 09:29
von jogiwan
Super 8

Bild

Originaltitel: Super 8

Herstellungsland: USA / 2011

Regie: J.J. Abrams

Darsteller: Elle Fanning, Amanda Michalka, Kyle Chandler, Ron Eldard, Noah Emmerich, u.a.

Story:

In der typisch amerikanischen Kleinstadt Lillian, stirbt Elizabeth Lamb (Caitriona Balfe) bei einem Unfall, für den ihr Mann, Deputy Jackson Lamb (Kyle Chandler), in Louis Dainard (Ron Eldard) den Verantwortlichen sieht. Jacksons heranwachsender Sohn Joe (Joel Courtney) bleibt praktisch allein zurück, da er zu seinem Vater keine nennenswerte Verbindung hatte. So bleiben ihm in den kommenden Monaten nur seine Freunde, die beabsichtigen, einen Zombie-Detektivfilm in und um die Stadt herum mittels ihrer Super-8-Kamera zu drehen. Dazu lädt sein bester Freund schließlich auch Alice Dainard (Elle Fanning) als Darstellerin ein, die Joe nicht nur einen Gefühlsschub versetzt, sondern auch von seinem Vater nicht gern in seiner Gesellschaft gesehen wird. Als die "Filmcrew" eines Abends Aufnahmen von einem vorbeifahrenden Zug machen will, werden sie Zeugen eines schrecklichen Unfalls, der den ganzen Zug entgleisen läßt. In dem folgenden Chaos hört Joe, wie etwas aus dem Zug auszubrechen scheint, doch sie werden bald mit Waffengewalt von dem Zug ferngehalten. Doch damit fangen die Probleme in Lillian erst an, denn nach und nach kommt es zu immer mehr Verwüstungen, erst Hunde und dann Menschen verschwinden und immer mehr Militär rückt an. Was immer aus dem entgleisten Zug entkommen ist, es ist noch irgendwo in der Stadt und wird zur Gefahr als auch zur Bewährungsprobe für Joe, seinen Vater und die ganze Stadt... (quelle: ofdb.de)

Re: Super 8 - J.J. Abrams (2011)

Verfasst: Sa 21. Jan 2012, 09:40
von jogiwan
Man nehme einen schlechtgelaunten "E.T." und eine große Prise "Goonies" und fertig ist der unterhaltsame Film für die ganze Familie, der passenderweise von Steven Spielberg produziert wurde. Die Geschichte ist ja auch ganz nett, aber für mein Empfinden wurde einfach zu viel in den Film gepackt. Der bietet dann natürlich auch massig Witz, Dramatik, Action, Sci-Fi und auch noch das übliche "Kinder-retten-die-Welt"-Finale. Wäre ich ein Fan von solchen Sachen, wäre ich ja sicher nicht hier gelandet und so hält sich die Freude auch etwas in Grenzen. Kann man zwar gucken, muss man aber nicht und obwohl man einen Film, in denen in den ersten Minuten schon ein "DotD"-Plakat zu sehen ist natürlich gut finden möchte, bleibt das Ganze halt ein Mainstream-Film, der alles bedienen möchte und mit seinen überschwenglichen CGI-Effekten auch etwas zu lange geraten ist. 6/10

Re: Super 8 - J.J. Abrams (2011)

Verfasst: Di 16. Apr 2013, 23:21
von buxtebrawler
„Durch Schmerzen und Mitleidlosigkeit haben wir ihn gelehrt, uns alle zu hassen! Wir haben ihn uns zum Feind gemacht!“ (Abrams und Spielberg über mich als Zuschauer)

Mit dem US-amerikanischen Spielfilm „Super 8“ aus dem Jahre 2011 drehte Regisseur J.J. Abrams („Star Trek“) einen Science-Fiction-Thriller „für die ganze Familie“, den er mit Komödien-, „Coming of age“- und Drama-Aspekten vermengte und der zugleich Charakteristika einer Hommage an vergangene Filmtage aufweist. An der Produktion beteiligt war u.a. Steven Spielberg.

Das Jahr 1979 in der US-amerikanischen Kleinstadt Lillian, Ohio: Eine Gruppe vor- bzw. frisch pubertierender Heranwachsender möchte mit einer Super-8-Kamera einen Zombie-Film nach Art George A. Romeros drehen. Als sie eines Nachts Aufnahmen am Bahnhof zusammen mit ihrer gleichaltrigen Bekannten Alice (Elle Fanning, „Der seltsame Fall des Benjamin Button“) drehen, werden sie Zeuge, wie ihr Biologielehrer Dr. Woodward (Glynn Turman, „Burlesque“) mit seinem Pickup absichtlich ein Unglück provoziert und unter Einsatz seines Lebens den Zug entgleisen lässt. Er rät den Kindern, Stillschweigen zu bewahren und Joe (Joel Courtney, „The Between“), einer der Jungs der „Filmcrew“, nimmt einen geheimnisvollen Metallwürfel vom Unglücksort mit, von denen Tausende verstreut liegen. Die Nachwuchsfilmer müssen drei Tage auf die Entwicklung ihres Films warten, während denen Seltsames in der Kleinstadt vor sich geht: Die Hunde scheinen aus der Stadt zu fliehen und elektronische Bauteile verschwinden spurlos, später auch Menschen. Der Zug gehörte dem Militär, welches das Gebiet abriegelt und die Einwohner evakuiert. Auf dem entwickelten Film machen die Jungs die Entdeckung, dass eine unheimliche Kreatur aus dem Zug entwich. Und zu allem Überfluss ist auch noch Alice nicht mehr auffindbar, zu der Joe zarte Gefühle entwickelt halt – zum Missfallen seines Vaters (Kyle Chandler, „Argo“), dem Deputy der Stadt, der Alice’ Vater (Ron Eldard, „Sleepers“) für den Unfalltod seiner Ehefrau und Mutter Joes verantwortlich wähnt...

Was in schön reproduzierter End-’70er-Atmosphäre als Hommage an frühjugendliche Horrorfilmbegeisterung und den Beginn der Filmleidenschaft Heranwachsender vielversprechend startet und mit augenzwinkernder Ironie zu begeistern weiß, flacht bereits nach dem computergenerierten Zugunglück ab in einen nach mit allen Zutaten der „Mainstream-Formel“ aufgeblasenen „Blockbuster“, der unbedingt auf Nummer sicher gehen möchte und jegliche eigene Identität aufgibt. Zwar erinnert die Kleinstadt-Szenerie in ihren besten Momenten an von Stephen King heraufbeschworenes suburbanes Grauen und versteht es, auch mit der Ausarbeitung ihrer einzelnen Charaktere zumindest partiell über den reinen Ansatz hinaus zu punkten, doch ist „Super 8“ für eine Komödie zu ernst und rührselig geraten und für einen Film, der ernstgenommen werden will, zu witzig und zu oberflächlich-locker. Mal nimmt der Film sich und seine Charaktere ernst, mal ganz und gar nicht. (Achtung, ab jetzt folgen Spoiler! Wer sich den Film noch immer ansehen möchte, sollte an dieser Stelle das Lesen einstellen.) Da wurde sich kräftig bei Vorbildern von Familien-Science-Fiction à la „E.T.“ – ein Außerirdischer möchte nach Hause – über Kinder-Abenteuerfilme der 1980er – die Kinder sind’s, die sich gegen die ignorante Erwachsenenwelt behaupten und ein gutes Ende herbeiführen – bis hin zu King’schen Jugendtraumata der Marke „Es“ – zusammenhalten müssende Außenseiter, Familientragödien, unterirdisch lebende Kreatur, die betäubte menschliche Körper in einer Art Vorratskammer aufbewahrt – bedient und alles zu einer kitschigen, spielbergesk auf Familienunterhaltung getrimmten Suppe verrührt, die das Thema der eigentlich gar nicht so bösen, auf der Erde gestrandeten, doch vom US-Militär misshandelten außerirdischen Kreatur ausbeutet und letztlich nur unzureichend bedient.

Zugegeben – wenn man die fremdartige Spezies dann irgendwann auch endlich einmal zu Gesicht bekommt, sieht sie nicht schlecht aus, und auch die Idee mit den mysteriösen Würfeln, aus denen sich die extraterrestrische Lebensform per Telekinese ihr Raumschiff zusammensetzt, ist nicht schlecht; vielleicht weiß ich aber auch nur nicht, woher diese Idee wiederum ausgeliehen wurde. Doch der weg zum ultrakitschigen Ende enttäuscht mit der vorhersehbaren Gewissheit, dass keiner der „Guten“ das Zeitliche segnen wird und ist gespickt mit Logiklöchern. Natürlich wissen die Kinder sofort, wo sie Dr. Woodwards Aufzeichnungen suchen sollen, geht die Bevölkerung unfassbar gleichgültig mit der Evakuierung um und lässt sich die Stadt selbst, als sie zum wahrhaftigen Kriegsgebiet wird, wie während eines Spaziergangs durchstreifen – stellen sich Amis so Krieg vor? Spätestens hierdurch wird der mit etwas Wohlwollen erkennbare militärkritische Unterton ad absurdum geführt. Und während all dem klingelt der auf Dramatik komponierte Bombast-Score in den Ohren.

Die größte Stärke von „Super 8“ ist die titelgebende Filmtechnik, denn wann immer diese zum Einsatz kommt und sich die Rotzlöffel um ihr Filmprojekt kümmern, geht einem das Herz auf. Da werden Horrorklischees aufs Korn genommen, Seitenhiebe auf Amateurfilmer verteilt, da wird der Spaß am Medium Film, am Experimentieren mit Einstellungen und Perspektiven und am Herummantschen mit Spezialeffekten spürbar und man fühlt sich an ambitionierte Projekte – ob nun im Zusammenhang mit Film oder ganz etwas anderem – seiner eigenen Kindheit/Jugend erinnert. Ja, da empfindet man manchmal gar das King’sche erst Zweckgemeinschafts-, dann Verschworenheitsgefühl Jugendlicher, die nicht bei den Großen und Coolen mitspielen dürfen und deshalb ihr eigenes Ding auf- und durchziehen müssen – und schließlich über sich hinauswachsen. Insofern lohnt es sich tatsächlich, bis zum Abspann auszuharren, denn dort wird das auf wunderbare Weise Zombie-Filme karikierende, fertige Werk der Nachwuchs-Romeros komplett gezeigt. Und gerade diese Jungdarsteller sind es auch, die Abrams überambitionierten und aufdringlich kommerziellen Film retten, denn sie versehen ihn mit dem Zauber jener schicksalhaften Jahre im Leben eines Menschen, sind reif genug, ihre Emotionalität differenziert einzusetzen und lassen es auch zwischenmenschlich knistern. Fazit: Die Jungmimen empfehlen sich für weitere Filme, Abrams, Spielberg & Co. sollten besser abtreten – oder sich um vernünftigere Drehbücher bemühen.

Re: Super 8 - J.J. Abrams (2011)

Verfasst: So 25. Aug 2013, 09:11
von purgatorio
SUPER 8 (SUPER 8, USA 2011, Regie: J.J. Abrams)

Kiddies drehen heimlich auf einem Bahnhof einen Film, als plötzlich ein militärischer Güterzug aus den Gleisen springt. Aus einem der Waggons entkommt eine Kreatur und macht von nun an die Gegend unsicher…

SUPER 8 funktioniert zu Beginn als Retro- und Hommage-Film erstaunlich gut! Er wirkt in seiner Ausstattung sehr authentisch. Jedoch desavouiert der enorm effekthascherische Bahnunfall die Intentionen. Auch Abrams im Netz mittlerweile vielfach verspottetes Stilmerkmal, der blaue Blendeneffekt, überlädt das Bild teilweise derart penetrant, dass der Vergleich zu klassischen Jugendfilmen eher spottet, da ein derartiger handwerklicher Fehler wohl früher nicht so inflationär geschehen wäre. Und wirklich cool oder authentisch wird Film dadurch auch heute nicht. So baut die Qualität des Films mit jeder Minute Laufzeit ab und ist final wenig innovativer Einheitsbrei ohne wirklich neue Ideen. Schade – fing er doch als tolle Liebeserklärung an den Film an.

Ganz großartiger Einstieg, allerdings auch ein rapider Abfall. Wäre der Einstieg in seiner Machart, Erzählweise und Figurenkonstellation konsequent weitergeführt worden, ich glaube, ich hätte den Film lieben können. Leider ist’s jedoch nur Durchschnitt mit Blendeffekt geworden: 5/10

Re: Super 8 - J.J. Abrams (2011)

Verfasst: So 25. Aug 2013, 10:31
von Il Grande Silenzio
Ich schließe mich mal meinen Vorschreibern an, gerade aufgrund der überschwänglichen Kritiken hatte ich da deutlich mehr erwartet.

Die erste Hälfte ist spannend und gerade die investigative Vorgehensweise der Kiddies ist wirklich spannend und liebenswert inszeniert, als dann das Wesen ins Spiel kommt, verkommt es zum platten Actionfilm.

Knappe 6/10

Re: Super 8 - J.J. Abrams (2011)

Verfasst: So 9. Nov 2014, 22:44
von FarfallaInsanguinata
Etwa zehntausendfaches Budget eines B-Films von 1979 und trotzdem kommt nur Scheiße dabei raus.
Je länger das dauerte, umso mehr kippte meine Langeweile in Ärger um, bis es mir mit dem absurden und über alle Maßen lächerlichen Finale endgültig reichte. Bei dem Film stimmte quasi nichts, weder Handlung, Dramaturgie, Atmosphäre, das Monster noch sonstwas.
Ach ja, übrigens ... als jemand, der zu der Zeit, in der dieser Murks spielen soll, etwa das Alter der Protagonisten hatte, kann ich schadenfroh vermelden, dass das alles absolut unauthentisch daher kam. Es reicht eben nicht, einfach wahllos einige alte Autos durchs Bild fahren zu lassen und Songfetzen von "Blondie" oder "Chic" einzustreuen, um die Epoche zu treffen. :thdown:
Immerhin wurden meine Vorurteile, aufgrund derer ich "Super 8" auf DVD bisher erfolgreich aus dem Weg gegangen war, auf's Vollste bestätigt.

4/10

Re: Super 8 - J.J. Abrams (2011)

Verfasst: Sa 5. Mär 2016, 14:24
von CamperVan.Helsing
Ich kann mich den Vorschreibern nur anschließen. Der Film hat ja durchaus viele sympathische Momente, aber der CGI-Einsatz beim Zugunfall hat mir schon mißfallen (die Handlung ist ja Ende der 70er angesiedelt, als noch Handarbeit zählte), und am Ende wird es nervig. Da hatte ich mir doch mehr erhofft.