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Bunraku - Guy Moshe (2010)

Verfasst: Mi 23. Nov 2011, 16:14
von horror1966
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Bunraku
(Bunraku)
mit Josh Hartnett, Demi Moore, Woody Harrelson, Ron Perlman, Kevin McKidd, Gackt, Shun Sugata, Jordi Molla, Emily Kaiho, Mike Patton, Fernando Chien, Florian Ciprian, Neil D'Monte, Holland Diaz, Maxim Esterkin,
Regie: Guy Moshe
Drehbuch: Boaz Davidson / Guy Moshe
Kamera: Juan Ruiz Anchia
Musik: Terence Blanchard
FSK 16
USA / 2010


In einer Welt, in der es keine Feuerwaffen gibt, ist derjenige an der Macht, der der Stärkere ist. Gangsterboss Nikola regiert das Land mit der Armee der Roten, angeführt von Killer Nr. 2. Ein mysteriöser Fremder und der Samuraikämpfer Yoshi müssen sich zusammen-schließen, um den mächtigen Tyrannen zu stürzen. Vom Barkeeper des Horseless Horsemen bekommen sie Unterstützung und stellen sich der Übermacht der Roten...


Es gibt immer wieder Filme, die aufgrund ihrer im Prinzip minimalistischen Story gar nicht weiter auffallen würden, aber durch das Einfügen irgendwelcher Besonderheiten sogar einen gewissen Kultstatus erreichen könnten. "Bunraku" ist sicherlich in diese Kategorie einzuordnen, die Geschichte thematisiert das typische Gut gegen Böse Thema und beschränkt sich dabei auf einen wirklich minimalen Inhalt. So sind die Stärken dieses Werkes also nicht in inhaltlicher Tiefe zu suchen, es ist ganz einfach die Inszenierung des Plots, die beim Zuschauer helle Begeisterung hervorruft. Wird man doch von der ersten Minute an mit einem visuellen Hochgenuss konfrontiert, denn der Look des Filmes ist absolut einzigartig. Dabei hinterlässt das Szenario manigfaltige Eindrücke beim Betrachter, einerseits fühlt man sich wie auf einer Theaterbühne, auf der anderen Seite hinterlassen die Ereignisse einen comicartigen Eindruck. Die hohe Intensität dieses grandiosen Bilderrausches löst dabei eine ganz einzigartige Faszination aus, gegen die man sich beim besten Willen nicht erwehren kann.

Auch wenn man die Geschichte rein inhaltlich auf eine actiongeladene Rachestory reduzieren kann, fällt dies zu keiner Zeit auch nur annähernd negativ ins Gewicht, denn Regisseur Guy Moshe hat mit seiner grell-bunten Inszenierung dafür gesorgt, das man überhaupt nicht auf diese Dinge achtet. Zu sehr zieht einen das extrem künstlerisch gestaltete Geschehen in seinen Bann, so das man sich schon phasenweise regelrecht hypnotisiert vorkommt. Das kräftige Farbenspiel ist dabei als absolutes Highlight anzusehen und wirkt dabei mit einer immensen Wucht auf den Zuschauer ein. Jenseits jeglichen Mainstreams angesiedelt präsentiert sich eine Art Pop Art Look, der in dieser Form etwas vollkommen Neues darstellt. Nun erscheinen etliche Passagen des Filmes vollkommen überzogen, doch ist dies durchaus beabsichtigt und verleiht dem Werk eine ganz besondere Note. Rein visuell gesehen handelt es sich hier ohne Frage um ein echtes Meisterwerk, das zugegebenermaßen zu Beginn einen recht gewöhnungsbedürftigen Eindruck hinterlässt, der sich allerdings schon nach wenigen Minuten in Luft auflöst, da man ganz unweigerlich in den sogartigen Strudel eines beeindruckenden Bilderrausches hineingezogen wird.

Doch es ist längst nicht nur die ungewohnte Optik die hier zu überzeugen weiß, denn auch die simple Geschichte versteht es jederzeit, bestens und kurzweilig zu unterhalten. So baut sich beispielsweise ein sehr konstanter Spannungsbogen auf und die gelungene Mischung aus Action, Fantasy-und Drama entfaltet ihren ganz eigenen Reiz. Hinzu kommt eine größtenteils sehr namenhafte Darstellerriege, Josh Hartnett, Ron Perlman und Woody Harrelson sind dabei nur drei Beispiele für einen hochrangig besetzten Cast. Die an den Tag gelegten Leistungen sind dabei für einen Film dieser Art absolut perfekt, insbesondere Josh Hartnett kann in seiner bisher wohl coolsten Rolle vollends überzeugen. Und so bekommt man insgesamt einen Film präsentiert, bei dem man im Prinzip nur zu einem überragenden Gesamteindruck gelangen kann und der an Bildgewalt schwerlich zu überbieten ist. Ganz nebenbei bekommt man dann auch noch jede Menge Action geliefert, die sich allemal sehen lassen kann. Einige Fights erinnern dabei schon fast an eine Zirkusvorstellung, was in diesem Fall aber absolut positiv gemeint ist. Dieser Film lebt ganz einfach auch von seinen teils vollkommen überspitzt dargestellten Ereignisse, denn nur so kann in Kombination mit der grandiosen Optik die volle Wirkung freigesetzt werden.

Man muss Guy Moshe wirklich zu seinem Mut gratulieren, mit "Bunraku" etwas extrem Aussergewöhnliches in Szene gesetzt zu haben, das für viele Leute im ersten Moment sehr gewöhnungsbedürftig erscheint, im Endeffekt aber jeden in seinen Bann ziehen müsste. Die gezeigten Bilder sind ein wahrer Rausch für die Sinne und selbst die auf ein Minimum reduzierte Geschichte versteht es zu begeistern. Wer Filme wie "Sin City" liebt, sollte hier auf jeden Fall zugreifen, man kann bei "Bunraku" eigentlich überhaupt nichts falsch machen. Ich persönlich bin mir sehr sicher, das dieses Werk einen absoluten Kultstatus erreicht, denn die extrem aussergewöhnliche Inszenierung aus Theaterstück-und Comicfilm hinterlässt einen bleibenden Eindruck.


Fazit:


"Bunraku" ist rein optisch gesehen ein absolutes Ausnahmewerk, das aber auch in allen anderen belangen überzeugen kann. Gute Darsteller und jede Menge Action sorgen für jede Menge Kurzweil und lassen die Zeit wie im Flug vergehen. Es ist immer wieder schön wenn man sieht, das auch in der heutigen zeit immer wieder Filme auf den Markt kommen, die abseits des Mainstreams angesiedelt sind und ganz einfach durch Kreativität und Innovation ganz besonders ins Auge fallen.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 119 Minuten


9/10

Re: Bunraku - Guy Moshe

Verfasst: Mi 23. Nov 2011, 16:30
von purgatorio
mich anschließend selbst zitierend stelle ich fest, dass mich deine Worte und die enorm hohe Bewertung doch etwas zuversichtlicher Stimmen, wenn ich doch auch von Euphorie noch weit entfernt bin!
purgatorio hat geschrieben:hab mir gerade bei Art of the Title den Beitrag zu BUNRAKU angesehen. Das Intro ist sehr ansehnlich! Nachdem einige Fragezeichen und WTF's über meinem Kopf kreisten sah ich mir den Trailer an:
[BBvideo 425,350][/BBvideo]
sieht extrem abgedreht aus! Die bonbonfarbende Optik ist aber wahrscheinlich sehr gewöhnungsbedürftig und die Masse und namhaften Hollywood-Stars trübt ein wenig den Eindruck, dass es sich um erstklassiges Arthouse-Kino handeln könnte.
Gespannt bin ich jetzt aber allemal!

Re: Bunraku - Guy Moshe

Verfasst: Di 28. Aug 2018, 15:14
von karlAbundzu
Im Stil vom japanischen Puppenspiel und von Pop Up Bücher wird hier eine Post-Apokalypse erzählt. Nach dem Druc des roten Kopfes gibt es verschiedene Reiche auf der Welt, nur keine Schusswaffen mehr. Wir sind im Westatalntischen. EIn einsamer Fremder und ein Samurai versuchen aus eigenen Motiven den Holzfäller, der Chef vom Ganzen, zu erreichen und zu töten und unterstützen dabei eine Revolution.
Das kennt man, ist gespeist von Western und Saurai - Motiven (die ja eh nicht weit auseinanderliegen). Aber das ist spannend inszeniert. Und trotz der Computerwelt in diesem gemalten Hintergrundstil (was sehr gut ausieht) ist es lebendig. Und die Schauspieler: Josh Hartnett und Gackt machen die Klischee-Hauptfiguren sehr gut, und diese Nebenrollenbesetzung: Demi Moore, Woody Harrelson (der ja jetzt oft diese Mentorrollen spielt), und Ron Perlman als Oberböser in Merlinlookalike!
Eigentlich gibt es bei dieser eher minimalen Handlung sehr viel Martial Arts, diese ist auch schön Old School gefilmt (langsam, wenig Schnitte, aber schnell gekämpft) und voller Ideen. Zwischendurch vielleicht doch ein wenig viele.
Der Erzähler im Original Mike Patton (Faith No More). Eigentlich mag ich ja diese Voice Over Erzähler nicht so gern, aber Mike macht das richtig gut. In der deutschen Synchro macht es die deutsche Stimme von Samuel Jackson, die ein wenig zu nah an der von Ron Perlman. Der auch gerne aus dem Off erzählt.
ein 1€ Fund, der sich sehr gelohnt hat. Überraschung!