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Shoot 'Em Up - Michael Davis (2007)

Verfasst: Sa 6. Aug 2011, 14:06
von purgatorio
Shoot 'Em Up

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Originaltitel: Shoot ’Em Up
Regie: Michael Davis
Produktionsland: USA (2007)
Darsteller: Clive Owen, Paul Giamatti, Monica Bellucci, Stephen McHattie, Greg Bryk, Daniel Pilon

Story:
„Mr. Smith“ fühlt sich berufen einer schwangeren Frau aus einer misslichen Lage zu helfen. Diese wird von einer Gruppe bewaffneter Männer verfolgt. Smith ist aber durchaus in der Lage mit einer so großen Gruppe fertig zu werden und nebenbei noch das Baby auf die Welt zu bringen. Nachdem die Frau trotz seiner Hilfe getötet wurde hat er plötzlich ein Baby und unzählige, schwer bewaffnete Männer am Hals – kein sehr guter Tag! Und dabei wird es bleiben. Ach Quark, es wird schlimmer!!!

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Re: SHOOT `EM UP - Michael Davis (2007)

Verfasst: Sa 6. Aug 2011, 14:09
von Adalmar
Den Film fand ich ehrlich gesagt ziemlich kindisch-albern und pseudo-cool. 1/10

Re: SHOOT `EM UP - Michael Davis (2007)

Verfasst: Sa 6. Aug 2011, 14:20
von purgatorio
Mein Senf:

SHOOT `EM UP ist ein Knaller von einem Film. Ein Kracher auch! Ein Volltreffer sozusagen. Sehr treffsicher – quasi. Alles, nur kein Schuss in den Ofen – eher eine Granate, ein Magazin voller Kuriositäten, Sarkasmus und Irrwitz. Und dieses Magazin ist komplett leer geballert worden. Mitten ins Schwarze. Bildlich gesprochen.


Allein schon das Intro ist ein Traum. Eine Close-Up- Aufnahme der Augen des Hauptcharakters führt eben diesen ein. Wie in einem Italo-Western. Starr blickt er in die Ferne. Die Kamera fährt langsam zurück und gibt das Gesicht von „Mr. Smith“ dem Publikum preis. Dreitagebart, ernst dreinschauend, keine Mine verzogen - ich glaube er blinzelt nicht einmal. Die Kamerafahrt geht weiter und der Lonesome Rider nimmt einen kräftigen Biss von seiner Karotte - Wait, what?
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„Esst mehr Gemüse!“

Dieser Film nimmt nichts ernst und parodiert jedes Vorbild. Bereits das Intro gibt hier knallhart die Fahrtrichtung vor! Die Waffe, die Mr. Smith in der ersten Schießerei benutzt, ist eine Walther PPK. Diese wird üblicherweise auch von James Bond benutzt. Wenn man nun auch noch weiß, dass Clive Owen ursprünglich als Bond-Ablöse für Pierce Brosnan vorgesehen war und er erst kurzfristig für „Casino Royal“ von Daniel Craig ersetzt wurde, bekommt es plötzlich eine völlig andere Bedeutung, wenn seine Walther eine Ladehemmung hat und er sie mit den Worten „Was für ein billiges Mistding!“ zur Seite wirft.

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- man beachte die zerschossenen Buchstaben im Hintergrund -

Ebenfalls erwähnens- und sehenswert ist der Bösewicht, der Gegenspieler von Mr. Smith (verkörpert von Paul Giamatti). Er ist ein Knaller par excellence! Ständig telefoniert er mit seiner Frau oder schwingt große Reden, wenn er nicht gerade irgendwelche Leute abknallt. Die beiden Kontrahenten Smith und Hertz sind insgesamt inszeniert wie Bugs Bunny und Elmer Fudd. Der eine ist etwas kleiner, gesetzt und trägt immer eine Waffe mit sich herum, der andere ist groß gewachsen, hat meist eine Möhre im Mund und trägt ebenfalls eine Waffe mit sich herum.

„Is‘ was, Doc?“

Im Kern der Geschichte geht es darum, dass Clive Owen (wie schon ein Jahr zuvor in „Children of Men“) ein Baby beschützen muss. Regisseur Michael Davis hatte die Inspiration für die Story durch eine Szene mit Yun-Fat Chow, der in in John Woo's „Lat sau san taam – Hard Boiled“ ebenfalls ein Baby durch eine Schießerei rettet. Warum so viele bewaffnete Kerle hinter diesem Baby her sind interessiert dabei aber auch nur Smith und seine Begleiterin (Monica Bellucci), sonst niemanden. Es ist eigentlich auch gar nicht weiter wichtig(wird aber trotzdem erklärt!). Überhaupt scheint mir nichts in dem Film irgendwie wichtig zu sein oder eine tiefere Bedeutung zu haben, denn die Essenz des Streifens dreht sich nur um zwei Dinge neben denen alles andere zur Nebensache verkommt:
1. Waffen und
2. Wie man mit eben diesen möglichst viele Menschen auf möglichst coole Art umbringen kann.
Das war’s dann auch schon. Das in dem Film keine einzige große Explosion vorkommt, die ja unsinniger Weise von den Waffen ablenken könnte ist dabei sehr bezeichnend! Der Bodycount zum Film ist ebenfalls bemerkenswert und spricht Bände: Imdb.com listet 106 Tote, der Count im dvd-forum.at listet 132 Tote. Irgendwo in der Größenordnung bewegen wir uns jedenfalls – beachtlicher Weise. Und bereits diese Zahlen und Feststellungen unterstreichen, dass die Geschichte des Films nur Mittel zum Zweck ist. Es geht wirklich nur um die rasante Inszenierung von Schießereien. Darin ist auch das Tempo des Films begründet, dass bisweilen auch Assoziationen zum ebenso rasanten wie unsinnigen „CRANK“ weckt.

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Die innere Logik des Films ist fernab jeglicher Norm! Überzogen, abgedreht, unfassbar, übertrieben, vollkommen unmöglich, daneben, geschmacklos, physikalisch grenzwertig! „Und wenn ihr das schon toll findet solltet ihr mal sehen wie ich meinen Namen in den Schnee schreibe!“ Was den Irrsinn noch unterstreicht: Als einziges Tötungsinstrument neben Handfeuerwaffen und Gewehren ist noch die Karotte erwähnenswert. Mehr nicht!

„Warum ist eine Waffe besser als eine Frau? Weil es für Waffen einen Schalldämpfer gibt!“

Owen mimt den selbsternannten Rächer und „(…)wütendsten Mann auf der Welt“ sehr überzeugend – falls man das bei einem solchen Film überhaupt so nennen kann. Monica Bellucci ist – nun ja – anwesend und Paul Giamatti ist traumhaft durchtrieben – aber auch „(…)eine Pussie mit einer Waffe in der Hand“. Dieses Gespann trägt den Film! Und der ist für Freunde von Actionfilmen definitiv sehenswert – obwohl mich persönlich der CGI-Einsatz teilweise arg gestört hat! Logiklöcher gibt’s übrigens auch (Karotten kommen hier frisch gewaschen aus der Erde) – aber wen interessiert bei so einem Feuerwerk die Logik? Owen ist so cool, dass er sogar beim Vögeln noch Menschen erschießt und das Baby ist schon nur deswegen sympathisch weil es auf Death-Metal steht!

SHOOT `EM UP ist aber auch eine Enttäuschung auf ganzer Linie! Allerdings nur für die, die Handlung und so etwas wie Vielschichtigkeit erwarten. Drama vielleicht. Eventuell einen Sinn in der Sache statt nur Sache selbst. Irgendetwas mit Anspruch vielleicht? HIER NICHT!

„Ich hasse es, dass diese 40jährigen Wichser immer einen Pferdeschwanz tragen!“

Von mir gibt’s 8/10, aber ich tendiere hin und wieder Richtung 7. Je nach Laune denn eines bleibt Fakt: der Film ist unfassbar dämlich. Da muss man schon mal Bock drauf haben, sonst wird man damit nicht grün! Aber hey, die DVD gibt's mittlerweile auf dem Grabbeltisch - also zuschlagen!

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Re: SHOOT `EM UP - Michael Davis (2007)

Verfasst: Sa 6. Aug 2011, 16:16
von horror1966
Adalmar hat geschrieben:Den Film fand ich ehrlich gesagt ziemlich kindisch-albern und pseudo-cool. 1/10

Och nee, der Film macht doch einfach nur einen Heidenspaß und ist extrem unterhaltsam. 9/10

Re: SHOOT `EM UP - Michael Davis (2007)

Verfasst: Sa 6. Aug 2011, 19:18
von Adalmar
purgatorio hat geschrieben:Darin ist auch das Tempo des Films begründet, das bisweilen auch Assoziationen zum ebenso rasanten wie unsinnigen „CRANK“ weckt.
Stimmt, Crank ist genau so schlimm. Ich finde dieses hektische Gezappel einfach nur nervig.

Re: SHOOT `EM UP - Michael Davis (2007)

Verfasst: Sa 6. Aug 2011, 19:30
von purgatorio
Adalmar hat geschrieben: (...) Ich finde dieses hektische Gezappel einfach nur nervig.
hehe - ja, hyperaktiv ist der Streifen auf jeden Fall! Quasi ein ADHS-Patient :D Ich sag ja, muss man Bock drauf haben - geht definitiv nicht immer.
Aber "Pseudo-Cool" ist kein Argument. Das gilt für alles, was irgendjemand toll findet und irgendjemand anderes eben nicht :opa:

Re: SHOOT `EM UP - Michael Davis (2007)

Verfasst: Sa 6. Aug 2011, 23:26
von Blap
Monica Bellucci gehört zu den schönsten und schärfsten Damen aller Zeiten! So schön wie Frau Adjani zu ihren besten Zeiten, so geil wie Sarah Young in ihren Filmen. Fazit: Die Krönung des Frauentums!

Was kümmert mich da der Rest des Films? Schon wegen Monica ein Genuss!

Re: SHOOT `EM UP - Michael Davis (2007)

Verfasst: Sa 6. Aug 2011, 23:29
von horror1966
Blap hat geschrieben:
Was kümmert mich da der Rest des Films? Schon wegen Monica ein Genuss!
:mrgreen: :mrgreen:

Re: SHOOT `EM UP - Michael Davis (2007)

Verfasst: So 7. Aug 2011, 00:14
von Blap
Das ist mein verdammter Ernst.

Hier gibt es noch einen älteren Kurzkommentar (2008), die Sause hat mir damals offensichtlich sehr gefallen:


Shoot 'Em Up

Smith (Clive Owen) sitzt friedlich an einer Bushaltestelle und kaut auf einer Karotte rum. Plötzlich taucht eine hochschwangere Frau auf, verfolgt von einem bewaffneten Typen, welcher der jungen Dame offensichtlich das Licht auspusten möchte. Smith greift ein, killt ein paar Typen, nebenbei kommt das Baby zur Welt. Klatsch, die Nabelschnur wird flugs durchschossen, die Flucht kann fortgesetzt werden. Leider wird der jungen Mutter nun doch noch die Birne mit Blei gefüllt, Smith bringt sich und das Neugeborene in Sicherheit. Bei der umwerfend schönen Hure Donna (Monica Bellucci) möchte er das kleine Bündel loswerden, die denkt zunächst nicht daran Smith zu helfen. Nachdem sie aber von Fiesling Hertz (Paul Giamatti) in die Mangel genommen wird, flüchtet sie gemeinsam mit Smith und dem kleinen Wonneproppen, verfolgt von unzähligen, schiesswütigen Killern. Neben dem ständigen auslöschen der Bösewichter, versucht unser Held zu klären welche Bedeutung hinter den Ereignissen steckt...

Wer einen Film sehen möchte der auch nur im Ansatz logisch oder realistisch ist, der sollte einen grossen Bogen um "Shoot 'Em Up" machen (Nachtrag: Vermutlich gefällt mir der Mist deshalb so gut). Wer allerdings für knappe 80 Minuten voller Spass zu haben ist, der sollte sich diesen grotesken Unfug auf jeden Fall gönnen. Geballer, Geballer, Gaballer, blöde Sprüche und Karotten als wirksame Waffen. Klasse! Zieht man andere aktuelle Filme als Vergleich heran, so fällt natürlich sofort der Name "Crank". Ich mag beide Filme, aber "Shoot..." gefällt mir ein wenig besser. Warum? Die Hauptdarsteller beider Filme (Clive Owen, Jason Statham) sind gut gewählt, doch während "Crank" ausser der Hauptfigur nur recht anonyme Metzelmasse auffährt, bietet "Shoot.." dem Zuschauer zusätzlich den phantastischen Paul Giamatti. Der gute Mann darf hier endlich mal die Sau rauslassen, was ihm ganz offensichtlich eine Menge Freunde bereitet. Dann ist da natürlich noch die wunderschöne Monica Bellucci (Sabberfakter 11/10). Frau Bellucci hat schon häufiger bewiesen, dass sie nicht nur schön ist, sondern auch eine erstklassige Schauspielerin. Daher freut es mich sehr, sie auch in solch einer prächtigen Spassrolle sehen zu dürfen. Ach ja, "Shoot..." ist deutlich angenehmer geschnitten als "Crank", die Kamera wird ebenfalls weniger unangenehm eingesetzt.

Lediglich eine Sache hat mich gestört. Blut tut gut. Aber doch bitte nicht aus dem Computer!

Bewertungstechnisch eiere ich bei 7,5/10 bis 8/10 rum. Da die drei wichtigen Rollen extrem sympathisch besetzt sind möchte ich 8/10 zücken.

Re: SHOOT `EM UP - Michael Davis (2007)

Verfasst: So 7. Aug 2011, 02:10
von untot
Blap hat geschrieben:Monica Bellucci gehört zu den schönsten und schärfsten Damen aller Zeiten!
Hui, da haben sie völlig recht Frau Blap, für mich ist die Belluci neben Romy Schneider, das schönste an Frau was ich je gesehen hab! :nick: