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L'inceneritore - Pier Francesco Boscaro dagli Ambrosi (1984)

Verfasst: Fr 8. Mai 2026, 07:02
von jogiwan
L'inceneritore

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Originaltitel: L'inceneritore

Herstellungsland: Italien / 1984

Regie: Pier Francesco Boscaro dagli Ambrosi (als Pierfrancesco)

Darsteller:innen: Flavio Bucci, Ida Di Benedetto, Alexandra Delli Colli, Pietro Francescato, Roberto Berion

Story:

Am Rande einer großen Stadt in der Nähe einer großen Müllverbrennungsanlage steht ein Haus, welches von skurrilen Mietern bewohnt wird. Ein buckliger Arzt mit der Gabe alle Krankheiten zu heilen, ein Geschwisterpaar mit etwas zu viel Liebe füreinander, eine spanische Prinzessin auf Urlaub und noch viele andere Figuren, die mit ihrem Verhalten eher als auffällig zu bezeichnen wären. Zur gleichen Zeit macht auch eine brutale Mordserie die Stadt unsicher, doch anstatt Leichen der Opfer, werden immer nur ein Anhänger mit einem Bildnis der drei Affen gefunden, von denen einer nichts hört, einer nichts sieht und einer nichts spricht. Als immer mehr Menschen verschwinden, macht sich langsam Panik breit, die auch die Bewohner des Hauses erreicht, die jedoch durch die Abgase der Müllverbrennungsanlage ohnehin schon verrückt geworden sind…

Re: L'inceneritore - Pier Francesco Boscaro dagli Ambrosi (1984)

Verfasst: Fr 8. Mai 2026, 07:02
von jogiwan
„L'inceneritore“ zu deutsch „Der Verbrennungsofen“ ist ein hochgradig seltsamer Film von Pier Francesco Boscaro dagli Ambrosi, der jahrzehntelang einer Veröffentlichung harrte und nun endlich offiziell veröffentlicht wurde. Die Produktionsgeschichte war von Geldmangel geprägt und laut Wikipedia hat der Regisseur sogar mit einer Protestaktion am Kolosseum auf seinem Film aufmerksam machen wollen, jedoch nur mit mäßigem Erfolg. Der Film selbst ist zwar kurios, aber leider auch eine sehr sonderbare Mischung aus Sozialsatire, Horrorfilm, Culture-Clash und streift das Mad-Scientist-Genre genauso wie Umweltproblematik und Gesellschaftskritik mit einer Art Humor, die mir so überhaupt nicht zugesagt hat. Die Laiendarsteller sind allesamt eher furchtbar und auch Flavio Bucci hat eher eine undankbare Rolle als buckliger Wissenschaftlicher. Die Morde sind zwar durchaus brutal inszeniert, passen aber nicht zum Rest und spannend oder gar gruselig ist der Streifen auch nicht. Was sich in der Inhaltsangabe noch als "The Crazies"-Variante anhört, entpuppt sich eher als mäßig funktionales Panoptikum italienischer Gesellschafts-Befindlichkeiten überzeichneter Ausprägung. Zudem störte mich hier auch der Umgang mit Tieren, die durch die Gegend geworfen oder mit Klebeband an Gerätschaften montiert werden. Im Grunde ist alles ein heilloses Durcheinander und ein Sammelsurium an Ideen, die nicht zueinander finden wollen, sodass die eigentliche Idee auf Umweltaspekte aufmerksam zu machen, auch völlig untergeht. Die Fassung von Oblivion setzt sich aus unterschiedlichen Material zusammen und ist für Interessierte die beste Wahl, sich diesen „Lost Film“ endlich zu Gemüte zu führen.