Ingagi - Der Herr der Wildnis - William Campbell (1930)

Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Ingagi - Der Herr der Wildnis - William Campbell (1930)

Beitrag von jogiwan »

Ingagi - Der Herr der Wildnis

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01.png (127.04 KiB) 89 mal betrachtet
Originaltitel: Ingagi

Herstellungsland: USA / 1930

Regie: William Campbell

Darsteller:innen: Sir Hubert Winstead, Daniel Swayne, Charles Gemora, Arthur Clayton

Story:

Sir Herbert Winestead reist mit einem Kamerateam nach Afrika, um dort ein lebendiges Bild von Land und Leuten zu zeichnen. Zwischen exotischen Tieren, wüstenartigen Landschaften und primitiven Menschen geht es aber auch um die sagenumwobene Legende der Ingaga, einem afrikanischen Stamm im Belgisch-Kongo, der seine Frauen wilden Gorillas als Sexsklaven opfern soll, damit das Dorf von Übergriffen bewahrt bleibt. Was sich zuerst noch als arg spekulative Geschichte anhört, wird später Realität, als es der Crew tatsächlich gelingt, den Stamm in der Wildnis auszumachen und ein derartiges Menschenopfer zu filmen…
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jogiwan
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Re: Ingagi - Der Herr der Wildnis - William Campbell (1930)

Beitrag von jogiwan »

„Ingaga“ ist ja nicht nur einer der ersten Beispiele für Exploitationfilme und unrühmlicher Mondo mit rassistischen Zügen und etwas Tiersnuff, sowie die geistige Vorlage zu „King Kong“, sondern auch noch ein gutes Beispiel, wie man aus Archivmaterial und einer plakativen Idee mit etwas Geschick einen veritablen Kinohit zaubert. Im Grunde ist „Ingagi“ eine langweilige Afrika-Doku im Mondo-Stil mit allerlei exotischen Schauplätzen und einem antiquierten Menschenbild. Dazu kommt aber eine Geschichte über einen Stamm, der seien Frauen Gorillas als Sexsklavinnen verscherbeln soll und am Ende „schaffen“ es die Filmemacher dank in den USA nachgedrehten Material auch eine derartige Zeremonie festzuhalten. Das ist natürlich alles Blödsinn und im Grunde heutzutage auch leicht zu durchschauen, im Jahr 1930 aber natürlich eine exotische Sensation, die man sich wie neuartige Tier-Kreationen (Stichwort: Tortadillo) als Kinogänger nicht entgehen lassen wollte. Laut Wikipedia wurde eine grandiose Marketingkampagne geführt, die von der seriösen Wissenschaft mit sehr kritischen Tönen begleitet wurde. Wissenschaftlich und dokumentarisch geht natürlich anders und heutzutage ist dieser Film auch eher ein Kuriosum, dass man auch dementsprechend begegnen muss. „Ingagi“ ist über weite Strecken langweilig, nachweislich falsch und selbst das Finale ist hier nicht sonderlich aufregend gestaltet – was der Streifen filmhistorisch ausgelöst hat, steht aber auf einem anderen Blatt.
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Salvatore Baccaro
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Re: Ingagi - Der Herr der Wildnis - William Campbell (1930)

Beitrag von Salvatore Baccaro »

Hach, INGAGI! Für jemanden, der Affen mag, eine Leidenschaft für frühe Exploitation hegt, und seine Dissertation (teilweise) über Mondos geschrieben hat, ein Traum im schäbigen Gorillakostüm! - obwohl alles, was Jogi an Kritik anbringt, natürlich trifft wie die Kokosnuss auf den Tropenhelm.

Für die Ausgabe #53 des 35mm-Filmmagazins vom März 2024 hatte ich übrigens einst einen längeren Artikel zu INGAGI beigesteuert, der den vollmundigen Titel "DIE WIEGE DES MONDO-KINOS – AFFEN UND ANTHROPOPHAGIE IM FRÜHEN EXPLOITATIONFILM" trug, (und in dem ich - ganz mondo-esque - Passagen verbriet, die letztlich in meiner Doktorarbeit keinen Platz mehr hatten).

Falls Du, Jogi, nun vom INGAGI-Fieber gepackt bist, schau Dir unbedingt noch SON OF INGAGI von 1940 an - obwohl der mit dem Original freilich rein gar nichts zu tun hat, aber trotzdem ein sehenswerter "race film" ist... ;-)
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