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Hunting - José María Castellví (1984)

Verfasst: Mo 6. Apr 2026, 08:11
von jogiwan
Hunting

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Originaltitel: Poppers

Alternativtitel: Die Mörderbrigade

Herstellungsland: Spanien / 1984

Regie: José María Castellví

Darsteller:innen: Miguel Ortiz, Giannina Facio, Agustín González, Alfredo Mayo

Story:

Während eines Konzerts ersticht der Sänger Santos seinen besten Freund aus Eifersucht und landet im Jugendgefängnis. Schon zwei Jahre später wird er überraschend entlassen, doch nicht wegen guter Führung, sondern aufgrund eines perfiden Plans. Der Vater des getöteten Jugendlichen und fünf andere, schwerreiche und einflussreiche Leute haben eine Menschjagd geplant, bei der Santos als vermeintlich leichte Beute gejagt werden soll. Doch der Plan geht schief und Santos kann fliehen, ebenfalls mit dem Vorsatz, sich an seinen Peinigern zu rechnen, wobei ihm auch die Tänzerin Lola und ihr Wissen über die Abgründe der spanischen Gesellschaft einen gewissen Vorteil verschafft.

Re: Hunting - José María Castellví (1984)

Verfasst: Mo 6. Apr 2026, 08:11
von jogiwan
Der spanische Streifen „Poppers“ aus dem Jahr 1984 ist ja überraschenderweise keine weitere Verfilmung von „Dr. Zaroff – Genie des Bösen“ sondern eher eine knallbunte Abrechnung mit den Mächtigen, wie sie wohl nur zur Zeit der hedonistischen „Movida Madrilena“-Bewegung entstehen konnte. Hoffnungslos überambitioniert, hochgradig seltsam, quietschbunt und immer etwas neben der Spur entwickelt sich hier eine teils quietschbunte, teils surreale Groteske über einen jungen Mann, der ohne Moralvorstellungen zuerst zur Beute, dann zum Jäger wird, um einflussreiche, wie schreckliche Mächtigen die Leviten zu lesen. Dabei gibt es viel Musik, Tanz und nackte Haut, sowie auch jede Menge Momente, wo man sich eigentlich fragen muss, was sich die Macher dabei gedacht haben. Auch die Ausstattung nimmt hier einen großen Schwerpunkt ein und die ist auch immer völlig neben der Spur, wenn sich während eines Konzerts auf einmal eingesperrte Skinheads neben einer Horde Ziegen finden, während die Sängerin sich lasziv zu Klängen bewegt, die ebenfalls so gar nicht zur Szenerie passen. Warum weiß wohl niemand mehr so genau, aber „Poppers“ ist wohl irgendwo zwischen „Querelle“, „Gesetz der Begierde“, „The Most Dangerous Game“ und B-Movie-Softsex einzuordnen, der zwar inhaltlich ordentlich schlingert, aber dabei stets genügend Schauwerte bietet, um nicht zu langweilen. Wie die deutsche Fassung ist, müsste ich noch herausfinden, aber auf Blu-Ray und im Original sieht „Poppers“ sehr gut aus und ist auch ein hübscher, wie auch gelungener Spielfilm-Abschluss der empfehlenswerten „Exorcismo“-Box.