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City Monster - Bob Kelljan (1974)

Verfasst: Mo 29. Dez 2025, 07:45
von jogiwan
City Monster

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Originaltitel: Act of Vengeance

Alternativtitel: Rape Squad

Herstellungsland: USA / 1974

Regie: Bob Kelljan

Darsteller:innen: Jo Ann Harris, Peter Brown, Jennifer Lee, Lisa Moore, Connie Strickland

Story:

Eines Abends wird die junge Linda von einem mit einer Eishockey-Maske maskierten Mann vergewaltigt, der viel über die junge Frau zu wissen scheint. Doch die Tortur ist damit noch nicht zu Ende, als die anschließende Befragung durch die Polizei völlig entwürdigend ist. Als die Polizei die Tat nur halbherzig verfolgt, beschließt Linda mit anderen Betroffenen eine Selbsthilfegruppe zu gründen, die Frauen in ähnlichen Lagen unterstützen soll. Die Resonanz ist groß und tatsächlich schaffen es die Frauen mit gemeinsamer Solidarität gegenüber männlicher Ignoranz zurückzuschlagen. Doch der Vergewaltiger ist immer noch auf freien Fuß und beobachtet den Aktivismus aus der Ferne um im richtigen Moment nochmals zuzuschlagen…

Re: City Monster - Bob Kelljan (1974)

Verfasst: Mo 29. Dez 2025, 07:46
von jogiwan
Ein Film als doch arg ambivalentes Zeitdokument aus dem Jahr 1974 und zu einer Zeit, in der so etwas wie Opferschutz noch nicht großgeschrieben wurde. So erlebt auch Lisa nach ihrer Vergewaltigung ein weiteres Martyrium bei der Polizei und muss erkennen, dass hier eher die Täter, als die Opfer geschützt werden. Nach heutigen Gesichtspunkten ist der Exploitation-Film auch kaum auszuhalten und unter der Regie von Bob Kelljan gibt sich der Streifen zwar progressiv feministisch, schlachtet das Thema aber zu gleichen Teilen doch auch arg plakativ aus. „City Monster“ zeigt zwar den Patriachat den Stinkefinger, bekommt es aber gleichermaßen wieder retour und als feministisches Statement taugt der Film mit seiner „Auge um Auge“-Thematik ebenfalls kaum. Irgendwie schon sehr schräg, wenn man so etwas heutzutage sieht, wo die Gesellschaft zum Glück doch etwas sensibilisierter auf derartige Ereignisse reagiert und betroffene Frauen nicht mehr völlig auf sich allein gestellt sind. In den Siebzigern war das noch anders und inklusive Opfer-Täter-Umkehr bekommt man hier bis zum bitteren Ende teils auch die volle Bandbreite Stammtisch-Sichtweise serviert. Nach aktuellen Gesichtspunkten als Unterhaltungsfilm aus der Exploitation-Ecke kein schöner Film und so ganz mochte ich das während meiner Sichtung auch nicht vergessen, auf der anderen Seite ein solide gemachter Reißer, den man thematisch und inhaltlich in seiner Entstehungszeit belassen sollte.