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Cat Sick Blues - Dave Jackson (2015)

Verfasst: Sa 11. Sep 2021, 10:37
von sergio petroni
CAT SICK BLUES
cat.jpg
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Originaltitel: Cat Sick Blues

Herstellungsland/-jahr: AUS 2015

Regie: Dave Jackson

Darsteller: Matthew C. Vaughan, Shian Denovan, Noah Moon, Rachel Rai, Hwee Hall, Cat Commander,
Danae Swinburne, Meg Spencer, Jeni Bezuidenhout, Andrew Gallacher, James Arnold-Garvey, Rob Alec, ...

Story: Nach dem Tod seiner Katze glaubt Ted, dass er sie wiederbeleben könne, wenn er ihr neun Menschenleben opfert. Also müssen neun Menschen sterben. Mit Katzenmaske, Katzenklauen und einem gewaltigen Fakepenis geht er an sein blutiges Werk.
Dabei lernt er Claire kennen, die nicht nur ebenfalls um den Tod ihrer ermordeten Katze trauert, sondern auch noch vom Katzenkiller vergewaltigt wurde, doch leider wendet sich Claires Leben durch das Aufeinandertreffen nicht zum Besseren.
(quelle: thrillandkill.com)

Re: Cat Sick Blues - Dave Jackson (2015)

Verfasst: Sa 11. Sep 2021, 15:05
von sergio petroni
Irgendwo in Australien. Ein irrer Killer mit Katzenkostüm geht in der Stadt um.
Junge Frauen sind die bevorzugten Opfer.
Und da gibt es noch Claire. Sie verdient ihr Geld damit, daß sie ihre Katze Imelda
durch "lustige" Youtube-Videos vermarktet. Eines Tages wird Claire vergewaltigt
und ihre Katze getötet. Logischerweise sucht Claire die Selbsthilfegruppe für
Leute, die ihre Haustiere verloren haben, auf. Die Vergewaltigung scheint sie
weniger beeindruckt zu haben.
In der Gruppe trifft sie auf Ted, der ebenfalls seine Katze verloren hat.
Was Claire nicht weiß: Ted ist ist der Katzenkostümkiller.....

Ein äußerst schräges Werk, das uns Dave Jackson da in Videooptik präsentiert.
Aber zweifellos ein Werk mit viel Herzblut. Nachdem Jackson zunächst einen Kurzfilm
ähnlichen Inhalts gedreht hatte folgte in zweijähriger Arbeit "Cat Sick Blues",
was ihn an den Rande der Erschöpfung brachte, sowohl finanziell als auch körperlich.
Jacksons Eltern spielen im Film Claires Eltern, obwohl wir erfahren, daß zumindest
seine Mutter mit Horrorfilmen nichts anfangen kann.
Gleich nach den aufschreckenden dissonanten Klängen zu Beginn erleben wir
den Soziopathen Ted (Matthew C. Vaughan) in Aktion. Dabei kann man Vaughan einen
gewissen Mut für seine Rolle nicht absprechen. Er läuft zumeist in einem roten,
enganliegenden Sweathirt herum, daß seinen Bierbauch eher betont denn verdeckt.
Dann versucht er sich an Tanzszenen, obwohl das offenbar nicht zu seinen Stärken zählt.
Insgesamt bringt er dabei eine Darstellung zustande, die seinen derangierten Geist
gut sichtbar macht. Und sei es auch manchmal nur in einem Augenzwinkern oder
einer verzögert gegebenen Antwort.
Teds Gegenpart Claire (Shian Denovan) kann da eher nicht mithalten. Ihr wirkt
irgendwie alles egal, was dazu führt, daß man mit ihrem Schicksal weniger mitfühlt.
Insgesamt eher ein Film auf gehobenem Amateurniveau, der durchaus auch eine FSK18 vertragen hätte.
So schnell landet "Cat Sick Blues" allerdings auch nicht wieder im Player.
5,5/10

Re: Cat Sick Blues - Dave Jackson (2015)

Verfasst: Mo 13. Apr 2026, 07:21
von jogiwan
Haustiere und ihre Besitzer sind oft ein Kapitel für sich und wie bei richtigen Kindern ist das eigene Tier immer das Liebste, Netteste und Bravste, auch wenn sich das für Außenstehende nicht immer erschließt. Katzen und Hunde haben aber nun mal andere Lebenserwartungen als Menschen und irgendwann kommt wohl oder übel auch der Zeitpunkt, wo man von seinem Tier Abschied nehmen muss und doch überraschend sehr viele damit so gar nicht klarkommen. „Cat Sick Blues“ handelt von Menschen, die mit dem Tod des geliebten Tieres gar nicht mehr in die Spur finden und im Falle von Ted sogar dafür sorgt, dass dieser als Killer mit Katzenmaske und Katzenpenisattrappe junge Frauen durch die Gegend meuchelt. Klingt schräg und ist es auch, wenn hier ohne Rücksicht auf Verluste das volle Panoptikum seelischer und menschlicher Abgründe aufgefahren wird. „Cat Sick Blues“ ist dann auch irgendwo zwischen Psychogramm, Splatter und Experimentalhorror, dass auch sicherlich nicht für die breite Horrormasse konzipiert wurde. In jungen Jahren hätte ich diese Radikalität und Mut des Regisseurs vermutlich mehr abgefeiert, als heutzutage und so richtige Begeisterung hat „Cat Sick Blues“ nicht ausgelöst, auch wenn man Herrn Jackson sicher Respekt zollen muss, so ein Werk gegen – vermutlich – viele Widerstände zu realisieren. Herausgekommen ist ein sperriges Werk für aufgeschlossene ZuschauerInnen, dass aber wie auch beim werten Sergio vermutlich nicht nochmal so schnell im Player landen wird.