Her name was Lisa
Her name was Lisa
USA 1979
Regie: Roger Watkins
Samantha Fox, Bobby Astyr, Karen Black, Yolanda Bonrea, Robin Byrd, Barbara Daniels, Vanessa del Rio, Ron Hudd, Rick Iverson, David Pierce, Uranus,
Randy West

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OFDB
Vier Personen stehen vor Lisas Sarg. Vier Personen die um Lisa trauern, aber wer von den vieren meint es ehrlich? Paul? Paul und Lisa lernen sich kennen, als Paul in das billige Bordell kommt wo Lisa anschafft. Er lässt sich von ihrer professionell-schroffen Art nicht abschrecken und lädt sie ein, in sein Studio zu kommen: Paul ist Fotograf und sieht in Lisa viel Schönheit. Lisa lässt sich fotografieren, aber der wichtigste Kunde Pauls ist Stephen Sweet, die zweite Person am Sarg. Hauptberuflich ein Oberarschloch und nebenberuflich reicher Verleger, holt er Lisa aus Pauls Einflusszone, steckt sie mit Reizwäsche angetan in eine Wohnung, und verlangt von ihr, absolut immer vor Ort zu sein, wenn er sie braucht. Da aber auch ein Oberarschloch so seine Abhängigkeiten an andere Arschlöcher hat, vermietet er sie eines Abends an zwei Gangster, die sie übel zurichten. Im Dampfbad am nächsten Tag lernt sie über ihre blauen Flecken Carmen kennen, die dritte Person am Sarg, die sich schon lange in Lisa verliebt hat, und ihr zeigt, wie schön Sex doch sein kann. Lisa verliebt sich auch in Carmen, aber Carmen ist eine erheblich miesere Kanaille als man zuerst denkt. Und die vierte Person am Sarg ist jemand, der sie nur ganz kurz vor ihrem Tod noch gevögelt hat …
Wir lernen Lisa also in einem üblen Bordell kennen. Normalerweise sind die Frauen die hier arbeiten bereits sehr weit unten, aber Lisas Fall beginnt erst hier, und geht direkt bis in die Hölle hinab. Sie erlebt dabei alles, was Männer Frauen antun können, und ahnt dabei nicht einmal wie abgefeimt Frauen sein können. In dieser Geschichte, vollgestopft mit Gewalt und Sex (und oft genug beidem in Kombination) verfolgen wir Lisas Weg in den Abgrund hautnah, und immer wieder denken wir, dass sie jetzt endlich Halt und Liebe findet, und dabei wissen wir von Anfang an, dass am Ende der Geschichte der Tod steht.
Nein, die Story ist nicht schön anzuschauen. Lisa wird übel zugesetzt, und es wird im Lauf der Zeit immer übler, immer härter, und immer schmuddeliger. Dabei greift Regisseur Roger Watkins zu dem Kunstgriff, Teile der Story über die Musik zu kommentieren. Wenn am Anfang die Fotomodelle zum Rhythmus der klickenden Kamera emotionslos und wie automatisch posieren, ertönt im Hintergrund
Wir sind die Roboter von Kraftwerk. Und der letzte Akt, mit dem Mann, seiner Frau und jeder Menge harter Drogen im Blut, verstört den Zuschauer mit Led Zeppelins
Dazed and confused nachhaltig – Ich habe noch nie eine so erotisch aufgeladene Szene so düster und abtörnend zugleich gesehen. Die Musik erzählt uns von Lisas geistigem Zustand, und der Sex rauscht vorbei und fühlt sich fremd an. Bei Lisa genauso wie beim Betrachter. Eine sehr nachdrückliche Szene, die in ihrer Ambivalenz zwischen Geilheit und endgültigem Absturz eine tiefe Wirkung hat.
HER NAME WAS LISA ist kein Lustig-70er-Jahre-alle haben Spaß-Porno aus einer filmischen Parallelwelt, sondern vielmehr eine äußerst unangenehm bebilderte Reise in die dunklen Herzen der Städte, wo Frauen als Handelsware und Fickobjekt angesehen werden. Damals genauso wie heute. Was den Film nicht schön macht, aber durchaus sehenswert, allein schon wegen der gelungenen Rache Lisas und Carmens an Stephen Sweet für die Vergewaltigung …
6/10