BR
Im Kino leider verpasst, dabei bin ich ja (und nicht ganz allein im Haus) ein großer Freund des Monsterfilms.
HIer: Tierhorror, Abteilung Alligatoren, nicht monstermäßig aufgepuscht, nur durch die Verbindung mit dem Hurricane wirds halt übel.
Wir haben hier aber kein Partyfilm ala Sharknado (dann hiesse der auch Alligacane oder so), der Titel weißt schon darauf hin: Der Crawl ist bei amerikanischen häufig vorkommende Raum zwischen Fußboden und Erdboden, halt nur kriechend zu erreichen, voller Rohre, Kabel und Ratten. (siehe auch Beginn The Visite).
Und wir haben hier Aja, es geht also todernst zu und es gibt eine psychologische Eben. Die menschliche Geschichte ist eben diese: Vater-Tochter-Probleme, er trainiert sie zu einer Auswahlschwimmerin mit ordentlich Druch und in späteren Zusammenhang eines doffen Spruchs, sie entfernt sich von ihm, und zweifelt an sich selbst. Nun sind die beiden gefangen, erst und lange in einem sich immer mehr überfluteten hüfthohen Kelleraum, beide mehr oder weniger angeschlagen, zusammen mit zwei großen Alligatoren. Mißlich. Klar gibt es auch eine Schwester und eine Frau/Mutter, die sind aber nur Referenzfiguren.
Wasser steigt, die beiden müssen gleichzeitig ihre Probleme klären, sie kommen immer höher ins Haus (wobei sie, Obacht, Freud!, den Dachboden überspringt um aufs Dach zu kommen). Das Wasser und mit ihnen die Alligatoren auch.
Spannung, blutig, mit Ernst Schwung und rechten Mass an Jump Scares gefilmt. Die Enge, das Kammerspielhafte kommt sehr gut rüber. Im Kino hätte es mich noch mehr weggeblasen, so finde ich es einen guten Tierhorrorfilm. Meiner Mitbeobachterin war es ein bißchen zu wenig Monster, und die Bezüge zur Schwimmkarriere wurden zu sehr ausgewalzt, das kann ich sogar nachvollziehen, da es dann relativ zu simpel angelegt wurde.
Achja, die beiden Darsteller*innen tragen das natürlich, und sind beide sehr gut.
Die Specials und sogar das Making of sind ausnahmsweise bei neuen Filmen auch interessant.
PS zu meinen Vorkommentatoren
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das wirklich alle, inklusive Hund überleben, hat mich tatsächlich überrascht, Vaters Märtyrer Tod ob seiner Lebenssinnlosigkeit wäre einfach gewesen. Und beim Hund denkt man doch die ganze Zeit, das sein Tod die Wut bei ihr überkommen läßt. Insofern überraschend.
und ich denke, dass der Tierhorror inzwischen ein albernes Image durch die Shark- und -opus - Filme bekomen haben. Komischerweise durch den ansonsten ja eher knallernsten Aja durch Piranha 99 oder so. Dieser komt ernst und straight daher, was Tierhorrorfreunde wie ich schon mal günstig stimmt.