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Darsteller: Meat Loaf, Kaki Hunter, Art Carney, Gailard Sartain, Alice Cooper
Story:
Der grobschlächtige, draufgängerische und handwerklich begabte Travis Redfish arbeitet eigentlich als LKW-Fahrer bzw. am Recycling-Hof seines exzentrischen Vaters und seiner Schwester und ist nie um eine Idee verlegen, wenn es darum geht Dinge zu reparieren und wieder in Gang zu bringen. Mit seinen Fähigkeiten ist er daher auch der ideale Roadie und als er eines Tages mitten in der Wüste einen Rock-Promoter samt Groupie und Wagen-Panne findet, wird er nachdem er dessen Wegen repariert hat vom Fleck weg engagiert. Obwohl Redfish keine Ahnung und eigentlich auch kein Interesse am Rock-Zirkus hat, wird er innerhalb weniger Tage zum unersetzbaren Mitglied der Truppe, der auch keiner technischen, bürokratischen oder menschlichen Herausforderung zurückschreckt.
„Bands make it rock, but roadies make it roll…“ In den Achtzigern stellte man sich das Rockerleben ja noch ziemlich aufregend vor und auch als Roadie kam man wohl zwischen kollektiven Koksen, Rudelbumsen, Saufereien und Kneipen-Schlägereien wohl kaum dazu, noch die Arbeit zu machen, für die man eigentlich bezahlt wird. In dem Rock-Märchen „Roadie“ geht es dann auch um den dicken, naiven, aber eigentlich herzensguten Travis Redfish, der mit seiner Gabe alles zum Laufen zu bringen, auch zum Star der Roadie-Szene wird und nebenher auch noch sein Herz an den Groupie Lola verliert, die ihrerseits aber nur Augen für Alice Cooper hat. Die episodenhafte Geschichte des überdrehten Films ist zwar nichts für Genre- oder Logik-Puristen, bietet aber viel Platz für Action, Fun und musikalischen Gastauftritte von Blondie, über Roy Orbision bis hin zu Alice Cooper, der hier mit und ohne Bühnen-Make-Up zu sehen ist. Alles hübsch überdreht und immer etwas rüpelhaft bleibt hier auch kein Stein auf dem anderen und bei genauerer Betrachtung ist „Roadie“ auch gar nicht mal so harmlos, sodass man sich angesichts des Inhalts über die deutsche FSK-6-Freigabe doch eher wundern kann. Meat Loaf ist vielleicht kein Parade-Darsteller, aber in meinen Augen ein sympathischer und wohl auch sehr trinkfester Zeitgenosse, der hier auch ordentlich Gas gibt und den Bühnenarbeitern im Hintergrund ein Denkmal geschenkt hat, auf dass man ähm… sagen wir mal so… mit ein paar Einschränkungen durchaus stolz sein kann. Die Musik kommt ebenfalls nicht zu kurz und am Ende läuft dann erwartungsgemäß dann alles völlig aus dem Ruder, sodass der Zuschauer hübsch geplättet zurückbleibt. Sicherlich kein cineastisches Highlight und auch nix für Feingeister, aber eine spaßige, augenzwinkernde und stets überzeichnete Mischung aus Musikfilm, Midnight- und Road-Movie, der eine Zeit und einen Lebensstil beschwört, den es wohl so auch nicht mehr gibt.