Ready Player One - Steven Spielberg (2018)

Moderator: jogiwan

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Ready Player One - Steven Spielberg (2018)

Beitrag von jogiwan »

Ready Player One

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Originaltitel: Ready Player One

Herstellungsland: USA / 2018

Regie: Steven Spielberg

Darsteller: Hannah John-Kamen, Ben Mendelsohn, Mark Rylance, Mckenna Grace, Olivia Cooke

Story:

[folgt]
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Re: Ready Player One - Steven Spielberg (2018)

Beitrag von buxtebrawler »

Erscheint voraussichtlich am 06.09.2018 bei Warner Home in verschiedensten Ausführungen:

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Ultra-HD-Blu-ray im Steelbook

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Ultra-HD-Blu-ray in Amaray

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3D-Blu-ray im Steelbook

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3D-Blu-ray in Amaray

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Blu-ray in Amaray

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DVD in Amaray
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Re: Ready Player One - Steven Spielberg (2018)

Beitrag von buxtebrawler »

„Zieht das Leben dich runter?“

Nach „Die Verlegerin“ verfilmte US-Blockbuster-Regisseur Steven Spielberg („E.T. – Der Außerirdische“) Ernest Clines dystopischen Science-Fiction-Roman „Ready Player One“, der voller popkultureller Referenzen steckt und zum Bestseller avancierte. Cline hat zusammen mit Zak Penn seinen eigenen Roman zum Drehbuch für Spielbergs mit 140 Minuten überlange Verfilmung adaptiert, die im Jahre 2018 als 3D-Film in die Kinos kam und sich in einigen Punkten recht stark von der literarischen Vorlage unterscheidet.

„Scheiße, das ist Chucky!“

Im Jahre 2045 hat die Menschheit es geschafft, ihre irdische Heimat derart zu zerstören und soziale Zerwürfnisse zu produzieren, dass die Menschen größtenteils in eine virtuelle Online-Alternative zur Realität fliehen, in ein Netzwerk namens OASIS. Man gibt sich Pseudonyme und Avatare und verbringt dort seine Freizeit, entwickelt Freund- und Feindschaften und erlebt Abenteuer. Erschaffen wurde OASIS vom vor fünf Jahren verstorbenen Nerd James Halliday (Mark Rylance, „Intimacy“), der ein Easter Egg implementierte: Wem es gelingt, drei virtuelle Schlüssel zu finden, erbt OASIS. Dessen Nutzerinnen und Nutzer verbünden sich zu Clans oder suchen auf eigene Faust nach jenen verheißungsvollen Items. Einer von ihnen ist der in einem Trailerpark in Columbus, Ohio lebende Waisenjunge Wade Watts (Tye Sheridan, „Scouts vs. Zombies – Handbuch zur Zombie-Apokalypse“), der sich in OASIS Parzival nennt, und mit seinen Freunden Art3mis (Olivia Cooke, „Vollblüter“) und Aech (Lena Waithe, „Master of None“) OASIS erkundet. Als es Wade tatsächlich gelingt, des ersten Schlüssels habhaft zu werden, schreckt er große Teile des Netzwerks auf, unter anderem die finstere Organisation IOI um den skrupellosen Nolan Sorrento (Ben Mendelsohn, „Das Jahr meiner ersten Liebe“), die aus unlauterem Interesse nach der Macht über die virtuelle Realität strebt. Und IOI ist durchaus bereit, kurzen Prozess mit ihrer Konkurrenz zu machen – nicht nur virtuell…

„Jeder, der gewinnt, verliert...“

Ich habe Clines 2011 erschienenes Buch nie gelesen, aber es scheint im Literatursegment zu den herausregenden Vertretern der Retrowelle zu gehören, zugleich aber weit mehr als das, nämlich eine dystopische Warnung vor einer alles andere als weit entfernt scheinenden Zukunft zu sein. Als Kinofilm sei letzteres etwas abgeschwächt worden, heißt es, der Film sei auch weit weniger düster als der Roman, das Protagonisten-Figurenensemble sei anders und die Handlung weiche mal mehr, mal weniger ab. Nun gut.

„Die Realität ist das Einzige, was real ist.“

Wir finden eine Postapokalypse light vor, light im Sinne einer (noch) nicht beinahe ausgerotteten Menschheit, auch wenn vieles andere längst komplett im Dutt ist. Wade alias Parzival erläutert zu Beginn die Hintergründe aus dem Off. So viel zur filmischen Realität. OASIS hingegen steht für den totalen Eskapismus, die Fluchtmöglichkeit aus der realen Welt. Und in dieser spielt der Film hauptsächlich. Durch den CGI-Einsatz in der Kino-Neuzeit sahen Filme immer mehr aus wie Videospiele; „Ready Player One“ ist quasi die Endstufe dieses Phänomens, ernennt es gar zu seiner Prämisse. Und das macht es tatsächlich leichter, es zu akzeptieren. Eine nicht ungefähre Rolle spielt dabei sicherlich auch, dass der Film dabei wahrlich fantastisch aussieht. Was Zuckerberg mit seinem Metaverse vorschwebt, ist im Jahre 2045 Normalität geworden, de facto auch eine Art Allmacht böser, skrupelloser Techkonzerne, die sich eben nur noch nicht OASIS, dessen Entwickler leicht komödiantisch karikiert wird, einverleiben konnten. Doch auch nerd’sche Allmachtsfantasien verarbeitet der Film, zumal es bei der Suche nach dem Easter Egg ja nun auch nicht darum geht, OASIS zu vergesellschaftlichen.

Auch der Handlung geht es um etwas anderes. Da wäre zum einen die Avatar-Romanze, eine zunächst rein virtuelle Liebelei, die wie so vieles in diesem Film handfester werden wird – denn auch die Gefahr verlagert sich aufgrund von zu hoher Datenfreigiebigkeit vom Netz in die Realität –, zum anderen ein popkultureller Referenzen- und Zitate-Overkill, der damit begründet und gerechtfertigt wird, dass sich durch die Auseinandersetzung mit Hallidays Interessen und Sozialisation die Schlüssel finden lassen, der durch Spielbergs Regie gar eine selbstreferenzielle Ebene erhält und der nicht zuletzt als von der Handlung losgelöst funktionierender Nostalgie-Trip durch vor allem Kino und Videospiele von den 1970ern bis in die 1990er-Jahre und in Teilen sogar darüber hinaus funktioniert – womit dieser Film auch gut zum ‘80er-Rollback-Trend passte.

Das Besondere aber: „Ready Player One“ funktioniert auch umgekehrt, also losgelöst von aller Nostalgie, theoretisch selbst wenn man (wie vielleicht der/die eine oder andere ganz junge Zuschauer/in) keine einzige Referenz erkennt und keines der Zitate zuordnen kann. Das spricht für den Stoff und für Spielbergs Regie, wenngleich diese einmal mehr nicht frei von Kitsch und Pathos ist. Ähnlich wie man in einem Adventure-Spiel nicht alle Anspielungen wahrnehmen oder begreifen muss, fesselt „Ready Player One“ über seine volle Laufzeit, macht Spaß und hält mit Überraschungen – beispielsweise jener angenehm progressiven Idee, dass sich Wades Online-Kumpel Aech im wahren Leben als Mädchen entpuppt – bei der Stange. Seine Kritik an der in dieser nahen Zukunft weitestgehend abgeschlossenen Entwicklung wechselt zwischen Plakativität und Subtext. Vieles ist eindeutig zu sehen und somit klar; wie genau es dazu kommen konnte und welche antidemokratischen und wenig humanistischen Verwerfungen damit einhergingen, findet sich angesichts all des Spektakels eher zwischen den Zeilen, bildet aber zugleich das Fundament des Films.

Diese Gewichtung zugunsten eines knallbunten Science-Fiction-Abenteuer mit all seinen Schauwerten mag nicht jedem schmecken, zählt aber zum Konzept dieses Films. Eine zugleich futuristische und nostalgische Blockbuster-Dystopie eben, die Vergangenes hegt und pflegt und (leider vergebens) davor warnt, falsch abzubiegen, ohne die virtuellen Verlockungen kleinzureden. Alle popkulturellen Bezüge aufzulisten, würde den Rahmen sprengen, daher hier nur jene, die mir besonders positiv aufgefallen sind: „Zemeckis‘ Zauberwürfel“, der die Zeit um 60 Sekunden zurückdreht, eine ganze „Shining“-Zitatesequenz sowie die Erwähnung das Paradoxons, dass Stephen King Kubricks Verfilmung nicht leiden kann, die Vermittlung von Wissen zur Atari-2600-Spielkonsole, eine schöne Anspielung auf die absurde Comicregel, dass niemand Superman erkennt, wenn er sich eine Brille aufsetzt und einen Anzug anzieht, eine an „Tron“ erinnernde Szene und nicht zuletzt die Ehrerbietung an „Adventure“-Programmierer Warren Robinett, der das erste Easter Egg in einem Videospiel versteckte. Schade nur, dass „Masters of the Universe“ überhaupt nicht vorkommen.

Das Ende ist ziemlich dick aufgetragen, Spielberg eben, und insgesamt wäre etwas weniger vielleicht mehr gewesen, denn in dieser Form rauscht doch vieles an einem vorbei. Dennoch finden sich ruhige, emotionale Momente und durchaus auch Tiefgang in „Ready Player One“, sodass der positive Eindruck bei Weitem überwiegt.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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Re: Ready Player One - Steven Spielberg (2018)

Beitrag von Blap »

buxtebrawler hat geschrieben: Di 14. Apr 2026, 12:14 Das Ende ist ziemlich dick aufgetragen, Spielberg eben, und insgesamt wäre etwas weniger vielleicht mehr gewesen, denn in dieser Form rauscht doch vieles an einem vorbei. Dennoch finden sich ruhige, emotionale Momente und durchaus auch Tiefgang in „Ready Player One“, sodass der positive Eindruck bei Weitem überwiegt.
Unterschreibe ich. Sicher kein Werk aus der Spitzengruppe seines Schaffens, aber für einen kurzweiligen Nachmittag recht gut geeignet.
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buxtebrawler
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Re: Ready Player One - Steven Spielberg (2018)

Beitrag von buxtebrawler »

Blap hat geschrieben: Di 14. Apr 2026, 12:58 Unterschreibe ich. Sicher kein Werk aus der Spitzengruppe seines Schaffens, aber für einen kurzweiligen Nachmittag recht gut geeignet.
Hast du den seinerzeit im Kino gesehen? Wenn ja, bot die 3D-Technik einen Mehrwert?
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Blap
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Re: Ready Player One - Steven Spielberg (2018)

Beitrag von Blap »

Nein, nur via Blu-ray geschaut. Ohne 3D, da ich meine Augen nicht damit quälen wollte.
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Maulwurf
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Re: Ready Player One - Steven Spielberg (2018)

Beitrag von Maulwurf »

Mir macht die Besprechung eher Appetit auf das Buch. Vielen Dank für den Tipp!
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