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Last House on Dead End Street - Roger Michael Watkins (1977)

Verfasst: Sa 8. Apr 2017, 09:05
von jogiwan
Last House on Dead End Street

Bild

Originaltitel: Last House on Dead End Street

Herstellungsland: USA / 1977

Regie: Roger Michael Watkins

Darsteller: Roger Michael Watkins, Ken Fisher, Bill Schlageter, Kathy Curtin

Story:

Nach einem Jahr Gefängnis wegen Drogenbesitz kommt der junge Terry wieder in Freiheit auf die Idee, gemeinsam mit ein paar Kumpels und zwei Freundinnen einen Film zu drehen. Da kein Budget vorhanden ist und auch billig produzierte Pornos niemanden mehr interessieren, beginnt der völlig durchgeknallte Terry mit einem sogenannten Snuff-Movie, die seiner Meinung nach mehr im Trend liegen und bei deren Produktion er auch gleich seinen Hass auf Gott und die Welt auf Zelluloid festhalten kann. Gemeinsam mit seinen nicht minder gewaltbereiten Freunden entführt zwei schmierige Produzenten und eine umtriebige Frau und beginnt diese in einem leer stehenden Haus vor laufender Kamera und unter manischem Gelächter zu quälen und zu ermorden…

Re: Last House on Dead End Street - Roger Michael Watkins (1977)

Verfasst: Sa 8. Apr 2017, 09:06
von jogiwan
„Last House on Dead End Street“ ist schon ein sehr obskurer Streifen, den man auch nicht nach herkömmlichen Kriterien bewerten kann und Roger Michael Watkins wollte wohl als junger Filmemacher seine Version des ultimativen Terrorfilms drehen. Das ist ihm auch irgendwie gelungen und der Streifen konfrontiert den Zuschauer nicht nur mit sehr niedrigen Produktionsstandards und nervenraubender Soundkulisse, sondern auch einer sehr herben Gewaltorgie im Finale, die vieles vorweg nimmt, was danach in dem unrühmlichen Segment noch so alles kommen sollte. Dabei muss man dem offensichtlich einem Pornoumfeld entstammenden Watkins aber neidlos zugestehen, dass „Last House on Dead End Street“ seine Wirkung auch nicht verfehlt und der Regisseur nutzt seine Limitierungen auch ganz gut, um den Zuschauer zusätzlich zu verstören. Er rückt seine Figuren in Richtung Charles Manson, ließ alle Darsteller unter Pseudonymen agierten und kreierte anschließend auch noch den notwendigen Mythos um den Streifen um ihn noch authentischer Wirken zu lassen. Eigentlich nicht auszudenken, wenn uns Watkins den Inhalt seines Streifen auch noch als sogenannten „Roughie“ zugemutet und die möglicherweise existierende Fassung mit HC-Einlagen veröffentlicht hätte. „Last House on Dead End Street“ ist auch wahrlich kein Kandidat für die Kategorie „Lieblingsfilm“, aber ein doch ungemein effektiver Downer, der auch knapp 40 Jahre nach seiner Entstehung noch immer mühelos zu sehr extremen Zuschauerreaktionen führen kann.

Re: Last House on Dead End Street - Roger Michael Watkins (1977)

Verfasst: So 9. Apr 2017, 09:58
von sergio petroni
Ach, den gab es hier noch gar nicht.
Hab den bislang zweimal gesehen.
Der ist schräg-interessant und wird auch ein drittes Mal im Player landen, irgendwann....

Re: Last House on Dead End Street - Roger Michael Watkins (1977)

Verfasst: So 9. Apr 2017, 17:15
von jogiwan
sergio petroni hat geschrieben:Ach, den gab es hier noch gar nicht.
Hab den bislang zweimal gesehen.
Der ist schräg-interessant und wird auch ein drittes Mal im Player landen, irgendwann....
Ich hab den ja vor ca. 15 Jahren das erste Mal gesehen und mochte den damals überhaupt nicht. Mittlerweile muss ich neidlos zugestehen, dass "Last House on Dead End Street" doch ein ungemein fieses Filmchen ist. Hier bekommt der sensationslüsterne Zuschauer auch was er verdient! ;)
wikipedia.de hat geschrieben: Ursprünglich sollte der Film bereits 1972 veröffentlicht werden, doch eine der Darstellerinnen drohte Watkins zu verklagen, da er verschiedene Hardcore-Pornoszenen von ihr im Film verwendete. Der Film erschien erst 1979 in einer alternativen Fassung. Es soll ein 175-minütiger Rohschnitt existieren. Alle Mitwirkende trugen Pseudonyme, was zur Legendenbildung beitrug, dass einige der Szenen echt seien.
Die Schnittfassung würde mich ja schon interessieren, die geht dann ja wohl wirklich in Richtung Roughie... :angst:

Re: Last House on Dead End Street - Roger Michael Watkins (1977)

Verfasst: So 9. Apr 2017, 17:35
von sergio petroni
jogiwan hat geschrieben: Die Schnittfassung würde mich ja schon interessieren, die geht dann ja wohl wirklich in Richtung Roughie... :angst:
Würde mich natürlich auch ungemein interessieren.
Hmmhh, geht man nach den Kommentaren bei imdb.com handelt es sich ja um ein echtes, aber verkanntes Meisterwerk.
Wobei die Zweitsichtung bei mir auch einen wesentlich besseren Eindruck hinterlassen hat.

Re: Last House on Dead End Street - Roger Michael Watkins (1977)

Verfasst: Mo 10. Apr 2017, 18:43
von sergio petroni
Hier ein Interview mit dem Regisseur Roger Watkins aus rockshockpop.com,
und zwar ein seeeeehr langes....
► Text zeigen

Re: Last House on Dead End Street - Roger Michael Watkins (1977)

Verfasst: Di 10. Nov 2020, 06:37
von jogiwan
jogiwan hat geschrieben: Sa 8. Apr 2017, 09:06 „Last House on Dead End Street“ ist schon ein sehr obskurer Streifen, den man auch nicht nach herkömmlichen Kriterien bewerten kann und Roger Michael Watkins wollte wohl als junger Filmemacher seine Version des ultimativen Terrorfilms drehen. Das ist ihm auch irgendwie gelungen und der Streifen konfrontiert den Zuschauer nicht nur mit sehr niedrigen Produktionsstandards und nervenraubender Soundkulisse, sondern auch einer sehr herben Gewaltorgie im Finale, die vieles vorweg nimmt, was danach in dem unrühmlichen Segment noch so alles kommen sollte. Dabei muss man dem offensichtlich einem Pornoumfeld entstammenden Watkins aber neidlos zugestehen, dass „Last House on Dead End Street“ seine Wirkung auch nicht verfehlt und der Regisseur nutzt seine Limitierungen auch ganz gut, um den Zuschauer zusätzlich zu verstören. Er rückt seine Figuren in Richtung Charles Manson, ließ alle Darsteller unter Pseudonymen agierten und kreierte anschließend auch noch den notwendigen Mythos um den Streifen um ihn noch authentischer Wirken zu lassen. Eigentlich nicht auszudenken, wenn uns Watkins den Inhalt seines Streifen auch noch als sogenannten „Roughie“ zugemutet und die möglicherweise existierende Fassung mit HC-Einlagen veröffentlicht hätte. „Last House on Dead End Street“ ist auch wahrlich kein Kandidat für die Kategorie „Lieblingsfilm“, aber ein doch ungemein effektiver Downer, der auch knapp 40 Jahre nach seiner Entstehung noch immer mühelos zu sehr extremen Zuschauerreaktionen führen kann.
Gestern als Easter-Egg auf der "Corruption"-Blu-Ray von Vinegar Syndrome geguckt und ja, das ist schon ein sehr herber Film, der einem irgendwie bedrückt zurück lässt.

Re: Last House on Dead End Street - Roger Michael Watkins (1977)

Verfasst: Mi 11. Nov 2020, 20:49
von sergio petroni
jogiwan hat geschrieben: Di 10. Nov 2020, 06:37
jogiwan hat geschrieben: Sa 8. Apr 2017, 09:06 „Last House on Dead End Street“ ist schon ein sehr obskurer Streifen, den man auch nicht nach herkömmlichen Kriterien bewerten kann und Roger Michael Watkins wollte wohl als junger Filmemacher seine Version des ultimativen Terrorfilms drehen. Das ist ihm auch irgendwie gelungen und der Streifen konfrontiert den Zuschauer nicht nur mit sehr niedrigen Produktionsstandards und nervenraubender Soundkulisse, sondern auch einer sehr herben Gewaltorgie im Finale, die vieles vorweg nimmt, was danach in dem unrühmlichen Segment noch so alles kommen sollte. Dabei muss man dem offensichtlich einem Pornoumfeld entstammenden Watkins aber neidlos zugestehen, dass „Last House on Dead End Street“ seine Wirkung auch nicht verfehlt und der Regisseur nutzt seine Limitierungen auch ganz gut, um den Zuschauer zusätzlich zu verstören. Er rückt seine Figuren in Richtung Charles Manson, ließ alle Darsteller unter Pseudonymen agierten und kreierte anschließend auch noch den notwendigen Mythos um den Streifen um ihn noch authentischer Wirken zu lassen. Eigentlich nicht auszudenken, wenn uns Watkins den Inhalt seines Streifen auch noch als sogenannten „Roughie“ zugemutet und die möglicherweise existierende Fassung mit HC-Einlagen veröffentlicht hätte. „Last House on Dead End Street“ ist auch wahrlich kein Kandidat für die Kategorie „Lieblingsfilm“, aber ein doch ungemein effektiver Downer, der auch knapp 40 Jahre nach seiner Entstehung noch immer mühelos zu sehr extremen Zuschauerreaktionen führen kann.
Gestern als Easter-Egg auf der "Corruption"-Blu-Ray von Vinegar Syndrome geguckt und ja, das ist schon ein sehr herber Film, der einem irgendwie bedrückt zurück lässt.
Interessant!
Aber da braucht man ja wohl eine Bedienungsanleitung um das Easter-Egg angucken zu können.
Vinegar scheint ja an einer Restaurierung von „Last House...“ zu arbeiten! :thup: