Fantomas gegen Interpol - André Hunebelle (1965)

Moderator: jogiwan

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CamperVan.Helsing
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Fantomas gegen Interpol - André Hunebelle (1965)

Beitrag von CamperVan.Helsing »

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F/I 1965

D: Jean Marais, Louis de Funès, Mylène Demongeot

Wieder versucht Kommissar Juve dem Verbrechergenie Fantomas das Handwerk zu legen. Noch immer ist Fantomas, der wahnwitzige Meister der Verwandlung, auf freiem Fuß und plant rücksichtslos, die alleinige Weltherrschaft an sich zu reißen. Dabei hat er es auf die besten Wissenschaftler der Welt abgesehen, die für ihn eine gigantische Strahlenkanone entwickeln sollen, um die komplette Menschheit in seine willenlosen Sklaven zu verwandeln. Auch der brilliante Professor Marchand soll ihm zu Diensten sein und entführt werden. Dich die gewieften Fantomas-Jäger Kommissar Juve, der Journalist Fandor und die Fotografin Helene sehen dem kriminellen Treiben nicht tatenlos zu und versuchen unter Einsatz aller Mittel seinen größenwahnsinnigen Plan zu vereiteln.
Als der Journalist Fandor jedoch ohne Juves Wissen die Gestalt des Professors annimmt um Fantomas zu überführen, gerät dieser selbst in höchste Lebensgefahr... (Backcover)

Auch Teil 2 ist erneut sehr vergnüglich geraten, auch wenn beim ersten Anschauen ein Schock auf den deutschen Zuschauermichel wartet: Gert Martienzen cruiste vermutlich gerade gemütlich durch den Südpazifik, weshalb LdF mit fremder Zunge synchronisiert wurde. Aber wenn gewöhnt sich rasch an den fremden Sprecher.

Natürlich gibt es auch hier wieder wunderbare Momente: Juves Trick mit der dritten Hand, Juve landet in bella italia in der Klapse, der multipel vorhandene Professor Lefèvre, Fantomas Wunsch, sich mit Hélène zu vermählen (wer könnte ihm das verdenken?), und schließlich, wie Fantomas am Ende mit der Göttin entschwebt. C'est magnifique.
My conscience is clear

(Fred Olen Ray)
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jogiwan
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Re: Fantomas gegen Interpol - André Hunebelle (1965)

Beitrag von jogiwan »

Wie schon sein Vorgänger ist auch „Fantomas gegen Interpol“ eine flott erzählter Streifen über einen resoluten Journalisten in James-Bond-Manier, der durch die Figur des Louis de Funés eine sehr parodistische Note erlangt. Die Geschichte über entführte Wissenschaftler, mit der Superschurke Fantomas die Weltherrschaft erlangen will, ist sehr episodenhaft erzählt und die witzigen und die weniger witzigen Momenten halten sich wieder ziemlich die Waage. Mein Problem mit der Fantomas-Reihe ist wohl, dass sich die Filme nicht so richtig entscheiden können, ob sie jetzt eher lustig, Action-lastig oder spannend sein möchte und sich Parodie und Ernsthaftigkeit auch gegenseitig im Weg stehen. Am Ende ist das Ergebnis auch unausgegoren und überzeugt eher auf der Nostalgie-Ebene und manch kruder Idee, wie die Sache mit der dritten Hand, nett antiquierten Special-Effects oder manch anderem Gimmik ähm… Gadget! Andere Dinge wie die Verwechslungssache mit dem Professor werden hingegen spaßig aufgebaut, aber dann irgendwie völlig schlecht aufgelöst. Sicherlich machen die Filme auch durchaus Laune, aber so richtig hat auch Teil 2 nicht bei mir gezündet.
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buxtebrawler
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Re: Fantomas gegen Interpol - André Hunebelle (1965)

Beitrag von buxtebrawler »

Erscheint voraussichtlich am 17.04.2020 bei Soulfood noch einmal auf DVD:

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Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.
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Maulwurf
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Re: Fantomas gegen Interpol - André Hunebelle (1965)

Beitrag von Maulwurf »

 
Fantomas gegen Interpol
Fantômas se déchaîne / Fantomas minaccia il mondo
Frankreich / Italien 1965
Regie: André Hunebelle
Jean Marais, Louis de Funès, Mylène Demongeot, Jacques Dynam, Robert Dalban, Albert Dagnant, Christian Toma, Michel Duplaix, Olivier De Funès, Florence Blot, Robert Le Béal, Pietro Tordi, Henri Attal, Dominique Zardi, Jacques Marin, Max Montavon, Jean Michaud


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Das Verbrechergenie Fantomas lässt Wissenschaftler kidnappen, um sich von ihnen eine Superwaffe bauen zu lassen, mit der er die Welt beherrschen kann. Doch er hat nicht mit dem Instinkt des Reporters Fandor gerechnet, und vor allem nicht mit der Hartnäckigkeit Inspektors Juve, Fantomas endlich den Garaus zu machen.

Vor einiger Zeit habe ich Regisseur André Hunebelle die Fähigkeit abgesprochen, ein guter Regisseur gewesen zu sein. FANTOMAS GEGEN INTERPOL bestätigt einmal mehr meine Meinung, dass der Mann auf dem Regiestuhl eine glatte Fehlbesetzung war. Der Film ist eine Nummernrevue ohne saubere Anschlüsse, voller leicht zu vermeidender Fehler, und mit einem etwas seltsamen Timing. Dass der Flick trotzdem erstklassig funktioniert ist einzig und allein Louis de Funès zu verdanken. Und vielleicht dem aufregenden Kleid von Mylène Demongeot. Dem sicher, aber de Funès dreht hier so richtig auf. 1964 war sein Jahr – Fünf Filme dreht er in diesem Jahr, und drei davon wurden riesige Erfolge. DER GENDARM VON ST. TROPEZ, FANTOMAS und SCHARFE SACHEN FÜR MONSIEUR (a.k.a. LOUIS DAS SCHLITZOHR) brachten ihm den lang ersehnten Durchbruch und gleichzeitig die Bestätigung für seine Art Komik. Damit konnte er in seinen Filmen endlich so Gas geben wie er wollte, und FANTOMAS GEGEN INTERPOL lässt ihm da freie Hand. De Funès grimassiert lacht wütet zürnt rast wie ein Berserker, und das Publikum fällt vor Lachen vom Stuhl. Genau so und nicht anders wollen wir den kleinen Giftzwerg sehen, und André Hunebelle war immerhin so klug, den neuen Star des französischen Kinos einfach mal machen zu lassen!

Die Handlung des Films? Ist zu vernachlässigen. Die Schauplätze? Flickwerk, weder Rom noch Paris kommen so richtig zur Geltung. Die Nebendarsteller? Jean Marais ist gleich in drei Rollen zu sehen, und der geniale Höhepunkt kommt, wenn er als Journalist, der sich als Professor verkleidet, als Fantomas mit der gleichen Maske, und als echter Professor in derselben Szene auftritt. Ein großartiger Schauspieler und Komödiant, der hier hinter de Funès zurücktreten muss, und letzten Endes sogar dem Kleid Mylène Demongeots Zoll zahlt. Dieses Kleid, dass die Demongeot bei einem Maskenball anhat, ist trotz seiner Biederkeit ein Versprechen auf heißen und feuchten Sex. Die Demongeot bleibt in diesem Film blass, ihr Kleid nicht.

Und wegen de Funès funktioniert FANTOMAS GEGEN INTERPOL auch heute noch und kann auch heute noch begeistern. Wegen des herausragenden Slapsticks. Und wegen de Funès‘ Komik. Schade, dass er in der deutschen Synchro nicht von seinem (westdeutschen) Stammsprecher Gerd Martienzen sondern von Anton Reimer gesprochen wird, der oft einmal klingt wie ein größenwahnsinniger Feldherr. Aber der überragenden Komik kann das nichts anhaben …

7/10
Der Sieg des Kapitalismus ist die endgültige Niederlage des Lebens.
(Bert Rebhandl)
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