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Bekenntnisse eines Opiumsüchtigen - Albert Zugsmith (1962)

Verfasst: Sa 30. Jul 2016, 09:53
von jogiwan
Bekenntnisse eines Opiumsüchtigen

Bild

Originaltitel: Confessions of an Opium Eater

Herstellungsland: USA / 1962

Regie: Albert Zugsmith

Darsteller: Vincent Price, Linda Ho, Richard Loo, June Kyoto Lu, Philip Ahn

Story:

Gilbert De Quincey ist ein Abenteuer und Draufgängern, der eines Tages im Chinatown von San Francisco durch den Tod eines Journalisten einer Bande von garstigen Menschenhändlern auf die Spur kommt, die junge Frauen von China in die USA verschleppt um diese dort gewinnbringend an asiatische Geschäftsmänner zu verschachern. Als sich der gebildete Gilbert näher für diese Machenschaften interessiert, sticht er jedoch in ein Wespennest und hat bald eine Horde Verbrecher auf dem Hals, während er versucht, die jungen Mädchen vor ihrem grausamen Schicksal zu bewahren und gleichzeitig auch die gut geschützten Hintermänner zu enttarnen.

Re: Bekenntnisse eines Opiumsüchtigen - Albert Zugsmith (1962)

Verfasst: Sa 30. Jul 2016, 09:56
von jogiwan
Vincent Price geht ja normalerweise immer und selbst mäßige Filme werden durch das Schauspiel des geschätzten Herrn mit seiner markanten Stimme regelrecht geadelt und aus der Mittelmäßigkeit gerissen. Dass dieses jedoch nicht immer der Fall ist, beweist „Bekenntnisse eines Opiumsüchtigen“, der ja eher zu seinen unbekannteren Werken zählt. Dieser beschreibt die turbulenten Abenteuer von Gilbert de Quincey in Chinatown von San Francisco im 19. Jahrhundert, wo dieser einem Menschenhandel-Ring auf die Spur - und dabei auch noch in den Genuss einer Opium-Pfeife kommt. Die Szenen des Drogentrips ist auch sehr gelungen, aber der Rest begeistert weit weniger und die ganze Sause ist nicht nur sehr zynisch, sonder auch sehr umständlich erzählt und wirkt mit seinem Anfang und Ende wie der zweite Teil einer nie realisierten Trilogie. Der Zuschauer ist von Beginn an mit Figuren und Handlungen Figuren konfrontiert, die sich nicht so recht einordnen lassen und wie das Haus mit seinen vielen Geheimgängen, spielen auch die Figuren die doppelten Spiel, was mit allerlei inhaltlichen Zufällen zur Folge hat, dass man auch leicht den Überblick oder auch gleich das Interesse verlieren kann. Die philosophischen Dialoge mit chinesischen Sprichwörtern nerven, das Finale zieht sich ebenfalls unnötig dahin und bietet dann auch noch kein zufriedenstellendes Ende. Meinen Geschmack hat der eher dramatisch und dennoch lahm gehaltene „Confessions of an Opium-Eater“ jedenfalls nicht getroffen und ich fand das alles ziemlich mau.

Re: Bekenntnisse eines Opiumsüchtigen - Albert Zugsmith (1962)

Verfasst: Di 5. Jan 2021, 14:53
von karlAbundzu
Bekenntnisse eines Opiumsüchtigen (1962) DVD
Vincent Price ist Gilbert De Quincey, wohl ein Nachfahr des Autors der literarischen, ähem, Vorlage. In San Franzisko gelandet gerät er in die Verstrickungen der veschiedenen chinesischen Mafiosis und deren Machenschaften in Sachen Mädchen- und Opiumhandel.
Fängt sehr spannend an, erst hören wir Prices wunderbare Stimme halbphilosophische Weisheiten plaudern und sehen ein Schiff. Dann beginnt Action, gefesselte Frauen werden in Netze gepackt und an Land geschifft, da sind schon rivlisierende Empfänger, vielleicht auch ein paar Retter und es beginnt eine wilde Kampf-Action-Szenerie, die durchaus spannend, schnell, gut gefilmt und überaus abwechslungsreich gezeigt wird.
Dann sehen wir Price in Frisco rumschlendern, in einen chinesischen Laden gehen, aus dem off wieder His Voice. Seine Motivation ist passend zum Opiumthema vernebelt. Auf jeden Fall kommt er nach und nach in die Machenschaften der verschiedenen Gruppen, er will Frauen retten, die Ober-Mafiosin näher kennen lernen und rausfinden, was aus seinem alten Freund George wurde. Und natürlich zwischendurch eine Pfeife durchziehen. Auch dieses gelingt.....
Ein wildes Gefährt haben wir hier: Die anfängliche Actionszene, dann die chinenischen und sonstigen Weisheiten aus dem Off und in den Gesprächen des undurchsichtigen Ladenbesitzer, die Szenen unter dem Opiumrausch, das beständige Misslingen De Quinceys, die Tanzszenen, mit denen sich die Chinesinnen auf der Auktion präsentieren. Irgndwie hatte ich das Gefühl, De Quincey läuft durch ein sich ständig änderndes Gebäude und weiß nie, wohin.
Das einzige, was nicht ganz so passt und mich immer mal wieder aus der Stimmung raushaute, waren die komödiantschen Anteile und Untertöne, die sowohl auch Prices Sache als auch die seines weiblichen kleinwüchsigen Sidekicks waren, das bekam dann zusammen mit der Krimi- und Mystery-Story etwas leicht unangenehmes Edgar Wallace - haftes. Sie hätten sich auf das Schräge und Actionlastige verlassen sollen, gepaart mit leichtem Sleaze.
Insgesamt beinahe eine Solonummer für Price, guckbar mit leichten Schwächen.
PS: Der Soundtrack ist der reine Wahnsinn, nervige singende Säge, komische Geräusche, fieser Sound, in der Bildergalerie gab es Coverabbildungen einer LP - Version des Soundtracks, ist auf der Liste, was ein Sound.


DVD von Maritim Alive, Sound und Bild gut.
Und das ganze hat tatsächlich einen historischen Hintergrund mit den Tong Wars, da lese ich mich gerade ein, spannend.