Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Beyond the Black Rainbow

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Im Jahre 1983 wird eine junge Frau in der Arboria-Forschungseinrichtung festgehalten, die offensichtlich über besondere, mentale Fähigkeiten verfügt. Nur zur täglichen Gesprächstherapie mit dem Wissenschaftler Barry Nyle darf die namenlose Patientin ihr karges Zimmer verlassen. Dieser scheint jedoch selbst über ein düsteres Geheimnis zu verfügen und übt über die Patienten ebenfalls eine ungeklärte Macht aus. Als diese jedoch eines Tages flüchten möchte und es ihr tatsächlich gelingt, die Forschungseinrichtung zu verlassen, macht sich Nyle auf den Weg um seinen "Schützling" zurückzuholen.

"Beyond the Black Rainbow" ist ein totales Style-over-Substance-Gewitter, dass in absoluter Slow-Motion gezündet wird und den aufgeschlossenen Zuschauer entweder gefangennehmen oder langweilen wird. Das Erstlingswerk von Panos Cosmatos bietet sensationelle und arg entschleunigte Bilder im retro-futuristischen Stil, die einerseits an Argento, Kubrik und dann wieder an Nicolas Winding Refn erinnern und inhatlich mit seiner minimalitischen Story in Richtung der frühen Werke von Cronenberg und Lynch geht. Ein ästhetischer und durchkomponierter Geschmacksspalter wie er im Buche steht, der verstörend und beunruhigend daherkommt und mir seinen wunderbaren Look und Bilderwelten auch ausnehmend gut gefallen hat. Auf großer Leinwand wäre dieser Streifen wohl eine absolute Wucht und wenn man in Cosmatos Bilderwelten versinken mag und auch über die fragmentarisch erzählte Story hinwegsehen kann ist der Streifen ein ganz spezielles Vergnügen, dass einen im positiven Sinne geplättet zurücklässt.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Ghost Keeper

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Sich im Hochsommer bei 30 Grad Raumtemperatur einen Streifen anzuschauen, in dem drei Darsteller in einem nur scheinbar verlassenen Hotel eingeschneit werden, mag zwar irgendwie nicht so ganz passen, aber "Ghost Keeper" ist ja doch ein recht netter Low-Budget-Flick für alle Jahreszeiten, der zwar nicht übertrieben blutig, aber hübsch atmosphärisch daherkommt. Die Location des verlassenen Berghotels wird jedenfalls gut genutzt und ist auch gruselig und der ganze Schnee drum herum erinnert ebenfalls an bessere Zeiten. Die Story, die dann eine übernatürliche Komponente anschlägt ist zwar meines Erachtens nicht unbedingt der absolute Burner, geht aber ebenfalls klar und aus der Kiste der Low-Budget-Slasher ist der Kammerspiel-artige "Windigo - Die Nacht des Grauens" dann dank solider Darsteller und ein paar netten Schockmomenten sicher einer der besseren Vertreter.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Horrors of Malformed Men

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Der Medizinstudent Hirosuke hat seltsame Visionen, befindet sich in einer Anstalt und kann nicht glauben, dass er für verrückt erklärt worden ist. Als er in seiner Zelle auch noch von einem mysteriösen Mann attackiert wird und diesen ermordet flüchtet der verzweifelte Mann und findet wenig eine junge Zirkusartistin, die wie er über die Existenz eines bestimmten Wiegenliedes Bescheid weiß, das nur in einer Küstenregion Japans verbreitet ist. Als auch diese ermordet wird, macht sich Hirosuke auf den Weg zu diesem Ort und findet heraus, dass der Sohn einer wohlhabenden und ominsöen Familie verstorben ist, dem er zum Verwechseln ähnlich sieht. Kurzerhand nimmt der Mordverdächtige seinen Platz an und die wundersame Rückkehr von den Toten ist erst der Beginn einer Reise in eine Welt des Grauens...

Holladrio - was für ein Film! Ich wusste ja im Vorfeld nicht viel über "Horrors of malformed Men" und was als durchaus spannender und gut gemachter Paranoia-Thriller beginnt, wandelt sich im letzten Drittel dann zu einem wahren "Over-the-Top"-Streifen mit psychedelischen Exploitation-Einschlag, bei dem dann die Kinnladen wohl reihenweise runterklappen werden. Was da so alles abgeht wird zwar nicht verraten, aber die ganze Sause kippt kurzerhand in so strange Gefilde, dass man die ganze Sache als aufgeschlossener Zuschauer schon gesehen haben sollte. Bunte Bilder und gar grausame Dinge treffen in Ishiis Finale zusammen und es ist wenig verwunderlich, dass dieses psychotronische Horrorwerk im Jahre 1969 in seinem Heimatland kurzerhand von dein Leinwänden verbannt wurde. Wer von obskuren Filmen jeodch nicht genug bekommen kann, ist bei "Horrors of malformed Men" defintiv an der richtigen Adresse. Die Ami-DVD von Synapse hat übrigens eine ausnehmend schöne Bildqualität, bietet die japanische Originalversion samt englischen Untertiteln und auch noch jede Menge Bonus.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Fragment of Fear

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Sehr gut gemachter und bestens funktionierender Paranoia- und Psychothriller mit David Hemmings in seiner Paraderolle als verfolgter und unfreiwilliger Ermittler, als die er auch schon in "Blow Up" und später auch in "Profondo Rosso" zu sehen war. Hemmings macht seine Sache jedenfalls wieder einmal sehr gut und der Film, der mit italienischen und englischen Cast in Italien und London gedreht wurde sieht auch sehr hübsch aus. Der jazzige Soundtrack weiß ebenfalls zu gefallen und das durchaus etwas grimmige Ende ist für seine Entstehungszeit auch etwas ungewöhnlich. Wäre "Fragment of Fear" in Italien entstanden wäre er wohl trotz fehlender Gewalt in die Kiste der Giallo gepackt worden und irgendwie kann ich dann auch nicht so recht verstehen, warum Sarafians empfehlenswerter Streifen im Lauf der Jahrzehnte irgendwie untergegangen zu sein scheint.

The Fantasist

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Poah... was für eine Grütze. Wie kann man so einen grandiosen Film wie "The Wicker Man" drehen und dann mit über zehn Jahren Verspätung so einen grottigen Murks hinterher schieben. Fälschlicherweise als Slasher vermarktet dreht sich "The Fantasist" wieder einmal um die Eigenheiten der irischen Bevölkerung bzw. um ein resolutes Landei mit Fake-Dialekt, dass ins Visier gleich mehrerer erwachsener Lüstlinge gerät. Die die Figuren allesamt seltsam gezeichnet sind und sich noch seltsamer verhalten, mag man ja noch verzeihen, aber "The Fantasist" kommt so überhaupt nicht in die Puschen, ist so langweilig und träge wie nur möglich inszeniert und dann schaut auch noch die Popband "Level 42" vorbei. Rob Hardys Streifen geht ja gerade mal noch als haarsträubend unlogisches Coming-of-Age- und Stalker-Filmchen mit leichten Thriller-Einschlag durch, aber zählt mit seiner robusten Kreisch-Brunhilde in der Hauptrolle sicher zu den großen Enttäuschungen der letzten Zeit.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

The Strangeness

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Ein Gruppe von unterschiedlichen Leuten begibt sich im Auftrag einer Bergbau-Firma in eine stillgelegte Miene, die von den Einheimischen wegen seltsamer Vorgänge gemieden wird um zu überprüfen, ob hier noch Gold zu finden ist. Kaum unter der Erde scheinen sich die gruseligen Mythen von einem blutgierigen Monster auch zu bewahrheiten und während die Truppe die unterschiedlichen Ebenen durchwandern wird eine Geologin zum ersten Opfer einer schleimigen Kreatur. Bald verschwindet ein weiterer Teilnehmer der Expedition und als auch noch Überreste von anderen Personen gefunden werdne, liegen die Nerven unter Tage bald ziemlich blank...

US-ameriknaische Low-Budget-Produktion, die mit einem Budget von 25.000 US-Dollar von angehenden Filmemachern mit ausgeborgtem Equipment rasch an einigen Wochenenden heruntergekurbelt wurde. Leider ist "The Strangeness" auch alles andere als prickelnd ausgefallen und der Großteil des Filmes wandern die gar nicht mal so unsympathischen Protagonisten durch finstere Fake-Höhlen und blabbern Nonsens, während sich das Monster nur ganz, ganz selten die Ehre gibt. Dieses ist dafür recht lustig mit "Stop-Motion"-Effekten realisiert, wobei der Kopf des Monsters doch auch eine recht eigenwillige Form hat. Dennoch ist "The Descent" für ganz arme dann doch alles andere als gelungen und wo Ansätze vorhanden wären, werden diese jedoch einfach nicht enstprechend genutzt. Low-Budget-Low-Horror und wirklich kein Streifen den man unbedingt gesehen haben muss und selbst aufgeschlossene Allesgucker werden abseits der spärlichen Monsterauftritte an diesem Werk keine große Freude haben.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

New York 1991 - Nacht ohne Gesetz

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Als die New Yorker Polizei in den Streik tritt, dauert es nicht lange, bis die ersten kriminellen Vereinigungen die Straßen der Millionenmetropole unsicher machen. Ein paar gewaltbereite Schläger stürmen eine Schwulenbar und als es nach einem Handgemenge zu einem Unglücksfall mit tödlichen Ausgang kommt, werden auch die restlichen Besucher der Bar von dem Anführer eiskalt ermordet. Nur einem Gast gelingt eine halsbrecherische Flucht, die ihn letzten Endes in einen fast verlassenen Wohnblock und zu Horatio und seiner Freundin Barbra führt. Diese gewähren dem Mann Unterschlupf und geraten so selbst ins Visier der brutalen Bande...

Sehr gelungener "Home Invasion"- bzw. Belagerungsstreifen, der ganz klar in der Tradition von John Carpenters "Assault - Anschlag bei Nacht" steht und ebenfalls während einer einzigen Nacht ein sehr düsteres Bedrohungszenario kreiert. Der nihilistische Streifen präsentiert aber im Gegensatz zum Vorbild keine "unsichtbare Gefahr" sondern skrupellose und bis zu den Zähnen bewaffnete Gangster auf der einen- und Durchschnittsmenschen in einem Wohnblock auf der anderen Seite. Im Verlauf des politisch vollkommen unkorrekten Streifens, in dem auch Sympathieträger geopfert werden, kann sich der Zuschauer daher auch nie sicher sein, wen es als Nächsten erwischt. Dabei ist der kanadische Thriller nicht nur sehr funktional, sondern auch sehr packend inszeniert und auch in punkto Gewalt gibt sich der Streifen keine Blöße. Warum der empfehlenswerte Streifen nicht bekannter ist, kann ich mir auch gar nicht erklären und eine hübsche VÖ dieses kurzweiligen Streifens wäre schon längst überfällig!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Madonna: A Case of Blood Ambition

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Laura ist nicht nur hübsch, sondern auch durchtrieben und als sich ihr Lover und dessen Vater eine handfeste Auseinandersetzung liefern, die für beide mit dem Tod endet, heuert die trauernde Witwe einen Privatdedektiv an, der die junge Frau beschatten und ihre Beteiligung erforschen soll. Laura macht sich wiederum bereits an den Werbefachmann Michael heran und schafft es auch wenig später, dass dieser seinen Job vernachlässigt und auch seine kleine Familie in Stich lässt. Doch auch der Privatdedektiv wird in der Vergangenheit der Frau fündig und kommt mit Hilfe einer Sozialarbeiterin einer Serie von ominösen Morden auf die Spur, die allesamt im Umfeld der durchtriebenen und eiskalten Laura geschehen sind...

Kleiner Erotik-Thriller aus Kanada auf TV-Niveau, der aber gar nicht mal so uninteressant ausgefallen ist. Zwar ist der Frühneunziger-Look der Darsteller und -innen kaum zu ertragen und auch die Qualität der US-Scheibe erinnert an selige VHS-Zeiten, aber die Geschichte über den eiskalten Racheengel, der sich mittels Verführung an seine Opfer heranmacht, ist irgendwie ganz gelungen und auch recht passabel erzählt. Darstellerisch ist "Madonna: A Case of Blood Ambition" auch okay ausgefallen und der fulminante Auftakt und das turbulente Ende gar nicht mal so schlecht. Zwischendurch passiert aber recht wenig und wer sich an nackter Haut und Dessous nicht erfreuen mag, könnte sich auf Dauer etwas langweilen. Insgesamt kein Must-See, aber für Zwischendurch ist Alain Zaloums Werk durchaus guckbar.

Memorial Valley Massacre

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In dem bislang unberühten "Memorial Valley" soll ein Campingplatz für die breite Masse eröffnet werden und für die großen Eröffnungsfeierlichkeiten ist eigens der Besitzer Allen Sangster angereist, der nur mit Müh und Not und der Hilfe des Rangers George die Arbeiter beruhigen kann, die durch seltsame Ereignisse im Vorfeld eingeschüchtert sind und auch die Erledigung letzter Arbeiten verweigern. Dennoch wird der Platz eröffnet und während sich schon bald erholungssuchende Camper tummeln hat auch Sangster Sohn David alle Hände voll zu tun, die Besucher darauf hinzuweisen, nicht das ökologische Gleichgewicht zu stören und sich auch noch den Respekt des Rangers zu erarbeiten. Wenig später geschehen wird ein Besucher tot aufgefunden und was zuerst als Attacke eines Bären vermutet wird, entpuppt sich wenig später als die Tat eines verwilderten Psychopathen, der den ungebetenen Eindringlingen schon bald den Krieg erklärt.

Geht es um die schlechtesten Backwood-Slasher aller Zeiten kommt die Rede auch unweigerlich immer wieder auf "Memorial Day" bzw. "Memorial Valley Massacre". Die Idee einen verwilderten und gewaltbereiten Urzeitmenschen (der ja im Grunde gar keiner ist) auf dumbe Camper loszulassen, die sich in der unberühten Natur wie die Axt im Walde benehmen ist ja auch etwas seltsam und wer sich einen düsteren Streifen erwartet ist bei Hughes' Streifen ja vollkommen an der falschen Adresse. Viel mehr ist der trashige Film ja eher so etwas wie eine Slasher-Parodie, der mit seinen Charakteren auch kaum ein Klischee auslässt und dennoch in der ungekürzten Version recht blutig und unterhaltsam daherkommt. Die beiden Hauptdarsteller Mark Mears und John Kerry (nö, nicht der Präsidentschaftskandidat) machen ihre Sache auch recht gut und auch Camerom Mitchell schaut mit gespannter Gesichtshaut auf einen Sprung vorbei. Für Slasher-Freunde mit Humor durchaus empfehlenswert, sollten alle anderen wohl eher einen großen Bogen um das Teil machen.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Boy meets Girl

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Der smarte Tevin reißt sich eines Tages in einer Bar eine junge Dame mit französischen Akzent auf und folgt der Dame zu ihrem Wohnhaus. Gemeinsam wird dort getrunken und Fleischfilme geguckt, doch bevor es zum angepeilten Akt kommt, wird der Mann bewußtlos. Als er wieder zu Sinnen kommt, ist er in einem abgedunktelten Raum an einen Stuhl gefesselt, blickt in eine laufende Kamera und die junge Frau offenbart dem verblüfften Mann, dass sie mit ihm noch so einiges vor hat...

Böses kleines Filmchen aus dem Jahre 1994, dass zur Zeit seiner Entstehung auch sicherlich ordentlich schockierend um die Ecke gebogen ist, jedoch angesichts Torture-P-Eskapaden der jüngeren Zeit und durchgekauter Snuff-Thematik doch mittlerweile etwas harmloser wirkt. Der Kammerspiel-artige "Boy meets Girl" kommt größtenteils nur mit 2 bzw. 3 Personen und einem abgedunktelten Raum aus und präsentiert den Zuschauer eine Szenerie, die nicht sonderlich erklärt wird und trotz längerer Dialoge etwas vage bleibt. Trotz der Gewaltdarstellung, die auch eher im Off stattfindet, stimmt die Atmosphäre und selbst die darstellerischen Leistungen sind mehr als passabel und wo andere Filmchen nur die Gore-Keule schwingen wird hier versucht, etwas hinter die Fassade des Killers zu blicken und dessen bizarres Seelenleben zu offenbaren. "Boy meets Girl" hat dabei sicher auch einige Längen, aber im Vergleich zu anderen semiprofessionellen Werken aus der Ecke, ist Ray Bradys Beitrag sicher einer von den gelungeneren.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Killer Party

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Die drei College-Schülerinnen Phoebe, Vivia und Jennifer wollen einer weiblichen Studenten-Verbindung beitreten, die auf einem turbulenten Campus immer wieder Opfer von derben Scherzen der männlichen Schüler wird. Während die drei dafür auch ein paar Mutproben zu absolvieren haben ist am Tag der Aufnahme auch eine Kostümparty in einem bislang stillgelegten und gruseligen Verbindungshaus geplant, in dem es auch nicht mit rechten Dingen zugeht...

Etwas seltsame und trashige, aber nicht unoriginelle Mischung aus Slasher und Horrorfilmparodie, in dem kurzerhand alles vermengt wurde, was das Genre irgendwie so hergibt. Schon der düstere Anfang entpuppt sich als nicht ganz ernstgemeint und ist so auch der ideale Auftakt für eine turbulente Achterbahnfahrt, in der der Zuschauer immer wieder hübsch an der Nase herumgeführt wird. Das episodenhafte Drehbuch bietet zwar ein paar gröbere Logiklöcher, die aber sogleich mit Tempo und lustigen Einfällen wieder gestopft werden. Genre-Puristen werden angesichts der haarsträubenden Entwicklungen sicherlich nur noch den Kopf schütteln, aber die sympathische "Killer Party" rockt dann ganz schön und ist dabei auch noch herrlich unterhaltsam und kurzweilig. Definitiv ein Film für humorvolle Menschen, der auf Übertreibung und überspitzte Momente setzt und irgendwie dennoch meinen Geschmack getroffen hat. Lustig!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Trapped

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Der gewaltbereite Schläger Henry nimmt in einem abgelegenen Dorf in den Bergen das Gesetz in die eigene Hand, gibt sich als erzkonservativer Prediger und unterdrückt jeglichen Protest mit brutaler Gewalt und fehlgeleiteter Gruppendynamik. Als er eines Tages feststellen muss, dass ihn seine eigene Frau betrügt, verprügelt er den Liebhaber, sperrt diesen in einen Keller und veranstaltet gemeinsam mit seinen Saufkumpanen sadistische Spiele, nach dessen Ende der gehörnte Ehemann den Liebhaber eigenhändig in den Wäldern erschlägt. Dabei wird er jedoch von vier erholungssuchenden Studenten beobachtet, die dadurch ebenfalls ins Visier von Henry und seinen Mannen geraten. Als die geschockten Studenten auch noch erfahren müssen, dass von der örtlichen Polizei und den restlichen Bewohnern keine Hilfe zu erwarten ist und Henry mit allen Mitteln die Gewalttat vertuschen möchte, eskaliert die Lage...

Eigentlich ganz furchtbarer Backwood-Slasher in bester Terror-Manier, der deswegen furchtbar ausgefallen ist, weil die Rolle von Henry Silva eigentlich in Punkto Bösartigkeit und Gewaltbereitschaft für mich kaum auszuhalten war. Silva ist dann auch ganz klar der üble Bösewicht und während die erste Stunde sich eher Zeit nimmt, die Machtstrukturen des abgelegenen Dorfes und fehlgeleitete Gruppendynamik zu zeigen, gibt "Trapped" in den letzten 30 Minunten dann aber ordentlich Gas und dreht auch hübsch die Spannungs- und Terrorschraube an. Zwar könnte man die "fragwürdige" Botschaft und die tendenzielle, eindimensionale bis manipulative Darstellung der Charaktere etwas bemängeln, aber da sollte man sich im Backwood-Slasher-Genre wohl ohnehin keine so großen Gedanken machen. Auch technisch und darstellerisch gibt es an dem unangenehmen Werk eher wenig zu meckern und so ist es wieder einmal verwunderlich, warum der Streifen hierzulande nicht bekannter ist.

Horror High

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Der Streber Vernon hat es alles andere als leicht und obwohl er in Biologie ein Genie ist, wird der junge Mann von Studienkollegen und Professoren gleichermaßen gehänselt. Als er eines Tages bei nicht ganz ethischen Versuchen an seinem Meerschweinchen "Mr. Mumps" ein Serum entdeckt, dass Lebewesen in eine grausame Bestie verwandeln kann, muss als Erstes die neugierige Katze des Hausmeisters daran glauben. Doch dieser ist über den Verlust wenig erfreut und zwingt den Studenten seine Eigenkreation zu konsumieren. Als sich Vernon daraufhin ebenfalls in eine blutgierige Bestie verwandelt ist das der Auftakt zu einer ganzen Reihe von blutigen Morden, in denen sich der gemobbte Schüler an seinen Peinigern rächt...

Etwas behäbiger Highschool-Horrorstreifen mit Austin Stoker ("Der Anschlag") über einen gemoppten Schüler, der sich dank eines Serums in eine blutgierige Bestie verwandelt und auf seinem Campus die mobbenden Subjekte nach der Reihe dezimiert. Alles recht nett und passabel in Szene gesetzt und auf der Ami-DVD gibt es auch erstmalig den ganzen Schmodder in ungekürzter Form zu betrachten. "Horror High" ist dann auch ein sympathischer, kleiner Reißer, hat aber zwischendurch auch immer ein paar unnötige Längen, sodass die Sache nie so richtig in die Puschen kommt. Auch darstellerisch ist Stouffers Streifen nicht immer auf der sicheren Seite und bietet ausser Herrn Stoker auch ein paar Darsteller, von denen man zu recht danach nicht mehr viel gehört hat. Sympathisch, altmodisch, kann man gucken - muss man aber nicht.
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