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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: So 14. Jul 2013, 12:08
von Blap
jogiwan hat geschrieben: Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt
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kurzweilig, temporeich, witzig, nerdig und vor allem verdammt unterhaltsam
Hm, konnte ich nichts mit anfangen. Viel Lärm um nichts, irgendwie ..? Bin wohl zu alt für den Stoff. :?

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Mo 15. Jul 2013, 09:27
von jogiwan
nö, muss nicht sein... da kommts wohl auf die Laune drauf an. An manchen Tagen würde ich "Scott" wohl auch nervig und als "too much" empfinden - aber an vielen Tagen passt der mit seinen ganzen popkulturellen Referenzen ganz gut.

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Snuff 102

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Eine junge Journalistin recherchiert im Internet über den Mythos der sogenannten "Snuff"-Filme und entdeckt dabei gar Abscheuliches, jedoch auch nichts, was die Existenz dieser Filme beweisen würde. Daher sucht sie einen bekannten Psychologen auf, der sich auf diese Art von Thematik beschäftigt und der interessierten Journalistin allerlei Dinge über das Konsum- und Sehverhalten der heutigen Zeit verrät und gleichzeitig auch Mutmaßungen anstellt, welche Beweggründe die Täter und nach welchen Auswahlkriterien die Opfer ausgesucht werden könnten. Doch das ist erst der Beginn einer Reise in das absolute Grauen und wenig später findet sich die Frau mit zwei weiteren Opfern in einem dunklen Raum, in dem ein maskierter Mann beginnt, eine nach der anderen zu töten und dieses auf Bändern mit den Nummer 100, 101 und 102 zu dokumentieren...

Ach Gottchen, was für ein Dreck! Der Film ist ja neben seiner Thematik auch deswegen bekannt, weil der Regisseur bei der Premiere des Films von Teilen des aufgebrachten Publikums verprügelt wurde. Das kann ich nach Sichtung jetzt auch ein bisschen verstehen, da "Snuff 102" nach technischen Gesichtspunkten eigentlich gar kein Spielfilm ist, sondern eine Low-Budget-Underground-Amateur-Grütze, bei der die fragmentarische Geschichte über eine junge Journalistin als Aufhänger dient, mal so nebenher ein paar weibliche Opfer auf abscheuliche Weise zu malträtieren und dieses unter dem Deckmantel eines Spielfilms unter die Leute zu bringen. In "Snuff 102" vermisst man nicht nur auf Darsteller- und Regisseur-Seite jegliches Talent, sondern auch die "ach so realistischen" Effekte sind relativ leicht zu durchschauen. Das Bildmaterial, dass teils auch aus Internet-Schockvideos besteht wirkt wahllos aneinander montiert auch stets so bearbeitet und mit nervtötenden Soundtrack unterlegt, dass man als Zuseher schon sehr viel Wohlwollen mitbringen muss, um sich dieses "Werk" bis zu seiner ganz, ganz banalen Auflösung fertig anzusehen. Peratlas Streifen ist jedenfalls "Tesis" auf ganz, ganz arm und ungefähr so stelle ich mir dann auch die Werke von Fred Vogel vor - aber ein Interesse die zu sichten, besteht ja gleich gar nicht.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Di 16. Jul 2013, 07:30
von jogiwan
The House on Sorority Row

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Wie mein Blapschi schon richtig geschrieben hat ist "The House on Sorority Row" ein wirklich hübscher und gelungener Slasher aus den Achtzigern, der zwar nicht sonderlich innovativ, aber stets sehr unterhaltsam daherkommt. Die Geschichte über den mißlungenen "Prank" und einen mysteriösen und gewaltbereiten Beobachter würde zwar keinen Blumentopf gewinnen, bietet aber bis zum zweifelsfrei gelungenen Ende auch immer genug Schauwerte, dass man sich bestens unterhalten fühlt. Die Mädels sind im Gegensatz zu anderen Werken auch überraschend sympathisch und auf die übliche Knallchargen-Partie wird ebenfalls fast zur Gänze verzichtet. Zwar ist Mark Rosmans Streifen hierzulande leider viel zu wenig bekannt, aber eine Entdeckung lohnt sich auf jeden Fall.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Mi 17. Jul 2013, 07:28
von jogiwan
Psycho-Killer

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Etwas behäbige Mischung aus Slasher, Psycho-Thriller und Drama, dass sich irgendwie nicht so recht entscheiden kann, in welche Richtung es eigentlich gehen soll. Zwar ist "Double Exposure" zwischendurch schon mal spannend und auch etwas blutig, aber dann verheddert sich Hillman wieder vollkommen mit seinen zahlreichen und größtenteils etwas kaputten Charakteren, denen zwischen den Morden etwas zu viel Platz eingeräumt wird. Die Auflösung der Sache ist auch bald einmal zu erahnen und dürfte Genre-Veteranen auch nicht unbedingt überraschen. Obwohl "Double Exposure" über weite Strecken durchaus ansehnlich mit vielen Helikopter-Aufnahmen daherkommt, die Darsteller überzeugen und stets auch viel Zeit- und Lokalkolorit präsentiert, vermisst man aber doch etwas den letzten Kniff, der den Streifen über Durchschnitt heben würde.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Do 18. Jul 2013, 07:35
von jogiwan
American Nightmare

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Der aufstrebende Musiker Eric befindet sich auf der Suche nach seiner jüngeren Schwester Isabelle, die mit 16 aus dem wohlhabenden Elternhaus abgerissen ist. Doch Isabelles schäbige Wohnung im Rotlichtviertel der Stadt ist leer und auch ihr Umfeld scheint sich wenig um den Verbleib der jungen Frau zu kümmern. Doch Eric bleibt hartnäckig und entdeckt, dass seine Schwester in einem Sumpf aus Drogen, Kriminalität und Prostitution gelandet ist und nebenher auch in einem Striptease-Lokal gearbeitet hat. Gemeinsam mit einer Kollegin forscht er weiter und landet auch bald im Blickfeld auf einen irren Killer, der es aus einem ganz anderem Grund auf die Nutten und Stripperinnen abgesehen hat.

Diese etwas obskure Mischung aus Drama, Slasher und sleaziger Milieu-Studie ist zwar zu Gänze in Kanada gedreht worden, aber dann auf wundersame Weise als "amerikanischer Alptraum" auf dem Markt geschmissen worden. Im Gegensatz zu anderen Slasher ist "American Nightmare" aber eher düster und greift auch die Problematik auf, dass die Mädchen in diesem Milieu auf keine Hilfe oder Schutz von außen hoffen können. McBreartys Streifen ist dabei aber nicht sonderlich spannend und auch nicht blutig und aufgrund der Thematik hält sich vermutlich auch der Unterhaltungswert für Horror- und Slasherfans etwas in Grenzen. Leutchen aus der Drama-Ecke, die nichts gegen eine eher ruhige Erzählweise und nihilistische Grundstimmung haben, können an "American Nightmare" aber so wie ich Gefallen finden.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Fr 19. Jul 2013, 07:49
von jogiwan
Body Melt

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Ziemlich lahme Gore-Keule aus Down Under, die aus seiner zweifelsfrei sehr guten Grundidee so leider gar nichts rausholen vermag. Statt bitterböser Kritik am unreflektierten Fitnesswahn mancher Leutchen, gibt es episodenhafte Entwicklungen, die zwar teils recht grauslich daherkommen, aber oftmals auch zum Fremdschämen einladen. Spannung oder Witz sucht man in der vermeintlichen "Splatterkomödie" ja vergeblich und auch die Effektmeister kommen viel zu selten zum Einsatz, sodass "Body Melt" recht rasch zu einer öden Sache verkommt. Dafür ist die Bildqualität der Ami-Scheibe sehr gut ausgefallen und meine Katharina analysiert mit "Imagine the Cast of "Friends" in "Re-Animator" auch in kurzen Worten, warum das Werk mit zahlreichen australischen Soap-Stars seinerzeit dennoch viel Aufhebens gemacht wurde. Trotzdem nicht mein "Cup of Tea".

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Sa 20. Jul 2013, 10:00
von jogiwan
Stitches

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Unterhaltsamer und schwarzhumoriger Slasher-Horror aus Großbritannien mit einem furchtbar übellaunigen und untalentierten Clown, der nach einem mißglückten Streich stirbt und von den Toten zurückkehrt um seine offene Rechnung zu begleichen. Zwar ist "Stitches" dabei nicht unbedingt innovativ und hat auch ein paar nerviges Teenies und eine nicht ganz geglückte, deutsche Synchro, aber ist recht blutig und überzeugt durch lustige Einfälle und bösen Momenten, wie z.B. der extraherbe Abgang in Prolog. Alles recht hübsch und temporeich in Szene gesetzt und wer Clowns sowieso für etwas "creepy" hält, ist bei Conor McMahons Streifen mit Comedian Ross Noble in der Hauptrolle sicher an der richtigen Adresse. Vom Cover sollte man sich jedenfalls nicht abschrecken lassen und ich hatte meinen Spass!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: So 21. Jul 2013, 10:06
von jogiwan
Animal Rage

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Sam ist Redaktor einer Unizeitung und versucht seit längerem ein Interview mit dem ominösen Professor Ethrige zu bekommen, der jedoch jegliche Zusammenarbeit höflich aber bestimmt ablehnt. Sein Kumpel Duffy beschließt daher eines Tages in die Forschungseinrichtung einzubrechen und so ein paar Fotos für eine Titelstory zu machen, da im Labor seltsame und nicht genehmigte Versuche vermutet werden. Tatsächlich stößt Duffy auf einen genetisch manipulierten und sehr aggressiven Pavian, der den Schreiberling an der Hand verletzt und anschließend aus seinem Käfig entkommen kann. Bei einer Kollision mit einem Polizeiauto endet zwar die Ausflug, aber auch für Duffy hat die Begegnung schon wenig später verheerende Folgen...

Über "Primal Rage" hört man ja oft, dass er ziemlich langweilig und blutarm sei, was aber daran liegt, dass die deutsche Fassung mit 18er-Freigabe aus alternativem (!) und ziemlich harmlosen Bildmaterial besteht, während es in der "R-Rated"-Ami-Fassung schon ordentlich und vor allem blutig zur Sache geht. Rambaldis Campus-Horror-Körpermutationsstreifen erinnert ein wenig an die Klassiker "Die Nacht der Creeps" und "The Crazies" und ist inhaltlich und technisch auch recht solide ausgefallen. Die Geschichte über das genetisch veränderte Material, dass Menschen zu mordlüstigen und aggressiven Bestien mutieren lässt ist ebenfalls okay und bei den handgemachten Effekten und den Settings inklusive Halloween-Maskenball hat man sich ebenfalls große Mühe gegegeben. Kein Klassiker, aber sicherlich einer der besseren Endachtziger-Horrorbeiträge, den man sich allerdings tunlichst bitte in der "R-Rated"-Fassung gönnen sollte!

Punk Vacation

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Die erste Begegnung mit einer urlaubenden Gruppen von Punks endet für den Ladenbesitzer einer beschaulichen Kleinstadt mit dem Tod, während dessen 15jährige Tochter vergewaltigt wird und anschließend in einen Schockzustand verfällt. Als auch einer der Punks verletzt festgenommen wird, versucht Lisa, die Schwester des Opfers diesen im Krankenhaus mit einer Schere zu ermorden und macht sich wenig später mit der gestohlenen Waffe ihres Freundes Don auf die Suche nach den anderen Punks um Rache zu nehmen. Diese wiederum planen ebenfalls ihren Kumpel zu befreien und während sich die Bewohner der Stadt ebenfalls aufrüsten, kann Deputy Don nur hilflos mitansehen, wie die Lage rund um die Kleinstadt zunehmend eskaliert...

Einen unterhaltsamen, kleinen Reisser haben die Leutchen von Vinegar Syndrome da ausgegraben und mit der ländercodefreien BR-VÖ von "Punk Vacation" kommt Stanley Lewis Exploitation-Rachefilmchen auch zu neuen Ehren. Die Story über böse Punks, die sich mit den nicht ganz so friedlichen Bewohnern einer Kleinstadt anlegen ist zwar sich nichts Neues, aber der im Jahre 1987 (und nicht 1990 wie auf der OFDB angegeben) entstandene Streifen ist zweifelsfrei sehr kurzweilig und bietet böse FCKW-Punks mit Hang zu Neonfarben und sympathische Buddy-Figuren auf der anderen Seite. Wenn sich dann auch noch der örtliche Waffenverein hinter den kriminellen Subjekten hermacht, gibts auch noch ein paar Lacher und sowieso und überhaupt ist "Punk Vacation" herrlichste Unterhaltung aus der Achtziger-Kiste, die auch eindrucksvoll zeigt, was man mit perfekter Bildqualität aus einen kleinen Low-Budget-Flick noch so alles rausholen kann.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Mo 22. Jul 2013, 07:33
von jogiwan
Death Ship

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Ich hab mir angesichts der verhaltenen Meinungen ja schon das Schlimmste erwartet, aber so mies ist Rakoffs Streifen ja gar nicht. Sicherlich muss man ein paar Handlungswendungen wohlwollend akzeptieren, aber ansonsten ist "Death Ship" ja gar nicht mal so übel. Hat was von "Shining" und Katastrophenfilmen aus den Siebzigern und das alte abgewrakte Schiff als Handlungsort ist für Binnenländler ja gleich doppelt exotisch. Dass das Schiff in der amerikanischen Fassung auch deutsch "spricht", ist zwar etwas überraschend, aber tut dem Spass keinen Abbruch. Die Bildqualität ist ebenfalls überraschend gut und im Gegensatz zur deutschen Fassung auch nicht abgedunkelt. Unterm Strich bleibt ein solider Grusler mit ein paar guten Momenten, der zwar nicht sonderlich logisch ist, aber eingeschränkt schon zu unterhalten weiß.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Di 23. Jul 2013, 07:21
von jogiwan
Don't Answer the Phone

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Solider Slasher über einen durchgeknallten Fotografen, der im Rotlichtviertel von Los Angeles nach jungen Frauen sucht und diese dann grausam ermordet. Irgendwie ziemlich schäbig und schmuddeligt leidet "Don't answer the Phone" jedoch etwas daran, dass mich der mopsige Killer permanent an den ungeschminkten Divine ("Pink Flamingos") erinnert hat. Auch inhaltlich ist die ganze Sause nicht ganz ausgegoren und die düstere Grundstimmung und die Mischung aus Sex und Gewalt wird immer wieder durch lahme Sprüche des ermittelnden Polizisten unterbrochen. Warum der Streifen zu seinem Titel gekommen ist, hat sich mir auch nicht unbedingt erschlossen. Dennoch ein durchaus gelungener Streifen für alle Slasher-Freunde und die Ami-DVD aus der Reihe "Katharina's Nightmare Theater" bietet den Streifen auch noch in wunderbarer Qualität mit einigen Extras.