Postinganzahlschonende Zusammenfassung der letzten Tage:
7 Psychos
Schwarzhumorige und überraschend (hallo FSK16???) blutige Komödie über einen abgehalfterten Drehbuchschreiber und einer handvoll Psychopathen, in dem naturgemäß schon bald alles aus dem Ruder läuft. Die Geschichte ist immer hübsch überdreht und over-the-Top und der Streifen dabei recht unterhaltsam. Alles "Tarantino-esk" im besten Sinne des Wortes und die zahlreichen Stars haben an der abgeschmackten Sause auch richtig Spaß. Zwar ist der etwas vorhersehbare "7 Psychos" nicht immer ganz rund ausgefallen und mit 110 Minuten vielleicht auch etwas zu lange geraten, aber trotzdem macht Martin McDonaghs Streifen einfach Spaß und sorgt trotz bitterbösen Inhalt, abgehackten Händen und zerplatzenden Köpfen für gute Laune.
Armee der Finsternis
Temporeicher Horrorklamauk und abschließender Teil der "Tanz der Teufel"-Trilogie, der mit dem grimmigen Auftakt auch nicht mehr viel gemein hat und für meine Verhältnisse auch etwas zu überdreht zu Werke geht. Für Bruce Campbell-Fans ist "Armee der Finsternis" natürlich eine Offenbarung, bekommen diese ihren Helden ja gleich in mehrfacher Ausführung präsentiert. Raimi kann ebenfalls aus dem Vollen schöpfen und präsentiert von Latex-Masken bis hin zu Stop-Motion-Effekte auch allerlei hübsche FX und auch die rasanten Kamerfahrten aus dem ersten Teil werden veralbert. Eine lustige Geisterbahnfahrt, die aber wenig Nachhaltiges bietet und die neue BR-Disk mit dem "Ultimate Directors Cut" aus dem Hause Koch präsentiert die ganze Sause nun mit alternativen Ende in eigentlich überraschend durchschnittlicher Qualität, die Pixel-Fetischisten wohl nicht zufriedenstellen wird.
Modus Anomali
Also mich hat "Modus Anomali" nicht wirklich überzeugt. Zuerst irrt ein man knapp 40 Minuten durch einen Wald, wobei er anscheinend nur immer die gleiche Strecke abläuft und dann kommt natürlich alles anders. Der Plottwist bzw. "das teuflische Ende" kündigt sich dabei schon mit Pauken und Trompeten an und wirkt dann auch recht plump. Das Ende lässt dabei dann auch den Anfang in einem anderen Licht erscheinen und ist von der Idee her nicht schlecht - die lahme und auf international getrimmte Umsetzung, die ein Mitfiebern verhindert macht den Streifen dann aber eher zu einem zwiespältigen Vergnügen. Das mitgelieferte und ebenfalls etwas seltsame Interview mit Regisseur Joko Anwar outet diesen als großen David Lynch-Fan, aber da muss der werte Mann wohl noch ein bisschen arg viel dazu lernen. Konstruiertes und anstregendes Möchtegern-Psychothriller über menschliche Abgründe, der aber so mau ausgefallen ist, dass man danach eigentlich keine Lust hat, sich damit tiefergehend zu beschäftigen...
Mad Foxes
Noch immer der beste Film der Welt: Niemals zuvor und danach wurde die Spirale der Gewalt eindringlicher auf Zelluloid gebannt - nie wieder trafen Gutbürgerlichkeit, Anstand und motorradrockender Anarchismus so derart schroff aneinander. Nie wieder rappelte es mehr in der Kiste und nie wieder flogen die Toiletten so derart tief. Eine verhinderte Defloration als Auslöser eines beispiellosen Massakers, dass den Zuschauer zwangsläufig über den tieferen Sinn des Lebens nachdenken lässt. Aber gibt es ihn überhaupt und warum zum Teufel hat Hal sein eigenes Getränkeschließfach? Warum tanzt man unbeschwerten Rock'n Roll und warum wird die ganze Sause am Ende gar so existenziell? Fragen über Fragen, die dieses Meisterwerk der Filmgeschichte aufwirft und selbst bei der x-ten Sichtung noch immer nicht beantworten kann...
Fraktus
Humorvolle Doku über den wahren Ursprung der Technobewegung und eine lustige Persiflage auf das elektronische Musikbusiness und Reunions alternder Egozentriker mit viel Musik und bekannten Gesichtern, die hier ihre Statements abgeben. Als Fake-Doku funzt das grandios und der Streifen sorgt mit aberwitzigen Momenten auch immer dafür, dass alle ihr Fett abbekommen. Zwar hält "Fraktus" nicht ganz das Tempo des Beginns, ist aber insgesamt gesehen eine sehr launige und detailverliebte Sache, die auch allerlei Geschütze auffährt und vor allem unser Ugo sollte sich das Finale mal genauer ansehen. Lustige Sache, die als Fan elektronischer Musik gleich noch besser funktioniert! Ich kann mich unserem Karli nur anschließen: unbedingt ansehen!
The Warriors
