Postingsanzahlschonende Zusammenfassung der letzten Tage:
Blank City
New York präsentiert sich seinen Besuchern heutzutage ja als weltoffene und kulturelle Stadt, in dem ohne Berührungsängste scheinbar alles zusammenkommt. Ende der Siebziger war das jedoch anders, die Stadt nahezu bankrott und von Kriminalität, Drogenproblematik und Rassenkonflikten geprägt. Die Doku "Blank City" beleuchtet mit allerlei Zeitzeugen diese Zeit der "No Wave"-Punk-Bewegung in denen Filmemacher, Musiker und sonstige Künstler mit teils aggressiven Mitteln der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten wollten und so auch mit Vernetzung und alternativen Vertriebswegen den Grundstein für das amerikanische Indiependent-Kino legte. "Blank City" ist auch durchaus interessant und bietet neben Musik, privaten Aufnahmen und vielen Ausschnitten aus Super-8-Filmen auch viele Gesichter der damaligen Zeit. Die launige Doku macht jedenfalls große Lust, die Filme dieser Zeit zu entdecken, die bislang eher nicht so im Fokus meines Interesses standen.
Meine Schwester
Ziemlich schräger "Coming of Age"-Streifen über zwei ungleiche Schwester, unterschwellige Rivalität und Solidarität, der Erinnerungen an die eigene Pubertät und das berühmte "erste Mal" aufleben lässt. Breillats Streifen ist dabei über weite Strecken recht nüchtern und subtil erzählt und schreckt auch vor unangenehmen Themen nicht zurück. Leider endet der Streifen über jugendliche Unschuld nicht sonderlich harmonisch, sondern in der Tradtion italienischer Genre-Filme aus den Siebzigern und knallt dem Zuschauer ordentlich eins vor den Latz. Das wirkt auf den ersten Blick doch etwas unbefriedigend und auch wenn sich der diesbezügliche Eindruck über Nacht etwas relativiert hat, ist "Meine Schwester" doch nicht gänzlich geglückt und es ist wenig verwunderlich, dass die Meinungen auch arg auseinandergehen. Interessant ist der Streifen aber allemal!
Sex is Comedy
Catherine Breillats (Selbst-)Portrait einer Filmemacherin entpuppt sich rasch als eine Art "Making-of" von "Meine Schwester" in der die von Anne Parillaut verkörperte Regisseurin mit allerlei Widrigkeiten zu kämpfen hat. Die Penis-Prothese kratzt am Ego des Hauptdarstellers, sein weiblicher Gegenpart kommt nicht aus sicher heraus und das Wetter will ohnehin nie so wie geplant. Dabei ist der Titel nicht Programm und eine Komödie ist die dokumentarisch-angehaute Persiflage nicht geworden. Ohne Kenntnis von "Meine Schwester" ist der 2002 entstandene Streifen dann wohl auch nur halb so gut und ist über weite Strecken einfach zu episodenhaft und unspektakulär gelungen. Ebenfalls negativ fällt hier auch die abschätzige Art und Weise auf, in der die egozentrischen Schauspieler präsentiert werden, während die fast das fast schon mütterliche Alter-Ego der Regisseurin natürlich immer den Bux markiert!
7 Psychos
Schwarzhumorige und überraschend (hallo FSK16???) blutige Komödie über einen abgehalfterten Drehbuchschreiber und einer handvoll Psychopathen, in dem naturgemäß schon bald alles aus dem Ruder läuft. Die Geschichte ist immer hübsch überdreht und over-the-Top und der Streifen dabei recht unterhaltsam. Alles "Tarantino-esk" im besten Sinne des Wortes und die zahlreichen Stars haben an der abgeschmackten Sause auch richtig Spaß. Zwar ist der etwas vorhersehbare "7 Psychos" nicht immer ganz rund ausgefallen und mit 110 Minuten vielleicht auch etwas zu lange geraten, aber trotzdem macht Martin McDonaghs Streifen einfach Spaß und sorgt trotz bitterbösen Inhalt, abgehackten Händen und zerplatzenden Köpfen für gute Laune.