Frankenstein Nach dem Roman von Mary Shelley
März ist ja Frankenstein-Monat, und so geht es nach dem Bride-Besuch auf ins Oldenburgsche Theater zu einer Bühnenversion des Romans.
Vorher gab es noch eine Einführung im Foyer, dass aber leider nicht viel Erkenntnis brachte. Ich erhoffe mir da immer etwas von dem dramaturgischen Ansatzes. Hier erfuhr ich fast nur etwas von dem Buch, es wurde auch einfach eine Einführung vorgelesen, da die Dramaturgin keine Zeit hatte. Nun ja, verschenkt.
Das Fünf-Personen-Stück spielte im kleinen Haus und war sehr gut besucht. Die Bühne hielt man sehr karg: Ein großer schwarzer Raum (frei für Assoziationsketten, so nennt man das im Theaterjargon
Bei nur fünf Spieler*innen musste einige mehrere Rollen übernehmen. Und der Cast war sehr gut: Julia Friede als Viktor, Paul Enev als Captain hatten beide nur eine Rolle, waren fast durchgängig auf der Bühne, da die „Viktor erzählt dem Captain seine Geschichte“-Rahmengeschichte stets Teil der Erzählung war.
Der Knaller war aber Esther Berkel als das Monster (sie spielte auch im ersten Teil als Elizabeth). Wie sie die Erweckung, das Lernen, die Zwiespältigkeit spielt wirklich beeindruckend und teils mit wirklichem Horror und teils auch mit Humor. Wow.
Die Version hält sich recht nahe an dem Roman, geht mit 180 Minuten auch recht lange, bleibt sehr nahe bei den Themen des Romans, der ja eh schon immer aktuelle Thematiken drin hat, und so wird nicht versucht, aktuelles mit einzuarbeiten.
Mir hat es sehr gut gefallen. Nebenbei ist das Staatstheater Oldenburg auch in den Gängen und im Gebäude durchaus angenehm. Die Bühnensituation ist halt klassisch Theater, gut und funktionierend.