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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Fr 8. Mär 2013, 09:05
von jogiwan
Summer Wars
Temporeiche Mischung aus Familien-Drama, Komödie, und Sci-Fi, die Tradition und Moderne auch recht gut zusammenbringt. Was als biederes Familientreffen bei der Oma beginnt, wird ja unerwartet zu einem Cyber-Krimi, als ein mächtiger Computer-Virus eine virtuelle Realität bedroht, was wiederum Auswirkungen auf die Realwelt hat. Klingt vielleicht etwas seltsam, aber ist recht gut gemacht und an den animierten 360° Sequenzen gibt es ohnehin nichts zu meckern. Ich fand "Summer Wars" jedenfalls auch ohne Nerd-Bonus ziemlich fesselnd und auch recht schön gemacht und wer "Das Mädchen, das durch die Zeit sprang" schon gut fand, wird auch hier auf seine Kosten kommen.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Sa 9. Mär 2013, 09:17
von jogiwan
Twixt
Nicht uninteressanter Streifen über einen Autor in der Schaffenskrise, der Traum und Realität miteinander verbindet und man weiß nie genau, ob Hal jetzt einem aktuellen Verbrechen auf der Spur ist, oder Geistern der Vergangenheit hinterher hetzt. Die Geschichte fand ich nicht so schlecht und auch die Umsetzung und Auflösung eigentlich recht gelungen Allerdings muss ich auch sagen, dass mir die teilweise furchtbar billig erscheinende Optik so gar nicht zusagen wollte und das einige Dinge wie der Glockenturm etwas zu augenscheinlich aus dem Rechner stammten. Der größte Schocker ist aber sicher ein passend besetzter Val Kilmer, der hier so aufgeschwemmt daherkommt, dass man ihn sofort in die nächte Rehe-Klinik einchecken möchte. Ein kleiner und mittelprächtiger Film, der aber wesentlich besser geworden wäre, wenn er weniger Wert auf 3D-Sequenzen und CGI gelegt hätte.
Universal Soldiers: The Reckoning
"Universal Soldier: Day of Reckoning" ist wohl die bislang größte Überraschung des Jahres. Ich wähnte mich ja gestern bisweilen im falschen Film und der Streifen erinnert mit seinen bizarren und optischen Einfällen auch eher an ein Arthouse-Drama, als an einen herrkömmlichen Action-Film. John Hyams absolut ungewöhnlicher Streifen wirkt fast so, als hätte Gaspar Noe "Memento" neu verfilmt und erinnert so gar nichts an Werke, die ich aus dieser Ecke kenne. Der Streifen steht mit einer Erzählweise, Bildern und seinem minimalistischen Soundtrack dann auch eher in der Tradition dramatischer Werke und bietet ja neben hochgradig brutalen Sequenzen auch immer wieder unerwartet entschleunigte Momente und eine interessante Geschichte, die gegen Ende sogar existenzielle Züge annimmt. Mit Scott Adkins hat man auch einen Darsteller besetzt, der neben den Kampfszenen auch die dramatische Komponente des Ganzen herausarbeiten kann und trotzdem glaubwürdig bleibt. Als Partyfilm würde ich John Hyams-Streifen aber nicht bezeichnen, sondern - no joke - als ultrabrutales B-Movie-Arthouse-Drama, dass Werke wie "The Raid" und "Expendables" auch mühelos hinter sich lässt und seine Zeit überdauern wird.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: So 10. Mär 2013, 08:48
von jogiwan
Die Barbaren
Zweitsichtung - demnächst mehr!
Enzeit: Dabl-Trabl: Rush II & 1994 - Nur die Starken überleben
Reel-vertauschte Endzeit-Madness - demnächst auch mehr!
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Fr 15. Mär 2013, 08:21
von jogiwan
Nachtrag der letzten Tage:
Hotel Transilvanien
Dracula, Frankenstein, Mumie und ein Hombre Lobo in einem Film und das ohne Paul Naschy? Kein Wunder, dass der Streifen nicht gänzlich geglückt ist und wer sich im Vorfeld ein ironisches Zitatekino und/oder herzliche Geschichte erwartet, ist bei der familientauglichen und auf 3D-getrimmte Animationsaction leider wie der Normalsterbliche im Film an der falschen Adresse. Zwar hat "Hotel Transylvanien" schon seine Momente, ist zeitweise sehr witzig und es kracht und rummst an allen Ecken, aber mit einer guten Geschichte kann der Film abseits seiner Ausgangsidee ja nicht aufwarten. Obwohl es ständig rummst und kracht wird "Hotel Transylvania" gegen Ende eher mau und die ständigen Verweise an popkulturelle Kurzzeitphänomene fand ich auch eher nicht so berauschend. Weniger wäre hier sicher mehr gewesen. Kann man gucken, muss man aber nicht und "Paranorman" ist in Tagen wie dieser sicher der bessere Animations-Streifen mit Monstern, der nicht nur Kinder anspricht.
Black's Game
Islandisches Action-Drama über einen Studenten, der den Verlockungen des schnellen Geldes und Drogen erliegt und durch einen ehemaligen Kumpel zur großen Nummer im Drogengeschäft wird. Alles recht passabel gemacht und erinnernt das hedonistischen Partygehabe etwas an "Trainspotting" und ist auch recht stylish - krankt aber etwas daran, dass die Figuren insgesamt zu unsympathisch ausgefallen sind. Auch die episodenhaften Entwicklungen und die Figuren fand ich auf Dauer etwas zu konstruiert. "Black's Game" erinnert dann auch etwas an den schwedischen "Easy Money", der bereits eine ähnliche Story vor einiger Zeit präsentiert hat. Das Bonusmaterial ist ebenfalls seltsam ausgefallen und bietet zwei kurze Interviews mit Leutchen, deren Szene es gar nicht in den Film geschafft hat. Auch das am Cover präsentierte "Vom Regisseur von Drive" ist nicht korrekt. Mittelprächtig!
Der Polyp
Unterhaltsamer und haarsträubender Tierhorror über ein riesiges Octopussy in der Tradition von "Der weiße Hai", der aber zum Glück nie Kurve zwischen ernsthaften Horror und lustigen Trash bekommt. Abseits von gar so vielen und auch recht unausgewogenen Handlungssträngen, bietet der Streifen neben beklemmenden auch zahlreiche humorvolle Momente, die immer dafür sorgen, dass man die Tentakel-Sause auf Dauer nicht ernstnehmen kann. Auch die aufdringliche, unpassende und dennoch inflationär eingsetzte Musik wäre in einem Giallo wohl besser aufgehoben gewesen und sorgt ebenfalls nicht gerade für Atmosphäre. Aber auch wenn der Streifen sicher alles andere als gut gelungen ist, so hat er doch einen durchaus hohen Unterhaltungswert, einen gelungenen Schreckmoment und bietet eine wie immer bezaubernde Sherry Buchanan und eine trinkfeste Shelley Winters. Ich fand den jedenfalls spassig und sympathisch! Calamari fantastico!
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Fr 15. Mär 2013, 08:22
von jogiwan
Alpen
Ein sehr schräges Teil, dass uns hier Giorgos Lanthimos ("Dogtooth") präsentiert. Leutchen, die mit ihrem Lebem selbst irgendwie nicht klar kommen, nehmen die Positionen verstorbener Personen ein, um den Überlebenden die Trauer zu erleichtern. Dass sowas auf Dauer nicht gut gehen kann, liegt auf der Hand und der dramatische Film ist durch seine Ernsthaftigkeit, mit der er sein groteskes Thema und die Angst der Protagonisten vor Veränderungen präsentiert, auch sehr gelungen. Zwar lässt der Regisseur seine Figuren und ihr Umfeld größtenteils im Dunkeln und man weiß eigentlich nie so genau, was jetzt reales Umfeld oder gespielte Rolle ist und dennoch lässt die Geschichte derart viel Interpretationen in unterschiedlichste Richtungen zu, dass man aber gerne darüber hinweg sieht. Die Art der Inszenierung erinnert etwas an Ulrich Seidl, wäre da nicht immer wieder tiefschwarze Humor und die bewußte gewählte Distanz zwischen Zuschauer und Figuren. Ein interessanter Film, aber definitiv nicht für jeden und auch nicht jeden Tag!
Friedhof der Kuscheltiere
"Friedhof der Kuscheltiere" bzw. Buch und Film hab ich immer schon sehr gemocht und den Vorwurf, dass Lamberts Werk etwas langweilig ist, kann ich auch nicht wirklich nachvollziehen. Sicherlich ist der Streifen nicht gar so spektakulär und atmosphärisch hätte man sicher noch mehr nachbessern können, aber für 80er-Mainstream-Horror-Verhältnisse ist "Pet Sematary" doch sicherlich gelungen. Die Szene mit dem Fuss war ja seinerzeit für uns alle ein richtiger Schocker und auch heutzutage rockt die immer noch. Der Rest ist für einen fast 25 Jahre alten Film ebenfalls okay, auch wenn die Klamotten von Denise Crosby inkl. Schulterpolster halt gar nicht mehr gehen. Trotzdem überwiegen hier imho eindeutig die positiven Momente und für mich zählt "Pet Sematary" daher auch zu den besseren Horror-Streifen aus den Achtzigern.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Sa 16. Mär 2013, 09:24
von jogiwan
Django Unchained
Das Quentin Tarantino ein Blender ist, ist ja nix Neues, aber sein "Django Unchained" ist einfach kein guter Film. Ein zähes Flickwerk ohne richtigen Spannungsbogen, dass auch ungefähr eine Stunde zu lang ausgefallen ist und seine dreigeteilte Geschichte auch recht holprig zusammenschustert. Irgendwo zwischen Western-Satire, B-Movie-Hommage und Sklaven-Drama, ein paar coolen Szenen, obligatorischen Laber-Szenen, Blutfontänen und bekannten Geschichtern ist Tarantino aber sein Gespür für eine gute Geschichte abhanden gekommen und man sehnt sich als Zuschauer bald einmal das Ende herbei, dass jedoch maximal noch aufgrund seines Gewaltlevels punkten kann. Waltz wiederholt seine theatralisch angelegte Rolle aus Inglorious Basterds, stiehlt dem eigentlichen Hauptdarsteller mühelos die Show und war daher wohl in der falschen Oscar-Kategorie nomniert. Auch den Soundtrack emfpand ich mit abseits von Morricone deplatziert und auch die teils schönen Bilder können nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier einfach nichts, aber auch gar nichts zusammenpassen will.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: So 17. Mär 2013, 15:02
von jogiwan
Doom Asylum
Im glücklichsten Moment ihres Lebens verunglückt Judy samt Lover und stirbt in den Trümmern des Unfallwagens. Ihr Lover wird irrtümlich für Tod erklärt, verliert daraufhin den Verstand und ermordet Ärzte und Pfleger eines Krankenhauses, dass daraufhin geschlossen wird. Zehn Jahre später macht sich Judys Tochter Kiki auf, um sich im stillgegelegten und verlassenen Krankenhaus um das sich seitdem schreckliche Mythen ranken den Geistern der Vergangenheit zu stellen. Doch so verlassen ist der Ort gar nicht und neben einer Mädchen-Punkband hat auch der Verrückte überlebt und macht mit Autopsie-Werkzeugen grausame Jagd auf die unbedarften Jugendlichen...
Du meine Güte! Haarsträubende und Zehennägelaufrollende Mischung aus Slasher und Parodie, der für den Zuschauer sehr blutige Effekte und hoffnungslos überzeichnete Figuren parat hat. "Doom Asylum" schafft auf dem Trash-Barometer wohl mühelos die Zehn-Punkte-Marke und bietet teils auch recht drastische Morde im Minutentakt, sodass im Verlauf des recht kurzen Streifens kaum Langeweile aufkommt. Die Mädchen-Punkband und ihre experimentielle Musikdarbietung ist ja, ähm... sagen wir sehr speziell und auch die restlichen Dialoge sind wohl im Zufallsprinzip entstanden. Overacting steht am Programm und einizges bekanntes Gesicht ist ja Kirstin Davis, in einer unspießigen Rolle, die ja später als konservative Charlotte in "Sex and the City" Karriere gemacht hat. Die handgemachten Effekte sind dafür recht ordentlich ausgefallen und irgendwie macht die Gurke dann ja auch großen Spass. Für Leutchen, mit Sinn für Humor und die von schlechten Filmen nicht genug bekommen können, ist "Doom Asylum" dann sicher eine hervorragende Wahl - alle anderen sollten wohl eher Abstand halten.
Splatter Disco
Der junge und sympathische Kent ist Besitzer eines gut besuchten Fetisch-Clubs, der vor allem der konservativen Mutter des örtlichen Bürgermeisters ein Dorn im Auge ist. Diese befiehlt ihrem Sohn um die Weihnachtszeit den Club notfalls auch mit unlauten Mitteln zu schließen und verlässt sich dabei auch auf ihren jugendlichen Lover. Für Kent sind die Zeiten aber ohnehin hart, da er nicht nur geschäftlich am Ende steht, sondern sich auch noch um seinen todkranen Vater und eine umtriebige Ehefrau kümmern muss. Als sich auch noch ein Serienkiller ins Geschehen mischt, der wahllos Leute aus dem Umfeld des Clubs ermordet und die große Neujahresfeier ansteht, steuert alles einem dramatischen Höhepunkt entgegen.
Auf sowas muss man auch erst einmal kommen: eine Slasher-Musical-Komödie im Fetisch-Umfeld! Alles natürlich ein Fun-Projekt aus dem Amateur-Sektor, aber auch so spassig, dass man sich schon gut unterhalten fühlt. Die Geschichte ist ja halbwegs okay und auch die Umsetzung für die Art de Produktion durchaus okay. Die Songs sind halt eher billig ausgefallen und haben auch recht wenig Bezug zur eigentlichen Handlung, aber ansonsten lässt sich "Splatter Disco" schon gut gucken. Mit Ken Foree und Lynn Lowry hat man ja auch noch zwei Genre-Veteranen an Bord, die hier auch sichtilch Spass haben, mit Fans ein gemeinsames und augenzwinkerndes Projekt zu verwirklichen. Der Streifen von Richard Griffin ("Disco Exorcist") ist jedenfalls unterhaltsam und hat das Herz am rechten Fleck.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Mo 18. Mär 2013, 07:03
von jogiwan
Dead & Buried
Ich mag den Streifen einfach und auch die Tatsache, dass man lange nicht weiß, ob es sich bei "Dead & Buried" jetzt um einen Vampir-, Zombie-, oder sonstigen Mystery-Streifen handelt. Der Film über seltsame Vorgänge in einem kleinen Küstenort "Plotters Buff" steckt voller kleiner und fieser Ideen und vor allem der beklemmende Auftakt mit dem Fotografen ist wirklich sehr gelungen. Zwar kann der Streifen sein Tempo und Atmosphäre nicht über die ganze Zeit halten, dafür entschädigt der Knaller am Ende über so manch langsamere Szene im Mittelteil. Shermans Streifen zählt aber sicherlich zu den originelleren Streifen aus den Anfängen der Achtziger und trotz der mittlerweile runtergestuften Freigabe ab 16 Jahren ist "Dead & Buried" doch überraschend drastisch ausgefallen.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Di 19. Mär 2013, 07:03
von jogiwan
Die Zeit der Wölfe
"Weiche nie vom Weg ab - iß kein Obst, dass am Boden liegt und hüte dich vor Männern mit zusammgewachsenen Augenbrauen". Der Rat ihrer Großmutter verfolgt die 14jährige Rosaleen bis in ihre Träume, in denen das pubertierende und rebellierende Mädchen Traum, Märchen, aufkeimende Sexualität und Realität miteinander vermischt. Geschichten über unschuldige Mädchen, mittelalterliche Dörfer und charismatischen Männern, die sich in reissende Bestien verwandeln, markieren das Ende der kindlichen Unschuld und ebnen den Weg zur erwachsenen jungen Frau...
Neil Jordans Adaption einer Geschichte von Angela Carter ist eine wunderbare Mischung aus gruseligem Märchen für Erwachsene, Werwolf-Horror und der "Coming-of-Age"-Story eines jungen Mädchens, dass gleichzeitig auch voller Symbolik und verdrängter Sexualität steckt. Die filmische Umsetzung ist wie die Auswahl der Darsteller sehr gelungen und neben den blutigen Verwandlungen, besticht der Film vor allem durch seine surrealistischen Kulissen und einer Traum-artigen Atmosphäre, die "Die Zeit der Wölfe" auch zu einem sehr ungewöhnlichen Seh-Vergnüngen machen. Neben dem tschechischen und nicht minder empfehlenswerten "Valerie - eine Woche voller Wunder" wohl der zweitbeste Film über das Erwachsenwerden junger Frauen, der sich den Mitteln des Horrorfilms bedient und ein Film, den man mit fortgeschrittenen Alter auch zunehmend schätzen kann.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Do 21. Mär 2013, 18:46
von jogiwan
Ein wirklich junges Mädchen
Wer braucht eigentlich noch "Feuchtgebiete" lesen, wenn man die Mischung aus Ekel und nackten Tatsachen auch in Spielfilm-Form konsumieren kann. Bereits 1976 gedreht, wurde das Spielfilm-Debüt von Catherine Breillat aufgrund seiner expliziten Darstellung rasch verboten und wurde erst Jahrzehnte später uraufgeführt. Wenig verwunderlich, da der Streifen mindestens so grausig, wie das Buch von Charlotte Roche ausgefallen ist, auch wenn die ganze Sache hier eher in die dramatische Richtung geht. Die erwachende Sexualität und die Neugier der jungen Alice wird in einer Vielzahl sehr expliziten und teils surrealistischen Szenen gezeigt und dem Zuschauer nackte Tatsachen und Körperausscheidungen fern jeglicher Erotik zeigen. "Ein wirklich junges Mädchen" ist dann auch ziemlich auf Skandal gebürstet und öfters als einmal, würde ich trotz künstlerischem Anspruch so etwas dann auch gar nicht sehen wollen.
Streetwise
Eine berührende Dokumentation, die frei von jeglicher Wertung den harten Alltag amerikanischer Straßenkinder zeigt und dabei auf drastische und plakative weitgehend verzichtet. Martin Bell legt auch weniger Wert auf die äußeren Umstände, sondern den jeweiligen Menschen und bringt dadurch auch berührende Geständnisse zu Tage, die die schicksalhaften Begebenheiten erahnen lassen, die dazu geführt haben, dass diese Kids auf der Straße gelandet sind. Anstatt auf die Tränendrüse zu drücken, bietet der Streifen bei all seiner Traurigkeit doch immer wieder optimistische Momente und zeigt junge Menschen, die selbst in Extremsituationen nicht die Fassung, ihren Mut und Lebensfreude verlieren.
Heisses Pflaster Köln
Der Film ist natürlich der absolute Kracher und ich liebe derartige Filme einfach. Österreichische Zuhälter vs. Kölner Luden, dazu eine packende Geschichte über einen gewaltbereiten Kriminellen auf der Flucht, der einen Staatsanwalt erpresst und ein durchtriebenes Gör mit Hang zu Tantchens Rente. Alles natürlich herrlich reißerisch, temporeich und mit viel Kölner Lokalkolorit und flotter Musik in Szene gesetzt, wobei hier natürlich die Österreicher wie immer etwas besser wegkommen. Auch die Bildqualität empfand ich eigentlich gut und das gekürzte bzw. anders gestaltete Ende ist halt den damaligen Verhältnissen geschuldet, dass man die Pferde nicht allzu scheu machen wollte. Dennoch ein unverzichtbarer Beitrag zum deutschen Milieu-Film mit einigen bekannten und noch jungen Gesichtern, den man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.