Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Euer Filmtagebuch, Kommentare zu Filmen, Reviews

Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Ein Toter hing im Netz

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Lustiger, weil herrlich naiver Horrorfilm aus deutschen Landen über eine Gruppe von Tanzmäuschen, die sich nach einem Flugzeugabsturz auf einer einsamen Insel gegen ein mutiertes Spinnenmonster erwehren müssen. Statt Panik und Todesangst steht aber eher Tanz, zwischenmenschliches Gezicke, Konkurrenzkampf und Modenschau am Programm und irgendwie hat man ständig das Gefühl, dass die Gesamtsituation gänzlich an den drallen Mädels vorbeigeht. Neben einer tollen Maske, ein bissl Stop-Motion-Geschmodder und viel züchtig-nackter Haut steht statt Spannung auch eher gepflegte Langeweile und große Gefühle am Programm. Zwischendrin wirds wirklich etwas öde, ehe das Drehbuch rasch wieder ein paar wundersame Dinge aus dem Ärmel zaubert, damit die ganze Sache harmonisch beendet werden kann. Das erste deutsche Liebesdrama mit Musik und Spinnenmonster und eigentlich herrlich schräg! Die DVD von Ostalgica wird einem mittlerweile ja auch nachgeschmissen - daher zugreifen!

Der Tiger von Osaka / Zero Woman

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Eigentlich arg brutaler und ziemlich niederträchtiger Streifen über eine wortkarte Ermittlerin in eine Gruppe gewaltbereiter Entführer eingeschleusst wird, um eine "schweiflose Geschlechtsgenossin", die dummerweise die Tochter eines angesehenen und aufstrebenden Politikers ist, zu befreien. Zwischendrin wird wahllos vergewaltigt, gemordet und Leutchen abgefackelt, Heroin gespritzt und ausgepeitscht oder auch ein Schweißgerät und Schraubstock zweckentfremdet. Alles immer hübsch und freizügig in Szene gesetzt, herrlich jenseitig und weil das alles nicht reicht ist die Sause auch noch mit einer deutschen Synchro bestückt, dass einem die Ohren schlackern. Ein Film der auch 38 Jahre nach Erscheinen noch immer ordentlich die Bude rockt und den Zuschauer mit einer Fülle von Gewalt und sonstigen Abartigkeiten nahezu erschlägt. Guilty, guilty Pleasure!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Goodnight - Die Nacht, als Knecht "Blutbrecht" kam

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Achtziger-Slasher, der recht systemerhaltend die Grundinhalte von "Freitag der 13." und "Die Todesparty" wiederholt und dabei außer einem Psychokiller im Santa-Kostüm gar nicht mal so weihnachtlich ausgefallen ist. Am Anfang steht ein mißglückter Scherz und eine kleine Gruppe von notgeilen Teenies, die sich zwei Jahre darauf die Weihnachtsferien mit dem männlichen Geschlecht und Bettakrobatik vertreiben wollen. Die Morde sind dabei recht kreativ, das Tempo über weite Strecken okay und auch die Auflösung ist halbwegs originell. David Hess macht seine Sache hinter der Kamera jedenfalls recht gut, auch wenn so ein Streifen ohne richtige Sympathieträger ab einem gewissen Zeitpunkt zu einer Art Nummern-Revue verkommt, bei dem man nur noch auf den nächsten Kill und die Enthüllung des Motives wartet. Irgendwie hab ich dann auch schon zu viele Slasher gesehen, als dass mich das Ergebnis über ein mittelprächtige Maß hinweg begeistern könnte.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Das Todesriff

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Der Industrielle Valdesio liebt das Meer und entwickelt mit seinem Team ein Tauchboot mit spezieller Legierung, das sein Unternehmen schlagartig vor finanziellen Sorgen retten soll. Privat ist er jedoch wie seine Frau Paola voll der Sorge um seinen kranken Sohn Massimo, der dringend eine Operation benötigt und seine Freizeit mit dem talentierten Schäferhund Hasso verbringt. Als ein Einbruchsversuch in seinem Büro vereitelt wird, entführen Kriminelle seinen Sohn aus dem Krankenhaus um so an die Unterlagen Valdesios zu kommen. Während die Eltern verzweifeln und die Polizei ermittelt, heftet sich auch Hasso an die Fernsen der gewaltbereiten Entführer und als die geplante Übergabe der Pläne scheitert, steuert alles einem tragischen Höhepunkt entgegen...

Was soll man schon von einem Film halten, bei dem in den Titel-Credits neben dem Wasserschilaufweltmeister Roby Zucchi auch ein supertalentierter Schäferhund angekündigt wird. Wer sich bei "Todesriff" Tauch-Thriller erwartet ist jedenfalls an der falschen Adresse und im Grunde geht es auch um eine Kind-Entführungsgeschichte mit wirtschaftlichen Hintergrund und dem Vorläufer von Komissar Rex, der mit scheinbar übernatürlichen Fähigkeiten ausgestattet ist und brav Männchen macht. Trotz eindrucksvoller Namen wie Frederick Stafford, einem fiesen Howard Ross und dem optischen Aufputz Dagmar Lassander bekommt ja das Hündchen die meiste Screentime und das ganze wäre im Grunde auch wie ein Abenteuerfilm für die ganze Familie, wären da nicht andauernd Sachen zu sehen, die in so einem derartigen Streifen aber nichts verloren haben. Irgendwie weder Fisch noch Fleisch und richtige Spannung sieht auch anders aus, aber auf der anderen Seite schon wieder so seltsam und mit flotten Soundtrack, dass man sich als Italo-Fan dann doch irgendwie unterhalten fühlt.

Unter den Dächern von St. Pauli

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24 Stunden auf der Reeperbahn. Harry versucht den Tod seiner Frau zu rächen, die von einem Zuhälter und Nachtclub-Besitzer ermordet wurde und von Gericht aufgrund einer Falschaussage freigesprochen wurde. Eine Gruppe von Schülern aus Lübeck spielt ihrem Lehrer mit einer Prostituierten einen Streich, während der Geschäftsmann Pasucha von seiner Frau, die als Stripperin arbeitet, öffentlich gedemütigt wird. Wenig später gibt es einen weiteren Mord samt Entführung und das Schicksal führt alle Beteiligten, die sich zuvor noch nie gesehen haben, zueinander...

Ein ganz toller Streifen in einer etwas dürftiger Aufmachung, der uns hier von Lighthouse/Nova Entertainment präsentiert wird. Alfred Weidenmanns Film aus dem Jahre 1969 bietet ja jedenfalls alles, was man sich von einem deutschen Milieu-Streifen erwartet und punktet mit vielen Begebenheiten unterschiedlichster Natur im Umfeld der Reeperbahn. Die Geschichte ist dabei jedoch weniger reißerisch und Action-betont, sondern legt eher Wert auf die dramatische Komponente seiner Figuren, ohne dabei auf sleazige Momente und erhöhtem Unterhaltungswert zu verzichten. Der Streifen punktet ja neben seinen tollen Darstellern auch mit viel Außendrehs und Lokalkolorit und ist auch überraschend kurzweilig ausgefallen. Weniger gelungen ist jedoch die DVD, bei der wohl eine etwas überstrapazierte Kinorolle als Master diente. Das Bild ist leicht grünstichig und stets grieselig und am Ende gibt’s auch ein paar Bildsprünge. Mich hat dieser spezielle Grindhouse-Flair aber nicht weiter gestört und „Unter den Dächern von St. Pauli“ ist dann als Film auch zu großartig, als dass man solchen Kleinigkeiten weiter Bedeutung schenken möchte.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Guilty of Romance

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Zweitsichtung in größerer Runde und natürlich große Verwunderung mit anschließender Begeisterung! What else?

Sharks in Venice

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Unpackbare Mischung aus "Indiana Jones" und "Der weiße Hai", der uns hier mit dem untalentiertesten Baldwin-Bruder Stephen in der Hauptrolle präsentiert wird. Dieser tappst benommen und aufgeschwemmt wie eine venezianische Wasserleiche durch die haarsträubend-unlogische Handlung, als müsste er zwanghaft Steven Seagals schauspielerische Leistung unterbieten. Und das schafft er auch mühelos und passt so hervorragend in ein supertrashiges Stück Film, dass jedoch irgendwie immer die Lacher auf seiner Seite hat. Die Story ist grandios doof und nicht das, was man sich anhand des Covers erwarten würde. Die Schauspieler größtenteils mies und auch die Tricks aus dem Rechner bzw. die wenigen Hai-Angriffe sind so schlecht gemacht, dass man nach jeden Effekt förmlich gezwungen wird, die Rückspultaste zu betätigen. Alles in allem wohl einer der schlechtesten Filme aller Zeiten, der mit entsprechend viel Alkohol im Blut jedoch unfreiwillig zur Partygranate mutiert. Seltsam, aber so steht es geschrieben!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Wer ist Hanna?

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Wunderbar gemachter Thriller mit grandiosen Darstellern und schicken Location von Marrokko bis Berlin, der mit schönen Bildern und einer ungewöhnlich ruhigen Erzählweise daherkommt. Eigentlich alles wunderbar, wäre da nicht die etwas lahme Geschichte über ein junges Mädchen mit Geheimnis, welches jedoch schon nach dem ersten Drittel zu erahnen ist. "Wer ist Hanna" ist dann neben all den schicken Bildern auch eher von der überraschungsarmen Sorte und auch die Darsteller wie Cate Blanchet und die tolle Saoirse Ronan können nicht ganz darüber hinwegtäuschen, dass man irgendwie auf ein entscheidendes Etwas wartet, das dann letzten Endes doch nicht kommt. Style over Substance in seiner trotzdem annehmbarsten Form und ein guter Film, der aber genausogut ein absolutes Highlight werden hätte können...

Wanted

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Komplett überzeichneter und Comic-artiger Actionfilm ohne viel Sinn und Verstand, der den Zuschauer mit einer derartigen Fülle an haarsträubenden Action-Sequenzen ständig davon ablenkt, dass die ganze Sause eigentlich keinen Sinn ergibt. Normalerweise ist so etwas ja gar nicht mein Fall und mit kramphafter Coolness und CGI-Bildern bin ich ja auch eher spinnefeind. Überraschenderweise ist die Sause aber nicht nur sehr brutal, sondern auch unerwartet unterhaltsam mit netten und vor allem unerwarteten Twist am Ende. Film wie "Wanted" würde ich mir zwar nicht ständig anschauen wollen und die Handlung und Tendenzen sollte man wohl ebenfalls nicht näher hinterfragen, aber Langeweile kommt erst keine auf und als Hirnausschalte-Popcorn-Kino im erhöhten Härtegrad mit Witz und Tempo funzt der Streifen am Ende eines anstrengenden Tages mit etwas Wohlwollen des Zuschauers auch recht wunderbar.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Tanz der Dämonen

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Etwas lahme Monster-Sause, die ich aber immer schon wieder mal sehen wollte, weil ich das Dingens mal in jüngeren Jahren aus der Videothek ausgeliehen hatte. Die Geschichte ist irgendwo zwischen "Tanz der Teufel", Bavas "Dämonen" und diversen Okkult-Streifen angesiedelt und zu keiner Sekunden mitreißend, was größtenteils an der lahmen Inszenierung, den unspektakulären Effekten und den unsympathischen Charakteren liegt. Denen wünscht man auch ein baldiges Abnippeln an den Hals und auch die restlichen Entwicklungen kann man eher mit Schmunzeln zur Kenntnis nehmen. Warum soll man sich denn auch aufregen, wenn rundherum sich alles in Dämonen verwandelt? Alles in allem kein wirklich guter Film und selbst für Monster-Freunde wohl ein eher durchschnittliches Vergnügen. Hätte sich wohl auch in der Trash-Collection recht hübsch gemacht.

Ein Unbekannter rechnet ab

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Schön gemachte Verfilmung des Agathe Christie-Romans, der u.a. auch schon in "Da warens nur noch Neun/Das Geheimnis im blauen Schloß" zu größeren Ehren gekommen ist. Collinson steht für seine Adaption des beliebten Stoffes ein Alltime-Dream-Cast aus diversen europäischen Schauspielstars und eine traumhaft-exotische Location in Form eines weitläufigen Hotels zur Verfügung und er nutzt beides auch recht gut um einen eleganten Big-Budget-Kammerspiel-Thriller zu zaubern. "Ein Unbekannter rechnet ab" steht dann auch in der Tradition von "Tod auf dem Nil" und "Mord im Orient-Express" in dem sich die interantionalen Stars die Klinke in die Hand geben und alles doch recht gediegen und sittsam um sie herum gezimmert wurde. Charles Aznavour darf ein Liedchen trällern, Elke ist hübsch, Oliver Reed der raue Sympahtieträger und auch wenn die Spannung sicher nicht im Vordergrund steht, ist "Ein Unbekannter rechnet ab" genau die Art von Hochglanz-Agathe-Christie-Verfilmung, die ich immer wieder gerne sehe. Toller Cast, toller Film!

Pig Hunt

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Backwood-Horror aus dem Jahre 2008, der sich irgendwie nicht entscheiden kann, ob er denn nun lieber "Razorback", "Beim Sterben ist jeder der Erste" oder wasweißichnochalles sein möchte. Irgendwie ist "Pig Hunt" dann weder das Eine noch das Andere, da ja auch noch eine seltsame Hippie-Kommune, Irak-Thematik und zig andere Charaktere in der etwas haarsträubenden Keiler-Hatz auftauchen müssen. Letzten Endes ist dann zwar immer was los, aber die Logik und Sympathieträger bleiben auf der Strecke und irgendwie ist einem das Schicksal der zahlreichen Protagonisten, denen jegliche Tiefe fehlt, dann mit zunehmender Laufzeit auch egal. Popcorn-Wundertüten-Tierhorror der brutaleren Sorte mit viel Kokolores, die aber trotzdem nur mäßig funzt und bei der weniger vermutlich wieder einmal mehr gewesen wäre.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Mit 2 tollen Filmen ins Neue Jahr:

Ein schwarzer Tag für den Widder

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Wunderbarer und einzig wahrer Silvester-Giallo mit einem verkaterten Franco Nero, der durch die wunderbarsten Bilder stolpert, die das italienische Giallo-Kino wohl zu bieten hat. Was Bazzoni hier mit seinem Kamera-Mann abliefert ist so unbeschreiblich schön, dass man in den Bilder versinken möchte und gleichzeitig aber so zurückhaltend, dass man nicht gleich von aufdringlichen Bilderwelten und irgendeiner Symbolik erschlagen wird. Eine schwelgerische Liebeserklärung an Architektur, Gemoetrie, Licht und Schatten und die Schönheit seiner Darsteller, die wohl auch erst auf bei mehrfachen Blick seine ganze Schönheit offenbart. Exemplarisch seien hier auf jeden Fall die durchgehenden Dialoge an unterschiedlichen Schauplätzen und die Kamerfahrt während des Verhörs erwähnt, bei der über ein laufendes Tonbandgerät zu einer kleinen, goldenen Weltkugel zoomt, in der sich das Gesicht Franco Neros spiegelt und dann langsam zurückfährt bis alle Anwesenden im Raum zu sehen sind. Für mich ist "Ein schwarzer Tag für den Widder" optisch mittlerweile sogar der schönste aller Gialli!

The Red Queen kills 7 times

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Kurzweiliger, blutiger und eigentlich recht turbulenter Giallo mit deutschen Handlungsort im stylische Modehaus-Umfeld und einem traumhaften Cast, der hier mit Bouchet, Danning, Malfatti und noch ein paar anderen, die schönsten Damen vor der Kamera versammelt, die das italienische Genre-Kino zu bieten hat. Das Wiedersehen mit der schönsten Giallo-Wohnung der Filmgeschichte (ja, die von "Der Killer von Wien") und die unvorhersehbare Geschichte lassen auch darüber hinwegsehen, dass der deutsche Ton der DVD doch arg blechern klingt und die furchtbare Frisur der Bouchet doch irgendwie wie ein Sturzhelm aussieht. Sybill Daning hingegen ist mehr als bezaubert und auch die Malfatti sieht man ja immer wieder gerne. Technisch gibts nichts zu meckern und spätestens wenn im eindrucksvollen Finale die Bouchet nasse Füsse bekommt weiss man, dass es bei diesem rundum gelungenen Film um ein absolutes Must-See handelt!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Tokyo Godfathers

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Würdiger Abschluss meiner Weihnachts/Neujahr-Filmsause mit dem kurzweiligen "Tokyo Godfathers" des leider viel zu früh verstorbenen Regisseurs Satoshi Kon. Im Gegensatz zu seinen anderen Werken ist die Geschichte über drei gesellschaftliche Außenseiter, die in der Weihnachtsnacht ein Baby im Müll finden überraschend geradlinig erzählt. Der Streifen ist witzig und dramatisch zugleich und hat trotz turbulenter Ereignisse und märchenhafter Gesamt-Charakteristik auch stets das Herz am rechten Fleck. Die 90 Minuten vergehen jedenfalls wie im Flug und wer Animes und herzerwärmende Geschichten ohne kitschige Tendenzen mag, kommt um diesen Streifen ohnehin nicht vorbei.

Der Richter und sein Henker

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Langsam und auch etwas sperrig erzählter Psychothriller nach einer Novelle von Friedrich Dürrenmatt, in dem sich ein bedächtiger und todkranker Ermittler ein scheinbar ungleiches Duell mit einem skurpellosen Waffenhändler liefert, der nebenher Kontakte bis in höchste Kreise hat und dem Inspektor auch immer einen Schritt voraus scheint. Die Geschichte ist dabei nicht nur etwas undurchschaubar und erinnert im Aufbau an ein Schachspiel, sondern besitzt neben seinen getriebenen Charakteren auch bitterbösen Witz, in dem vor allem die Schweizer Mentalität und Bevölkerung nicht gar so gut wegkommt. Etwas gewöhnungsbedürftig ist sicher auch der nachsychronisierte Schweizer Dialekt der internationalen Darsteller, wie John Voight und Robert Shaw, aber der langsam aufgebauten Spannung tut das imho keinen Abbruch. Ein rau schimmernder und abgründiger 70er-Jahre Krimi, der die volle Aufmerksamkeit des Zuschauers fordert, Donald Sutherland in seiner wohl kleinsten Rolle präsentiert und sowas von genau nach meinem Geschmack ist. Wow!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Austrias Next Topmoppel - Staffel 5 / Episode 1

Langweiligster Staffelauftakt aller Zeiten. Kein Pre-Casting, kein Um-Styling, keine Tränen, dafür Mädchen, die seltsamerweise alle irgendwie seltsam professionell wirken. Auch der kleine Streit wirkt mehr als einstudiert. Wenn schon "Scripted Reality" dann doch bitte nicht so offensichtlich! Weiter Kommentare überlasse ich dann den anderen:

http://kurier.at/kultur/medien/einstudi ... /2.281.451
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Das Phantom der Oper

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DVD-Regel Nr. 1: Schenk deinem Schatz nie Filme, die du nicht selber gucken möchtest. Naja, so schlimm wie erwartet war es dann ja eh nicht. Andrew Loyd Webber ist ja nicht meine Baustelle, aber Joel Schumacher bastelt um die bekannten Songs einen recht schönen und oppulenten Kostümfilm, der gar nicht mal so Song-lastig ausgefallen ist. Die Austattung ist sehr gelungen, die Darstellerin der Christine Daae bezaubernd und dank Minnie Driver als überkanditelte Primadonna gibts auch ein paar humorvoll-groteske Momente. Gerard Butler würde mir als Idealbesetzung für das Phantom wohl auch nicht in den Sinn kommen und hat zu allem Überfluss auch noch selbst gesungen. Trotz 130 Minuten Laufzeit ist das Werk überraschend kurzweilig ausgefallen und die leuchtenden Augen nebenan auf der Couch entschädigen auch ohne Weiteres für den Rest.

Dario Argento's Das Phantom der Oper

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Zweiter Teil meines "Phantom der Oper"-Themenabends und nach Joel Schumachers oppulenter Verfilmung biegt Argentos Werk gleich noch einmal so hilflos um die Ecke. Schlichtweg katastrophales Werk mit einer hoffnungslos deplatzierten Hauptdarstellerin, die in ihrer Gesangsszenen Fremdschämen neu definiert und auch ansonsten keine Peinlichkeit auslässt um die Stirn des Zuschauers zum Runzeln zu bringen. Was auch immer Argento zum klassischen Literaturstoff aus eigenen Ideen addiert ist schlichtweg katastrophal und auch auf der technischen Seite kann der Streifen kaum punkten. Mit etwas Alkohol und Wohlwollen des Zuschauers kann der Streifen dank mieser CGI, theatralischem Pathos und ein paar lustigen Momenten zumindest als kurioser Trash-Streifen punkten, anonsten hüllt man über die imho bislang mißglückteste Phantom-Verfilmung doch besser den Mantel des Schweigens.
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