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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Di 27. Nov 2012, 08:29
von jogiwan
Schwarzer Sonntag

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Eigentlich sehr packende Mischung aus Polit-Thriller und Actonfilm über eine Handvoll Attentäter, einem grausigen Plan und Personen aus unterschiedlichsten Kreisen, die diesen terroristischen Anschlag teils mit allen Mitteln verhindern wollen. Die durchaus realistisch-anmutende Geschichte ist zwar eher gemächlich - dafür aber extrem kaltblütig erzählt und wird auch immer wieder von recht kurzweiligen Action-Sequenzen unterbrochen. Gefangene werde im Verlauf von "Schwarzer Sonntag" ja nicht gemacht und der Bodycount bewegt sich gegen Ende ebenfalls in höheren Sphären. Wenn in der Mitte des Films die Tragweite des Plans enthüllt wird, kann einem schon mal kurzfristig der Atem stocken und nach 9/11 und in Zeiten wie diesen ist auch die politische Komponente des Film leider wieder aktueller denn je. Dank an dieser Stelle auch dem edlen Spender, der mir die TV-Aufzeichnung des spannenden Filmes zur Verfügung gestellt hat.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Do 29. Nov 2012, 07:42
von jogiwan
Meteor

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Spassiger Big-Budget-Katastrophen-Trash über einen drohenden Kometeneinschlag auf der Erde, der zwar unterhaltsam daherkommt, aber dessen Story irgendwie nie so richtig einen Sinn ergibt. Trotz bekannter Namen wie Sean Connery und Karl Malden ist "Meteor" irgendwie etwas dröge inszeniert und auch bei den erschreckend billig-wirkenden Effekten hat sich definitiv niemand mit Ruhm bekleckert. Zwar gibt von Tsunami, Lawinenabgang und Tunneleinsturz so ziemlich alles, dass auch bei vorangegangenen Filmen schon gut funktioniert hat, aber die Rahmenhandlung mit althergebrachten Ost-West-Feindschaften, die erst in größter Not beseitigt werden können, ist inklusive etwas höhepunktslosen Finale ja definitiv kein Bringer und auch das Dauer-Gedolmetsche wirkt auf Dauer eher nervig. Prädikat: doof, aber lustig und auch sicher kein Anwärter für die persönliche Katatstrophenfilm-Top 5.

Stadt in Flammen

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Im Vergleich zu den restlichen Katastrophen-Filmen kackt "Stadt in Flammen" ja schon ganz schön ab, was größtenteils daran liegt, dass hier einfach die sympathischen Charaktere und richtigen Helden fehlen und das Finale eigentlich nur aus einer halbstündigen Evakuierung besteht, die jedoch immer nach dem gleichen Strickmuster verläuft. Dieses ist dann zwar in flammendes Rot gehüllt, aber bis es soweit kommt, hat man vergleichsweise viel Leerlauf zu ertragen. Was hier an unterschiedlichen Handlungssträngen eher mäßig zusammenläuft hat größtenteils Soap-Nivea, die Drehlocation fand ich ebenfalls mau und vor allem das ultramoderne Spital hat wohl eher den Charme einer Schul-Aula. Insgesamt gesehen doch ein eher durchwachsenes Vergnügen, dem gerade noch mal Ava Gardner in einer undankbaren Rolle etwas Glanz verleiht.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Sa 1. Dez 2012, 11:44
von jogiwan
Fear(s) of The Dark

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Spinnen, medizinische Nadeln, bellende Hunde und unerklärliche Geräusche.... die Menschheit kennt viele Dinge, die Unbehagen oder gar Angst auslösen und vor allem die Dunkelheit sorgt für erhöhtes Angstgefühl. Vier gruselige Episoden über diese Ängste umrahmt von zwei (!) losen Rahmenhandlungen aus der Feder oder Rechner von sechs renommierten Comic-Zeichern und/oder Grafikern bietet der französische Episoden-Animations-Horror "Peur(s) du noir" und liefert vor allem optisch beeindruckende Ergebnisse...

Interessanter, aber nicht gänzlich geglückter Animations-Episoden-Horror, bei dem aufgrund der Macher auch die Form über dem Inhalt stellt. Größtenteils in kontrastreichen Schwarz/Weiß inszeniert bietet der "Fear(s) in the Dark" dann auch beeindruckende Bilder, die Kinnladen reihenweise nach unten klappen lassen. Leider sind die Geschichten hingegen ja nicht sonderlich originell wie die teils experimentielle Optik und auch die Tatsache, dass Episode zwei durch die beiden Rahmenhandlungen unterbrochen ist, wirkt wenig geglückt. Episode 1 erinnert an Kafkas "Die Verwandlung", Teil 2 geht in Richting Anime. Teil 3 ist eher spooky und vor allem die letzte Episode über ein verwunschenes Haus ist schlichtweg sensationell. Lief auch erfolgreich auf diversen Festivals und wer diese Art von Kurzfilmen mag, ist mit "Peur(s) du noir" jedenfalls bestens bedient. I like!

YellowBrickRoad

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Ein Satz mit X - das war wohl nix. Keine Ahnung, was der Streifen sein möchte, aber statt Outdoor-Horror oder gruseliger Stimmung gibt es zuerst lähmend-langweilige Lagerfeuer-Romantik mit anschließenden Gemeinschafts-Paranoia, die so unmotiviert, konstruiert und unglaubwürdig um die Ecke biegt, dass man sich wirklich fragen muss, wer diesen Mumpitz den Machern auch tatsächlich abkaufen möchte. Positiv sind sicherlich die Darsteller und die Locations hervorzuheben, aber aus der interessanten Grundidee und den Paralellen zu "The Wizard of Oz" wird leider rein gar nichts gemacht und der Zuschauer neben lahmen Erzähltempo auch noch mit haarsträubenden Entwicklungen konfrontiert, die so gar keinen Sinn ergeben möchten. Jedes Mal, wenn die Sache etwas in Fahrt kommt, wird das Tempo wieder rausgenommen, sodass selbst jeder Nachmittags-Waldspaziergang verstörender daherkommt.

Die Katze

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Sauspannender und packender Thriller über eine Geiselnahme mit Götz George und anderen bekannten Gesichtern der deutschen Fernsehlandschaft, die sich hier ein gelungenes Stelldichein geben. Unter der Leitung von Dominik Graf wird hier nach einem Kickstart nahezu in Echtzeit und aus unterschiedlichsten Perspektiven ein zweistündiges Feuerwerk von psychischer Gewalt, Lügen und Intrigen abgefackelt, das es nur so kracht. Für mein Empfinden hätte die ganze Geisel-Sause zwar durchaus noch etwas härter hätte ausfallen können, aber auch so zählt "Die Katze" sicherlich zu den besten Filmen zählt, die ich in letzter Zeit gesehen hab. Die unvorhersehbare Geschichte voller skrupelloser Figuren ist jedenfalls sehr flott erzählt, überrascht durch zahlreiche Wendungen, hat keinerlei Längen und bringt die klaustrophobische Stimmung der handelnden Personen perfekt auf den Bildschirm. Sehr verwunderlich, dass es zu dem Streifen ja bislang nicht mal einen Fred gab. Hammer!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: So 2. Dez 2012, 10:30
von jogiwan
Der Joker

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Etwas trashiger Action-Film von Peter Patzak, der gerne düster und amerikanische wäre, aber irgendwie durch seinen Hauptdarsteller und verbissen wirkende Dramatik auf Dauer eher etwas erheiternd wirkt. Wer auch immer Betroffenheits-Rocker Peter Maffay die Hauptrolle zugetraut hat, lag wohl etwas daneben und der Sänger müht sich auch sichtlich nuschelnd, mit vielen Sprechpausen und dem ewig gleichen Gesichtsausdruck durch die wirren Entwicklungen, die das Drehbuch bereithält. Da werden Lokale gesprengt, lassen sich Auftragskiller kurzerhand gegen ihre Auftragsgeber instrumentalisieren und der Pitbull-Terrier wird zum Gratis-Shampoonieren abgeholt. Klingt doof - ist es auch und auch wenn Patzaks Streifen als Action-Film nicht funktioniert macht "Der Joker" mit seinen schrägen Story, skurrilen Figuren, Hamburger-Lokalkolorit und viel Musik aus der Achtziger-Kiste trotz grober Mängel aber durchaus gute Laune.

Randale - Junge Mädchen hinter Gittern

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Die angehende Sozialarbeiterin und lebensfrohe Agnes bekommt ein Praktikum in einem Heim für schwer erziehbare Mädchen, dass mit strenger Hand von Andrea und einem veralteten, medizinischen Personal geführt wird. Obwohl Agnes in den darauffolgenden Wochen versucht das Vertrauen der Mädchen zu erlangen und sich auch für diese einsetzt, fühlen sich die jungen Mädchen eingesperrt, erniedrigt und unverstanden und versuchen immer wieder aus dem Heim zu entkommen. Doch Agnes lässt sich auch von offener Aggressivität, Selbmordversuchen und anderen Einschüchterungsversuchen nicht entmutigen und gerät so auch ins Visier eines Zuhälters, der mit den ausgebrochenen Mädchen nichts Gutes im Schilde führt...

Women-in-Prison-Filme gibt es ja wie Sand am Meer und zielen auch meist darauf ab, die vorwiegend männliche Zuschauerschaft mit sleazigen Ereignissen und nackter Frauenhaut zu unterhalten. Manfred Purzer ("Das Netz") geht mit seinem Werk aber einen etwas anderen Weg, präsentiert auch keine Knackis, dafür jedoch verhaltensauffällige Minderjährige in einer Erziehungsanstalt und versucht in seinem Film auch eher, der Jugend eine Stimme zu geben. Auf befremdliche Momente und Entwicklungen muss man aber dennoch nicht verzichten und wäre der Streifen ernstgemeint, wäre er wohl kaum auszuhalten. Dennoch ist in "Randale" immer alles hübsch übertrieben, plakativ und unterhaltsam und auch wenn die Mädchen größtenteils wenig ansehnlich sind und die Punk-Girls wie Jungs aussehen, verbreitet der Streifen ständig den sympathisch-naiven Charme etwas fehlgeleiteter Jugend- und Milieu-Studien, die auch Rino di Silvestro nicht besser hinbekommen könnte...

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Mo 3. Dez 2012, 07:47
von jogiwan
Orphan - Das Waisenkind

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Jetzt auch endlich mal geguckt. Die Thematik mit teuflischen Kindern mag ich ja normalerweise auch nicht so gern und das Gör würde wohl jeder am liebsten zurück in die Hölle schicken. Aber man muss Herrn Collet-Serra neidlos zugestehen, dass er nach einem ruhigen Start einen hochgradig effektiven Film gezaubert hat, der seine Wirkung auch sicher nicht verfehlt. Statt plakativer Schock-Effekte gibt es Psychoterror am laufenden Band und eine Spannungschreibe, die minütlich von allen Seiten angezogen wird. Das Finale fand ich ebenfalls sehr packend, auch wenn ich "Orphan - Das Waisenkind" insgesamt doch einen Ticken zu lang emfpand. Ein sehr beunruhigender Streifen, der aber sicherlich zu den besseren Mainstream-Horrorfilmen der letzten Jahre zählt.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Di 4. Dez 2012, 16:58
von jogiwan
Attenberg

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Hier ist der nun - der Film zur Griechenland-Krise. Regisseurin Athina Rachel Tsangari erzählt in ruhigen und tristen Bildern die Geschichte einer jungen Frau namens Marina, die in einem industriellen Küstenort lebt und sich um ihren krebskranken Vater kümmert und dabei fast darauf vergisst, selbst ein Leben zu führen. Die Annäherung an das eigene und fremde Geschlecht erfolgen auch eher zögerlich und nur langsam beginnt Marina auch in andere Menschen Vertrauen zu fassen. Die eigentlich recht tragische und metaphorische Handlung über Lethargie, Tod und Neubeginn lässt dabei viel Platz für Interpretationen und ist auch immer wieder von humorvollen Momenten unterbrochen, die dazu führen, dass sich der Film so gar nicht in etwaige Schubladen einordnen lässt. Teils anstrengend, teils arg unterkühlt und dann auch wieder witzig ist "Attenberg" mit seinem Soundtrack dann auch ein interessantes Werk für Menschen, die vor filmischen Herausforderungen nicht zurückschrecken und auch das Statement zur Lage der Nation, das sich das angepeilte Zielpublikum in dieser Form wohl auch erwartet.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Do 6. Dez 2012, 09:30
von jogiwan
Guilty of Romance

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Auch der abschliessende Teil der sogenannten "Hass"-Trilogie überzeugt als farbenfrohes, freizügiges und gleichzeitig zutiefst abgründiges Psychodrama über drei Frauen, die ihren Seelenfrieden in wahllosen Männerbekanntschaften suchen. Wie üblich ist die ganze Sache bei Sion Sono nicht so einfach und für den Zuschauer eine wilde Achterbahnfahrt der Gefühle und durch diverse Genres und teils pechschwarzem Humor. Was als Ehedrama startet wird zum Psychodrama und endet im Thriller: Zwar ist "Guilty of Romance" nicht ganz so wild und splattrig wie "Cold Fish", aber nicht minder abgefahren. Super - was auch sonst!

Sleep tight

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Beunruhigender und sehr old-skooliger Thriller über einen Hausmeister, der die Mieter eines Wohnhauses auf subtile Weise terrorisiert, sich in ihr tägliches Leben einmischt und ihnen bewußt die Freude am Leben nimmt. "Sleep Tight" ist dabei eigentlich überraschend ruhig, langsam und emotionslos erzählt und erst langsam offenbart sich ein sehr düsteres Gesamtbild eines kriminellen Soziopathen, der auch vor wenig zurückschreckt. Die Thematik vom freundlichen Herr von nebenan, der im Grunde ein kaltblütiges Monster ist, ist zwar nicht unbedingt neu, aber im Falle von Herrn Jaume Balagueró aber hochgradig effektiv und nachhaltig verstörend erzählt. Luis Tosar in der Hauptrolle ist tatsächlich "creepy as hell" und auch der Rest absolut beeindruckend ausgefallen. Tipp!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Fr 7. Dez 2012, 11:10
von jogiwan
Parapsycho

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demnächst mehr im eigenen Fred...

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Sa 8. Dez 2012, 10:05
von jogiwan
The Walking Dead - Staffel 1 - Episode 1 - 3

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Tja, super! Alle positiven Stimmen sind hier trotz anfänglicher Skepsis meinerseits vollkommen berechtigt. Die Serie bringt alles, was man aus dem Genre so kennt perfekt zusammen und hat gleichzeitig so viele Charaktere, dass genug Platz ist, auch noch abseits der Zombie-Action genug zwischenmenschliche Spannungen einzbauen. Überraschend ist sicher der Big-Budget-Look und die Härten, die in der deutschen Fassung wieder einmal entschärft wurden. Einziger Nachteil ist imho aber das amerikanische Slang-Englisch, dass von einigen Personen gesprochen wird und bei denen die Untertitel hilfreich sind, weil man ansonsten wohl nicht viel verstehen würde. Aber sonst natürlich super! Freu mich schon auf die nächsten Folgen!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: So 9. Dez 2012, 09:23
von jogiwan
Henry - Portrait of a Serial Killer

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mehr dann demnächst im entsprechenden Fred

The Walking Dead - Staffel 1 - Ep. 4

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ein bissl ruhigere Folge mit weniger Zombie-Action, aber macht ja nix!