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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Do 3. Jan 2013, 22:01
von horror1966
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The Riffs III - Die Ratten von Manhattan
(Rats - Notte di terrore)
mit Ottaviano Dell'Acqua, Geretta Geretta, Massimo Vanni, Gianni Franco, Ann-Gisel Glass, Jean-Christophe Bretigniere, Fausto Lombardi, Henry Luciani, Cindy Leadbetter, Christian Fremont, Moune Duvivier
Regie: Bruno Mattei /
Drehbuch: Claudio Fragasso / Bruno Mattei
Kamera: Franco Delli Colli / Henry Frogers
Musik: Luigi Ceccarelli
FSK 18
Frankreich / Italien / 1984

New York 2025: Die Stadt ist durch einen Atomkrieg verwüstet, nur eine Handvoll Rocker hat die Katastrophe überlebt. Bei der Untersuchung eines geheimnisvollen Labors werden sie das Opfer bösartiger Ratten, die ihre Opfer regelrecht zerfleischen...


So kurz und knapp wie die Inhaltsangabe gestaltet sich auch die extrem ausgedünnte Rahmenhandlung dieses Films, der als inoffizieller dritter Teil der "The Riffs-Reihe" deklariert wird. Dabei gibt es im Prinzip überhaupt keine inhaltlichen Zusammenhänge und lediglich einige verbale Andeutungen der wenigen Rocker aus einer Gruppe Überlebender lassen erkennen, das es sich wohl um ehemalige Mitglieder der "Riffs" handelt. Ansonsten aber handelt es sich eher um einen eigenständigen Film, der auch nicht einmal annähernd an die beiden extrem unterhaltsamen Filme von Castellari herankommt. Dieses Mal führte Bruno Mattei Regie und hat ein Szenario entworfen, das sich zeitlich gesehen gut 35 Jahre nach den beiden Vorgängern ansiedelt. Mittlerweile hat ein Atomkrieg die Erde verwüstet und der Fokus des Geschehens richtet sich auf eine Handvoll Überlebender, die in einem Labor nach Überlebensmöglichkeiten suchen.

Dort treffen sie auf unzählige Ratten und die possierlichen Nager entpuppen sich mit der Zeit als ungemein angriffslustig. Nun könnte man das Werk eigentlich als recht netten Ratten-Horrorfilm bezeichnen der vollkommen abweichend von Teil 1 & 2 seine ganz eigene Geschichte erzählt, doch selbst aus dieser Sichtweise heraus kann "The Riffs III" nur teilweise einen überzeugenden Eindruck hinterlassen. Rein atmosphärisch gesehen kann man hier trotz eines räumlich sehr begrenzten Schauplatzes einige Pluspunkte sammeln, doch das war es dann im Prinzip auch schon mit den wirklich positiven Gesichtspunkten. In Sachen Action-und Spannung weist das Werk nämlich ganz erhebliche Defizite auf und offenbart mit zunehmender laufzeit auch so manche Länge, die man ganz bestimmt hätte vermeiden können. Und rein inhaltlich braucht man sich gar keine Gedanken zu machen, denn die Story würde wohl gerade einmal ausreichen, um einen halben Bierdeckel zu füllen.

All das könnte man aber sogar noch verschmerzen, doch das Schauspiel der Akteure ist es dann letztendlich, das einem so richtig die Suppe verhagelt. Das man in einem Film dieser Art keinen neuen Oscar-Anwärter finden wird, dürfte dabei von Beginn an feststehen und auch tiefer gehende Charakter-Beleuchtungen oder gar interessante Dialoge sollte man nicht unbedingt erwarten. Was man dann aber von der Darsteller-Riege geboten bekommt, ist nicht nur einfach unterhalb des normalen Durchschnitts angesiedelt, sondern geht einem mit der Zeit ganz mächtig auf die Nerven. Wenn es sich nun lediglich um teilweise zum Vorschein kommendes Overacting handeln würde könnte man diesem ja noch mit einem gewissen Schmunzeln gegenüber treten, doch das Schauspiel ist phasenweise so schlecht, das einem das Lachen im halse stecken bleibt. Ganz besonders die weiblichen Mitglieder der Gruppe treten wie hämmernde Zahnschmerzen in Erscheinung und ihr ständiges-und vollkommen künstliches Gekreische lässt mehrmals den Wunsch in einem aufkommen, die Stop-Taste des DVD Players zu betätigen, um die Qual zu beenden. Aber auch die Männer sind nicht untätig und bestechen insbesondere durch sogenannte Hahnenkämpfe, in denen sie völlig aus der Spur geraten und sich theaterreife Szenen liefern, die vollkommen überzogen und künstlich erscheinen.

Das zieht sich dann auch wie ein roter faden durch den gesamten Film und am Ende ist man doch ziemlich froh darüber, wenn das Grauen endlich ein Ende hat. Bis auf einige ganz nette Ansätze hat das Werk von Mattei herzlich wenig zu bieten und sollte auf keinen fall im gleichen Atemzug wie Castellari's Teile genannt werden, denn diese Ehre hat sich "The Riffs III" keinesfalls verdient. Aus Gründen der Komplettierung kann man den Film durchaus in der Sammlung haben, ob es jedoch zu mehrmaliger Sichtung ausreicht, muss ein jeder für sich selbst entscheiden, denn der Qualitäts-Abfall zu den beiden vorherigen Filmen ist doch immens. Gleichzeitig eröffnet sich auch nur ein bedingter Unterhaltungswert, so das man letztendlich nur zu einem unterdurchschnittlichen Gesamteindruck gelangt und keinesfalls eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen kann.


Fazit:


Schlechte Darsteller, sinnlose Dialoge, kaum Spannung und eine nicht gerade substanzielle Story sind nicht unbedingt Qualitäts-Merkmale für einen Film. "The Riffs III - Die Ratten von Manhattan" beinhaltet leider jede einzelne dieser Zutaten und ist aus diesem Grund nicht zu den Werken zu zählen, die man unbedingt gesehen haben muss.


4/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Fr 4. Jan 2013, 00:50
von horror1966
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Alien Shock
(Without Warning)
mit Jack Palance, Martin Landau, Tarah Nutter, Christopher S. Nelson, Cameron Mitchell, Neville Brand, Sue Ane Langdon, Ralph Meeker, Larry Storch, Lynn Theel, David Caruso, Kevin Peter Hall
Regie: Greydon Clark
Drehbuch: Lyn Freeman / Daniel Grudnik
Kamera: Dean Cundey
Musik: Dan Wyman
juristisch geprüft
USA / 1980

Ein abgelegener Landstrich in den USA: In der Nähe eines kleinen Waldsees verschwinden einige Menschen. Trotz eindringlicher Warnung wollen vier Jugendliche in dieser Gegend kampieren. Als zwei von Ihnen verschwinden, machen sich die beiden anderen auf die Suche. Sie finden Ihre Freunde grausam zugerichtet vor. Auf Ihrer Flucht werden die beiden von kleinen vampirartigen Wesen angegriffen. Doch die blutgierigen Bestien sind nur Vorboten von mächtigen Aliens. Joe Taylor, ein Vietnamveteran, stellt sich der ausserirdischen Bedrohung.


Einmal mehr bekommt man es hier mit einem wunderbaren Relikt der goldenen 80er Jahre zu tun, das man allerdings nicht zu ersnt nehmen sollte. Anstelle eines wirklich ernsten SCI/FI-Horror Beitrags präsentiert einem Regisseur Greydon Clark nämlich eine äußerst unterhaltsame Trash-Variante, wobei man jedoch nicht so genau weiß, ob die vorhandene Komik gewollt oder vielmehr unfreiwillig entstanden ist. Im Prinzip ist das aber auch vollkommen egal, denn bei diesem Szenario zählt einzig und allein der vorhandene Unterhaltungswert und dieser siedelt sich auf jeden Fall ziemlich hoch an. Schon die herrlich trashigen Effekte sind allemal lohnenswert, denn die kleinen fliegenden Teufelchen sind wenigstens noch handgemacht und bieten dabei einen Anblick, der einem oft genug ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Es ist insbesondere der naive Charme des gesamten Szenarios, der dieses Filmchen so liebenswert erscheinen lässt und einen schon fast mit nostalgischen Anflügen konfrontiert. Von der Geschichte an sich sollte man nicht zuviel erwarten, handelt es sich doch um eine handelsübliche Rahmenhandlung, die keinerlei inhaltliche Tiefe erkennen lässt.

Auch ausführliche Beleuchtungen der einzelnen Charaktere sucht man vergebens, zudem kann man im Prinzip zu keiner einzigen Figur eine wirkliche Beziehung aufbauen. Das ist aber auch gar nicht nötig, erfreut man sich doch stattdessen an den herrlich überzogenen Schauspielleistungen der meisten Akteure, von denen ein brillant auftrumpfender Martin Landau sich absolut in den Vordergrund spielt. Seine Performance ist Overacting vom Feinsten und er interpretiert den ehemaligen Berufssoldaten mit einer theatralischen Inbrunst, das es eine wahre Pracht ist. Hier handelt es sich auf jeden Fall um ein absolutes Highlight dieser Trash-Granate, die für Freunde dieser Filmart ein echtes Fest sein dürfte. Dabei offenbart das Geschehen auch durchaus bedrohliche Ansätze, die aber keinesfalls von den fliegenden Teufeln ausgeht, da diese possierlichen Dinger hauptsächlich auf die Lachmuskeln des Zuschauers abzielen.

Es ist vielmehr die absolut gelungene Grundstimmung des Filmes, die für einige bedrohliche Momente sorgt. Trotz der skurrilen Ereignisse entpuppt sich nämlich eine Atmosphäre, die auch jedem anderen Horrorfilm zur Ehre gereicht hätte. Unterstützt wird das Ganze durch den Aspekt, das sich der Großteil des Geschehens in der Nacht abspielt. Dennoch bleibt der Hauptbestandteil des Filmes der unfreiwillig komischen Note vorbehalten, die sich durch verschiedene Komponenten zu erkennen gibt. Da wären beispielsweise die manchmal schon strunzdummen Verhaltensweisen der Protagonisten oder aber auch die größtenteils sinnbefreiten Dialoge die hier zum Besten gegeben werden. Den Höhepunkt stellt dann jedoch das schweigsame Alien dar, das man erst wenige Minuten vor dem Ende das erste mal im Bild sehen kann. Visuell extrem naiv dargestellt, ist auch seine Eliminierung derart hanebüchen in Szene gesetzt worden, das man einige Lachtränen nur schwerlich unterdrücken kann. Manch einer wird das höchstwahrscheinlich vollkommen anders betrachten und "Alien Shock" eventuell als filmischen Müll abstempeln, wer jedoch ein Faible für absolut gelungenen Horror-Trash hat, wird hier bestens bedient.

Ob bewusst oder nicht, mit diesem Filmchen hat Greydon Clark eine kleine Perle der trashigen Unterhaltung auf dehn Weg gebracht, die auch nach nunmehr über drei Jahrzehnten rein gar nichts von ihrem Charme eingebüßt hat. Härten oder viel Blut sollte man allerdings nicht erwarten und die hohe Alterseinstufung erscheint einem wie ein schlechter Scherz, dafür bekommt man aber einen ordentlichen Angriff auf die Lachmuskeln serviert, den man nicht so schnell vergisst.


Fazit:


Eine tolle Atmosphäre, wunderbares Overacting der Darsteller und handgemachte Effekte verleihen dieser Produktion eine herrlich naive Note und machen sie dadurch nur umso sympathischer. Echten Horror sollte man zwar nicht unbedingt erwarten, dafür vergeht die Zeit aber dennoch wie im Flug und ehe man sich versehen hat, sind gut 90 Minuten voller Komik an einem vorbeigezogen.


8/10 Trash-Granaten

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: So 6. Jan 2013, 19:05
von horror1966
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Wrong Turn 2 : Dead End
(Wrong Turn 2 : Dead End)
mit Erica Leerhsen, Texas Battle, Crystal Lowe, Henry Rollins, Daniella Alonso, Aleksa Palladino, Matthew Currie Holmes, Kimberly Caldwell, Steve Braun, Ken Kirzinger, Ashlea Earl, Jeff Scrutton
Regie: Joe Lynch
Drehbuch: Turi Meyer / Al Septien
Kamera: Robin Loewen
Musik: Bear McCreary
ungeprüft
USA / 2007

Lange ist es her, als der Zufall eine Gruppe junger Leute in die abgelegenen Wälder Virginias führte, in denen sie der blanke Horror in Form degenerierter Einheimischer dezimierte. Die Ereignisse von damals scheinen vergessen. So jedenfalls bei den sechs Kandidaten einer Reality-Show. Unter dem Titel "The ultimative survivalist" sollen sie in einem simulierten post-apokalyptischen Niemandsland ihre Ausdauer beweisen. Nichts ahnend, dass sie bereits von einigen durch Inzest missgebildeten, kannibalischen Kreaturen beobachtet werden...


Nach dem äußerst gelungenen Vorgänger lässt das Werk von Joe Lynch doch schon einen gewissen Qualitäts-Abfall erkennen. Zum einen ist es die recht dünn geratene Rahmenhandlung, auf der anderen Seite ist hier auch nicht mehr die extrem dichte Atmosphäre des Vorgängers zu verspüren, die einem phasenweise eine wahre Gänsehaut beschert hat. Dafür wurde jedoch ordentlich am Härtegrad gearbeitet, denn die expliziten Gewaltdarstellungen sind in vorliegendem Film doch weitaus öfter vertreten, als es noch im ersten teil der Fall war. So werden hier ganz besonders die Freunde der harten Gangart bestens bedient, es gibt so manch wirklich derbe Passage geboten und der Verbrauch an Kunstblut nimmt ungeahnte Ausmaße an. Wenn man sich also lediglich an Härte-und Brutalität ergötzen möchte, ist "Wrong Turn 2: Dead End" eine durchaus gelungene Wahl, wer jedoch auch einen ansonsten stimmigen Backwood-Slasher erwartet, der könnte am Ende eine leichte Enttäuschung erleben.

Inhaltlich kocht man hier auf absoluter Sparflamme, zudem bedient die Geschichte so ziemlich jedes Klischee, das man sich nur vorstellen kann. Das kommt in erster Linie durch die einzelnen Charaktere besonders gut zum Ausdruck denn in diesem Bezug ist alles vertreten, was man auch aus unzähligen anderen Genre-Vertretern her kennt. Da wären beispielsweise die obligatorische Blondine deren Haltbarkeitsdatum jedoch nicht von langer Dauer ist, ebenso ist der Spaßmacher vom Dienst bei der Sache, der zudem auch nur Sex im Kopf hat. Eine dümmliche Schönheit und eine lesbische Kampf-Amazone dürfen selbstredend ebenso fehlen, wie der kampferfahrene Ex-Soldat. Mir dieser bunten Mischung und noch einigen anderen Figuren wird nun also eine teils derbe Schlachte-Platte eingeläutet, die zwar einen durchaus hoch angesiedelten Unterhaltungsfaktor offenbart, dem Genre aber keinerlei neue Impulse einhaucht und schon gar keine Überraschungsmomente beinhaltet. Statt der eigentlich geplanten Reality-Show in den Wäldern entwickelt sich nun ein wahres Horror-Szenario für die Protagonisten, denn die nicht eingeplanten und vollkommen deformierten Hill-Billies sorgen dafür, das hier als Siegprämie lediglich das eigene Überleben auf dem Spiel steht. Die Ereignisse gestalten sich dabei leider viel zu vorhersehbar, worunter fast zwangsläufig die Spannungskurve leidet.

Zu keiner Zeit ist hier die einzigartige Grundstimmung des Vorgängers zu spüren, die den 4 Jahre zuvor erschienenen "Wrong Turn" noch so ausgezeichnet hat. Hinzu kommen auch die größtenteils vollkommen unlogischen Verhaltensweisen der Akteure, die ihre Gegner förmlich dazu einladen sie zu schlachten. Natürlich sind solche Dinge eine immer wieder willkommene Zutat für Filme dieser Art, jedoch hat man in vorliegendem Fall doch an diversen Stellen schon etwas zu dick aufgetragen. Das selbstverständlich nicht jeder aus der Gruppe den Überlebenskampf gewinnt dürfte auf der Hand liegen und so werden die Reihen der "Show-Teilnehmer" mit der Zeit ordentlich gelichtet. Die Tötungen an sich sind dabei richtig gut in Szene gesetzt worden und lassen zudem auch erkennen, warum dieser Film bei uns in Deutschland nur geschnitten erschienen ist.

Letztendlich ist "Wrong Turn 2: Dead End" sicherlich keine schlechte Fortsetzung, jedoch haben die Macher meiner Meinung nach zu sehr auf einen ordentlichen Härtegrad geachtet und dabei einige andere Dinge etwas zu sehr vernachlässigt. Dennoch werden Fans der Reihe auch hier auf ihre Kosten kommen, handelt es sich doch um sehenswerte Genre-Kost, die sich jedoch fast ausschließlich durch harte Gangart definiert und in fast allen anderen Belangen einige Wünsche offen lässt, was man durchaus hätte verhindern können.


Fazit:


Trotz offensichtlicher Defizite bietet auch diese Fortsetzung noch ordentliche Filmkost, an die man jedoch keinesfalls höhere Ansprüche stellen sollte. Teils nervende Darsteller, eine dünne Geschichte und teils mangelnde Atmosphäre schmälern jedoch den Sehgenuss, so das der Film leider nicht gänzlich überzeugen kann.


6,5/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: So 6. Jan 2013, 19:06
von horror1966
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Graveyard of the Living Dead
(Graveyard of the Living Dead)
mit Andreas Adelhard, Peter Beppler, Karin Burkhard, Marco Cych, Christiano Del Sordo, Timo Fuchs, Björn Hölz, Ramon Kaltenbach, Daniela Karallus, Charlotta Kaufhold, Andreas Kissinger, Kai Krenschker
Regie: Marc Rohnstock
Drehbuch: Marc Rohnstock
Kamera: Christian Reckert
Musik: Ramon Kaltenbach / Martin Rödel
ungeprüft
Deutschland / 2008

In einem medizinischen Institut arbeiten der Wissenschaftler Paul (Alexander Reckert) und sein Kollege Henry (Lars Rohnstock) auf eigene Faust an einem geheimen Projekt. Sie wollen die Hirnströme eines kürzlich verstorbenen Menschen wieder aktivieren, um Informationen über die Funktionsweise des Gehirns nach dem Tode zu erlangen. Es funktioniert, jedoch mit fatalen Folgen! Der Tote erwacht plötzlich zum Leben Die Situation eskaliert als das infizierte Blut der Untoten einen nahe gelegenen Friedhof verseucht, wodurch sich eine kürzlich verunglückte Schulklasse aus ihren Gräbern erhebt. Für eine Gruppe Gothic-Fans entbrennt ein Kampf um Leben und Tod


Mit deutschen Amateur-Produktionen ist es immer so eine Sache, entweder geben die meisten Werke rein inhaltlich ziemlich wenig her, oder offenbaren dem Zuschauer zumeist sehr billige-und schlechte Effekte. In den wenigsten Fällen kommt man jedoch zu einem wirklich überzeugendem Gesamteindruck, so das man letztendlich zu einer überdurchschnittlichen guten Bewertung gelangen würde. Auch vorliegendes Werk von Marc Rohnstock hinterlässt einen phasenweise zwiespältigen Eindruck, wobei der vorhandene Härtegrad und die Qualität der Effekte das geringste Problem sind. In dieser Beziehung wird der geneigte Gorehound sogar regelrecht verwöhnt, gibt es doch unzählige Momente, die sich wirklich sehen lassen können. Ein extrem hoher Bodycount, etliche Splatter-Gore Einlagen und der Einsatz von literweise Kunstblut sorgen in dieser Beziehung für einen äußerst hohen Unterhaltungswert.

Dabei ist davon in den ersten Minuten noch ziemlich wenig zu erahnen, denn gut 15 Minuten lang herrscht doch eher größere Langeweile vor. Danach eröffnet sich jedoch auf einem Friedhof ein Szenario, das Rohnstock kaum blutiger hätte in Szene setzen können. Es wird gemetzelt was das Zeug hält, aber nur wegen der expliziten Gewaltdarstellungen sollte man die ansonsten auftretenden Defizite des Geschehens keinesfalls vergessen. Die fangen schon einmal bei der Geschichte an sich an, die recht wenig inhaltliche Substanz beinhaltet, was während der Laufzeit von gut 90 Minuten des Öfteren zum Ausdruck kommt. So entsteht manchmal durchaus das Gefühl, das man fast identische Passagen immer wieder sieht, denn etliche Szenen gleichen sich doch ungemein. An dieser Stelle merkt man ganz eindeutig, das nicht unbedingt die kreativsten Köpfe für diesen Film verantwortlich zeichnen und sich so letztendlich ein Geschehen präsentiert, das recht stumpf und manchmal auch langatmig erscheint. Eine etwas kürzere Laufzeit wäre sicherlich besser gewesen, denn die Story bietet im Prinzip viel zu wenig Inhalt, um diesen auf eine Laufzeit von 90 Minuten zu strecken.

Also bleibt es zwangsläufig nicht aus, die überschüssige Zeit mit anderen Dingen aufzufüllen und bei diesem Aspekt zeigt sich dann auch die größte Schwäche des Werkes, die immer wieder ins Auge fällt. Man wird nämlich mit etlichen Dialogen berieselt, die einem mit der Zeit ganz gehörig auf die Nerven gehen, was aber nicht in der Anzahl sondern in der Qualität der Wortwechsel begründet ist. Zwar sind die Akteure durchaus bemüht verbale Authenzität für die vorherrschende Situation zu hinterlassen, doch im Endeffekt erreichen sie genau das Gegenteil. So entwickeln sich dann ellenlange Diskussionen, in denen so viel Quatsch geredet wird, das einem manchmal die Haare zu Berge stehen. Logik ist ein Fremdwort und diese Erkenntnis gibt sich fast in jedem gesprochenen Satz zu erkennen. Gleichzeitig erscheint auch alles extrem künstlich, was sich insbesondere auf das sogenannte Schauspiel bezieht. Natürlich merkt man, das hier keine Profis am Werk sind, aber selbst für Laien-Darsteller herrscht hier teilweise eine unnatürliche Theatralik vor, die man nur schwerlich ertragen kann. Am schlimmsten sind an dieser Stelle die weiblichen Darstellerinnen, die lediglich durchgehend dämliche Fragen stellen und die Geduld des Betrachters mehr als nur einmal arg strapazieren. Über das Verhalten der Akteure sollte man ganz generell nicht nachdenken, denn dümmer als hier in Szene gesetzt kann man sich eigentlich gar nicht verhalten. Manch einem mag das wahrscheinlich egal sein, da diese Mankos durch ordentlich Härte übertüncht werden, doch bei genauerer Betrachtung muss man den Gesamteindruck doch äußerst stark nach unten korrigieren.

Letztendlich zählt "Graveyard of the Living Dead" dennoch zu den besseren Vertretern des deutschen Amateur-Filmes, allerdings hätte man das Ganze Geschehen auch ohne Weiteres in einer kürzeren Laufzeit ins Bild setzen können. So aber entsteht doch etwas Leerlauf, den man mit sinnlosen Dialogen überbrücken muss. Härte gibt es zur Genüge und die dabei gezeigten Effekte sind wahrlich nicht die schlechtesten. Das aber bei den ganzen abgegebenen Kopfschüssen auf die Untoten auch eine gewisse Monotonie entsteht ist ein Punkt, den man nicht übersehen sollte. Hier wird auch gern einmal der gleiche Zombie mehrmals erledigt, ansonsten müssten mehrere Opfer Zwillings-Geschwister haben, die man vorher nicht gesehen hat.


Fazit:


Im Gegensatz zu etlichen anderen Amateur-Werken kann "Graveyard of the Living Dead" überdurchschnittlich gut unterhalten. Das bezieht sich jedoch in erster Linie auf einen sehr ansehnlichen Härtegrad und den Einsatz von etlichen Litern Kunstblut. Ein schwaches und bestimmt nicht gerade dickes Drehbuch und teils nervende Darsteller stehen dem entgegen und verhindern eine höhere Punktzahl.


6/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Fr 11. Jan 2013, 14:42
von horror1966
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Man Behind the Sun
(Hei tai yang 731)
mit Hsu Gou, Tie Long Jin, Zhaohua Mei, Zhe Quan, Gang Wang, Runsheng Wang, Dai Yao Wu, Andrew Yu
Regie: Tun Fei Mou
Drehbuch: Mei Liu / Wen Yuan Mou
Kamera: keine Information
Musik: keine Information
ungeprüft
Hongkong / 1988

"Men Behind the Sun" erzählt die wahre Geschichte des japanischen Gefangenenlagers 731, einem bakteriologischen Versuchslabor im besetzten China zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. Auf der Suche nach einer ultimativen biologischen Waffe (um die chinesische Bevölkerung unter Kontrolle zu halten), werden unter der Leitung des sadistischen Generals Ishii extrem grausame Experimente mit chinesischen und russischen Gefangenen durchgeführt...


Immer wieder trifft man auf Filme, die einem schon aufgrund der behandelten Thematik unter die Haut gehen. Wenn diese Werke dann auch noch auf wahren Begebenheiten beruhen, ist die Wirkung auf den Zuschauer umso intensiver und hinterlässt einen äußerst nachhaltigen Eindruck. "Men Behind the Sun fällt ganz eindeutig in diese Kategorie, wobei das dargestellte Geschehen längst nicht nur aufgrund einiger wirklich derber Passagen einen ganz enormen Härtegrad entfacht. Es ist eine Geschichte voller Abartigkeiten, bei denen sich einem ein extrem tiefer Einblick in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele offenbart und der eigene Verstand möchte es im Prinzip kaum für möglich halten, was hier Menschen von anderen Menschen angetan wird. Die dargestellten Experimente der Japaner an menschlichen Versuchstieren sind abscheulich und ekelerregend und an so mancher Stelle möchte man am liebsten den Blick vom heimischen Bildschirm abwenden, erliegt aber andererseits der grausamen Faszination des Gesehenen, das man nicht so schnell wieder aus dem Gedächtnis streichen kann. Auf die einzelnen Torturen möchte ich auch gar nicht weiter eingehen, doch selbst Hartgesottene Film-Freunden dürfte an manchen Stellen das Blut in den Adern gefrieren. Trotz etlichen harten Szenen ist es gar nicht einmal die visuelle Härte die einem so richtig zu schaffen macht, es ist vielmehr die psychische Komponente, die hier die Ereignisse in dem Konzentrationslager unauslöschlich in das Gehirn einbrennen.

Einen Großteil der Story macht die Ausbildung einiger Jungen aus die rein optisch nicht älter als 12 - 14 Jahre alt sein können. Im eisigen Klima der Mandschurai soll hier aus jungen Knaben der perfekte Soldat geformt werden, wobei eiserne Disziplin und absolut blinder Gehorsam die wichtigsten Ausbildungs - Merkmale der Japaner sind. Man kann sich bei den gezeigten Bildern nur schwerlich vorstellen, was sich im Inneren der Jungen abspielen muss, die früh in ihrer Kindheit mit Abscheulichkeiten konfrontiert werden, die man phasenweise kaum in Worte fassen kann. Das die Auswirkungen der brutalen Ausbildung die verschiedenste Wirkung hinterlässt, wird an einigen Beispielen sehr gut in Szene gesetzt. Während manche der Jungen schon relativ schnell verrohen, kann man bei anderen klare Risse in der Seele erkennen und dennoch nur ansatzweise nachvollziehen, welche seelischen Schäden bei diesen Kindern zurückbleiben. Ein weiterer äußerst gut herausgearbeiteter Aspekt ist sicherlich das Selbstwertgefühl der japanischen Soldaten, die sich ihren Gegnern vollkommen überlegen fühlen. Ganz besonders kommt dies gegenüber den chinesischen Versuchs-Objekten zur Geltung, die eigentlich noch nicht einmal als sogenannte Untermenschen auftreten, sondern bei den Männern aus Japan den Rang eines Baumstammes einnehmen. Diese Bezeichnung und Einordnung eines Menschen ist dermaßen entwürdigend, das es einem wirklich die Sprache verschlägt und man zu Beginn der Meinung ist, das man sich irgendwie verhört hat.

Die Behandlung der menschlichen Laborratten ist dementsprechend auch vollkommen emotionslos und gleichgültig, das einem so manches Mal die Haare zu Berge stehen. Wenn man dann auch noch die sadistische Freude in den Gesichtern der Folterer sieht, kann einem Angst und Bange werden. Das alles wurde extrem realistisch und glaubwürdig ins Bild gesetzt, so das man die ganze Zeit über das Gefühl nicht zur Seite schieben kann, sich in einem real stattfindenden Szenario zu befinden. Dieser Eindruck wird auch durch die leicht dokumentarische Note des Filmes noch zusätzlich unterstützt, so das sich letztendlich eine Intensität aufbaut, die einem richtig schwer zu schaffen macht. "Men Behind the Sun" ist alles andere als leichte Kost und siedelt sich zudem jenseits jeglichen Mainstreams an. Zartbesaitete Menschen sollten sich darüber im Klaren sein das es sich keinesfalls um leicht verdauliche Kost handelt, sondern vielmehr um eine auf wahren Begebenheiten beruhenden Geschichte, die definitiv ihre Spuren hinterlässt. Zudem sollte man das Werk von Tun Fei Mou auf keinen Fall nur auf die expliziten Gewaltdarstellungen reduzieren, denn die Beleuchtung der Ereignisse ist ein wahrer Tiefschlag in die Eingeweide.

Im Endeffekt handelt es sich einmal mehr um einen Film, bei dem eine Bewertung nicht gerade leicht fällt. Vergibt man eine hohe Punktzahl wird man eventuell sofort als abartig eingestuft, weil einem unterstellt wird, das man sich ausschließlich an den gezeigten Abartigkeiten ergötzt hat. Und dennoch werde ich dieses Werk hoch bewerten, da die vorhandene-und wirklich grausame Thematik ganz einfach erstklassig und schonungslos umgesetzt wurde. Dazu gehört natürlich auch das Einfügen diverser Brutalitäten, um den realistischen Anstrich zu wahren. Denn sein wir doch einmal ehrlich, hier handelt es sich um keinen Kindergeburtstag, sondern um die abartigsten Experimente an Menschen, die man sich nur vorstellen kann. Und genau das hätte man kaum besser in Szene setzen können, als es in vorliegendem Film der Fall ist.


Fazit:


Die dunkle Seite der menschlichen Seele wird einem hier einmal mehr eindrucksvoll vor Augen geführt. Aus echter Überzeugung und einer arroganten Selbstüberschätzung heraus stellt sich ein Volk über das andere. Die Einordnung als Baumstämme ist dabei die so ziemlich schlimmste Bezeichnung für einen Menschen, die ich je gehört habe. Sadistische Triebe werden unter dem Deckmantel von Experimenten zum Ausdruck gebracht und es ist absolut schockierend, mit welcher Eiseskälte die Japaner bei der Sache sind. Wer einen empfindlichen Magen hat sollte besser auf diesen Film verzichten, der doch mehr als nur einmal dafür sorgen kann, das sich einem der Magen umdreht.


9/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Di 15. Jan 2013, 15:44
von horror1966
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The Aggression Scale
(The Aggression Scale)
mit Ray Wise, Derek Mears, Dana Ashbrook, Fabianne Therese, Boyd Kestner, Jacob Reynolds, Ryan Hartwig, Joseph McKelheer, Lisa Rotondi, Eben Kostbar, Jill Burress, Stephen Dodd
Regie: Steven C. Miller
Drehbuch: Ben Powell
Kamera: Jeff Dolen
Musik: Kevin Riepl
keine Jugendfreigabe
USA / 2012

Die Rutledge Familie zieht in ein abgelegenes Haus auf dem Land. Was die Kinder Owen, Lauren und ihre Mutter nicht wissen ist, dass Familienvater Bill eine halbe Million Dollar von dem fiesen Gangsterboss Bellavance (RAY WISE) gestohlen hat und sie deswegen alle auf der Flucht sind. Doch Bellavance´s Killertruppe um den skrupellosen Lloyd (DANA ASHBROOK) spürt sie auf und tötet die Eltern. Doch die Gangster haben nicht mit Sohn Owen (RYAN HARTWIG) gerechnet, der wegen schwerer Gewaltausbrüche in Behandlung ist. Ehe sie sich versehen, wird der Spieß umgedreht und Owen dezimiert die Gangster mit trickreichen tödlichen Fallen. Einen nach dem anderen, um sich und seine Schwester zu schützen.


Kevin allein zu Haus im Gewand eines harten Action-Thrillers


So ungefähr könnte man die vorliegende Geschichte einordnen, denn im Mittelpunkt des Geschehens steht der junge Owen (Ryan Hartwig), der sich auf grausame Art und Weise an den Mördern seiner Eltern rächt. Ob das Szenario dabei immer glaubwürdig erscheint lasse ich einmal dahin gestellt, denn das ein kleiner Junge 4 Profikiller beseitigt, hinterlässt doch einen eher etwas unglaubwürdigen Eindruck. Das ändert jedoch überhaupt nichts an der Tatsache, das Regisseur Steven C. Miller hier eine äußerst interessante-und teilweise auch temporeiche Story ins Bild gesetzt hat, die zudem mit einigen etwas härteren Passagen garniert wurde. Und so startet der Film auch gleich einmal ziemlich furios mit 2 Tötungen, um danach jedoch erst einmal in eine ruhigere Phase über zu gehen, in der dem Zuschauer die Familie von Owen ein wenig näher gebracht wird. Ziemlich schnell stellt man dabei fest, das in der Patchwork-Familie diverse Spannungen vorherrschen und das insbesondere bei Owen einige Verhaltensstörungen vorliegen, zu denen man im Laufe der Zeit noch die notwendigen Informationen erhält. Kann man zu Beginn noch kaum eine Beziehung zu dem schweigsamen Jungen aufbauen, der übrigens während des gesamten Filmes kein einziges Wort spricht, so ändert sich dieser Zustand spätestens, nachdem die Killer die Eltern getötet haben.

Nun tritt nämlich das gesamte Aggressions-Potential von Owen in den Vordergrund und aus dem in sich gekehrten Teenager wird eine wahre Kampfmaschine mit erstaunlichen Fähigkeiten. Dabei findet eine Verwandlung statt die einem eine Mischung aus MacGyver-und Rambo beschert, denn neben einem erstaunlichen Einfallsreichtum legt der Junge auch eine Eiseskälte an den Tag, die einen phasenweise erschauern lässt. Von seinen Gegnern unterschätzt, kann Owen sich und seine Stiefschwester immer wieder aus den brenzligsten Situationen befreien und lehrt seinen Gegnern das Fürchten. Auch wenn man sich streckenweise nur schwer vorstellen kann das ein Kind zu den hier dargestellten Dingen in der Lage ist, so präsentieren sich die Ereignisse ungemein spannend und sehr unterhaltsam. Dabei sind auch die Sympathiewerte ganz klar verteilt, denn fast selbstverständlich schlägt man sich gedanklich auf die Seite der beiden Kiddies und wünscht ihnen alles Gute bei ihrem brachialen Rachefeldzug. Die Gewaltspirale wird kontinuierlich immer weiter nach oben gedreht und es entfaltet sich ein Katz-und Maus Spiel, das für eine ständig steigende Adrenalin-Zufuhr beim Betrachter sorgt.

Das sich das Szenario als äußerst vorhersehbar präsentiert ist dabei fast schon Nebensache und kann nicht wirklich als negative Kritik gelten. Zu sehr wird man in das intensive Szenario hineingezogen, als das man sich an einigen kleinen Mankos wirklich stören kann. Erst nach der Sichtung des Werkes werden einem diverse Dinge so richtig bewusst, so ist beispielsweise das manchmal stümperhafte Verhalten der Killer nur schwer zu erklären. Andererseits kommt an dieser Stelle der Aspekt zum Vorschein, das die erwachsenen Männer ihre Gegner vollkommen unterschätzen, denn selbst nachdem sie die Krankenakte des Jungen gefunden haben, ist immer noch eine gewisse Überheblichkeit zu verspüren. Das die falsche Einschätzung ihnen letztendlich zum Verhängnis wird liegt dabei äußerst offensichtlich auf der Hand und so nehmen die Ereignisse ihren durchschaubaren Lauf und führen zu einem finalen Showdown, der nicht anders zu erwarten war. Wenn man also Kritik üben will, dann könnte man die fehlenden Überraschungsmomente erwähnen, ansonsten gibt es aber nicht wirklich etwas zu bemängeln. "The Aggression Scale" ist sicherlich kein Film der das Genre neu erfindet und auch kein Feuerwerk der Innovation, dafür bekommt man jedoch einen gut inszenierten Action-Thriller geboten, an dem man seine helle Freude hat.

Steven C. Miller hat sich wirklich Mühe gegeben, dem Betrachter eine kurzweilige-und spannende Geschichte zu präsentieren, die durchgehend beste Unterhaltung garantiert. Natürlich ist der Film dabei nicht frei von Fehlern, doch insgesamt gesehen präsentiert sich ein ziemlich rundes Gesamtbild, das sich meiner Meinung nach oberhalb des üblichen Durchschnittes ansiedelt. Mangelnde Überraschungsmomente werden durch actionreiche Passagen ausgeglichen und ganz generell sollte man "The Aggression Scale" vielmehr nach seinem Unterhaltungswert als nach seiner Glaubwürdigkeit bewerten.


Fazit:


Ein kleiner Junge gegen eine Gruppe von Killern, bei dieser Ausgangslage sind die Fronten im Normalfall deutlich geklärt. Das so ein Szenario aber auch ganz anders aussehen kann, wird einem hier eindrucksvoll vor Augen geführt. Mir persönlich hat dieser Film äußerst gut gefallen, so das ich jedem Freund von kurzweiligen Action-Thrillern nur unbedingt dazu raten kann, die DVD zumindest einmal in den Player zu legen.


7/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Do 17. Jan 2013, 14:30
von horror1966
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Aballay - Der Mann ohne Angst
(Aballay, el hombre sin miedo)
mit Pablo Cedron, Nazareno Casero, Claudio Rissi, Mariana Anghileri, Luis Ziembrowski, Anibal Guiser, Lautaro Delgado, Tobias Mitre, Horacio Fontova, Gabriel Goity
Regie: Fernando Spiner
Drehbuch: Fernando Spiner / Valentin Javier Diment
Kamera: Claudio Beiza
Musik: Gustavo Pomeranec
keine Jugendfreigabe
Argentinien / Spanien / 2010

Eine Gang marodierender Gauchos, angeführt von dem skrupellosen Aballay, überfällt eine Postkutsche und tötet alle Insassen. Kurz bevor die Bandidos wieder davon reiten, entdecken sie unter einer Bank den zehnjährigen Sohn eines der Opfer. Aballay lässt den Jungen leben - obwohl er weiß, dass er diesen Moment der Gnade Jahre später bereuen wird. Die Vorahnung erfüllt sich: Zum jungen Mann hernagewachsen, bricht der junge Mann auf, sich an den Mördern seiner Eltern zu rächen, einen nach dem anderen. Bis er eines Tages Aballay gegenüber steht.


Im Normalfall bin ich nicht unbedingt ein echter Western-Fan, doch das vorliegende Werk von Fernando Spiner konnte mich in allen Belangen vollends überzeugen. Umso erstaunlicher empfinde ich diese Tatsache, da einen die Inhaltsangabe teilweise in eine falsche Richtung führen könnte, da sie durchaus ein actionreiches Szenario suggeriert. Dem ist jedoch keinesfalls so, denn "Abalay" ist vielmehr ein sehr ruhiger Vertreter seiner Art und wartet lediglich im letzten Drittel mit einigen eher unspektakulären Action-Passagen auf. Das mag jetzt vielleicht schon etliche Leute abschrecken, doch wer sich aufgrund dieses Aspektes selbst diesen tollen Film verwährt, könnte es letztendlich bereuen. Gerade durch seine ruhige aber sehr intensive Erzähl-Struktur entfaltet "Aballay" eine ungeheuer starke Faszination, die nicht zuletzt von einer großartigen Bildsprache unterstützt wird. So bekommt der Zuschauer herausragende Landschaftsaufnahmen geboten, bei deren Ansicht es einem phasenweise die Sprache verschlägt. Die ausgewählten Schauplätze hinterlassen das genau richtige Western-Feeling und insbesondere die kargen Felsen-Landschaften sorgen für einen extrem nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis.

Die Geschichte an sich ist eine klassische Rache-Story, die sich aber dennoch durch diverse Kleinigkeiten von den ansonsten üblichen Handlungssträngen äußerst wohlwollend abhebt. Hauptsächlich beziehen sich diese Abweichungen auf die namensgebende Hauptfigur "Aballay", denn während des Geschehens vollzieht sich eine nicht zu erwartende Charakter-Wandlung der Figur, die dem Ganzen sehr gut zu Gesicht steht. Und so verhält es sich ganz generell mit dieser argentinisch-spanischen Co-Produktion, die schon mehrfach ausgezeichnet wurde. Meiner persönlichen Meinung nach auch vollkommen zu recht, denn eher selten bekommt man einen Western zu Gesicht, der trotz relativ wenig vorhandenem Aktionismus eine solche Intensität entfaltet und den Betrachter fast schon in eine Art magischen Bann zieht. Es ist ein Film der leisen Töne, die jedoch durch die immense Bildgewalt des Szenarios eine Kraft entfesselt, der man sich unmöglich wiedersetzen kann. Gleichzeitig sind auch diverse Wendungen vorhanden, die einerseits sehr dramatische Züge erkennen lassen und insbesondere am Ende auch noch einen ordentlichen Schuss Tragik hineinbringen, der das Finale perfekt abrundet und auch keinesfalls pathetisch daher kommt.

Obwohl der gesamte Film ein echtes Highlight darstellt, ist es doch vor allem der finale Showdown, der einem so richtig unter die Haut geht. Dabei ist es zwar vollkommen vorhersehbar, das es zu einer Konfrontation zwischen Täter und Opfer kommt, doch ist es in erster Linie der Weg dorthin, der einen mit zwiespältigen Gefühlen zurücklässt. Näher kann man leider nicht auf diesen Aspekt eingehen, denn ansonsten würde man zuviel verraten. Auf jeden Fall aber kann man sagen, das dieses Werk trotz relativ wenig Action absolut lohnenswert erscheint, was auch sicherlich mit in den dargebrachten Schauspielleistungen zu begründen ist. Mit minimalem Einsatz von Mimik und Gestik schaffen es die Akteure nämlich, den maximalen Ertrag zu erbringen. Manchmal ist weniger mehr und dieser Spruch bewahrheitet sich in vorliegendem Fall mehr als eindrucksvoll. Keinerlei Theatralik oder unnützes Overacting, jde einzelne Figur wird äußerst authentisch-und glaubwürdig dargestellt, was als eine der ganz großen Stärken dieses Filmes anzusehen ist.

Und so kann man im Endeffekt eigentlich nur zu einem gänzlich überzeugendem Gesamteindruck gelangen, wobei das selbstverständlich immer im Auge des jeweiligen Betrachters liegt. Der geneigte Action-Junkie wird eventuell ein wenig enttäuscht sein, wer jedoch ein ruhiges-und bildgewaltiges Film-Erlebnis zu schätzen weiß, kommt am Werk von Fernando Spiner auf keinen Fall vorbei. Zusätzlich sollte man auch noch erwähnen, das die rar gesäten Action-Momente aber recht derbe ausfallen und dabei den ansonsten üblichen Härtegrad in einem Western durchaus übersteigen. Insgesamt gesehen ergibt sich jedenfalls ein nahezu perfektes-und rundes Gesamtbild, so das man ohne Bedenken eine absolute Empfehlung für diesen Film aussprechen kann.


Fazit:


Immer wieder gibt es diese Filme an die man eigentlich ohne größere Erwartungen herangeht, um dann letztendlich eine sehr positive Überraschung zu erleben. "Aballay - Der Mann ohne Angst" ist definitiv in diese Kategorie einzuordnen und stellt ein wirklich starkes Stück Film dar, das sich keine Freund niveauvoller Western-Kost entgehen lassen sollte.


8/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: So 20. Jan 2013, 21:33
von horror1966
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Battle Royale - Nur einer kann überleben
(Batoru rowaiaru)
mit Tatsuya Fujiwara, Aki Maeda, Taro Yamamoto, Masanobu Ando, Kou Shibasaki, Chiaki Kuriyama, Takako Baba, Shirou Gou, Satomi Hanamura, Shigeki Hirokawa, Hirohito Honda, Hitomi Hyuga
Regie: Kinji Fukasaku
Drehbuch: Koushun Takami / Kenta Fukasaku
Kamera: Katsumi Yanagijima
Musik: Masamichi Amano
Juristisch geprüft
Japan / 2000

In naher Zukunft hat die japanische Regierung massive Probleme mit der steigenden Arbeitslosenzahl. Einer der daraus resultierenden gesellschaftlichen Missstände ist die zunehmende Gewalt an den Schulen. Diese soll bekämpft werden, indem einmal jährlich eine zufällig ausgeloste Schulklasse auf einer abgelegenen Insel ein martialisches Spiel spielen muss: Jeder muss versuchen, alle seine Mitschüler innerhalb von drei Tagen zu töten...


Die Grundidee, die diesem Film Zugrunde liegt, ist schon irgendwie krank und pervers. Jugendliche Schüller werden, weil sie den Erwachsenen keinen Respekt entgegenbringen einem Auswahlverfahren unterzogen, wie es abartiger nicht sein kann. Sie sollen sich gegenseitig töten, bis nur noch einer/eine übrig ist, der/die dann zum Sieger ernannt wird und am Leben bleiben darf. Das ist schon recht heftig und kann eigentlich auch nur aus Japan kommen, ein Land, in dem Respekt und Disziplin die wohl höchsten Werte sind. Dennoch ist die Inszenierung ein ziemlicher Tiefschlag in die Eingeweide, insbesondere bei der ersten Sichtung des Filmes nimmt einen das Geschehen ganz schön mit und hinterlässt auf jeden Fall einen äußerst nachhaltigen Beigeschmack.

Aber eines muss man sagen, die Idee wurde hier perfekt umgesetzt und sehr spannend und auch hart in Szene gesetzt. Schon sehr früh wird klar, das bei vielen der Protagonisten der pure Überlebenswille durchkommt und für so etwas wie Freundschaft oder positive Gefühle für andere kein Platz ist, wenn man am Leben bleiben will. Es sind die ureigensten Instinkte die bei vielen der Teenager durchkommen, der reine Überlebenstrieb nimmt Überhand und lässt die Protagonisten auch die letzten moralischen Bedenken verlieren. Nur wenige der Schüler kommen trotz der schier ausweglosen Situation erst gar nicht auf die Idee, ihre Freunde zu töten und versuchen stattdessen, eine andere Lösung des Problemes zu bewerkstelligen. Begriffe wie Vertrauen und Loyalität werden dennoch größtenteils abgeschafft, dafür ziehen Neid und Misstrauen in das Szenario ein, was auf jeden Fall für eine Menge Abwechslung und diverse Überraschungsmomente sorgt. Im Prinzip kann man niemandem mehr trauen und die meisten der ehemaligen Freunde fallen gegenseitig wie eine Horde Hyänen übereinander her, um ihr eigenes Leben so gut wie möglich zu beschützen.

Der Film baut die Spannung sehr gut auf, sie bewegt sich den gesamten Film über auf sehr hohem Niveau. Durch die hervorragend dichte und sehr beklemmende Atmosphäre übt der Film eine ganz besondere Faszination auf den Zuschauer aus, der man sich nur schwerlich entziehen kann. Zudem ist der Härtegrad vor allem in der ungeschnittenen Version doch beachtlich hoch, Splatterfreunde werden hier auf ihre Kosten kommen. Doch "Battle Royale" bezieht seine Härte nicht ausschließlich durch den visuellen Aspekt, ist es doch in erster Linie das perfide-und kranke Spiel, das einem hier am meisten zu schaffen macht. Obwohl es sich dabei natürlich vielmehr um fiktive Ereignisse handelt, hinterlässt das Ganze doch einen erschreckend realistischen Eindruck Trotz seiner ganzen Härte und der doch sehr kranken Grundidee besitzt der Film eine ganz eigene Art von sarkastischem Humor, der nur teilweise nicht sofort offensichtlich ist. Gleichzeitig kommt es auch an diversen Stellen zu recht skurriler Situationskomik, die aber keinesfalls für Erheiterung sorgt, sondern vielmehr den puren Sarkasmus beinhaltet, der immer wieder unverhohlen zum Ausdruck kommt.

Besonders hervorzuheben ist hier auch der sozialkritische Seitenhieb, den dieser Film auf jeden Fall sehr gut rüber bringt. Auch die Darsteller sind meiner Meinung nach sehr gut ausgewählt, sie spielen ihre Rollen größtenteils sehr authentisch und verhelfen dem Film dadurch noch mehr Glaubhaftigkeit. "Battle Royale" sollte man auf jeden Fall mal gesehen haben und das nicht nur wegen seiner vorhandenen Härte, sondern weil der Film auch zum Nachdenken anregt und nachhaltig im Gedächtnis haften bleibt.


Fazit:


Regisseur Kinji Fukasaku hat hier einen Film auf den Weg gebracht, der insbesondere zur damaligen Zeit für ordentlich Diskussions-Stoff gesorgt hat und dies auch in der heutigen Zeit immer noch tut. Für manch einen lediglich eine hart in Szene gesetzte Fiktion, beinhaltet "Battle Royale" doch weitaus mehr. Ein tolles Werk, das neben seinem enorm hohen Unterhaltungswert auch sehr kritische Töne anschlägt und gleichzeitig mit einer sozialkritischen Note behaftet ist.


9/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Mo 21. Jan 2013, 21:10
von horror1966
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Battle Royale 2 - Requiem
(Batoru rowaiaru II : Chinkonka)
mit Tatsuya Fujiwara, Natsuki Kato, Yuma Ishigaki, Ai Iwamura, Mitsuru Murata, Masumi Tooyoka, Takeshi Kitano, Ai Maeda, Shûgo Oshinari, Ayana Sakai, Riki Takeuchi, Aki Maeda
Regie: Kenta Fukasaku / Kinji Fukasaku
Drehbuch: Kenta Fukasaku / Koushun Takami
Kamera: keine Information
Musik: Masamichi Amano
Keine Jugendfreigabe
Japan / 2003

3 Jahre nachdem Shuya Nanahara (Tatsuya Fujiwara) den "Battle Royal" gewann, wird erneut eine Schulkasse auserwählt. Sie soll den zum Terroristen mutierten Shuya auf einer Insel ausfindig machen und töten. Von dort aus führt er einen internationalen Kampf gegen die Erwachsenen. Von explodierenden Halsbändern, gefährdeten Zonen und Fallen vorangetrieben muss die Gruppe schon bei der Landung hohe Verluste hinnehmen...


3 lange Jahre musste man warten, bis dann endlich dieser zweite Teil von "Battle Royale" auf den Markt kam. Insgesamt gesehen hat sich das Warten durchaus gelohnt, auch wenn dieser Ableger nicht ganz an die Klasse und Intensität des ersten Teiles herankommt. Das mag eventuell darin begründet sein, das die hier erzählte Geschichte bis auf einige kleine Änderungen zu sehr der des Vorgängers ähnelt und das Geschehen dadurch nicht sonderlich viel Neues zu bieten hat. Dennoch handelt es sich aber immer noch um eine absolut sehenswerte Fortsetzung, in der es auch wieder streckenweise sehr hart-und blutig zur Sache geht. Zeitlich gesehen sind mittlerweile 3 Jahre ins Land gezogen und der Held des ersten Teils ist zu einem Terroristen geworden, der mit einer kleinen Gruppe für etliche Anschläge verantwortlich zeichnet. Das sich Nanahara und seine jugendlichen Gefolgsleute dabei lediglich gegen die Willkür der Erwachsenen zur Wehr setzen interessiert diese überhaupt nicht und man denkt sich eine erweiterte Form des "Battle Royale" aus, um sich der Gruppe von Terroristen zu entledigen.

Das dabei auf perfide Methoden zurückgegriffen wird ist nicht besonders verwunderlich und so schickt man eine Schulklasse, die anstelle der Erwachsenen die Drecksarbeit erledigen soll. Im Prinzip handhabt man das Ganze wie im Vorgänger, nur hat man nicht damit gerechnet, das sich die Überreste der Gruppierungen zusammenschließen. Man kann sich sicherlich vorstellen, das es dabei nicht unbedingt zimperlich zugeht und so kann sich der Zuschauer auf wilde Schießereien und jede Menge Blut freuen. Gleichzeitig ist in diesem Aspekt aber auch die Schwäche des Filmes zu erkennen, denn zu sehr wurde dieses Mal der Hauptaugenmerk auf die Action-Passagen gelegt, wobei man die inhaltliche Tiefe des Szenarios ein wenig zu sehr vernachlässigt hat. So ist auch nur noch wenig von dem herrlichen Sarkasmus zu verspüren, der den ersten Teil noch so ausgezeichnet hat. Auch die sozialkritische Note kommt nur noch in dezenten Ansätzen zum Vorschein und musste dem streckenweise etwas überladenem Action-Spektakel weichen, das man hier in Szene gesetzt hat.

Nun mag manch einer das sicherlich vollkommen anders betrachten und sich insbesondere an dem Feuerwerk von Gewalt-und Härte erfreuen. Allein auf diesen Punkt bezogen mag das Werk sogar noch unterhaltsamer gestaltet sein als der Film aus dem Jahr 2000, doch wenn man das Gesamtbild betrachte, ist ein Abfall der Qualität definitiv nicht zu leugnen. So bleibt auch die Figur des Nanahara in vorliegender Story eher blass, obwohl die Spielanteile des Charakters durchaus reichlich ausfallen. Das liegt auch nicht in der Tatsache begründet, das der Anführer der Terroristen ganz offensichtlich ausgebrannt und gebrochen erscheint, denn man kann ihm die Strapazen der letzten Jahre im Gesicht ablesen. Vielmehr agiert Tatsuya Fujiwara in der Rolle dieses Mal phasenweise fast lustlos und ein wenig hölzern, so das nicht mehr viel vom glänzenden Schauspiel im Erstling zu verspüren ist. Das kann man jedoch auch auf das Schauspiel allgemein ummünzen, denn die Akteure können ganz einfach nicht mit den Darstellungen ihrer Vorgänger konkurrieren.

Zwar handelt es hier um Kritik auf einem immer noch äußerst hohen Niveau, doch gerade aufgrund der Qualität von "Battle Royale" fallen einem diese Punkte so sehr ins Auge und man muss fast schon zwangsläufig auf diese Qualitäts-Einbußen hinweisen. Dennoch bekommt man es immer noch mit einer überdurchschnittlich guten Fortsetzung zu tun, nur sollte man keinesfalls den Standard des ersten Teils erwarten. Wer sich jedoch auch mit etwas weniger zufrieden gibt ist hier bestens aufgehoben und die Action-Junkies werden sogar regelrecht begeistert sein.


Fazit:


Insgesamt gesehen bietet "Battle Royale 2" nicht den glänzenden Eindruck seines Vorgängers, zu sehr hat man sich hier auf den Action-Gehalt der Geschichte fokussiert und dabei einige andere Dinge vernachlässigt. So erscheint das Szenario phasenweise als recht überladene Action-Orgie und kümmert sich nicht ausreichend um die sozialkritische Note, die in Teil 1 weitaus besser zum Ausdruck kam.


7/10

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Verfasst: Di 22. Jan 2013, 15:34
von horror1966
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The Thompsons
(The Thompsons)
mit Mackenzie Firgens, Elizabeth Henstridge, Cory Knauf, Ryan Hartwig, Samuel Child, Sean Browne, Tom Holloway, Joseph McKelheer, Daniel O'Meara, Selina Giles, Sean Cronin, Andrei Alen
Regie: Mitchell Altieri / Phil Flores
Drehbuch: Mitchell Altieri / Cory Knauf
Kamera: Matthew Cooke / David Rom
Musik: Kevin Kerrigan
keine Jugendfreigabe
Großbritannien / USA / 2012

Nach der letzten Auseinandersetzung in der Mojave-Wüste sind die Vereinigten Staaten ein etwas zu heißes Pflaster für die Vampirfamilie Hamilton geworden. Unter dem Namen Thompson siedelt der Clan über nach Großbritannien. Weil der jüngste der Kids verletzt ist und ärztlicher Versorgung bedarf, suchen sie in dem ihnen fremden Land den Kontakt zu anderen Vampiren, die angeblich bereit sind, ihnen zu helfen. Sie ahnen nicht, dass sie sich mit dieser Entscheidung erneut in Lebensgefahr begeben.


Nachdem die sogenannten "Butcher Brothers" Mitchell Altieri und Phil Flowers 2006 mit "The Hamiltons" ihr Regie-Debüt feierten, folgte nun 6 Jahre später das Sequel um die blutrünstige Vampir-Familie. Nach den Vorfällen in den USA blieb den Geschwistern nichts anderes übrig als nach Europa umzusiedeln, um dort eventuell Hilfe von Gleichartigen zu bekommen, doch dieses Ansinnen soll sich im Laufe der Geschichte böses Eigentor erweisen. Auf den Namenswechsel der Familie wird dabei nicht näher eingegangen, was jedoch auch für den Verlauf der Geschehnisse nicht weiter wesentlich erscheint. Viel interessanter ist die Erzählform der Ereignisse, denn der Zuschauer wird fast durchgehend immer wieder mit Rückblenden konfrontiert, die einen nach und nach zu den gegenwärtigen Ereignissen führen. "The Thompsons" zählt ganz eindeutig zu den Vertretern der neuen Vampir-Generation und hat so gar nichts mit dem klassischen Vertreter der Blutsauger-Thematik zu tun. So wird auch dieser Film die Meinungen der Fans sicher in zwei Lager spalten, denn nicht jeder kann etwas mit den neumodischen Vampiren anfangen, die weder untot sind oder das Sonnenlicht fürchten müssen.

Wie schon der Vorgänger kann auch die Fortsetzung nicht in allen Belangen punkten und hinterlässt phasenweise einen eher zwiespältigen Eindruck beim Betrachter. Größtenteils fehlt es dabei an der nötigen Spannung, denn die Ereignisse sind doch von der ersten Minute an äußerst vorhersehbar. Das trübt den Seh-Genuss doch stellenweise ganz erheblich und kann auch nicht gänzlich durch den ansehnlichen Härtegrad ausgeglichen werden, den die Geschichte beinhaltet. Ein weiterer Kritikpunkt ist sicherlich die fehlende Atmosphäre, denn zu keiner Zeit entsteht eine wirklich bedrohliche-und schaurige Grundstimmung, wie sie doch immer wieder in den alten Klassikern zu verspüren ist. An dieser Stelle sollte man jedoch fair bleiben, denn insbesondere der letzte Kritikpunkt ist bei etlichen Vampirfilmen der Neuzeit zu verspüren, so das "The Thompsons" hier keinesfalls eine negative Ausnahme darstellt.

Ein Pluspunkt ist dafür der Aspekt, das die Fangzähne der Blutsauger hier recht oft zum Einsatz kommen und das Kunstblut ziemlich reichlich zum Einsatz kommt. Dennoch bewegt sich der Härtegrad in einem überschaubaren Rahmen, denn zumeist werden die Biss-Attacken lediglich im Ansatz gezeigt, so das meiner persönlichen Meinung nach auch eine 16er Freigabe des Filmes vollkommen ausreichend gewesen wäre. Für mich persönlich siedelt sich das Werk der "Butcher Brothers" im oberen Durchschnitts-Bereich an, denn gänzlich konnte mich die Geschichte nicht überzeugen. Dabei sind durchaus viele gute Ansätze zu erkennen, die aber leider nicht konsequent herausgearbeitet wurden. So ergibt sich letztendlich ein nicht ganz stimmiges Gesamtbild, das weitaus besser hätte ausfallen können. Die Laufzeit von gerade einmal knapp 76 Minuten zeigt zudem, das die Story nicht sonderlich ergiebig ist, man sollte also keinerlei inhaltliche Tiefe oder tiefgehende Charakter-Beleuchtungen erwarten. Andererseits kommen so aber auch keine nennenswerte Längen auf, so das der Film zumindest recht kurzweilige Unterhaltung anbietet, die man sich gern einmal anschauen kann.

Im Endeffekt verhält es sich hier wie auch beim Werk aus dem Jahr 2006, denn beide Filme sind arm an wirklichen Höhepunkten, weisen jedoch auch keine echten Tiefpunkte auf. Für einen gemütlichen Film-Abend bestens geeignet, hinterlassen jedoch beide Werke keinen sonderlich nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis des Zuschauers. Manch einer wird das aber bestimmt ganz anders sehen und so bin ich mir sicher, das auch vorliegender Beitrag seine Fan-Base finden wird. Mit etwas mehr Hingabe von Seiten der Regisseure hätte ein wirklich toller Film entstehen können, doch leider hat man es versäumt, die Story mit diversen Höhepunkten zu versehen, die für einen wesentlich besseren Gesamteindruck gesorgt hätten.


Fazit:


"The Thompsons" ist wahrlich kein schlechter Film und die Story versteht es auch kurzweilig zu unterhalten, doch ein echter Funke will zu keiner Zeit so richtig überspringen. Fehlende Atmosphäre und mangelnde Spannung sind dabei als größte Mankos zu erkennen, wodurch eigentlich nie das nötige Vampir-Feeling entstehen will, das Filme dieser Art doch so auszeichnet. Dennoch erscheint eine Sichtung auf jeden Fall lohnenswert, denn kurzweilig ist dieses Werk allemal.


6/10