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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Di 28. Aug 2012, 06:48
von jogiwan
Airport 75 - Giganten am Himmel
Teil 2 meiner Airport-Sause: "Giganten am Himmel" bietet im Gegensatz zu "Airport" dann auch tatsächlich mehr Action als der Vorgänger und nach dem Crash mit der kleinen Maschine kommt sogar auch so etwas wie Katatstrophenstimmung auf. Ein bissl mehr Drama und Kawumm wäre aber durchaus okay gewesen und von Karen "Sheila" Black hätte ich mir als Ober-Saft-Schubse dann doch ein souveräneres Verhalten gewünscht. Charly Heston war auch schon mal in besserer Form, darf aber am Ende als großer Held da stehen. Irgendwie sind diese Filme dann auch angenehm gealtert, auch wenn es hier wohl hauptsächlich darum ging, möglichst viel große Namen in einem Film zu vereinen, der die Zuschauerschaft zu keiner Sekunde überfordert und auch ständig darauf hinweist, wie viele Menschen doch um unsere Sicherheit in der Luft besorgt sind.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Do 30. Aug 2012, 07:07
von jogiwan
Airport '77
Unterhaltsamer, dritter Teil der Airport-Sause, wobei hier auch wirklich eine Katastrophe im Mittelpunkt steht und nicht die Entwicklungen darum. George Kennedy ist wieder einmal als Patrioni mit von der Partie, ansonsten dreht sich alles um ein luxuriöses Flugzeug voller Kunstschätze, welches durch kriminelle Subjekte gekapert wird und nach einer Kollision mit einer Bohrinsel ins Meer plumpst. Alles hübsch dramatisch und im Gegensatz zu den vergangenen Teilen werden die Fluggäste, die sich größtenteils aus bekannten Gesichtern zusammensetzt auch ordentlich dezimiert. Mehr Kawumm macht dann auch mehr Spass und mit reduzierten Beziehungs-Tralala-Anteil ist "Airport '77" dann auch der bislang spannendste Teil der Serie.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Sa 1. Sep 2012, 09:34
von jogiwan
Sergio Martino-Delükks-Double-Feature:
Your Vice is a locked door and only I have the Key
Ein sadistischer Schreiberling in der Krise, seine psychisch labile Muse und eine durchtriebene Verwandtschaft - mehr braucht Sergio Martino gar nicht für seinen tollen Streifen. Der beginnt zwar irgendwie recht komisch und Edwige Fenech kommt auch irgendwie zu spät ins Spiel, aber dann geht der Film mit dem seltsamen Titel ja ab wie Zäpfchen. Das Ende mit Anleihen bei Edgar Allen Poe hätte zwar nicht unbedingt sein müssen, aber ansonsten macht Sergio Martino ja eigentlich alles richtig. Zwei mehr als attraktive Hauptdarstellerinnen, einer herrlich abgefuckter Luigi Pistilli, hübsche Locations und eine "Terrorpussy from Hell", die bezeichnenderweise auf den Namen "Satan" hört. Zwar mag ich "Torso" und "Killer von Wien" noch immer lieber, aber "Your Vice is a locked room and only I have the Key" kommt gleich hinterher.
Torso
Von den Martino-Gialli ist "Torso" sicher der schmierigste und es ist wenig verwunderlich, dass der nicht überall so gut ankommt. Immerhin in vielen Szenen offen sexistisch, kriegt die sleaze-hungrige Meute aber nur recht wenig nackte Tatsachen von den beiden Hauptdarstellerinnen präsentiert und fast alle männlichen Figuren sind komplex-getriebene Psychopathen, die die entweder niederträchtig sind, oder Ladehemmung haben. Das sind halt nicht die Identifikationsfiguren, die sich die Masse an Zuschauern wünscht und auch ansonsten ist "Torso" irgendwie kein stylisher Hochglanz, sondern ein dreckiges Stück von einem Film, der wirklich schon in Richtung Slasher geht, recht herbe Effekte liefert und auch keinen Rücksicht auf seinen tollen Cast nimmt. Aber je öfter ich den gucke, desto lieber mag ich den! Auch ohne Ladehemmung!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: So 2. Sep 2012, 09:19
von jogiwan
In Vitro
Lustig, unterhaltsam, trashy - demnächst mehr im jeweiligen Fred
Die totale Therapie
Eigentlich herrlich! Ein österreichischer und weitgehend unbekannter Film mit vielen bekannten Gesichtern und einer Geschichte, die hübsch gegen den Strich gebürstet ist. Dass "Die totale Therapie" allgemein nicht gut ankommt, ist ja wenig verwunderlich, da Christian Frosch mit seiner Geschichte über Selbstfindung ein Stück subversives Kino geschaffen hat, dass irgendwo zwischen Haneke und Eckhart Schmidt angesiedelt ist und mit seinen wilden Entwicklungen recht herb auf den Zuschauer losgeht. Anfänglich ist die Therapie ja noch recht witzig, dann gehts Psycho-analytisch ans Eingemachte und das Ende ist mit seinem Gewaltausbruch schlichtweg "over the top". Arthouse meets Exploitation meets subversive Groteske meets deutsch-österreichische Befindlichkeiten. Wäre der Film mit über zwei Stunden nicht etwas zu lange, "Die totale Therapie" wäre wohl der absolute Kracher. Dennoch ein grob unterschätztes und unterhaltsames Stück Biest von einem Film!
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Mo 3. Sep 2012, 08:15
von jogiwan
Rojo Sangre
Ich mag ja den Paul Naschy bekanntlich ja sehr gern, aber dieser pseudo-autobiografisch angehauchte "Rojo Sangre" hat mir ja überhaupt nicht gefallen. Die wirre Geschichte über einen alternden Filmstar ohne Engagements und einem ominösen Pakt mit dem Teufel ist ein unausgegorenes Wirrwarr und die gekünstelten Übergänge gingen mir wie der Einsatz von CGI auch eher auf den Geist. Obwohl der in Barcelona gedrehte "Rojo Sangre" ja ein paar schöne Schauplätze und bekannte Gesichter zu bieten hat, funzt die ganze Sause eher nur beschränkt und braucht ausserdem viel zu lange um in die Gänge zu kommen. Ein gutes Beispiel für "zu viel gewollt und wenig erreicht". Nope, das war nix!
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Fr 14. Sep 2012, 17:15
von jogiwan
Labyrinth des Schreckens
Immer wieder ein Genuss mit vielen "Aaaahhhs" und "Oooohs". Vor oder nach dem Urlaub muss der einfach sein...
Piranhas 2 - Die Rache der Killerfische
Herrlich krude und doch irgendwie unterhaltsame Mischung aus Abenteuer- und Katastrophenfilm, bei denen die kleinen Fischchen aber nur eine untergeordnete Rolle spielen. Das Drehbuch ist haarsträubend unlogisch und bietet einen unlogischen Moment nach dem anderen. Irgendwie hat man das Gefühl, dass alle Darsteller damals dringend das Geld benötigten oder mit einem Gratisurlaub geködert wurden. Bei den männlichen Darstellern gibts nix zu meckern, aber diese Karen Black ist ja nicht nur optometrisch wieder vollkommen neben der Spur. Mit etwas Alohol macht "Piranhas 2" aber nach dem drögen Start doch ziemlich gute Laune und entgegen dem italienischen Cover ist der Streifen dann doch auch für unseren DrDjMDschi geeignet. Kein Highlight und auch nichts für ernste Gemüter, aber irgendwie doch spassig.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Sa 15. Sep 2012, 09:57
von jogiwan
Gremlins-Double-Feature:
"Gremlins" kennt wohl jeder, der die Achtziger noch irgendwie mitbekommen hat. Joe Dantes humorvolle und temporeiche Horrorkomödie über putzige Mogwais, koboldartige Gremlins und eine spießige Kleinstadt ist auch ein Riesenspass für Groß und Klein, der mit seinen flotten Tricks, schwarzen Humor und furiosen Finale auch heute noch super funktioniert. Nach seinem eher gemächlichen Beginn mit seinen gar so idyllischen Bildern startet der Streifen ja auch voll durch und wenn die Gremlins im Kino "Schneewittchen" abfeiern, gibts ohnehin kein Halten mehr. "Gremlins" zählt sicherlich zu den besten Filmen aus den Achtzigern, den man dank bitterbösen Humor, tollen Effekten und sympathischen Darstellern auch ohne Weiteres heute noch gut gucken kann. Egal ob Mogwai oder Gremlin - die Viecher rocken einfach!
Auch der zweite Teil der Gremlins-Sause funzt dank temporeicher Entwicklungen, Selbstironie und viel schwarzen Humor eigentlich hervorragend, auch wenn er sicherlich nicht mehr die großen Überraschungsmomente des ersten Teils zu bieten hat. Das wird jedoch mit vielen Gags und unerwarteten Mutationen ausgeglichen und Trick-technisch wird in Zeiten der CGI-Steinzeit auch aus dem Vollen geschöpft. Die Story ist ebenfalls ganz okay, auch wenn "Gremlins 2" im Finale bisweilen doch etwas an eine vollkommen entartete Muppet-Show erinnert. Der überdrehte Streifen nimmt sich keine Sekunde selber ernst, was etwas zu Lasten des Horrorfeelings geht. In jüngeren Jahren hat mir Teil 2 besser gefallen, mittlerweile ist wohl Teil 1 mein persönlicher Favorit der Reihe. Trotzdem ist auch die Fortsetzung ein geiles Teil und ein richtiger Party-Film!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: So 16. Sep 2012, 10:10
von jogiwan
Foltergarten der Sinnlichkeit
Sehr krude Geschichte aus der Feder von Bruno Mattei und Joe D'Amato über die sadistische Rache der zeigefreudigen Emmanuelle, deren Schwester sich vor wegen dem bösen Carlo vor den Zug geschmissen hat. Die Geschichte startet eigentlich recht öde und bietet außer nackter Haut nicht viel Schauwerte. Das ändert sich zwar im zweiten Teil und der Streifen bietet auch schon einen Ausblick auf kommende Werke, aber dennoch ist "Foltergarten der Sinnlichkeit" doch etwas arg einfach gestrickt und versucht auf recht plumpe und nicht immer gelungene Weise Sex, Gewalt, Lapdance-Feminismus, Psychoterror und Drogenwahn miteinander zu verknüpfen. Herausgekommen ist ein seltsames Etwas, dass vor allem die etwas niedrigen Instinkte des männlichen Zuschauers anspricht! Ob das jetzt gut oder schlecht ist, muss dann wohl jeder für sich selbst entscheiden. Ich fand die ganze Sause bis aufs Finale und dem Soundtrack dann doch eher etwas mau!
Kárate a muerte en Torremolinos
Was soll man sich von einem Streifen erwarten der mit Karate-Zombies, katholischen Surfern und anderen Monstern am Cover beworben wird. Der angepeilte Party-Kracher ist Regisseur Pedro Temboury ja nicht gelungen und in dem No- bis Low-Budget-Werk aus dem Jahre 2003 scheitert wohl vieles am nichtvorhandenen Budget und den Laiendarstellern. Ein paar absurde Einfälle und Schmodder sind zwar recht gelungen und "Kárate a muerte en Torremolinos" nimmt sich auch niemals Ernst, aber irgendwie kommt die Sause nicht so richtig in Gang und wirkt über weite Teile doch arg unausgegoren. Spass machen vor allem die Szenen, die in bester Guerilla-Manier vor unwissenden Touristen gedreht wurden und das Monster am Ende ist auch sehr gelungen. Der Rest ist typisches Amateur-Gedöns mit allen seinen Macken, das zwar schon sympathisch daherkommt, aber auch nur ein eingeschränktes und entsprechend geeichtes Publikum ansprechen wird.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Mo 17. Sep 2012, 08:29
von jogiwan
Das Tier
Schöner und atmosphärischer Horrorfilm mit Werwolf-Thematik mit netten Effekten und einer gelungenen Story über eine Journalistin, die in einer Therapie-Einrichtung statt der erhofften Seelenrettung das blanke Grauen findet. Die Geschichte ist dabei eher unaufgeregt erzählt und dreht die Spannungsschraube eher gemächlich an. Ab der Mitte gibt es dann aber ein paar sehr gelungene Verwandlungen zu bestaunen, die in einem eindrucksvollen Finale gipfeln, dass dem Zuschauer auch in Erinnerung bleibt. Technisch gesehen gibt es jedenfalls nicht viel zu meckern und auch darstellerisch ist "Das Tier" absolut top. Unverzeihlich, dass ich diese hübsche Genre-Perle so lange sträflich vernachlässigt habe. Woof!
Cannibal! The Musical
"Cannibal! The Musical" ist eine eigentlich schwerlich zu beschreibende und trashige Mischung aus "Mamma mia!" und "Ravenous", die sehr ungewöhnlich und zugleich unterhaltsam daherkommt. Die beiden South-Park-Macher Trey Parker und Matt Stone nehmen die tragische Begebenheit des verurteilten Kannibalen Alferd Pecker und basteln um diese eine unterhaltsames Diskont-Musical voller fröhlicher Songs, die in ihrer musikalischen Naivität natürlch gänzlich im Kontrast zu den Texten und blutigen Bildern des Geschehens stehen. Macht jednefalls großen Spass, auch wenn die ganze Sache schon sehr kostengünstig realisiert werden musste. Die Songs gehen jedenfalls gut ins Ohr und von der 16er-Freigabe sollte man sich ebenfalls nicht täuschen lassen... "Hang the Bastard, hang 'em high"

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Di 18. Sep 2012, 08:18
von jogiwan
Airport '80 - Die Concorde
Die investigative Journalistin Maggie erhält Hinweise, dass ihr Freund, der Rüstungs-Industrielle Harrison in kriminelle Machenschaften verwickelt ist und düst mit den Hinweisen mittels Concorde nach Paris. Harrison nutzt daraufhin seine militärischen Kontakte um das Flugzeug abzuschießen, was von der beherzten Crew jedoch im letzten Moment verhindert werden kann. Der durchtriebene Harrison lässt jedoch nicht locker und beim Rückflug wartet auf die Crew, sowie die Passagiere neuerlich eine drastische Überraschung...
Gibt es eigentlich einen Preis für das haarsträubendste Drehbuch aller Zeiten? Wenn ja, wäre das zu "Airport '80" ja ein heißer Favorit dafür. Was hier dem Zuschauer zugemutet wird, spottet ja eigentlich jeglicher Beschreibung und wirft nicht nur sämtliche physikalischen Gesetze über Bord, sondern tritt diese auch noch mit Füssen. Dass die Story absolut keinen Sinn ergibt, ist aber auch egal, so lange ein unterhaltsame Katastrophenfilmchen mit Starbesetzung dabei rauskommt. Und dank bekannter Gesichter und Nebendarsteller (u.a. Sybill Daning und Robert Kerman) macht der trashige Big-Budget-Streifen auch durchaus Laune. Manche würden den Streifen wohl als Tiefpunkt der Serie bezeichnen, aber ich wurde wieder einmal gut unterhalten.