Wiedersehen mit Teilen des Frühwerks von D.W. Buck
Wir können auch anders (1993)
wei westdeutsche Analphabeten, die Brüder Rudi und Moritz Kipp („Kipp“ und „Most“), fahren mit einem alten Hanomag-LKW nach Mecklenburg-Vorpommern, wo sie das Haus ihrer Großmutter geerbt haben. Da sie Autokarten und Straßenschilder nicht entziffern können und der ohnehin langsame Wagen technische Probleme bereitet, zieht sich die Fahrt länger hin als erwartet. An einer Tankstelle zwingt sie der flüchtige Sowjetarmist Wiktor mit vorgehaltener Kalaschnikow, ihn mitzunehmen. Einer tätlichen Bedrohung durch fünf Wegelagerer auf einer einsamen Landstraße entkommt das Gespann nur durch Wiktors Einschreiten. Sie drehen den Spieß um und zwingen die Banditen, in deren Auto einzusteigen und dieses in einen See zu fahren. Nur zwei von ihnen gelingt der Ausstieg aus dem sinkenden Auto.
Auf dem Weg nach Wendelohe, dem geplanten Ziel der Reise, kommt es aufgrund des naiv-unbedachten Verhaltens der beiden Brüder zu den merkwürdigsten Verwicklungen. Sie lassen sich für ihr gesamtes Geld ein fast wertloses Ruderboot aufschwatzen, entlassen aus Mitleid, aber unerlaubt, die durstigen Insassen eines Schweinetransporters und entwenden die Tageskasse eines Imbissstands. (Auszugsweise Inhaltsangabe nach Wikipedia)
Deutschlands (wohl) erstes Road-Movie über den wilden Nordosten Deutschlands, der sich kurz nach der Wende als Hort von allerlei eigenartigen Verbrechen und dubioser Leute (von rechten Skinheads bis zur Imbiss-Tussi) erweist und die Schauspielkarriere von Joachim Krol auf den Weg brachte. Gefällt mir immer noch!
Erst die Arbeit und dann? (1984)
Gerhard Ramm, ein junger Mann, lebt auf dem Land in Schleswig-Holstein und ist von Beruf Bauer. Sein Alltag ist geprägt durch den Umgang mit allerlei Vieh, sei es bei der Fütterung, dem Melken, dem Beschneiden von Klauen, dem Besamen von Sauen, der Rattenjagd im Stall und Ähnlichem.
Um dem Alltag für eine Weile zu entfliehen, beschließt Gerhard, am Abend in die Stadt nach Hamburg zu fahren, nachdem er im Radio Werbung für das Cadillac, eine neue Szene-Kneipe, gehört hat. Es gelingt Gerhard, seinem Vater den Mercedes für die Fahrt abzuschwatzen. Dann geht es los – mit illegal abgepumptem Treckerdiesel im Tank und dem Stadtplan auf dem Schoß.
Nach einer kleineren Irrfahrt durch die Metropole schließlich im Cadillac angekommen, kann er seine Herkunft nicht verbergen und findet entsprechend schlecht Anschluss. Gar nicht scheu setzt sich Gerhard zu der gut aussehenden, modisch instinktsicheren Chantalle, die ihm zwar die kalte Schulter zeigt, auf Grund der Hartnäckigkeit des Jungbauern jedoch schließlich auf ihn eingeht, ihn gar mit auf Besuch zu ihrer Freundin, einer Künstlerin, nimmt und mit ihm den weiteren Abend verbringt. (Wikipedia)
Bucks erster Film war ein 45-Minüter über einen Junglandwirt (Buck ist gelernter Landwirt...), der sämtliche Klischees über bauernschlaue Junglandwirte erfüllt, und in einem Hamburger Szenelokal auf die schnöselige Chantal trifft. "Auf'n Holsten bleib ich noch!"

Der Film lief seinerzeit zumindest hier im norddeutschen Raum (sprich: nördlich von Hamburch!) regulär in den Kinos und erwies sich als Überraschungshit (was fast 30 Jahre danach noch überraschender wirkt...), der aber durchaus über Charme verfügt (wenn auch der Zahn der Zeit am Material schon ziemlich genagt hat). Da ich ja auf nem Kuhdorf großgeworden bin, kann ich bestätigen, dass ich jemanden kenne, der Gerhard schon ziemlich ähnlich war.

Plattdeutschkenntnisse können nicht schaden.