Re: Was vom Tage übrigblieb ...
Verfasst: Do 5. Mär 2026, 04:45
Blow job (Alberto Cavallone, 1980) 7/10
Das Grundproblem bei einer wie auch immer gearteten Besprechung von BLOW JOB ist, dass dies mein erster Film von Regisseur Alberto Cavallone war. Und Vergleiche zu anderen Filmen genauso aussichtlos sind wie die Möglichkeit, Entwicklungen im Oeuvre des Regisseurs zu verfolgen. Ich glaube aber, dass dies notwendig ist um den Film zu verstehen. Um die Gedanken des Regisseurs zu verstehen. Um diesen Nachtmahr aus Sex und Mystik einordnen zu können. Von daher werden diese Gedanken bis auf weiteres ein Fragment bleiben müssen …
Stefano und Diana sind komplett abgebrannt, weswegen Stefano auf der Pferderennbahn das Angebot einer schönen Unbekannten annimmt: Sie sorgt dafür, dass ein bestimmtes Pferd gewinnt, im Gegenzug hilft er der Frau, ein Tor zu überwinden. Das Pferd, natürlich ein krasser Außenseiter, gewinnt selbstverständlich, also fährt man gemeinsam in tiefster Nacht auf einsamste Straßen, um seinen Teil der Schuld einzulösen. Das Ziel ist ein abgelegenes Schloss, die Unbekannte mit der markanten Narbe auf der Wange entpuppt sich als Gräfin, und die Aufgabe scheint es zu sein, der Dame bei ihrer Transition in eine andere Existenz zu helfen. Doch der sehr materiell eingestellte Stefano steht dem offensichtlich im Wege, im Gegensatz zu Diana, die sich mittlerweile entschieden hat, den Weg der Gräfin mitzugehen. Stefano wird von der sinnlichen Hexe Sibilla eingefangen, die versucht, seine Gedanken in eine andere Richtung zu lenken. Doch ist wirklich die Transition das Ziel der Gräfin? Und zu welchem Preis? Müssen die armen kleinen Menschlein unter Umständen ihr Leben lassen? Es scheint so …
Zumindest wäre das so die Richtung, in die eine Inhaltsangabe gehen könnte. Dazu kommt noch der Umstand, dass der Film in einem Hotel beginnt, in dem ein Mädchen sich aus einem Fenster stürzt. Diesem Freitod werden wir am Ende des Filmes wieder begegnen, aber möglicherweise in einem anderen Zusammenhang. Ein Zusammenhang, der die Grundlagen des universellen Kreislaufs berührt, in dem Anfang und Ende ident sind. Zu diesem Zusammenhang passt auch, dass die Gräfin in ihren verschiedenen Gestalten einen Übergang durchführen möchte, also den Weg in eine andere Existenz. Diana, der weibliche Part, stellt sich dem durch ihre Sinnlichkeit naturgemäß nicht wirklich entgegen, ihr Gefühl für die Zusammenhänge der Welten ist aber ein anderes als das des erzmaterialistischen Stefano, der vor Sorge um die irdische Existenz alles Sinnliche zu vergessen scheint, gleich wie sehr er unterstützt wird beim Beschreiten dieses Weges.
Verwirrt? Keine Bange, das ging mir beim Sehen des Films nicht anders. BLOW JOB ist kein herkömmlicher Porno jener Zeit, genauso wie Alberto Cavallone kein herkömmlicher Regisseur war. Die Handlung, so man sie so nennen möchte, mäandert zwischen verschiedenen Punkten hin und her, springt vorwärts und rückwärts, bestimmte Personen können auch andere Personen sein, und mittendrin haben wir immer wieder die einfachen und kuriosen Menschen, die Cavallone immer so gerne portraitiert hat. Und trotz (oder wegen?) der sexuellen Aspekte und seines plakativen Titels ist BLOW JOB mehr als nur ein erotisches Sammelsurium eines auf den ersten Blick durchgeknallt wirkenden Autorenfilmers. Anders als etwa bei Renato Polselli, bei dem das filmische Delirium vermutlich eher bewusstseinserweiternde Ursachen hatte, ist es hier eine ganz bestimmte Sicht auf die Welt, die in Strukturen gepresst werden soll, die sich dieser Sicht verweigern. Eine dreidimensionale Denkweise, die in ein zweidimensionales Medium umgewandelt wird und damit natürlich einen Teil ihrer Wahrheiten, wenn nicht verliert, so zumindest verklausulieren muss, um eine halbwegs verständliche Darstellungsweise zu haben.
Halbwegs verständlich? Wenig ist an diesem Film halbwegs verständlich, zumindest im Vergleich mit herkömmlichen Filmen. BLOW JOB ist wie ein Buch von Robert Anton Wilson oder wie ein Film von David Lynch – Er überschreitet die Grenzen von Narration und Dinge wie Einheit von Ort und Zeit, hin zu etwas größerem, universellerem.
Aber vielleicht ist das auch alles nur pseudo-intellektuelles Geschwafel, mit dem sich man einen Film, der zu wenig Handlung und (in der gesehenen SC-Fassung) zu wenig Sex bietet, schön reden muss …
Das Grundproblem bei einer wie auch immer gearteten Besprechung von BLOW JOB ist, dass dies mein erster Film von Regisseur Alberto Cavallone war. Und Vergleiche zu anderen Filmen genauso aussichtlos sind wie die Möglichkeit, Entwicklungen im Oeuvre des Regisseurs zu verfolgen. Ich glaube aber, dass dies notwendig ist um den Film zu verstehen. Um die Gedanken des Regisseurs zu verstehen. Um diesen Nachtmahr aus Sex und Mystik einordnen zu können. Von daher werden diese Gedanken bis auf weiteres ein Fragment bleiben müssen …
Stefano und Diana sind komplett abgebrannt, weswegen Stefano auf der Pferderennbahn das Angebot einer schönen Unbekannten annimmt: Sie sorgt dafür, dass ein bestimmtes Pferd gewinnt, im Gegenzug hilft er der Frau, ein Tor zu überwinden. Das Pferd, natürlich ein krasser Außenseiter, gewinnt selbstverständlich, also fährt man gemeinsam in tiefster Nacht auf einsamste Straßen, um seinen Teil der Schuld einzulösen. Das Ziel ist ein abgelegenes Schloss, die Unbekannte mit der markanten Narbe auf der Wange entpuppt sich als Gräfin, und die Aufgabe scheint es zu sein, der Dame bei ihrer Transition in eine andere Existenz zu helfen. Doch der sehr materiell eingestellte Stefano steht dem offensichtlich im Wege, im Gegensatz zu Diana, die sich mittlerweile entschieden hat, den Weg der Gräfin mitzugehen. Stefano wird von der sinnlichen Hexe Sibilla eingefangen, die versucht, seine Gedanken in eine andere Richtung zu lenken. Doch ist wirklich die Transition das Ziel der Gräfin? Und zu welchem Preis? Müssen die armen kleinen Menschlein unter Umständen ihr Leben lassen? Es scheint so …
Zumindest wäre das so die Richtung, in die eine Inhaltsangabe gehen könnte. Dazu kommt noch der Umstand, dass der Film in einem Hotel beginnt, in dem ein Mädchen sich aus einem Fenster stürzt. Diesem Freitod werden wir am Ende des Filmes wieder begegnen, aber möglicherweise in einem anderen Zusammenhang. Ein Zusammenhang, der die Grundlagen des universellen Kreislaufs berührt, in dem Anfang und Ende ident sind. Zu diesem Zusammenhang passt auch, dass die Gräfin in ihren verschiedenen Gestalten einen Übergang durchführen möchte, also den Weg in eine andere Existenz. Diana, der weibliche Part, stellt sich dem durch ihre Sinnlichkeit naturgemäß nicht wirklich entgegen, ihr Gefühl für die Zusammenhänge der Welten ist aber ein anderes als das des erzmaterialistischen Stefano, der vor Sorge um die irdische Existenz alles Sinnliche zu vergessen scheint, gleich wie sehr er unterstützt wird beim Beschreiten dieses Weges.
Verwirrt? Keine Bange, das ging mir beim Sehen des Films nicht anders. BLOW JOB ist kein herkömmlicher Porno jener Zeit, genauso wie Alberto Cavallone kein herkömmlicher Regisseur war. Die Handlung, so man sie so nennen möchte, mäandert zwischen verschiedenen Punkten hin und her, springt vorwärts und rückwärts, bestimmte Personen können auch andere Personen sein, und mittendrin haben wir immer wieder die einfachen und kuriosen Menschen, die Cavallone immer so gerne portraitiert hat. Und trotz (oder wegen?) der sexuellen Aspekte und seines plakativen Titels ist BLOW JOB mehr als nur ein erotisches Sammelsurium eines auf den ersten Blick durchgeknallt wirkenden Autorenfilmers. Anders als etwa bei Renato Polselli, bei dem das filmische Delirium vermutlich eher bewusstseinserweiternde Ursachen hatte, ist es hier eine ganz bestimmte Sicht auf die Welt, die in Strukturen gepresst werden soll, die sich dieser Sicht verweigern. Eine dreidimensionale Denkweise, die in ein zweidimensionales Medium umgewandelt wird und damit natürlich einen Teil ihrer Wahrheiten, wenn nicht verliert, so zumindest verklausulieren muss, um eine halbwegs verständliche Darstellungsweise zu haben.
Halbwegs verständlich? Wenig ist an diesem Film halbwegs verständlich, zumindest im Vergleich mit herkömmlichen Filmen. BLOW JOB ist wie ein Buch von Robert Anton Wilson oder wie ein Film von David Lynch – Er überschreitet die Grenzen von Narration und Dinge wie Einheit von Ort und Zeit, hin zu etwas größerem, universellerem.
Aber vielleicht ist das auch alles nur pseudo-intellektuelles Geschwafel, mit dem sich man einen Film, der zu wenig Handlung und (in der gesehenen SC-Fassung) zu wenig Sex bietet, schön reden muss …








