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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: So 1. Jul 2012, 10:20
von jogiwan
The Dark Side of P0rn - The Real Animal Farm & Does Snuff Films exist?
Die wundersame Welt der P0rnografie birgt ja so manch dunkle Seite, von denen man auch nichts erfährt, wenn man nicht gezielt danach sucht. Die von Channel 4 beauftragten Reihe über die Abgründe der Fleischfilmwelt scheint ja auch bekannt zu sein, was vor allem an den beiden gesichteten Episoden liegt, die einerseits das Thema Zoophilie und andererseits dem Mythos der Snuff-Filme nachspüren. "The Real Animal Farm" ist natürlich herber Stoff und ich wusste gar nicht, dass hier so ein großer Markt besteht. Anhand des tragischen Schicksals von Bodil Joensen gibts hier sicherlich Dinge an der Schnittstelle Ekel und Sensationslust zu sehen und hören, auf die man gerne verzichten kann. In der Snuff-Folge gehts zwar weniger um das Sexuelle, dafür aber um die kontroverse Thematik des Ermordens einer Person für kommerzielle Zwecke. In der Episode kommen Regisseur wie Ruggero Deodato ("Cannibal Holocaust"), Eli Roth ("Hostel) und John Alan Schwartz ("Gesichter des Todes) oder auch der Produzent von "Snuff" zu Wort, die über ihre bekanntesten Filme und die dadurch verursachten Probleme erzählen.
At Midnight I´ll take your Soul
Der sadistische Leichenbestatter Zé ist ein höchst unangenehmer Zeitgenosse, der mit seiner gewaltbereiten Art und ungewöhnlichen Ansichten, Angst und Schrecken unter seinen erzkonservativen Mitbürgern verbreitet. Als ihn seine eigene Frau keinen Nachkommen schenken kann, beschließt er diese zu ermorden, um sich an die hübsche Terezinha heranzumachen. Diese ist jedoch schon Antonio versprochen, der ebenfalls von Zé aus dem Weg geräumt wird. Der Leichenbestatter vergewaltigt das junge Mädchen, das vor ihrem Selbstmord grausame Rache schwört und tatsächlich scheint es für den Sadisten schon bald das letzte Stündlein geschlagen zu haben...
Erster Teil der hierzulande als "Coffin Joe" bekannten Filmreihe mit einem sadistischen Leichenbestatter namens Zé Do Caixão, der von Regisseur José Mojica Marins auch herrlich böse verkörpert wird. Der Film selbst ist recht originell, in Schwarzweiß und überrascht durch einige Härten. So eine abgrundtief böse Figur kommt einem ja nicht alle Tage unter und so ist es wenig verwunderlich, dass die Figur trotz vermeintlichen Ableben am Ende einige Jahre später für "This Night I´ll possess your Corpse" wieder reaktiviert wurde. Der 1964 entstandene Streifen macht durchaus Laune und erinnert wohl nicht von ungefähr an klassische Horrorfilme der Universal Monsters. Was dem Ganzen vielleicht technisch fehlt, macht Maris durch seine Performance locker wett. Ein guter Auftakt!
Spice World
Lustiger Blödsinn!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Mo 2. Jul 2012, 08:17
von jogiwan
The Rainbow Thief
Optik super, Omar Sharif super, Christopher Lee super - aber die etwas brave Geschichte über den exzentrischen Millionär, dem verrückten Prinz und dem sympathischen Dieb fand ich jetzt nicht sonderlich aufregend. Die Locations sind ebenfalls wunderbar ausgesucht und über dem Ganzen schwebt auch immer der etwas abgründige Hauch Jodorowskys, auch wenn dieser hier ein überraschend zungängliches Werk abgeliefert hat. Anscheinend gabs auch ordentlich Stunk mit den Produzenten und Peter O`Toole war wohl auch nicht die Wunschbesetzung des chilenischen Regisseurs. Lässt sich gut gucken, aber irgendwie sind mir kontroverse, subversive und wilde Werke dann schon lieber, als dieses "nette" Märchen für Erwachsene.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Di 3. Jul 2012, 07:07
von jogiwan
BearCity
Der junge Schauspieler Tyler fühlt sich im Gegensatz zu seinem schwulen Freundeskreis nicht von gängigen Schönheitsidealen, sondern von richtigen Männern angezogen. Bei seinem ersten Ausflug in die Bärenszene trifft er auf den bärtigen Brent, der zufälligerweise ein Zimmer vermietet und sich auch ansonsten als recht sympathisch entpuppt. Ehe sich Tyler versieht ist er auch schon mitten drin in der gemütlichen Bärenszenen mit all ihren humorvollen Eigenheiten, die für den schüchternen Jungen erstmal Neuland sind und schon bald zu einigen Wirrungen in seinem Leben führen...
Humorvolle Komödie über die schwule Bärenszene, bei der man anmerkt, dass die Macher allesamt aus der Ecke kommen. Der Film spielt bewußt mit Klischees, ohne dabei aufgesetzt oder so klamaukig wie der furchtbare "Another Gay Movie" zu wirken. Die Geschichte über alltägliche und weniger alltägliche Probleme ist herzlich ausgefallen und bietet im Verlauf seiner etwas zu langen Handlung humorvolle, wie auch nachdenkliche Momente, ohne zu sehr ins Dramatische abzukippen. Die Geschichte über die sympathischen und vorwiegend sehr haarigen Figuren ist auch etwas episodenhaft und vielleicht für Nicht-Homosexuelle Menschen etwas zu sehr in der Szene verhaftet, aber ich hab mich bei dieser sommerlichen Komödie aus dem schwulen Indie-Bereich, in der es doch einiges an Brustfell und Rettungsringen zu sehen gibt, herrlich amüsiert. Der Soundtrack u.a. von unserem Bux ist auch klasse und Teil 2 kommt ebenfalls noch dieses Jahr!
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Mi 4. Jul 2012, 07:17
von jogiwan
Die unglaubliche Entführung der verrückten Miss Stone
Stone will seine nervige Ehefrau Barbara loswerden fasst vor seiner Geliebten den Plan, diese zu ermorden. Bevor es soweit kommt, wird Barbara jedoch von den Kesslers entführt, die von Stone geprellt wurden. Als diese mit der Ermordung der Ehefrau drohen, ist dieser hocherfreut, weigert sich das Lösegeld zu zahlen und macht auch noch die Medien auf den Fall aufmerksam. Als Barbara jedoch den wahren Grund ihrer Entführung und von der Tatsache erfährt, dass sich ihr Ehegatte weigert, auch nur einen Cent für sie zu bezahlen, verbündet sie sich kurzerhand mit ihren Entführern und heckt auch einen Plan aus, als der untreue Ehemann selbst unter Mordverdacht gerät und nun dringend das Entführungsopfer lebendig benötigt...
Herrliche 80er-Komödie über niederträchtige Ehemänner, Geliebte, Gehörnte, Übersohrgehauene und eine Entführung, die so richtig in die Hose geht. Ein Paradefilm, wie Missverständnisse am laufenden Band eine Sache erst so richtig zum Eskalieren bringen. Die Geschichte ist flott, witzig und selbst der bisweilen grässliche 80er-Jahre-Look können der Komödie nichts anhaben. Die Darsteller sind ebenfalls top und auch nach 26 Jahren hat die Entführung, der gar nicht mal so verrückten Miss Stone nichts von seinem originellen Witz verloren. US-Komödien sind ja mittlerweile zum Vergessen, aber diese ZAZ-Produktion ist in allen Belangen ein absolutes Highlight!
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Do 5. Jul 2012, 08:27
von jogiwan
Profondo Rosso
immer wieder ein Genuss... Macha "Mache dir keine Sorge" Meril als Medium, David Hemmings als Pianist/Engineer und meine Daria als feministische Reporterin. Immer noch einer meiner absoluten Lieblings-Gialli, der in der skandinavischen DVD auch sehr schön zur Geltung kommt. Aber wie ist denn eigentlich die deutschsprachige Blu-Ray? Taugt die was?
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Fr 6. Jul 2012, 06:51
von jogiwan
Manhattan Baby
Bei aller Liebe, aber dieser "Manhattan Baby" ist schon ein ziemlicher Schnarcher und wohl auch nur etwas für angehende Optiker mit Augenfetischismus und Hinterhof-Okkultisten. Die Geschichte über das "Amulett des Bösen" ist ja doch ziemlich schnarchig und kommt nie so richtig in die Gänge. Die beiden Hauptdarsteller sind blass, die Terrorbratzen nervig, blutige Effekte kaum vorhanden und auch das Ende kann nicht wirklich überzeugen. Schade eigentlich, da Herrn Fulci ja auch ein paar schöne Locations zur Verfügung standen. Finger weg auch von der Red Edition, die wirklcih ein saumäßiges Bild liefert, die den Sehgenuß auch nicht wirklich unterstützt. Zwar kein Rohrkrepieren, aber weitab vom Unterhaltungswert seiner vorangegangenen Filme. 4/10
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Sa 7. Jul 2012, 12:23
von jogiwan
Santa Sangre
Was für ein toller Film. Die Mischung aus seltsamen Figuren, grotesker Handlung und bunter Ausstattung ist ja genau meins, auch wenn "Santa Sangre" eigentlich recht straight erzählt wird. Die Geschichte ist hübsch abgedreht und der Zirkus bietet auch das ideale Setting für eine derart farbenfrohe Geschichte. Jedesmal wenn man sich sicher fühlt, zaubert Jodorowsky einen neue und noch obskurere Idee aus dem Ärmel, die den aufgeschlossenen Zuschauer sicher nicht enttäuscht. Zwei Stunden Magie und ein Bilderrausch, an dem man sich gar nicht sattsehen mag. Eigentlich unverzeihlich, dass ich so viele Lebensjahre vergeuden musste, um den chilenischen Regisseur für mich zu entdecken. Ganz großartiger Streifen, auch wenn ich "The Holy Mountain" rückblickend dann doch noch einen Ticken interessanter, weil abgedrehter fand.
Murder in a blue world (a.k.a. Dead Angel - Einbahnstrasse in den Tod)
Re: Dead Angel (aka Die Satansbrut) - Eloy de la Iglesia
BeitragAutor: jogiwan » 7. Jul 2012, 12:17
Gestern nun auch endlich die englische DVD unter dem Titel "Murder in a blue world" gesichtet, die den Streifen in guter Qualität abliefert. Auch auf Englisch funzt die sehr obskure Mischung aus Sci-Fi, Psychodrama und Gesellschaftskritik bestens auch wenn man nicht genau weiß, auf was Eloy de la Iglesia eigentlich hinaus wollte. Das Werk streift das anspruchsvolle Arthouse-Genre, wie auch Exploitation und ist dann teils so trashy, dass "Dead Angel" letztlich in keine der Kisten passt. Eins ist der Streifen aber bestimmt: ein ungewöhnliches Werk mit einer tollen Hauptdarstellerin und einer sehr seltsamen Geschichte, die den aufgeschlossenen Zuschauer zwar etwas ratlos, aber dennoch fasziniert zurücklässt.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: So 8. Jul 2012, 10:14
von jogiwan
Lutschi-Flutschi-Double-Feature:
Murder Rock:
Lucio Fulcis Flashdance-Giallo, der eigentlich recht sympathisch um die Ecke biegt. Die Geschichte über den Konkurrenz-Kampf unter jungen Tänzern führt den Zuschauer ja rasch auf die falsche Fährte und bringt auch das Wiedersehen mit alten Bekannten wie Olga Karlatos, Ray Lovelock, Al Cliver und meinem neuen Liebling Cosimo Ciniero. Die ganze Sause ist jedenfalls recht routiniert umgesetzt, auch wenn mir persönlich Frau Karlatos immer etwas zu panisch aus der Wäsche guckt. Der Mystery-Einschlag funzt auch nur begrenzt, dafür wird man mit ein paar schäbigen Tanznummern entlohnt, die für mein Empfinden noch viel öfters eingesetzt hätten werden können. Dass ich natürlich stilecht im Aerobic-Outfit geguckt und auch mitgetanzt hab, versteht sich von selbst und so bleibt ein netter Spät-Giallo im mittleren Bereich und viel Gehopse, der sich schon gut gucken lässt. "Pa-ra-noi-a is coming your way"
Demonia:
Hui, Nonnen-Schmonz mit Gore-Beilage von unserem Lieblings-Fulci- Leider zu einer Zeit entstanden, in der das italienische Kino ja nicht gerade mit Genre-Perlen glänzt und auch "Demonia" ist alles andere als ein Burner. Die farblose Hauptdarstellerin stolpert von Warnungen begleitet durch irgendwelche Ruinen und nebenher werden ein paar Leutchen auf brutale Weise ermordet. Das Ende ist zwar ziemlich gory, passt aber leider nicht zum trögen Rest und auch das Auftauchen von Al Cliver und Lieblings-Hackfresse Lino Salemme können da nix mehr großartig retten. Der ganze Look des Films hat mir nicht sonderlich gefallen und die Geschichte über das dunke Geheimnis einer Stadt ist einfach doof und bevor "Demonia" nochmals im Player landet ist es wohl wahrscheinlicher, dass ich meine Zunge an ein Brett nageln lasse. Boring!
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Mo 9. Jul 2012, 08:30
von jogiwan
Mum & Dad
Hmm... was soll ich sagen.... die Ösi-DVD bietet zwar knapp zweieinhalb Minuten mehr Madness, aber auch die können den englischen Beitrag zum Terror-Genre nicht retten. Sicherlich hat "Mum & Dad" wie unser Horrotschi schon anmerkte, eine recht kranke Grundstimmung, aber irgendwie fand ich die Geschichte doof, die Figuren nervig und sowieso und außer ein paar ekeligen Momenten, hat der englische Streifen nicht wirklich etwas Großartiges zu bieten. Die sadistischen Spielereien der Familie werden mit zunehmender Laufzeit eher öde und auch das Ende ist jetzt nicht wirklich der Burner. Alles in allem kein Film, den ich emfpehlen würde - höchstens, man hat es sich mit mir verscherzt!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb
Verfasst: Mi 11. Jul 2012, 07:16
von jogiwan
Nichts als Ärger mit dem Typ
Irgendwie sympathische Komödie über zwei sehr unterschiedliche Frauen, die sich in den gleichen Mann verlieben, der dummerweise mit dem FBI und dem KGB seine krummen Geschäfte macht. Auf der Suche nach dem vermeintlichen Lover kommen die beiden Frauen von einer skurrilen Situation in die nächste und die Gagdichte ist relativ hoch. Bette Midler sieht man ja immer gerne und Shelley Long ist ebenfalls die Freude an der temporeichen Komödie anzusehen. Im Vergleich zu "Die verrückte Entführung" ist der zwar der klar bessere Film, aber auch "Nichts als Ärger mit dem Typ" ist spassige Unterhaltung, die zwar manchmal etwas anzüglich, aber keinesfalls niveaulos daherkommt. Ich mag den Streifen einfach.