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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Di 4. Okt 2011, 11:02
von jogiwan
Aftershock

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Was für eine gequirlte Scheisse! "Aftershock“ ein Katastrophenfilm, der Bezug auf eine der schlimmsten Naturkatastrophen des letzten Jahrhunderts nimmt, aber dann eine seltsam anmutende Familiengeschichte erzählt, die für mein Empfinden viel zu tendenziös ausgefallen ist. Das kritische Untertöne zur Gesellschaft in chinesischen Filmen sicherlich nicht gefragt sind, ist mir durchaus bewusst, aber so plump und offensichtlich wie hier etwaige Klippen umschifft werden, ist für den politisch interessierten Menschen schon etwas fragwürdig. Land super, Militär super - persönliche Entfaltungsmöglichkeiten natürlich unbegrenzt! Und da helfen dann auch die zweifelsfrei sehr eindrucksvollen Bilder und visuellen Effekte des Erdbebens zu Beginn des Streifens nicht darüber hinweg, dass der Film für ein Drama erschreckend eindimensional daherkommt, zu lange ist und dabei trotz seiner Tränendrüsigen Entwicklungen befremdlich an einen Propagandafilm erinnert. 3-4/10

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Mo 10. Okt 2011, 09:57
von jogiwan
Fireflash - der Tag nach dem Ende

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Sergio Martinos oppulent ausgestattete und Detail-verliebte Endzeit-Utopie, die eigentlich ein recht hohes Tempo vorzuweisen hat und im Kino deshalb so richtig rockt. Die spannende und auch tiefgründige Geschichte wird stetig vorangetrieben und über die gesamte Laufzeit bekommt man neben Hauptdarsteller Michael Sopkiw von kleinen Zwergen, Affenmenschen und toten Bräuten in Glassärgen jede Menge skurriler Charaktere um die Ohren geföhnt, die jede für sich ein Rip-Off verdient hätten. Und wem das alles noch nicht reicht, kann sich vom tollen Soundtrack der unvermeidlichen Oliver Onions noch zusätzlich ins Delirium treiben lassen. Kurzum: Hammer-Film, der wie Faust auf Auge gepasst hat und im richtigen Ambiente auch gerne mit einem Zusatzpunkt belohnt wird. Ich gebe daher subjektive 9-10/10, weil der Streifen einfach alles hat, was ich am Genre mag und nebenher auch noch die Pathos-triefendste (und dennoch unglückliche) Liebesszene aller Zeite beinhaltet. Schnief!

Paco - Kampfmaschine des Todes

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Auch "Paco" ist natürlich ein verdammt cooler Film mit dem Mann, der mit Rocky im Ring stand, dann aber leider doch nicht wie erwartet durchgestartet ist. Warum eigentlich lässt sich jedoch nicht wirklich nachvollziehen, da Herr Daniel Greene in dem Streifen eigentlich alles richtig macht, als gefühlvolle und zurückhaltende Todesmaschine glänzt und sogar eine derart eindrucksvolle Szene mit John Saxon hat, das die Zuschauer im Kino sogar zu Spontan-Applaus gerührt hat. Ganz toller, wenn auch etwas trashiger Streifen, der zum Schluss sogar existenzielle Züge annimmt und auch ansonsten beste Action-Unterhaltung mit dem Herz am richtigen Fleck präsentiert. Sowas dann auch noch ungekürzt im Kino sehen zu dürfen ist natürlich der Kracher schlechthin und die beiden Filme in Kombination im derartigen Umfeld, mit derart netten Leuten und derart tollem Anlass zu sehen war mein absolutes (Genre-)Film-Highlight der vergangenen Jahrzehnte. 10/10

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Di 11. Okt 2011, 09:55
von jogiwan
Da steht ein Ferd auf´m Flur.... Jogiwans semi-unterhaltsamer Westernabend #1

Yankee

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Ein ambitionierter Kopfgeldjäger, der wegen seiner Herkunft von allen nur Yankee genannt wird, kommt eines Tages in ein Dorf an der mexikanischen Grenze, in dem der sogenannte "große Concho" mit seinem treuen Gefolge eine Art Gangster-Dikatur aufgebaut hat. Als der Yankee mit dem "großen Concho" in dessen zur Galerie umfunktionierten Gangster-Zentrale zusammenkommt, macht er diesem unmißverständlich klar, dass er am Kopfgeld seiner Getreuen großes interesse hat. Dafür wird er zuerst vor versammelten Mannschaft noch belächelt und als er seine Drohung wahr macht, allerlei Baddies von Conchos Gefolge unter die Erde bringt und auch noch mit die dralle Braut des Obergangsters entführt, platzt diesem der Kragen und es kommt zu einem mehrstündigen Finale...

Tja, Tinto Brass - Italiens Russ Meyer - ist ja eher wegen seiner erotischen Tittenfilme, als für seine Western bekannt und wenn man sich "Yankee" ansieht, verwundert das kaum. Die Story fand ich ja ziemlich mau, die Dialoge so hölzern wie der Saloon und irgendwelche tiefergehende Charakterisierung findet ja gleich gar nicht statt. Die Figuren sind allesamt eindimensional und es wird abwechselnd geritten, blöd gequatscht und geschossen, bevor die Szenerie wieder von Neuem beginnt und sich dann bis zum Finale ständig wiederholt. Dabei wäre "Yankee" von den Bildern her gar nicht mal so schlecht und irgendwie kommt der Streifen teils mit netten Einfällen, Pop-Art-Touch und ungewöhnlichen Kamera-Perspektiven daher - aber vom Hocker reißt mich das alles nicht... 3-4/10

Für einen Sarg voller Dollar

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Als der größenwahnsinnige Hagen entdeckt, dass seine Brüder bei einem mißglückten Überfall erschossen wurden, ordnet er die systematische Auslöschung der dafür verantwortlichen Familie an. Diese werden auch prompt mitsamt ihrem Haus abgefackelt und nur ein Bediensteter des Haus überlebt das grausige Szenarie. Dieser petzt aber prompt alles dem ebenfalls nach Hause gekehrten Sohn des Hauses, der nun seinerseits grausame Rache schwört und unter dem Tarnnamen "Nevada Kid" gemeinsam mit einem gewaltbereiten Kopfgeldgeldjäger den Kampf gegen die Triaden von Gangstern aufnimmt und dabei recht erfolgreich zu Werke geht...

Du meine Güte! Ein Bodycount jenseits der Hundert ohne auch nur einen Tropfen Blut zu sehen? Das sind ja Verhältnisse - ärger als bei "American Fighter" und irgendwie geht es in dem Streifen auch ähnlich trashig zu. Alles ist total billig, im örtlichen Western-Erlebnispark unprofessionell umgesetzt und auch die Geschichte macht da keine Ausnahme. Allerdings hat "Für einen Sarg voller Dollar" für den Trashfreund doch einen erhöhten Unterhaltungswert und bietet neben dem farblosen Hauptdarsteller und einem herrlüsch dürschgeknallten Kinski auch die solide Kamera-Arbeit von Aristide Massaccesi, der ja später unter Joe D´Amato selber den Regie-Sessel erklimmen durfte. Neben dem vorhersehabaren Handlungsverlauf punktet aber in dem sehr durchschnittlichen Streifen auch Simone Blondell als blondes Eye-Candy, die sogar ein bissl tough sein darf. Mit 3-4 Bieren intus gibts wohlwollende: 4-5/10

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Fazit:

Naja, Western... wir werden wohl keine Freunde mehr... Okay, beim Gialli ist es im Grunde auch immer dasselbe Handlungsgerüst, aber da gibts wenigstens noch hübsche Menschen in schicken Klamotten und noch hübscherer Umgebung. Wer will denn schon andauernd unrasierte, hässliche und schwitzende Menschen in dreckigen Klamotten (einzige stylishe Ausnahme: der lindgrüne Poncho von Tamayo) auf Pferden sehen, die pseudo-coole One-Liner-Kacke labern und dann größtenteils auch nur nach geografischer Herkunft benannt werden? Irgendwie scheint es im Wilden Westen ja ein kleines Namensproblem gegeben zu haben, was wohl erklärt, dass ich gestern in zwei Filmen einen Yankee, Texaner, Portugiesen, Nevada Kid und sonstige Landsleute aus allen Teilen der Erde begutachten durfte...

Und das andauernde Gereite auf den Pferden und Dauer-Geballere (Nachladen muss man ja anscheinend ohnehin nie?) dient wohl auch nur dazu, dass man die Zeit zwischen den hölzernen Dialogen nicht mit einer tiefergehenden Charakterisierung verschwenden muss. Ein richtiger Mann hat ja auch ausser Rachedurst keine weiteren Gefühlsregungen zu zeigen und Frauen sind (sofern sie überhaupt vorkommen) maximal hübsches Beiwerk, dass die Klappe zu halten hat. Hätte ich seinerzeit nicht Pony-Reiten als Ferialjob gemacht und am eigenen Leib erleben müssen, wie durchtrieben alle Viecher mit Sattel sind - vielleicht hätte sich meine Filmleidenschaft vielleicht anders entwickelt - aber so wünsch ich mir die Viecher statt auf dem Bildschirm lieber in die Wurst! ;)

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Di 11. Okt 2011, 10:29
von buxtebrawler
:D

Du guckst einfach die falschen Western, jogi.

Pflichtprogramm:
The Good, the Bad & the Ugly
Leichen pflastern seinen Weg
Für ein paar Dollar mehr
Der Gehetzte der Sierra Madre
usw.

Teste unbedingt mal einen davon an!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Di 11. Okt 2011, 10:52
von jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Di 11. Okt 2011, 10:57
von Arkadin
:lol: :lol: :lol:

Der Tag ist gerettet!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Di 11. Okt 2011, 11:16
von buxtebrawler
:D

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Di 11. Okt 2011, 11:25
von dr. freudstein
Ha ha, geiles pic :lol: :lol: :lol:

Danke für die Aufmunterung :D
Gewinn doch einfach mal wieder was 8-)

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Di 11. Okt 2011, 11:41
von purgatorio
:shock: :D :D :D
das du aber auch gleich so einen Hut zur Hand hattest :palm:
ich glaube, dass du zum Karneval nur als Cowboy gehst um richtige Fans zu verspotten, oder? :kicher:

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtageb

Verfasst: Di 11. Okt 2011, 11:45
von jogiwan
naja, das größere Problem war einen Zahnstocher zu finden... :D :D :D