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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: So 20. Dez 2015, 20:34
von jogiwan
Science Crazed
Ein verrückter Wissenschaftler injiziert einer Frau ein Serum, die wenige Stunden später ein entstelltes Baby auf die Welt bringt. Dieses wächst ebenfalls binnen Stunden zu einem gewaltbereiten Monster heran, der in einem abgeriegelten Appartement-Komplex wahllos Leute ermordet. Als das Monster seinen Schöpfer ermordet und auch ansonsten über die Stränge schlägt, bleibt einem mutigen Polizisten und zwei Assistenten des Wissenschaftlers nichts anderes übrig, als sich dem Monster in den Weg zu stellen, welches dummerweise aber auch noch übermenschliche Kräfte besitzt.
Kanadischer No-Budget-Horror, der objektiv gesehen unter jeglicher Kritik ist und trotzdem den Weg auf Silberling gefunden hat und als „heiliger Gral des kanadischen Direct-to-Video-Horror“ beworben wird. Hier war aber ein absoluter Laie als Regisseur mit Selbstüberschätzung am Werk, der dem Zuschauer einen Spielfilm zumutet, dessen Geschichte wohl nicht einmal für 15minütigen Episodenhorror der Güteklasse C reichen würde. Auf der anderen Seite ist „Science Crazed“ wohl das Maximum, was man aus einer Kamera, einem Scheinwerfer und einer Mullbinde herausholen kann und das desaströse Filmchen hat auch durchaus einen gewissen Reiz, auch wenn dieser teils darin besteht, dass Gesehene irgendwie durchzustehen. Da wird minutenlang getanzt, punktuell ausgeleuchtet, Sinnloses von sich gegeben und Bild und Ton passen selten so richtig zusammen, während Löwengebrüll über Szenen gelegt wurden, in denen „das Monster“ durch die immer gleichen Flure schlendert. Dazwischen wird relativ blutarm gemordet und eigentlich sind da schon 1/10 zu viel, aber auf der anderen Seite muss man „Science Crazed“ ja fast schon einmal im Leben gesehen haben um alle anderen schlechten Filme dieser Welt wieder halbwegs erträglich zu finden…
Hannibal - Staffel 1
Gestern gab es das große Staffelfinale von „Hannibal“ und die erste Staffel ist schon sehr gelungen, selbst wenn mich das Cliffhanger-Ende nicht ganz so begeistert hat. Irgendwie finde ich in sich abgeschlossene Staffeln (a la „AHS“ und „True Detective“) auch wesentlich sympathischer, als solche unbefriedigenden Ende, die nur darauf abzielen, dass man als Zuschauer sofort mit der nächsten Staffel beginnen möchte. Ansonsten gibt es aber nicht viel zu meckern und ich kann mich auch an keine Serie erinnern, die so derart düster, trostlos und brutal wie „Hannibal“ ausgefallen ist. Dagegen verblasst ja manch aktueller Horrorfilm zum Kindergeburtstag und der Look, Geräuschkulisse und Erzählweise sind ebenfalls sehr gelungen. Alle Lobeshymnen sind da auch gerechtfertigt und man fühlt sich ab einem gewissen Zeitpunkt auch wie im Netz einer Spinne. Die sehr guten Darsteller und die extrem zynische Herangehensweise machen die erste Staffel auch zu einem besonderen Vergnügen, das man wohl nicht so einfach mal so nebenher wegkonsumiert und - wenn man sich darauf einzulassen vermag - wohl auch nicht so schnell wieder vergisst.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Mo 21. Dez 2015, 20:14
von jogiwan
Confessions / Geständnisse
Nachdem "The World of Kanako" schon in den Startlöchern harrt, gab es gestern rasch noch einmal "Confessions" und irgendwie repräsentiert dieser Streifen alles, was ich an asiatischen Filmen mag. In "Geständnissen" erzählt Nakashima eine düstere Geschichte über einen Mord an einem kleinen Kind und der perfide Racheplan einer Mutter an gleichgültigen Schülern, denen so etwas wie Empathie vollkommen verloren gegangen ist. Dabei wird die Geschichte in mehreren Geständnissen von unterschiedichsten Leuten präsentiert, die auch jedes Mal neue Facette auf ein bestimmtes Ereignis werfen. Dabei lässt Nakashima lässt seine Geschichte in Zeitlupe und Hochglanzoptik bis zum bitteren Ende eskalieren und dem Zuschauer die Kinnlade runterklappt. Wunderbar!
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Di 22. Dez 2015, 19:11
von jogiwan
Runaway Train
Wenn es mit den „weißen Weihnachten“ nicht klappt, holt man sich den Schnee halt anderweitig ins Haus und „Runaway Train“ ist in diesem Punkt ja der ideale Winterfilm und auch ansonsten eine recht gelungene und packende Angelegenheit. Nach dem etwas drögen „Ich-bin-der-Härteste-von-allen“-Auftakt im natürlich berüchtigsten Knast von ganz Amerika und einen dafür etwas zu einfachen Ausbruch entwickelt sich der Thriller trotz seiner unsympathisch angelegten Figuren zu einer für den Zuschauer auf mehreren Ebenen höchst spannenden Angelegenheit. Als den beiden Ausbrechern klar wird, dass sie sich statt auf dem Weg in die Freiheit auf einem führerlosen Zug befinden, kommt die Sache ja ebenfalls rasant in Fahrt und die Zweckbeziehung der Beiden wird auf die große Probe gestellt, während man von außen versucht, eine größere Katastrophe durch den immer schneller werdenden Zug zu verhindern. Statt sich lediglich auf Action zu beschränken, präsentiert Konchalovsky dabei das Bild eines Mannes, der sich die Welt zum Feind gemacht hat und einen geschwätzigen Mitläufer und Opportunisten, der erkennen muss, dass sein idealisiertes Knast-Vorbild eigentlich nur ein egoistisches Arschloch ist. Die Mischung aus Drama, Action und Katastrophenfilm bietet dabei nicht nur Danny Trejo in einer kleinen Nebenrolle als Boxer, sondern auch ansonsten sehr solide Unterhaltung mit erhöhtem Pulsschlag, das bis zu seinem Ende unvorhersehbar bleibt. Und so viel Schnee…

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Mi 23. Dez 2015, 20:03
von jogiwan
The Purge
Die Idee für 12 Stunden an einem bestimmten Tag des Jahres Gewalttaten zu erlauben um unterdrückte Gewaltneigungen herauslassen zu können und gleichzeitig das Sozialsystem zu entlasten, da vorwiegend gesellschaftlich schlechter gestellte Personen Opfer der behördlich geduldeten Menschenhatz werden, ist ja schon sehr zynisch und böse. Doch aus der durchaus originellen Grundidee wird nach dem hübschen Auftakt nicht wirklich viel herausgeholt und der Streifen verzettelt sich in seltsamen Familienproblemchen, die als haarsträubender Ausgangspunkt für die Eskalation in dieser sogenannten „Purge“-Nacht herhalten müssen. Danach gibt es zwar hübsch gemachten Home-Invasion-Horror mit kleineren Aha-Erlebnissen, aber irgendwie wartet man ständig auf etwas, dass nicht kommt und ohne sehr, sehr viel Wohlwollen vom Zuschauer wird man die Abläufe in der Nacht doch auch ziemlich doof finden. Statt beklemmender Atmosphäre ist in dem durchschnittlichen Streifen ja eher Kopfschütteln angesagt und aus der Ausgangslage hätte man ja sicher wesentlich mehr herausholen können, als diesen doch etwas durchschnittliche „The Strangers“-Variation mit leichten Anflügen von Gesellschaftskritik, die in der Masse von unlogisch anmutenden Momenten verloren geht.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Fr 25. Dez 2015, 18:33
von jogiwan
X-Mas a Go-Go
The Passions of Carol
Carol Scrooge ist die Herausgeberin eines Frauenmagazins und eine denkbar hartherzige Person, die auch Weihnachten für eine höchst überflüssige Sache hält. So arbeitet Carol auch am Heiligen Abend mit Hochdruck an der neuen Ausgabe und verlangt dieses auch von ihren Angestellten, die den Abend jedoch lieber mit ihren Familien verbringen würden. Noch in derselben Nacht bekommt Carol Besuch von einem verstorbenen Bekannten, der ihr drei Geister ankündigt, die Carol wieder an die Bedeutung des weihnachtlichen Festes erinnern sollen und ihr so auch eine Lektion in Menschlichkeit verpassen.
Auf so etwas muss man wohl auch erst einmal kommen: Charles Dickens Weihnachtsgeschichte in der Erwachsenenfilm-Variante mit Mary Stuart als abgeklärte Verlegerin aus New York, die in einer Nacht unerwarteten Besuch von drei Geistern bekommt, die sie wieder auf den Pfad der Menschlichkeit zurückbringen. Shaun Costello, der hier unter dem Pseudonym Amanda Barton Regie führt und auch das Drehbuch verfasst hat, hat hier zweifelsfrei einen sehr originellen Weihnachtsfilm gezaubert, der recht hübsch, humorvoll und farbenfroh um die Ecke biegt. Der Streifen mag zwar recht kostengünstig entstanden sein, aber das sieht man „The Passions of Carol“ nicht unbedingt an und vor allem bei den Kostümen und der Ausstattung hat man sich hübsch Mühe gegeben und dem Streifen einen teils surrealistischen Look verpasst. Bei den Darstellern sticht wieder einmal Jamie Gillis heraus, aber auch Sonny Landham - der ja später in einigen Mainstream-Action-Filmen zu sehen war - steht in einer Rolle mit Hauptdarstellerin Mary Stuart ganz ordentlich seinen Mann. Insgesamt betrachtet natürlich schon ein ziemliches Kuriosum aus der „goldenen Ära des Pornofilms“, der Shaun Costello mal von einer anderen Seite als seinen „Roughies“ zeigt und der sich inklusive kleinen Ausflug zu den Pornokinos der 42nd Street als Weihnachtsfilm der etwas anderen Art auch gut geeignet ist.
Caged Woman
Unterhaltsamer WIP-Nachzügler von Regisseur Leandro Lucchetti, aus dem Jahr 1991 der schon in den ersten Momenten klar macht, worum es ihm in dem Streifen gegangen ist. Nackte Haut, nackte Haut und nochmals nackte Haut. Die durchwegs sehr hübschen Darstellerinnen sind ja sowieso meist spärlich bekleidet oder ohnehin nackt zu sehen und vor allem die Szenen in denen sich die beiden Hauptdarstellerinnen gegenseitig ihre drallen Körper vor dem Verdursten retten, dürfte vor allem dem männlichen Publikum schon sehr zusagen. Dazwischen gibt es aber auch die üblichen WIP-Zutaten wie den garstigen Gefängnisdirektor mit seiner Aufseher-Domina und sogar eine kleine Menschenhatz a la „Graf Zaroff“ hat es in dem spaßigen Streifen geschafft. Das einzige was man „Caged Woman – Gepeinigt und gequält im Zuchthaus“ negativ ankreiden könnte ist die Tatsache, dass der Streifen dabei doch immer recht harmlos bleibt und eher in der Softsex-Ecke als im Exploitation-Genre zuhause ist. Wer das Genre und heiße Leiber mag, wird mit dem Streifen aber sicherlich gut bedient und es ist vor allem den sommerlichen Locations, der durchschaubaren Herangehensweise und der sympathisch wie selbstbewussten Pilar Orive zu verdanken, dass sich das Teil gut gucken lässt und trotz spätem Entstehungsjahr auch sicherlich zu den besseren Werken aus der Ecke zählt.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Sa 26. Dez 2015, 18:33
von jogiwan
Die Teuflischen von Mykonos
„Die Teuflischen von Mykonos“ ist ja schon ein schönes Stück Schmuddelkino und Herrn Mastorakis war wohl seinerzeit keine Sache zu abgeschmackt, um sie nicht in seinen Film zu packen. Bei der Erstsichtung war ich angesichts der Themenfülle auch schwer begeistert. Mittlerweile sehe ich das Werk aber etwas nüchterner und bei aller Liebe zu ab- und jenseitigen Werken ist dieser Greekploitation-Streifen doch teils auch wirklich etwas schludrig und billig gezimmert, was dem Film auch viel von seiner eigentlichen Kraft nimmt. Man merkt schon, dass man „auf Teufel komm raus“ ein Skandalwerk zimmern wollte, das Aufmerksamkeit erregen sollte und dafür dann aber einfach nicht die nötige Sorgfalt an den Tag legte. Am Ende verzettelt sich Mastorakis in ständigen Wiederholungen und so ist der Streifen auch zu lange ausgefallen um den Zuschauer über die gesamte Laufzeit bei Laune zu halten. Dennoch ist „Die Teuflischen von Mykonos“ sicherlich ein Werk, dass inhaltlich aus der Masse vergleichbarer Billig-Schocker herausragt, auch wenn man dem Streifen nicht mir Ernsthaftigkeit begegnen sollte und manche Perversion beim Zuschauer heutzutage auch nur noch ein müdes Lächeln verursacht. Ich hab den Streifen trotzdem in mein Herz geschlossen.
The Return
Durchschnittliche Mischung aus Mystery und Thriller, der auf den ersten Blick wie ein weiterer „Geister-aus-der-Vergangenheit“-Grusler daherkommt und bei dem man sich anfänglich auch an diverse J-Horror-Streifen und deren US-Ableger erinnert fühlt. Danach geht der etwas verworren erzählte Streifen über eine junge Frau mit seltsamen Alpträumen und Vorahnungen inhaltlich aber doch in eine etwas andere Richtung und bleibt durchaus interessant, auch wenn die Geschichte über die gebeutelte Verkaufsexpertin doch nie so richtig in die Puschen kommt und die Auflösung am Ende recht unvermittelt auf den Zuschauer losgelassen wird. Mit seiner relativ kurzen Laufzeit und seiner sympathischen Hauptdarstellerin Sarah Michelle Gellar macht „The Return“ aber nicht viel falsch, auch wenn man es mit der Farbreduktion durchaus übertreiben kann und man sich keinen sonderlich originellen Streifen erwarten sollte. Durchschnittliche McGrusel-Kost ohne nennenswerte Höhepunkte oder Ausreißer nach unten, den man durchaus gucken und dann gleich wieder vergessen kann.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: So 27. Dez 2015, 18:57
von jogiwan
5 Zimmer, Küche, Sarg
noch immer grandios!
Jo / Hasch mich, ich bin der Mörder
Überdrehter Krimi-Klamauk mit Louis des Funés der hier einen Theaterautor Antoine mit finanziellen Schwierigkeiten spielt, der sich während den Vorbereitungen zu einem Kriminalstück auf einmal mit einer echten Leiche konfrontiert sieht. Obwohl er den Leichnam auf kreative Weise verschwinden lässt, taucht dieser immer wieder zu den ungünstigsten Gelegenheiten auf und sorgt für ordentlich Wirbel unter den zahlreichen Gästen des Hauses. Den Streifen hab ich ja schon vor hundert Jahren im Fernsehen gesehen und die Auffrischung auf DVD war gestern dann auch wie das Wiedersehen mit einem alten Bekannten und eine höchst spaßige Angelegenheit. Vor allem der „künstliche Look“ der Kulissen wissen zu gefallen und die bereits von Ugo beschriebene Szene, in der Madame Brisebard realisiert, was ihr Mann getan hat, ist ohnehin der absolute Kracher. Auch ansonsten bietet der temporeich inszenierte Streifen jede Menge aberwitzige Momente, viel schwarzen Humor und Situationskomik am laufenden Band. Dabei überschreitet „Hasch mich, ich bin ein Mörder“ zwar manchmal die Grenze zur Hysterie, aber das verzeiht man dem unterhaltsamen Werk nur allzu gerne.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Mo 28. Dez 2015, 19:19
von jogiwan
The World of Kanako
Nakashimas „Geständnisse“ ist ja einer meiner absoluten Lieblingsfilme und daher habe ich mich schon sehr auf „The World of Kanako“ gefreut, der in Fankreisen und im Vorfeld ja mindestens genauso gute Kritiken bekommen hat. Umso ernüchternder war jedoch die Sichtung und der Streifen von Tetsuya Nakashima hat eher den Titel „Goldener Windbeutel“ des Jahres verdient. Irgendwo zwischen „Oldboy“ und „Spring Breakers“ mit einer Überportion vermeintlicher Tarantino- und Fincher-Coolness präsentiert uns der Regisseur eine wenig gehaltvolle Geschichte über gnadenlos kaputte Menschen, die größtmöglich ausgedehnt, wirr und kompliziert erzählt wird und mich in seiner Intention dennoch ziemlich ratlos zurückgelassen hat. Wer Spaß daran hat, eine komplett nihilistische, zynische und brutal inszenierte Story über eine anscheinend vollkommen kaputte Generation ohne jegliche Sympathieträger zu sehen, wird mit „The World of Kanako“ ja bestens bedient, aber irgendwie übertreibt es der Streifen mit dem „Film-Noir“-artigen Aufrollen des Lebens der titelgebenden Kanako ja ziemlich und wirkt dabei doch auch ziemlich konstruiert. Auch wenn Nakashima Genre-technisch alles abfackelt, was man abfackeln kann und auch inhaltlich kaum etwas auslässt, so wirkt er in seinem stetigen Bemühen den Zuschauer zu schockieren oder unbequem zu berühren doch recht langatmig und bemüht und meinen Geschmack hat er mit diesem Werk trotz schöner Bilder jedenfalls so gar nicht getroffen.
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Di 29. Dez 2015, 07:51
von jogiwan
Christmas Evil (a.k.a. "Böse Weihnacht" bzw. "You better watch out")
demnächst mehr!
Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Mi 30. Dez 2015, 20:17
von jogiwan
Lovers Lane - Straße des Grauens
Auf die brennende Frage, wie lahm ein Teenie-Slasher eigentlich sein kann, hab ich gestern mit „Lovers Lane“ eine knapp 90 minütige Antwort in Form einer cineastischen Schlaftablette erhalten. Nix gegen wiederkehrende Psychokiller, düstere Geheimnisse und gestalkte Jugendliche im Stil von „Scream“ oder „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“, aber die höhepunktslose Story des 1999 lieblos heruntergekurbelten Streifen ist in diesem Falle wirklich haarsträubend uninspiriert und die durch die nervigen Jugendlichen lassen auch wirklich keine Gelegenheit aus, den entflohenen Killer auf sich aufmerksam zu machen. Es hat nur noch gefehlt, dass die Knallchargen aus der dritten Reihe zweitrangiger TV-Produktionen noch mit dem „Bitte mich!!!“-Schild durch die Gegend laufen, damit auch ja keiner ausgelassen wird. Die Auflösung und die Mordszenen reißen wie die unvermeidliche Schlussszene ebenfalls niemanden vom Hocker und irgendwie hab ich den Rest der erinnerungswürdigen Momente auch schon wieder vergessen, falls da jemals welche waren. Für Slasher-Fans also eher entbehrlich und selbst Trashfans und Allesgucker dürften mit dem spannungsbefreiten und vorhersehbaren Teil keine große Freude haben.