Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Die Kammer der toten Kinder

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Düsterer und überdurchschnittlicher Thriller aus Frankreich im Stil von „Schweigen der Lämmer“, „Sieben“ oder auch dem italienischen „Eyes of Crystal“ mit schönen Settings und guten Darstellern, der mich jedoch nicht gänzlich überzeugt hat. Für meinen persönlichen Geschmack ist die Geschichte in „Die Kammer der toten Kinder“ auch etwas arg konstruiert und mutet dem Zuschauer im Verlauf auch etwas zu viel an Ereignissen und Zufällen zu. Normalerweise hab ich ja auch keine Scheu vor Komplexität und angedeuteten Sachverhalten, aber im diesem Fall war es dann doch schon etwas zu viel des Guten und im Serien-Format a la „True Detective“ wäre die teils verworrene Geschichte wohl doch etwas besser aufgehoben gewesen. So bietet der Streifen zwar jede Menge interessanter Figuren und spannender Möglichkeiten, die jedoch alle nicht näher be- und ausgeleuchtet werden. Dennoch ist Alfred Lots Streifen schon auch sehr packend, spannend und lässt sich gut gucken, aber ich hatte ständig das Gefühl, dass hier auch irgendwie noch mehr möglich gewesen wäre.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Die Prophezeiung

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Durchaus passable Mischung aus Öko- und Tier-Horror, der auf interessante Weise das leider noch immer sehr aktuelle Thema der industriellen Umweltverschmutzung und ethnische Konflikte zwischen Indianern und der weißen Gesellschaft aufgreift. „Die Prophezeiung“ beginnt auch recht spannend und zeigt den engagierten Arzt, der im dicht bewaldeten Bundesstaat Maine eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchführen soll und dabei in einem von Indianern beanspruchten Gebiet mysteriösen Begebenheiten auf die Spur kommt. Dabei fand ich den Auftakt sehr spannend und gelungen, aber irgendwann scheint Frankenheimer der Mut verlassen zu haben und statt der Umweltschutz-Botschaft und dem Konfikt mit den Indianern mehr Raum zu geben, verlässt sich der Streifen neben den Pärchen-Problemen am Ende dann zu sehr auf seine gelungenen Creature-FX und wandelt dabei im letzten Drittel mit seinem Bedrohungsszenario auf sehr konventionellen Tierhorror-Pfaden. Das ist eigentlich schade, da ich der Geschichte durchaus mehr kontroverses Potential zugetraut hätte. So ist er „leider“ nur der gelungene Tierhorror-Streifen mit guten Darstellern der sich zwar gut gucken lässt, aber doch auch etwas hinter meinen persönlichen Erwartungen zurückgeblieben ist.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Dich kriegen wir auch noch

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Extrem schwacher und Spannungs-armer Teenie-Horror, der sich in US-Klischees ergeht und aus seiner durchaus interessanten Ausgangslage auch das scheinbar schlechteste Ergebnis herausholt. Die Idee, aufmüpfige Teenager in der schwierigen Zeit der Pubertät auf nicht ganz legale Weise „ruhigzustellen“ um so auch rasch auf den gesellschaftlich angepassten Pfad der Tugend zu finden ist ja durchaus witzig, aber dann hätte man vielleicht nicht Schauspieler nehmen sollen, die für ihre Rolle allesamt viel zu alt sind. Sämtliche Figuren in dem Streifen wirken unsympathisch, überzeichnet oder auf sonstige Weise unglaubwürdig und in die Story wurde im Vergleich zu der sehr kurzen Laufzeit auch viel zu viel hineingepackt, was dann ohnehin nicht zu Ende gebracht wird. „Disturbing Behavior“ hat die Zeit seit seiner Erscheinung jedenfalls gar nicht gut überstanden und wirkt altbacken und lustlos. Anscheinend gibt es dann auch noch eine deutsche Fassung, in der zusätzlich Gewalt und alle Anspielungen auf Drogen herausgeschnitten wurden und die dann gleich komplett für die Tonne ist. Aber auch ungekürzt macht „Dich kriegen wir auch noch“ nicht wirklich Spaß und ist in der Kiste der Bodyhorror-Invasionsfilme und Teenie-Horrorstreifen eines der weniger gelungenen Beispiele.

Scream - The Series

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Nachdem ich aufgrund der Angaben bei der IMDB davon ausgegangen bin, dass die erste Staffel 11 Episoden umfasst (wovon aber anscheinend eine bereits der Pilot zur zweiten Staffel ist) gab es gestern mit der zehnten Folge überraschend und ungeplant doch schon das große Staffelfinale. Insgesamt betrachtet hat mir die Serie auch gut gefallen, selbst wenn man über die Auflösung Genre-üblich geteilter Meinung sein kann und die Serie doch auch wie bereits erwähnt einen soapigen Einschlag hat. Die Serie ist jedenfalls eine hübsche Hommage an die Scream-Filme, die auch den Geist der Originale atmet und gewisse Begebenheiten aus den Filmen wiederholt, aber nicht auf plumpe Weise zu kopieren versucht. Viele Verweise auf aktuelle und popkulturelle Begebenheiten wie zum Beispiel Cybermobbig, das Opfern von sympathischen Figuren a la „Games of Thrones“ und andere Momenten aus Film, Funk und Fernsehen machen die Serie auch zu einem kurzweiligen und aktuellen Vergnügen für junge und alte Slasher-Freunde, die hier auch gut bedient werden. Da können selbst die manchmal etwas unpassenden deutschen Synchron-Stimmchen, kleinere Unstimmigkeiten der inhaltlichen Art und das nicht ganz so hohe Budget wenig ausrichten – wer so wie ich das Slasher-2.0.-Genre mag, kommt mit der Serie auch voll und ganz auf seine Kosten. Uns hat es jedenfalls gefallen.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Nacht des Grauens

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Doof-unterhaltsamer Slasher aus dem Jahr 1987, getreu dem Motto: wenn ein geistesgestörter Killer alleine nicht reicht, nimmt man eben auch noch ein paar gewaltbereite Ausbrecher dazu. Die Party des Stars des örtlichen Football-Teams mit viel Sex und Alkohol gerät jedenfalls hübsch aus dem Ruder und am Ende stapeln sich im geräumigen Haus die trinkfesten Leichen und Leergut in Zweierreihen. Doch irgendwie wird die Geschichte von Herrn Allen Plone so derart hanebüchen und mit scheinbar wahllos hinein montierten Ausschnitten aus anderen Filmen (u.a. „Graduation Day“ und wohl auch ein Porno mit John Holmes und Seka) erzählt, dass man am Ende sowieso nicht mehr genau weiß, wieso undwarum die Leutchen überhaupt gekillt wurden. Aber egal - Motive und Film-Enden sind ja ohnehin überbewertet und abgesehen von der Gaga-Auflösung, die man wohl nicht verstehen muss, und der Tatsache, dass der Streifen weit hinter seinen eigentlichen Möglichkeiten zurückbleibt bekommt der Fan auch alles serviert, was man sich in einem Slasher der härteren Gangart erwartet. Eine durchschnittliche Geschichte mit mehreren Verdächtigen, etwas nackte Tatsache, einmal das gesamte College-Figurenkarussell von A – Z und nebenher auch noch jede Menge Kills und roten Lebenssaft. „Die Nacht des Grauens“ ist dann auch sicher kein Slasher-Highlight, aber solide Unterhaltung für den Fan von wenig subtilen Schlitzerfilmen.


Shaft

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“Who's the black private dick, that's a sex machine to all the chicks?” Tja, wer wohl... Shaft – die coolste schwarze Socke in New York, der auch kein Problem hat, sich gleich mit der ganzen Mafia anzulegen und dabei immer einen klaren Kopf, dicke Lippe und noch dickere Hose bewahrt. Über den Streifen muss dann wohl auch nicht mehr viel gesagt werden, außer dass er mindestens so cool und abgeklärt wie seine Hauptfigur ist. Richard Roundtree gibt den toughen und selbstbewußten Privatdetektiv, der sich nicht um Konventionen oder Regeln schert und dem die weiße Bürokratie, Mafiosis und Rassisten auch gepflegt den schwarzen Popo küssen können. Leutchen, die sich nicht zu benehmen wissen, wird kurzerhand der nicht vorhandene Büro-Balkon gezeigt und wenn mal nicht geballert oder auf fragwürdige Weise ermittelt wird, bleibt immer noch genug Zeit, die weißen Chicks mit dunkler Schokolade in der stylishen Wohnung zu beglücken. Mit viel schwarzen Lebensgefühl, tollen Soundtrack, schicken Klamotten und Lokal- und Zeitkolorit des alten New Yorks zwischen Pornokinos und Slums wird hier dann auch ein wunderbares Action-Feuerwerk abgeliefert, dass von der ersten bis zur letzten Sekunde Coolness neu definiert und handelsübliche Schnüfflerfilme auch heutzutage noch vollkommen alt aussehen lässt. Super!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Ripper - Brief aus der Hölle

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Slasher-Bodensatz mit Fernseh-Optik und extrem konstruierter Geschichte um eine Handvoll unsympathischer Kriminalpsychologie-Studenten, die sich mitsamt ihrem Professor auf einmal mit einem Mörder konfrontiert sehen, der die Handschrift von „Jack the Ripper“ kopiert. Dabei ist „Ripper – Brief aus der Hölle“ mit knapp 106 Minuten Laufzeit auch ungefähr 20 Minuten zu lange und Regisseur John Eyres legt nach einem halbwegs gelungenen Auftakt leider nur noch wenig Gespür für Spannung an den Tag. Was ja noch halbwegs passabel beginnt, verkommt spätestens im Mittelteil zum extrem unterdurchschnittlichen Vergnügen und wird dann am Ende auch noch so richtig konfus und präsentiert dem Zuschauer auch eine denkbar schlechte Auflösung. Dabei nervt „Ripper – Brief aus der Hölle“ auch noch mit seinem vermeintlich auf cool getrimmten Gothic-Look, schnellen Schnitten und billige Industrial-Mucke, welches der Spannung ebenfalls nicht wirklich zuträglich ist. Alles in allem eine lahme Angelegenheit, das so bieder und ernst tut, als hätte es „Scream“ & Konsorten niemals gegeben und selbst Slasher-Allesgucker würden diesem Teil wohl keine Träne nachweinen.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Fögi ist ein Sauhund

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Schwules Drama und „Coming-of-Age“-Streifen aus nach dem Schweizer Dialekt-Roman „Fögi isch en Souhund“ über den fünfzehnjährigen Ben, der sich in Fögi, den Sänger einer erfolglosen Rockband verliebt, der jedoch rasch das Interesse an dem anhänglichen Jungen verliert. Danach entwickelt sich ein Drama aus Hörigkeit, Hass, Ablehnung und Abhängigkeit mit unausweichlich bitterem Ende. Dabei ist der 1998 gedrehte Streifen durchaus interessant gemacht und präsentiert die Schweizer Welt der Siebziger mit viel Musik, Drogen und Weltschmerz und zwei Darsteller, die in ihren gegensätzlichen Rollen auch voll und ganz aufgehen. Ich habe ja eine Zeit lang sehr gerne schwule Filme aus aller Welt geschaut, nur geht mir das mittlerweile ziemlich auf den Nerv, dass die alle mit Mord und Totschlag enden und auch „Fögi ist ein Sauhund“ bzw. die ungesunde Beziehung zwischen naiven Jungen und drogensüchtigen Sänger endet nach viel hin und her natürlich in der Katastrophe. Abgesehen davon gibt es aber nicht viel zu meckern und das preisgekrönte Schweizer Drama ist gut gespielt, schön inszeniert, bietet unverbrauchte Gesichter und viel Musik von Lou Reed bis Patty Smith.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

The Witch

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jogiwan hat geschrieben:Gestern den Trailer gesehen und für ansehenswert empfunden. Wie ist denn hier die DVD-Umsetzung? Kann man den gucken, oder ist die Bildqualität auch so schludrig, wie bei "Don't be Afraid of the Dark"?
Leider ist der rasant geschnittene Trailer noch das Beste an dem ganzen Streifen, der irgendwie nie richtig in die Gänge kommt und mit seiner Mischung aus Okkult-Horror und Haunted-House-Thematik auch genauso gut ein Beitrag der italienischen „Ghosthouse“-Serie sein könnte. Auch die ist abgesehen vom Gewaltanteil ja insgesamt eher mittelprächtig bzw. auf TV-Niveau ausgefallen und die Geschichte über eine böse Hexe, die in einem hässlichen Haus den Mietern und ungebetenen Besuchern nach dem Leben trachtet, ist leider auch hier alles andere als innovativ ausgefallen. Trotz kurzer Laufzeit von knapp 80 Minuten hat „Die Hexe“ über die Laufzeit verteilt jede Menge Durchhänger, über die selbst die splattrigen Momente nicht so wirklich hinweghelfen können und Spannung oder dergleichen sucht man ebenfalls vergeblich. Irgendwie hat man das alles auch schon irgendwo anders und irgendwo besser gesehen und die Figuren, der Flashback und die Auflösung wirken so uninspiriert wie nur möglich. Wer Filme mit derartiger Thematik mag, bekommt mit James W. Robersons Streifen auch nur einen sehr durchschnittlichen Horror-Streifen präsentiert, den man zwar gucken kann, aber bei dem man auch nichts versäumt, wenn man diesen Kelch an sich vorüberziehen lässt.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Necromancer - Das Tor zur Hölle

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Mit „Necromancer – Das Tor zur Hölle“ ist Regisseurin Dusty Nelson eine leidlich spannende “Rape`n Revenge“-Variation mit übernatürlichen Einschlag gelungen, der aber fast überall weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt und auch inhaltlich Fans des berüchtigten Genres nicht so wirklich überzeugen wird. Da Julie nach einer Vergewaltigung durch ein paar Deppen keine Hilfe von der Polizei oder ihrem Umfeld erwarten kann, wird kurzerhand über eine Zeitungsannonce Kontakt zu einer Teufelspriesterin aufgenommen, die zwecks Rache an den Peinigern einen Dämon aus der Unterwelt befreit. Danach gibt es eine Handvoll Morde, die jedoch größtenteils im Off geschehen und abgesehen vom blutigen Ende bleibt „Necromancer“ auch recht harmlos und verzettelt sich eher in unwichtigen Beziehungs-Nebensächlichkeiten, als mit irgendwelchen Schauwerten zu glänzen. Darstellerisch gibt es nicht viel zu meckern und die sehr billigen und optischen Effekte erfreuen das Oldskool-Filmherz ebenso. Dennoch bleibt der Streifen nur urchschnittliche „Direct-to-Video“-Kost aus der Achtziger-Kiste mit ein paar Höhen, aber doch mehr Tiefen, der sich in der Inhaltsangabe aber besser anhört, als er letztendlich ausgefallen ist.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Der Babadook

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Interessant gestaltetes und noch besser gespieltes Drama mit Grusel-Einschlag über eine Pflegehelferin
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Ich seh, ich seh

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Sensationell funktionierender Genre-Streifen, der aus seiner simplen Grundidee auch alles herausholt und dabei erfrischend bösartig zu Werke geht, dass man sich gut vorstellen kann, warum der Streifen international solche Wellen schlägt. Man will ja nicht zu viel verraten, aber „Ich seh ich seh“ wird am Ende dieses Jahres ganz vorne in meiner persönlichen Top-10 zu finden sein wird. Eine unkonventionelle Mischung aus sommerlich verklärter Kindheitsromantik, schön gefilmter Arthouse & Bodyhorror und eine Spannungsschraube, die unweigerlich anzgezogen wird, bis am Ende… aber das wird natürlich nicht verraten. Der Atem stockt ja gleich ein paar Mal und wenn es aktuell einen Genre-Steifen gibt, den man nicht verpassen sollte, dann ist es wohl dieser hier.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Body Rock

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Herrlich jenseitiger Musikfilm über die lebhafte Graffiti- und Breakdance-Szene in New York, der wie üblich, natürlich kaum noch etwas echtem „Underground“ zu tun hat und lediglich als popkulturelles Vehikel für einen bunten Mainstream-Unterhaltungsfilm dient. In „Body Rock“ geht es ja wie üblich neben sehr viel Tanz und Musik um Themen wie Loyalität, Freundschaft und die Verlockungen des Ruhms und Titelheld Chilly D lässt auf dem Weg zum Ruhm ja auch kein Fettnäpfchen aus. „Snake Eater“ Lorenzo Lamas ist in der Disco dann bei aller Liebe auch ziemlich fehlbesetzt und zappelt sich zum gelungenen Soundtrack einen Wolf und wird dabei von allerlei Tänzern unterstützt. Die Story könnte dabei auch durchaus sympathischer sein, aber auch so ist „Body Rock“ ein Freudenfest für Fans der Achtziger, die hier auch die volle Breitseite bekommen und der Fuß war irgendwie ständig am wippen. Und weil das alles noch nicht reicht, gibt es auch noch eine deutsche Kopfschüttel-Synchro, die damalige Modewörter eins zu eins übersetzt und so ist die ganze Sache dann auch immer ziemlich „frisch“ und der DJ muss nicht „scratchen“, sondern darf „kratzen“. Doof, aber ungemein unterhaltsam!

Zombie Nightmare

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Zu „Zombie Nightmare“ muss man wohl nicht viel schönreden und die Horror-Gurke aus den Untiefen der Achtziger ist – wenn überhaupt – wohl nur für Die-Hard-Trashfans interessant. Statt moderner Romero-Zombie-Action gibt es hier mit Jon Mikl Thor mal einen Zombie nach alter Voodoo-Schule, der sich dank schwarzer Magie an seinen Mördern rächen darf. Diese sind allesamt unsympathische Knallchargen, denen man das Abnippeln nicht schnell genug an den Hals wünschen kann und so etwas wie Spannung kommt in der blutleeren Angelegenheit ohnehin erst gar nicht auf. Alles wirkt arg improvisiert und wenig durchdacht und dazu düdelt unbarmherzig Metal-Mucke und zwischendrin gibt sich auch Lieblings-Batman Adam West als übellauniger Polizist mit dunklem Geheimnis ein kurzes Stelldichein. Vielleicht mag „Zombie Nightmare“ an bestimmten Abenden und in der richtigen Runde ein großer Spaß sein, aber irgendwie war ich gestern Nacht wohl nicht in der richtigen Stimmung für diesen Blödsinn.
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