Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Megan is Missing

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Die 14jährige Megan ist hübsch, beliebt und lebensfroh und chattet gerne im Internet mit ihrer besten Freundin Amber, der sie selbst intimste Erlebnisse erzählt. Durch den Tip einer Freundin lernt sie eines Tages im Internet einen coolen Jungen namens "Skaterdude" kennen, der sympathisch erscheint und mit dem sie ein Treffen vereinbart, zu dem er aber nicht erscheint. Wenig später ist sie Megan spurlos verschwunden und alle Versuche das Mädchen zu finden schlagen fehl. Auch ein Aufruf über Medien bleibt ohne Erfolg und kurze Zeit später ist auch ihre Freundin Amber wie vom Erdboden verschluckt...

Zwiespältiger, plakativer, aber definitiv sehr herber Found-Footage-Streifen über zwei Mädchen, die im Internet an einen Psychopathen geraten. Der ambitionierte Streifen möchte dabei wohl über die Gefahren des Internets informieren und ist anfänglich mit seinem Teenie-Talk eher befremdlich und schießt dann irgendwann völlig übers Ziel hinaus. Als 40jährige sollte man wohl auch nicht über die Naivität von 13 - 14jährigen Mädchen urteilen, aber sich mit einer fremden Person zu treffen, von der man nicht einmal weiß wie sie aussieht, ist natürlich keine gute Idee und so kommt es auch wie es kommen muss. Dabei geht es in dem 2009 aus Videochats, Fernsehmaterial und Videotagebuch zusammengestellten und authentisch wirkenden Streifen anfänglich um Megan, deren lebensfrohe Fassade in Videochats zerbröselt wird, ehe der Streifen nach ihrem Verschwinden auf ihre jungfräuliche Freundin Amber switcht, für die sich das Schicksal auch die Höchststrafe ausgedacht hat. Die letzten 22 Minuten sind dann auch ohne Gorekeule ein völliger Downer, ehe der Zuschauer in der Finalsequenz nochmals von den Träumen der jungen Mädchen erfahren darf, die Minuten davor aufs brutalste zerplatzt sind.

Demonoid

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Vom Killerhand-Horror „Macabra“ gibt es ja anscheinend zwei Versionen und ich habe mit „Demonoid“ die ursprüngliche US-Fassung des Streifens gesehen, die von Vinegar Syndrome in diesem Monat in wunderbarer Qualität auf Ländercode-freien Blu-Ray-Disc veröffentlicht wurde und auch „Macabra“ an Bord hat, der für den internationalen Markt umgeschnitten wurden. Inwiefern sich die beiden Streifen unterscheiden kann ich aber nicht beurteilen, aber „Demonoid“ ist jedenfalls ein lustiges und knackig inszeniertes Filmen über eine vom Teufel besessene Hand, die ordentlich Faxen macht und den man auch nicht sonderlich ernstnehmen sollte. Dabei ist Zacarias‘ Streifen nicht nur überraschend blutig ausgefallen und hält sich nie lange mit Nebensächlichkeiten auf, sondern bietet mit Samantha Eggar und Stuart Whitman auch zwei sympathische Darsteller, die auch mit allen Mitteln und der nötigen Ernsthaftigkeit versuchen dem Spuk Einhalt zu gebieten. Als Fan von etwas abstrusen Achtziger-Horror wird man dabei bestens bedient und neben dem präsentierten Grundszenario mit der teuflischen Reliquie gibt es jede Menge haarsträubender Ereignisse, die den Trash-affinen Zuschauer bis zum fulminanten Ende stets bei Laune halten. Irgendwie doof, aber schon sehr sympathisch und unterhaltsam.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Werewolf in a Women's Prison

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„Werewolf in a Women’s Prison“ hat zwar alles, was sich der Grindhouse-Fan bei einem Streifen mit diesem Titel vorstellt, aber irgendwie zündet die Sache leider nicht und man hat ständig das Gefühl, dass sich hier in langatmigen neunzig Minuten dem Genre-Publikum etwas zu sehr angebiedert wird. Im Verlauf der Geschichte gibt es dann natürlich auch jede Menge Titten und noch mehr Blut und Beuschel, aber alles wirkt auch immer hochgradig unmotiviert aneinandergereiht und von einer bierseligen Runde erdacht, die am nächsten Tag vermutlich mit ordentlich Kopfweh wieder erwacht sind. Mit und ohne Alkohol ist der Streifen aber auch nicht wirklich spaßig und auf jede lustige Idee kommen mindestens zwei bis drei schlechte und die furchtbar billigen CGI-Effekte, das Creature-Design und die lieblose Ausstattung des ganzen Streifens machen ebenfalls keine Laune. Das sich auch noch ausgiebig an anderen Filmen bedient und versucht wird, das kleine Budget mit schnellen Schnitten und noch mehr schlechten Effekten zu überdecken wirkt ebenfalls nicht sonderlich sympathisch. Unterm Strich ist Jeff Leroys „Werewolf in a Women’s Prison“ einfach eine lahme Gurke und auch kein Vergleich zu seinem absoluten Meisterwerk „Rat Scratch Fever“, der meines Erachtens zum Glück auch in einer anderen Liga spielt.

Breeders

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jogiwan hat geschrieben: Ein außerirdisches Monster nistet sich im Keller des Empire State Building ein und macht anschließend Jagd auf Jungfrauen, die es in NYC auch zuhauf zu geben scheint. Ein mutiger Polizist und eine touge Medizinerin (leider auch Jungfrau) machen sich auf, um der Bedrohung ein für alle Mal ein Ende zu setzen. Tim Kincaids "Breeders" ist selbst für den geeichten Trashologen eine Herausforderung. Die Darsteller sind allesamt so hölzern, dass man sich in einem Wald vermutet und die herben Effekte wechseln mit Nonsens-Dialogen und einem lächerlichen Finale, dass man aus dem Staunen gar nicht mehr rauskommt. Nüchtern wäre "Breeders" wohl kaum zu ertragen und jeder normale Zuschauer würde wohl nach 10 Minuten ausschalten. Definitiv für die besonderen Abende des Lebens...
Auch die erneute Erneutsichtung bestätigt die obigen Eindrücke und „Breeders“ ist wirklich selbst für den geeichten Trashfan ein hartes Brot und für den Rest wohl eine unlösbare Herausforderung. Tim Kincaid ist ja eigentlich mehr unter dem Pseudonym Joe Gage bekannt, unter dem er in den späten Siebzigern die sogenannte „Working Man“-Trilogie veröffentlicht und die schwule Pornowelt von Kopf auf umgekrempelt hat. Seine „Breeders“ ist dann irgendwie auch wie ein Fleischfilm inszeniert und hat wenig Handlung, Nonsens-Dialoge und vertauscht körperliche Akte mit harten Effekten bis abermals zuhauf Körperflüssigkeiten durch die Gegend spritzen. Auf der anderen Seite ist „Breeders“ auch wieder charmant und die kleine Produktion mit seinen vorwiegend talentfreien Darsteller besticht durch solide Effekte und einem haarsträubenden Vorfinale, eher der Streifen mit einem obligatorischen Schocker endet. Haltet mich für verrückt, aber ich mag den Streifen trotz aller - oder gerade wegen seiner Doofheit einfach.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Top Job - Diamantenraub in Rio

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Auch die Zweitsichtung auf DVD hat natürlich begeistert und Giuliano Montaldo hat mit seinem 1967 gedrehten Heist-Movie einfach einen absoluten „Top Job“ hingelegt, der auch zweimal kurz hintereinander großen Spaß bereitet. Tolle Darsteller, schöne Locations und ein spannender Einbruch in Echtzeit machen den Streifen auch zu einem kurzweiligen Vergnügen, bei dem man auch keine seiner 120 Minuten missen möchte. Warum der Kinderchor und die Szenen mit der Brasilianerin in der Kinofassung gefehlt haben ist wohl wirklich nicht nachvollziehbar und auch die Szene mit den zwei Schlüsselbünden ist eigentlich unverzichtbar, aber auf DVD ist ja zum Glück alles enthalten. Ein wunderbarer Film!

Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123

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Fesselnder Streifen über die Entführung einer U-Bahn (!), der fast zur Gänze in Echtzeit, mit abgeklärten Sprüchen und mit schnellen Schnitten seine vielen Schauorte zusammenbringt und dem Zuschauer dabei kaum Zeit zum Durchatmen lässt. Nach kurzer Ein- und Entführung wird der Plan der Gangster klar und Walter Mattau hat als Sicherheitschef der New Yorker U-Bahn-Betriebe die schwierige Arbeit alle Beteiligten halbwegs zu koordinieren um das Leben der Geiseln zu schützen. Dabei ist der Streifen irgendwie Großstadt-Thriller, Komödie, Heist- und Katastrophenfilm und überrascht durch seine zahlreichen Figuren, die mit viel Zynismus und Galgenhumor versuchen, das Schlimmste zu verhindern. Dabei werden die Überraschungen im Verlauf des Streifens nur so aus dem Ärmel geschüttelt und so bleibt „Stoppt die Todesfahrt der Pelham 123“ auch bis zum Ende ziemlich unvorhersehbar, ohne sich lange mit irgendwelchen Nebensächlichkeiten aufzuhalten. Lange schon nicht mehr so einen derart spannenden Streifen gesehen, der dabei auch noch so unterhaltsam und packend ausgefallen ist.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

The Italian Job

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Merkwürdig unentschlossener Film, der 70 Minuten gepflegte Langeweile verbreitet und mit seiner Mischung aus charmanten Gangstern, skurrilen Situationen und trotz jeder Menge Sixties-Feeling nicht so wirklich überzeugen kann und dann schwuppsdiwupps eine sensationelle Verfolgungsjagd präsentiert, die fast wieder alles vergessen macht. Die letzten 25 Minuten sind ja wirklich der absolute Kracher und trotzdem fand ich die ganze Ausgangssituation inklusive dem Gangsterboss, der aus dem Gefängnis heraus seine Geschäfte führt eigentlich ziemlich doof und nicht sonderlich gelungen. Vielleicht liegt es auch an der zelebrierten Unterkühltheit und arroganten Abgeklärtheit des Hauptdarstellers, aber der Funke ist in der ersten Stunde nicht übergesprungen und das offene Cliffhanger-Ende - hier ausnahmsweise einmal im wahrsten Sinne des Wortes - fand ich auch nicht so wirklich prickelnd. „The Italian Job“ ist zwar sehr hübsch gemacht, bietet schnelle Autos, stylische Menschen und schöne Locations, wirkt aber inhaltlich unausgewogen und verfahren so sehr wie das temporeiche Finale mit den Mini Cooper begeistert, so sehr enttäuscht doch der lahme Rest.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Das ist das Ende

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Unterhaltsamer Blödsinn, der mit überraschend subversivem Humor um die Ecke biegt und seine Charaktere bzw. Schauspieler, die sich allesamt selbst spielen, als ziemliche Egomanen präsentiert, die sich während einer Party auf einmal mit der Apokalypse auseinander setzten müssen. Dabei haben die Darsteller auch sichtlich Spaß daran Vorurteile über die eigene Person zu bestätigen oder diese hoffnungslos zu übertreiben, sodass kein Auge trocken bleibt. Irgendwie scheint „This is the End“ auch von „The World’s End“ inspiriert zu sein, wobei die Engländer hier wieder einmal die Nase vorne haben und auch leisere und nachdenklichere Töne in ihre aberwitzige Apokalypse eingebaut haben. So etwas sucht man in der überdrehten Ami-Variante aber weitgehend vergeblich und so bleiben die Figuren nach den ersten 15 Minuten und der 180 Grad-Wendung danach für ein Buddy-Movie auch bis zum Ende erstaunlich unsympathisch gezeichnet und das Szenario scheint sich auf eher unbeabsichtigte Weise indirekt selbst zu bestätigen. Stattdessen gibt es den vollen CGI-Overkill und ein beispielloses Verheizen von Stars und Sternchen und ich persönlich hätte einem amerikanischen Blockbuster und manchen Darstellern nicht so viel Mut und derartige Anflüge von Selbstironie zugetraut hätte. Trotzdem bleibt nach dem Ende von „Das ist das Ende“ doch auch relativ wenig zurück und selbst die derbsten Gags und Finale können nicht über so manche Längen und teils entbehrliche Momente hinwegtäuschen. „Das ist das Ende“ ist dann zwar eine lustige, laute und grellbunte Farce, die gleichzeitig aber wie so derartig überzeichnet daherkommt, dass sich insgesamt betrachtet auch in Hollywood von niemand ans Bein gepinkelt fühlen muss…
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Chiller - Kalt wie Eis

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Wes Cravens TV-Film aus dem Jahr 1985 über einen aus dem Kälteschlaf erwachten Menschen, der seltsam verändert scheint, ist leider wirklich kein Highlight und die DVD ein mittlerer Skandal, sodass sich bei meiner gestrigen Sichtung auch keine Freude einstellen wollte. „Chiller“ ist jedenfalls ein ziemlich langweiliger Grusler, der wenig Schauwerte zu bieten hat und auch immer sehr brav und vorhersehbar ausgefallen ist. Michael Becks Figur des skrupellosen Managers ist ja mittlerweile auch längst von der Realität eingeholt und auch der Rest ist ziemlich mau und lahm in Szene gesetzt. Gänzlich für die Tonne ist aber die deutsche DVD, die wohl tatsächlich einen abgenudelten VHS-Mitschnitt einer TV-Ausstrahlung (!) auf Silberling gepresst hat. So gibt es in dem Streifen drei Schnitte, in denen wohl die Werbepause rausgeschnitten wurde und dreimal Einblendungen, die über das Senderlogo gelegt wurden (siehe OFDB). Allerdings muss man sich auch eingestehen, dass selbst eine würdigere Präsentation diese Kälteschlaf-Gurke nicht wirklich besser machen würde und „Chiller – Kalt wie Eis“ wirkt mindestens so seelenlos wie sein aus dem Kälteschlaf erwachter Protagonist und zählt so auch zu den schwächeren Filmen von Craven.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Daheim sterben die Leut'

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Deutscher Dialekt-Heimatfilm der etwas anderen Sorte, der auf recht episodenhafte Weise von seltsamen Ereignissen in einem kleinen Dorf im Allgäu erzählt und dabei ein recht kurioses, aber auch liebenswertes Bild der abergläubischen, eher schweigsamen und bisweilen auch sehr sturen Allgäuer zeichnet. Die Geschichte mit der zugeschütteten Quelle und dem Aufstand des Bauern gegen die politische Obrigkeit ist ja nur der lose Aufhänger für zahlreiches Aufeinandertreffen von Tradition und der unweigerliche voranschreitende Fortschritt und die Reibung und Kollateralschäden, die daraus entstehen. „Daheim sterben die Leut‘“ kümmert sich dabei auch nicht um irgendwelche Genre-Schubladen und vermischt ländliche Sitten und Gebräuche auf augenzwinkernde Weise mit Fiktion und präsentiert so ein Werk, in der verklärter Heimat-Romantik gehuldigt und die aber gleichzeitig auf augenzwinkernde Weise entzaubert wird. Der 1985 mit Laiendarstellern gedrehte Streifen ist dann zwar nicht unbedingt die Schenkelklopfer-Komödie und hat auch manche Längen, ist aber auf der anderen Seite ein interessantes und vor allem grundsympathisches Zeitdokument mit viel Lokalkolorit, dass ländliche Geschichten und Gebräuche auf uriges Weise bewahrt und wer so wie ich am Lande aufgewachsen ist, wird auch viele Dinge wiedererkennen, die es wohl so auch gar nicht mehr gibt.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Die Präsenz

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Deutscher Horrorfilm im Found-Footage-Stil, der sich sehr unverhohlen an „Blair Witch Project“ und „Paranormal Activity“ orientiert und so etwas wie Innovation oder Eigenständigkeit leider gänzlich vermissen lässt. Wie gerne würde man „Die Präsenz“ als deutsche Genre-Produktion und "Found-Footage"-Fan gut finden, aber das kostengünstig entstandene Werk besteht dann auch nur aus sogenannten „Jump-Scares“, was sich bei der Sichtung zunehmend als sehr nervig präsentiert und statt Spannung oder Atmosphäre zu erzeugen, wird der Zuschauer im Minutentakt (!) mit irgendwelchen Taschenspielertricks erschreckt. In „Die Präsenz“ darf man ja hauptsächlich Menschen im Schlaf beobachten und zwischendurch gibt es ein paar wilde Poltergeist-Phänomene in einer verlassenen und vorbelasteten Burg, die aber die jungen Leutchen aber nicht sonderlich in ihrer Nachtruhe zu stören scheinen. Die ganze Sache ist sonst auch eher harmlos, unglaubwürdig und bemüht und die FSK hat den Streifen auch mit 16 freigegeben, während die Blu-Ray-Disc und DVD mit 18er-Logo und scheinbar verkaufsfördernden „Uncut“-Stempel vertrieben wird. Alles in allem in der Trip ins Grauen leider ein ziemlich lahmes, gehaltloses und durchschaubares Vergnügen für Leutchen, die sich gerne inflationär erschrecken lassen – ich hingegen war froh, als der ganze Spuk mit seinem zu erwartenden Schluss dann endlich zu Ende war.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Messias des Bösen

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Ganz großartiger, mysteriöser und sperriger Horrorstreifen, der gleich mit einer Vielzahl von eindrucksvollen Momenten aufwarten kann und neben seinen Darstellern vor allem durch seine unheilvolle Grundstimmung überzeugen kann. Die Einflüsse von „Messias des Bösen“ liegen ja wie bereits erwähnt beim italienischen Kunstfilm und bei H.P. Lovecraft und so ist es kaum verwunderlich, dass mich der Streifen sehr begeistert hat. Die Suche nach ihrem verschwundenen Vater in einem Küstenort entpuppt sich für Arletty zu einem Trip ins Grauen, welcher die junge Frau mit allerlei unwirklichen und unerklärlichen Dingen konfrontiert. Das ganze Szenario in dem scheinbar verlassenen Ort wirkt entrückt, was durch die elektronischen Klangwelten und die „Voice-Over“-Kommentare noch verstärkt wird und dennoch scheint eine Flucht zu spät und ein Veränderungsprozess in Gang gesetzt, der sich auch durch rationale Versuche nicht mehr erklären lässt. Wer in weiterer Folge eine Erklärung der Vorgänge erwartet, wird wohl zu einem gewissen Grad enttäuscht werden und dennoch hat es „Messiah of Evil“ mit seinen rauschhaften Bildern und eindrucksvollen Szenen auch gar nicht nötig den Zuschauer mit trivialen Erklärungsversuchen zu langweilen. Ich bin begeistert!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Tötet Mrs. Tingle

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Drehbuchautor Kevin Williamson hat in den Neunzigern die Drehbücher zu zahlreichen Horror-Streifen verfasst und landete mit „Scream“ seinen größten Hits. Danach folgten die Drehbücher zu weiteren Werke wie „Ich weiß was du letzten Sommer getan hast“ und „The Faculty“ bzw. mit „Tötet Mrs. Tingle“ sein bislang einziger Streifen, bei dem er auch Regie geführt hat. Dieser ist auch nicht ganz gelungen, aber durchaus unterhaltsam und präsentiert dem Zuschauer ein aberwitziges Szenario, in dem sich eine verhasste Lehrerin durch eine Verkettung unglücklicher Umstände ans Bett gefesselt wiederfindet. Dabei versucht der Streifen recht bissig zu sein und ist doch eher zahn- und harmlos. Helen Mirren als manipulative Mrs. Tingle spielt die restlichen Darsteller mühelos an die Wand und die Entwicklungen sind auch nicht immer ganz glaubwürdig. Dennoch ist „Tötet Mrs. Tingle“ ein durchaus hämischer Spaß, bei dem auch die Erinnerungen an die eigene Schulzeit wieder aufkommen, bei der man ebenfalls manchen Lehrer oder Lehrerin nichts Gutes gewünscht hätte. Innerhalb meiner Neunziger-Teen-Horror-Retrospektive ist der Streifen aber bestenfalls durchschnittlich ausgefallen und lebt hauptsächlich von der Darstellung Mirrens, während der Rest sich inklusive Klischee-beladener Figuren eher auf bewährtem Soap-Niveau abspielt. Ein bisschen mehr Blut und Mut hätte dem harmlosen Streifen jedenfalls sicher nicht geschadet.
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