Rough... rougher... Jogi - Triple Feature
Wet Wilderness
Eine Mutter macht mit ihrem Sohn und ihrer Tochter, sowie deren Freundin einen Ausflug ins Grüne um sich in einer abgelegenen Hütte im Wald ein wenig zu erholen. Als sich die Tochter und ihre lesbischen Geliebte einen ruhigen Platz zum Kuscheln suchen, werden diese von einem Machete-schwingenden Mann mit Schihaube aufgelauert, der die Beiden überraschten Frauen zu sexuellen Aktivitäten zwingt und danach eine von Beiden auf grausame Weise ermordet. Doch das ist erst der Anfang eines furchtbaren Verbrechens und der sadistische und ungemein potente Fremde bringt wenig später auch noch den Rest der Familie in seine Gewalt um diese mit Gewalt zu unbeschreiblichen Dingen zu nötigen…
Billig heruntergekurbelter Hardcore-„Roughie“ mit Backwood-Slasher-Einschlag, der jedoch neben seiner nicht vorhandenen Story vor allem unter dem mangelnden Talent seiner Darsteller und der Lieblosigkeit seiner Inszenierung leidet. So ist die „Mutter“ ungefähr im selben Alter wie ihre Kinder und statt Terror steht in „Wet Wilderness“ auch eher Teilnahmslosigkeit seiner Figuren und Darstellerleistungs-Fremdschämen am Programm. Um den Zuschauer zu schockieren gibt es aber neben Vergewaltigungen und Inzest auch noch ein paar blutige Einlagen, die aber ebenfalls sehr kostengünstig inszeniert wurden, ehe am Ende im total abrupten Ende dann der sadistische Killer seine gerechte Strafe erhält. Da Regisseur Lee Cooper beim Original unerlaubterweise auch noch die Musik von „Psycho“ und „Der weiße Hai“ verwendet hat, hat man dem eher entbehrlichen Streifen bei der Veröffentlichung auf DVD auch gleich einen neuen und nicht ganz stimmigen Soundtrack samt Synchro verpasst, der den Sehgenuss noch zusätzlich etwas schmälert.
Come Deadly
Während den Proben zu dem Theaterstück „Die widerspenstige Zähmung“ geschehen in einem kleinen Off-Broadway-Theater seltsame Dinge und ein maskierter Vergewaltiger und Mörder macht Jagd auf die weiblichen Darstellerinnen. Als ein weiteres Ensemble-Mitglied erwürgt aufgefunden ist, befürchtet der Regisseur weitere Morde und schleust einen verdeckten Ermittler in das Theater, der sich als Schauspieler ausgibt. Dieser hat auch gleich einen sehr guten Draht zu den weiblichen Darstellerinnen des Theaters und neben körperlichen Vergnügen auch bald eine zündende Idee um den mysteriösen Killer ein für allemal zu entlarven.
Kleiner, aber nicht uninteressanter „Roughie“ über Vergewaltigungen und Morde in einem kleinen Theater, der insofern spaßig ist, weil der Mörder doch sehr an den Killer in Mario Bavas „Blutige Seide“ erinnert und ebenfalls wenig zimperlich zur Sache geht. Der Kriminal-Anteil der Story ist wie üblich eher knapp ausgefallen und der Rest die gewohnte Mischung aus „Over-Acting“ und Fleisch-Einlagen, die mit ein paar eher harmlosen Gewaltmomenten verfeinert wurden. Die Darsteller wirken recht sympathisch und der Hauptdarsteller muss dank Inserts nicht einmal selber seinen Mann stehen. Sonst gibt es nicht viel zu meckern und obwohl „Come Deadly“ weder sonderlich erotisch, spannend oder schockierend ist, so guckt sich das kurze Schmuddelfilmchen dank ausgewogenem Film- und HC-Anteil und netter Inszenierung auch ganz gut weg.
Water Power
Der Psychopath Burt ist ein Einzelgänger, der sich mit pornographischen Bildern von seinem langweiligen Leben ablenkt und nachts Frauen mit dem Teleskop beobachtet. Als er eines Tages in einem speziellen Bordell Zeuge wird, wie ein Mann als Arzt verkleidet einer gefesselten Prostituierten einen Einlauf verpasst, beschließt er die Straßen von New York vom Schmutz zu befreien, in dem er alleinstehende Frauen überfällt und diesen ebenfalls Einläufe verpasst, während er sich dabei selbst befriedigt. Als diese bizarren Übergriffe auf Frauen zunehmen, werden die Polizisten Jack und Irene auf den Fall angesetzt und um den Fall aufzuklären wagt sich Irene beängstigend nahe an den Psychopathen heran…
Berühmt-berüchtigter „Roughie“ mit Jamie Gillis in einer von „Taxi Driver“ inspirierten Rolle als vereinsamter Psychopath, der überfallenen Frauen Einläufe (!) verpasst um diese vom Schmutz (!!) zu reinigen und noch dazu auf wahren (!!!) Begebenheiten des „Klistier-Banditen“ Michael H. Kenyon aus Illinois beruht. „Water Power“, der fälschlicherweise auch oft Gerard Damiano zugeordnet wird aber von Shaun Costello stammt, macht dann auch keine Gefangenen und ist auch ein im wahrsten Sinne des Wortes dreckiger Schocker im Gewand eines fetischierten Psychothrillers, der in der deutschen Fassung wohl zu allem Überfluss auch noch den Titel „Schpritz“ bekommen hat. Eigentlich unvorstellbar was da seinerzeit in den Siebzigern tatsächlich so in schmuddeligen Kinos gelaufen ist und vielleicht sollte ich in Zukunft auch nicht mehr so unvorbereitet an derartige Werke gehen. Wie ich seit gestern weiß, ist das englische Wort „enema“ auch keine Schreibvariation von „enemy“ und der „Water Power“ auch nicht der erwartete „Home Invasion“-Roughie mit herben Szenen im Badezimmer, den ich mir eigentlich erwartet habe. Naja, knapp daneben ist auch vorbei und Costellos Streifen ist dann natürlich auch nichts für Leutchen, die sich leicht empören und schockieren lassen und/oder beim Sex das Licht ausmachen.