Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Mo 20. Jul 2015, 22:15
Der Sexbaron von St. Pauli

Als der Trickbetrüger Masken-Ronny aus dem Knast entlassen wird, stiehlt dieser sogleich den Koffer eines Homosexuellen mit fortgeschrittenem Alter, um wenig später als feiner Herr verkleidet und als vermeintlicher Baron von Stetten in ein kleines Hotel einzuchecken. Dort weckt der Herr mit seinem grauen Toupet und feinem Benehmen auch gleich das Interesse einer Amerikanerin, die sich jedoch wenig später nicht nur als Tochter des Rezeptionisten namens Sonja, sondern ebenfalls als Trickbetrügerin entlarvt und über ihren Berufskollegen naturgemäß wenig erfreut ist. Dennoch laufen sich die Beiden in den folgenden Tagen und in unterschiedlichsten Verkleidungen im Umfeld von St. Pauli immer wieder über den Weg, bis sie sich nach einem kurzen Disput ineinander verlieben und sich fortan ohne Maskierung gemeinsam auf den Weg machen, um den Rest der Welt nun so richtig abzuzocken…
„Wenns Oarscherl brummt, ist‘s Herzerl gsund“ Eine herkömmliche Sex-Komödie würde von Jürgen Enz gar nicht erwarten und natürlich ist „Der Sex-Baron von St. Pauli“ weder erotisch, noch witzig, sondern vor alle eine Ansammlung befremdlich anmutender Momente mit gehörig Fremdschäm-Potential in gewohnt seltsamen Kulissen mit Augenkrebs-Garantie in denen sich ein Gaunerpärchen gegenseitig aufs Kreuz zu legen versucht. Auffällig ist dieses Mal aber das Fehlen dieser sehnsüchtigen Getriebenheit und die ausweglose Tristesse seiner sonstigen Streifen und dennoch kann man sich irgendwie beim besten Willen nicht vorstellen, dass so etwas beim Publikum seinerzeit wirklich gut angekommen ist. Auf jeden halbwegs erträglichen Moment, kommen mindestens zehnmal so viele, die eher den gegenteiligen Effekt haben und auch das subtile Bewerben deutscher Fleischfeinkostprodukte geht gehörig nach hinten los. Am Ende fallen bei den beiden Trickbetrügern die Masken und dennoch wartet statt moralischen Happy-End mit „Sei-du-Selbst“-Erkenntnis bei Herrn Enz die Vereinigung zum ultimativen „Duo Infernale“ der Betrüger-Branche und für den Zuschauer die Erkenntnis, nun auch den Bodensatz deutscher Komödienkultur durchgestanden zu haben.

Als der Trickbetrüger Masken-Ronny aus dem Knast entlassen wird, stiehlt dieser sogleich den Koffer eines Homosexuellen mit fortgeschrittenem Alter, um wenig später als feiner Herr verkleidet und als vermeintlicher Baron von Stetten in ein kleines Hotel einzuchecken. Dort weckt der Herr mit seinem grauen Toupet und feinem Benehmen auch gleich das Interesse einer Amerikanerin, die sich jedoch wenig später nicht nur als Tochter des Rezeptionisten namens Sonja, sondern ebenfalls als Trickbetrügerin entlarvt und über ihren Berufskollegen naturgemäß wenig erfreut ist. Dennoch laufen sich die Beiden in den folgenden Tagen und in unterschiedlichsten Verkleidungen im Umfeld von St. Pauli immer wieder über den Weg, bis sie sich nach einem kurzen Disput ineinander verlieben und sich fortan ohne Maskierung gemeinsam auf den Weg machen, um den Rest der Welt nun so richtig abzuzocken…
„Wenns Oarscherl brummt, ist‘s Herzerl gsund“ Eine herkömmliche Sex-Komödie würde von Jürgen Enz gar nicht erwarten und natürlich ist „Der Sex-Baron von St. Pauli“ weder erotisch, noch witzig, sondern vor alle eine Ansammlung befremdlich anmutender Momente mit gehörig Fremdschäm-Potential in gewohnt seltsamen Kulissen mit Augenkrebs-Garantie in denen sich ein Gaunerpärchen gegenseitig aufs Kreuz zu legen versucht. Auffällig ist dieses Mal aber das Fehlen dieser sehnsüchtigen Getriebenheit und die ausweglose Tristesse seiner sonstigen Streifen und dennoch kann man sich irgendwie beim besten Willen nicht vorstellen, dass so etwas beim Publikum seinerzeit wirklich gut angekommen ist. Auf jeden halbwegs erträglichen Moment, kommen mindestens zehnmal so viele, die eher den gegenteiligen Effekt haben und auch das subtile Bewerben deutscher Fleischfeinkostprodukte geht gehörig nach hinten los. Am Ende fallen bei den beiden Trickbetrügern die Masken und dennoch wartet statt moralischen Happy-End mit „Sei-du-Selbst“-Erkenntnis bei Herrn Enz die Vereinigung zum ultimativen „Duo Infernale“ der Betrüger-Branche und für den Zuschauer die Erkenntnis, nun auch den Bodensatz deutscher Komödienkultur durchgestanden zu haben.







