Sherlock - Staffel 2 - Ep. 1 "Ein Skandal in Belgravia“
Der Auftakt der zweiten Staffel ist nach dem eher mauen Auflösung des Cliffhangers der ersten Staffel zum Glück aber wieder die übliche Unterhaltung und handelt von einer Domina, die über geheime Regierungspapiere und delikate Fotos von angesehenen Personen der britischen Gesellschaft hat. Dabei geht es ziemlich hin und her und ein Plottwist wird an den anderen gereiht, bis dem Zuschauer ganz schwindlig werden kann. Dabei lebt die Folge vor allem von der Tatsache, dass man als Zuschauer nicht weiß, wer im turbulenten Verlauf überhaupt die Fäden in der Hand hat. Für mein Empfinden war es dann doch ein bisschen turbulent und eine etwaige Glaubwürdigkeit hat sich ebenfalls schon längst verabschiedet, aber dafür ist die abwechslungsreiche Serie noch immer schwer unterhaltsam und überzeugt mit seinem dynamischen Duo in den Hauptrolle und seinem schönen Look und einem wunderbar gesprochenen britischen Englisch.
Wolfen
Überraschend atmosphärischer und vielschichtiger Horrorfilm aus dem Jahr 1981 mit viel New Yorker Lokalkolorit, der mir auch ausnehmend gut gefallen hat und aus einer Zeit stammt, in der sich Horror und Anspruch bei den meisten US-Produktionen noch nicht gegenseitig ausgeschlossen haben. Die Geschichte über einen ausgebrannten Ermittler, der einer seltsamen Mordserie auf die Spur kommt ist insgesamt eher zurückhaltend ausgefallen und ist mit kurzen Gewaltspitzen sehr funktional. Auch die verfremdeten POV-Bilder der Bedrohung fand ich sehr gut gemacht und das Ende ist ebenfalls sehr gelungen, auch wenn man sich keinen herkömmlichen Werwolf-Film erwarten sollte. Ich musste vor allem in der zweiten Hälfte ständig ans Hayao Miyazakis „Prinzessin Mononoke“ denken, der eine ähnliche und ebenfalls Zivilisations-kritische Geschichte zwar auf ganz andere Weise verarbeitet, aber in dem auch der Wolf als ambivalentes Synonym für rohe Gewalt, Unzähmbarkeit und ausgleichende Gerechtigkeit in einem bedrohten Öko-System dient. In „Wolfen“ geht zwar alles mehr in Richtung Großstadt-Thriller und Horror, ist aber nicht minder gelungen und ohne Übertreibung zählt Michael Wadleighs Streifen sicher zu dem Besten, was in den Achtzigern in diesem Bereich entstanden ist.
The Asylum (a.k.a. ExitUs)
Patrick ist gemeinsam mit anderen Jugendlichen und Pater Conway damit beschäftigt ein kirchlich geführtes Sanatorium auszuräumen, welches angeblich durch ein Feuer zerstört und daraufhin geschlossen wurde. Als sich der Priester über das Wochenende auf eine Reise begibt, wird der morbide Ort kurzerhand zur Partylocation umgewandelt und am nächsten Tag wartet nicht nur der Kater, sondern eine weit größere Überraschung, als ein Dämon den Körper von Patricks Bruder bemächtigt. Die jugendlichen entdecken in Aufzeichnungen, dass es seinerzeit an diesem Ort wohl nicht mit rechten Dingen zuging und als sich alle Türen des Hauses wie von Geisterhand schließen, bleibt den jungen Leuten nichts anderes übrig, als mit jeder Menge Unvernunft und spärlichen Infos von dubiosen Websites einen Exorzismus durchzuführen, der jedoch die Situation der Eingeschlossenen nicht wirklich verbessert…
Turbulentes Teenie-Horrorfilmchen von Remake-Spezialisten Marcus Nispel, der wohl schon aus dem Jahr 2012 datiert, aber hierzulande wohl erst im Herbst 2015 veröffentlicht wird. Da ist ja normalerweise kein gutes Vorzeichen, aber im Falle von „The Asylum“ bzw. einem der anderen Alternativtitel wie „ExitUs“ sind derartige Befürchtungen eher unbegründet und der Streifen entpuppt sich als durchaus gelungen. Zwar ist „ExitUs“ weder sonderlich innovativ oder originell, aber in der schwarzhumorigen Geisterbahnfahrt ist wohl für jeden etwas dabei: ein bisschen Besessenheit, ein bisschen „Haunted House“, Gore im härteren Bereich, eine nette Geschichte mit Twist und ein gut gelaunter Dämon, der sichtlich Spaß daran hat, die Körper der knallchargigen Jugendlichen zu besetzen und blutigen Schabernack zu treiben. Nach knapp 80 Minuten ist der temporeiche Geisterbahn-Spuk dann auch wieder vorbei und „The Asylum“ bietet auch nichts, was man nicht auch schon in zahlreichen anderen Filmen gesehen hätte, ist dabei aber erfrischend schwarzhumorig, unterhaltsam und macht durchaus gute Laune. Wer aktuelle Horrorstreifen mag, die mit einem Augenzwinkern versehen wird und auch nichts gegen altbekannte Horror-Klischees, ein bisschen Schmodder und doofe Dialoge einzuwenden hat, wird hier mit etwas Wohlwollen auch bestens bedient.