Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Sherlock St. 1, Ep. 3 - Das große Spiel [Netflix]

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Im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Episoden wirkt „Das große Spiel“ etwas weniger stimmig und statt einem Fall, gibt es gleich mehrere, die innerhalb eines bestimmten Zeitfensters gelöst werden müssen, damit nicht ein Unbeteiligter zu Schaden kommt. Dass es dabei um etwas Größeres geht, scheint aber gleich einmal klar und die ganze Folge geht wohl darum, mit Moriarty einen diabolischen und nicht minder genialen Antagonisten zu installieren, der Sherlock ebenbürtig ist. Sonst bleibt inhaltlich aber alles beim Alten und die temporeiche Inszenierung mit viel Londoner Lokalkolorit gibt keinen Anlass zur Kritik. Mit der dritten Episode in Spielfilmlänge ist dann auch gleich die erste Staffel abgeschlossen und die lässt sich wirklich gut gucken. Leider gibt’s am Ende auch wieder einen Cliffhanger bzw. offenes Ende, was ich ja so gar nicht mag. Aber egal, auch die zweite Staffel wird geguckt.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Summer Night Fever

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Sommerliche Komödie von Sigi Rothemund a.k.a. Siggi Götz aus dem Hause Lisa-Film, über einen abenteuerlichen Trip von drei Jugendlichen im orangefarbenen Käfer-Cabrio von München nach Ibiza. Laut Google-Maps also knapp 2.000 Kilometer in einer alten, klapprigen Karre, die dann auch immer wieder von unfreiwilligen Zwischenstopps in Orten wie Monte Carlo, Saint-Tropez und Verona geprägt sind, die von den jugendlichen Protagonisten für zwischenmenschliche Erfahrungen und Disco-Besuche genutzt werden. Alles wie üblich recht episodenhaft inszeniert, gibt es bis zum finalen Happy-End auf der Balearen-Insel auch recht viele fragwürdige Abenteuer und Zufälle, nackte Haut und zehn internationalen Disco-Hits von La Bionda bis hin zu Bernie Paul. Die Mädels sind hübsch, die Jungs etwas weniger, auch die Gags und Entwicklungen sind von schwankender Qualität und Otto W. Retzer, Gianni Garko und Jaques Herlin schauen auch noch kurz vorbei. Alles in allem gut guckbare Sommerware ohne nennenswerte Höhepunkte oder Ausfälle mit viel Musik und hübschen Mädels, wie Olivia Pascal, Betty Vergés, Bea Fiedler und Claudine Bird, die das Auge des Betrachters oder Betrachterin auch heutzutage noch erfreuen können.

Zombiber

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Augenzwinkernder Tierhorror mit Bibern, die durch unsachgemäß gelagerte Giftfässer zu unkontrollierbaren Bestien mutieren und auch ansonsten nicht totzukriegen sind. Dabei ist der Streifen natürlich in der Tradition bewusst auf Trash gebürsteten Streifen wie „Sharknado“, macht dabei aber bedeutend mehr Spaß, auch wenn „Zombiber“ erst nach der Hälfte so richtig in Fahrt kommt und man dem Werk das schmale Budget durchaus aussieht. Schön ist jedenfalls die Tatsache, dass hier nicht alles aus dem Rechner kommt und die Biber sind auch einfach zu geil. Der Rest inklusive der Darsteller überzeugt aber weniger nd wer den Trailer kennt, hat die besten Szenen auch schon gesehen. Die Dialoge sind wie üblich komplett zu vernachlässigen und auch das Bedrohungsszenario wirkt manchmal eher unfreiwillig komisch und die Hauptattraktion kommt in dem größtenteils sehr harmlosen Streifen wohl Budget-bedingt auch eher zu kurz. Dennoch hat „Zombiber“ durchaus seine Momente, macht Laune und von all den inflationär am Markt erscheinenden und trashigen Tierhorror-Nonsens-Streifen ist Jordan Rubins Streifen sicher der Sympathischste und bietet auch alles, was die jugendliche Zielgruppe in derartigen Unterhaltungswerk sehen möchte. Etwas mehr Mut zu schrägen Ideen, noch mehr Titten und Gore hätte aber sicher auch nicht geschadet.

Argento-Geburtstags-Special:

Suspiria

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Inferno

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Die nackte Kanone

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„Die nackte Kanone“ ist ja ein Film, den wohl jeder hier mehrfach gesehen hat und immerhin ist der Streifen vom Trio ZAZ ein popkulturelles und sehr erfolgreiches Stück Kinogeschichte aus den Achtzigern und der Auftakt einer ganzen Reihe von derartigen Filmen von Sequel, Prequel bis hin zu „Hot Shots“ und Konsorten. Allerdings ist der Film in seiner Gesamtheit schon sehr in den Achtzigern verhaftet und auch der Slapstick- Humor und die teils recht vorhersehbaren (weil auch hinlänglich bekannten) Gags sind für heutige Verhältnisse vielleicht nicht mehr ganz so zeitgemäß. Seinerzeit war „Die Nackte Kanone“ natürlich aber der unverzichtbare Komödienhit schlechthin, aber wie die gestrige Sichtung gezeigt hat, funzt die ganze Sause wie die Pointe eines guten Witzes auch nur beim ersten Mal so richtig und mittlerweile habe ich als gereifter Mensch auch ein etwas anderes Humorverständnis, der sich nicht mehr mit „Die nackte Kanone“ deckt. Wie bei den meisten Komödien aus vergangenen Jahrzehnten hatte ich die Qualitäten des Streifens auch besser in Erinnerung, als sich der Film dann bei der gestrigen und x-ten Erneutsichtung tatsächlich präsentiert hat.

Crypt of the Living Dead

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Nach dem überraschenden Unfall-Tod seines Vaters kommt der junge Chris auf eine einsame und abgelegene Insel, die vorwiegenden von abergläubischen Fischerfamilien und dem Schriftsteller Peter und seiner hübschen Schwester Mary bewohnt ist, die seinem Vater hilfreich zur Hand gingen. Neben Feindseligkeit und Ablehnung von seiten der schrulligen Einwohner erfährt Chris aber auch von seltsamen Geschichten über eine Vampirfrau namens Hannah, die seit Jahrhunderten in der Gruft in einem Sarg schlafen soll, in der auch sein Vater von einem steinernen Sarg begraben wurde. Als Chris mit einer Handvoll Männer den Leichnam bergen möchte um ihn richtig bestatten zu können, öffnet er aber auch den steinernen Sarg von Hannah, die scheinbar unversehrt die Jahrzehnte überstanden hat und wenig später dank eines mysteriösen Komplizen unbarmherzig Jagd auf die eingeschüchterten Fischer macht um schon bald zu ihrer zerstörerischen Kraft zurückzufinden…

Schöner, oldskooliger Vampir-Grusler aus ominöser Produktion, der laut OFDB aus den Staaten stammen soll. Wahrscheinlicher scheint jedoch auch aufgrund der End-Credits eine spanisch-türkische Ko-Produktion und „Crypt of the Living Dead“ erinnert auch sehr und mehr an Euro-Horror aus Balearen-Produktion und überzeugt mit einer netten Geschichte über eine untote Vampirin und einem mutigen Erben, der sich mutig Aberglauben und übernatürlicher Bedrohung auf einer abgelegenen Insel entgegen stellt. Dabei ist das Tempo des Streifens eher behäbig und dürfte für Genre-Fans nicht allzu überraschend daherkommen, aber ansonsten macht der Streifen absolut alles richtig und bietet neben schönen Locations und jeder Menge Nebelschwaden auch ein paar hübsche Ideen, Schmodder und Mark Damon in einer wie üblich etwas zwielichtigen Rolle. Aber auch Andrew Pine als mutiger Erbe macht seine Sache sehr gut und wer jemals in die eisblauen Augen von Patty Shepard geguckt hat, kann sich wohl nur in die Dame verlieben. Die Blu-Ray aus dem Hause Vinegar Syndrome ist wie üblich über jeden Verdacht erhaben, lässt den bislang grob unterschätzten und weithin unbekannte und melacholische Perle des Vampir-Films in bestmöglicher Form erstrahlen und zählt jetzt schon für mich zu den schönsten Veröffentlichungen des heurigen Jahres.

House of the Living Dead

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Michael Und Breckinridge sind zwei Brüder, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während der eine das große Gut der Familie Brattling bewirtschaftet und auch von den Einheimischen respektiert wird, forscht der andere abgekapselt von der Außenwelt in seinem geheimen Labor an gruseligen Dingen, das er auch niemals verlässt. Als Michaels Verlobte Mary Anne das Anwesen erreicht um ihren Michal zu ehelichen, ahnt sie nicht, dass sich im Umfeld des Hauses bereits einige brutale Morde ereignet haben und bekommt auch den Bruder ihres Verlobten auch nur schemenhaft vor die Linse. Als sich Michael zunehmend distanziert verhält und auch dessen Mutter aus ihrer Abneigung gegenüber der hübschen Engländerin keinen Hehl macht, beginnt sie sich für die Geschichte der Familie zu interessieren, kommt einem grauenvollen Geheimnis auf die Spur und schwebt, nachdem auch die Dienerschaft das Weite sucht, in größter Gefahr…

Sehr passabler Horrorstreifen aus südamerikanischer Produktion und zwei ungleichen Brüdern auf einer großen Plantage und fragwürdigen Experimenten an Mensch und Tier. Dabei streift „House of the Living Dead“ gleich mehrere Genres und bietet „Mad Scientist“-Thematik und einen gewaltbereiten Killer, der am Ende völlig am Rad dreht und eine hübsche Frau, die einem düsteren Geheimnis auf die Spur kommt und im hysterischen Finale ziemlich in die Terrorfalle tapst und sich die Seele aus dem Leib kreischen darf. Der Titel führt den Zuschauer dabei aber etwas in die Irre, da man trotz fragwürdiger Experimente keine Zombies oder dergleichen zu sehen bekommt. Doch das stört gar nicht, dass Ray Austins Streifen nicht nur thematisch etwas neben der Spur und neben exotischen Schauplätzen auch hübsch ausgestattet ist, sondern auch den Zuschauer immer bei Laune hält und sich trotz Verweise an Gothic-Horror und Genre-Werke vergangener Jahrzehnte auch überraschend blutig präsentiert. Die Qualität des Terror-Streifens als Bonus auf der „Crypt of the Living Dead“-Blu ist auch sehr gut und auch wenn die Bilder teils etwas dunkel daherkommen, sollte man sich die kleine Beigabe, die hierzulande auch nie veröffentlicht wurde, keinesfalls entgehen lassen.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Sherlock - Staffel 2 - Ep. 1 "Ein Skandal in Belgravia“

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Der Auftakt der zweiten Staffel ist nach dem eher mauen Auflösung des Cliffhangers der ersten Staffel zum Glück aber wieder die übliche Unterhaltung und handelt von einer Domina, die über geheime Regierungspapiere und delikate Fotos von angesehenen Personen der britischen Gesellschaft hat. Dabei geht es ziemlich hin und her und ein Plottwist wird an den anderen gereiht, bis dem Zuschauer ganz schwindlig werden kann. Dabei lebt die Folge vor allem von der Tatsache, dass man als Zuschauer nicht weiß, wer im turbulenten Verlauf überhaupt die Fäden in der Hand hat. Für mein Empfinden war es dann doch ein bisschen turbulent und eine etwaige Glaubwürdigkeit hat sich ebenfalls schon längst verabschiedet, aber dafür ist die abwechslungsreiche Serie noch immer schwer unterhaltsam und überzeugt mit seinem dynamischen Duo in den Hauptrolle und seinem schönen Look und einem wunderbar gesprochenen britischen Englisch.

Wolfen

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Überraschend atmosphärischer und vielschichtiger Horrorfilm aus dem Jahr 1981 mit viel New Yorker Lokalkolorit, der mir auch ausnehmend gut gefallen hat und aus einer Zeit stammt, in der sich Horror und Anspruch bei den meisten US-Produktionen noch nicht gegenseitig ausgeschlossen haben. Die Geschichte über einen ausgebrannten Ermittler, der einer seltsamen Mordserie auf die Spur kommt ist insgesamt eher zurückhaltend ausgefallen und ist mit kurzen Gewaltspitzen sehr funktional. Auch die verfremdeten POV-Bilder der Bedrohung fand ich sehr gut gemacht und das Ende ist ebenfalls sehr gelungen, auch wenn man sich keinen herkömmlichen Werwolf-Film erwarten sollte. Ich musste vor allem in der zweiten Hälfte ständig ans Hayao Miyazakis „Prinzessin Mononoke“ denken, der eine ähnliche und ebenfalls Zivilisations-kritische Geschichte zwar auf ganz andere Weise verarbeitet, aber in dem auch der Wolf als ambivalentes Synonym für rohe Gewalt, Unzähmbarkeit und ausgleichende Gerechtigkeit in einem bedrohten Öko-System dient. In „Wolfen“ geht zwar alles mehr in Richtung Großstadt-Thriller und Horror, ist aber nicht minder gelungen und ohne Übertreibung zählt Michael Wadleighs Streifen sicher zu dem Besten, was in den Achtzigern in diesem Bereich entstanden ist.

The Asylum (a.k.a. ExitUs)

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Patrick ist gemeinsam mit anderen Jugendlichen und Pater Conway damit beschäftigt ein kirchlich geführtes Sanatorium auszuräumen, welches angeblich durch ein Feuer zerstört und daraufhin geschlossen wurde. Als sich der Priester über das Wochenende auf eine Reise begibt, wird der morbide Ort kurzerhand zur Partylocation umgewandelt und am nächsten Tag wartet nicht nur der Kater, sondern eine weit größere Überraschung, als ein Dämon den Körper von Patricks Bruder bemächtigt. Die jugendlichen entdecken in Aufzeichnungen, dass es seinerzeit an diesem Ort wohl nicht mit rechten Dingen zuging und als sich alle Türen des Hauses wie von Geisterhand schließen, bleibt den jungen Leuten nichts anderes übrig, als mit jeder Menge Unvernunft und spärlichen Infos von dubiosen Websites einen Exorzismus durchzuführen, der jedoch die Situation der Eingeschlossenen nicht wirklich verbessert…

Turbulentes Teenie-Horrorfilmchen von Remake-Spezialisten Marcus Nispel, der wohl schon aus dem Jahr 2012 datiert, aber hierzulande wohl erst im Herbst 2015 veröffentlicht wird. Da ist ja normalerweise kein gutes Vorzeichen, aber im Falle von „The Asylum“ bzw. einem der anderen Alternativtitel wie „ExitUs“ sind derartige Befürchtungen eher unbegründet und der Streifen entpuppt sich als durchaus gelungen. Zwar ist „ExitUs“ weder sonderlich innovativ oder originell, aber in der schwarzhumorigen Geisterbahnfahrt ist wohl für jeden etwas dabei: ein bisschen Besessenheit, ein bisschen „Haunted House“, Gore im härteren Bereich, eine nette Geschichte mit Twist und ein gut gelaunter Dämon, der sichtlich Spaß daran hat, die Körper der knallchargigen Jugendlichen zu besetzen und blutigen Schabernack zu treiben. Nach knapp 80 Minuten ist der temporeiche Geisterbahn-Spuk dann auch wieder vorbei und „The Asylum“ bietet auch nichts, was man nicht auch schon in zahlreichen anderen Filmen gesehen hätte, ist dabei aber erfrischend schwarzhumorig, unterhaltsam und macht durchaus gute Laune. Wer aktuelle Horrorstreifen mag, die mit einem Augenzwinkern versehen wird und auch nichts gegen altbekannte Horror-Klischees, ein bisschen Schmodder und doofe Dialoge einzuwenden hat, wird hier mit etwas Wohlwollen auch bestens bedient.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Aus dem Tagebuch einer Siebzehnjährigen

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Die junge Elke ist fünfzehn als sie eines Morgens die Freuden der Masturbation erfährt. Doch dieses Erlebnis verunsichert die heranwachsende Frau und auch ihre frühreife Freundin Ellen ist in der schwierigen Phase des Lebens keine große Hilfe. Auch die ersten Kontakte zu Männern sind eher ernüchternd und obwohl sich Elke mit Lothar trifft, empfindet sie nichts für ihn, während Lothar am liebsten gleich in die Kiste hüpfen würde. Wenig später soll eine Sex-Party bei Ellen die Stimmung heben, doch dieses Erlebnis hat einen gegenteiligen Erfolg und erst in den Armen des 38jährigen Holger findet die mittlerweile zur jungen Frau herangewachsene Elke kurzzeitig sexuelle Erfüllung, ehe auch diese Bindung in die Brüche geht…

Jürgen Enz hat mit „Aus dem Tagebuch einer Siebzehnjährigen“ wohl den deprimierendsten aller Teenie-Softsex- und Report-Filme aus deutschen Landen geschaffen. Jede Sekunde in diesem absolut ernüchternden Werk über die Pubertät aus dem Jahre 1979 präsentiert sich trist und traurig und auch das wolkenverhangene Hamburg mit seinen trüben Regen- und Wintertagen präsentiert sich wie die spießige Welt ihrer Eltern als feindselig und wenig erstrebenswert. Elke heißt das alleingelassene Mädchen aus gutbürgerlichen, deutschen Hause, das im Verlauf von zwei Jahren ihre intimsten Wünsche und Gedanken ihrem Tagebuch bzw. dem Zuschauer präsentiert und dabei von einem emotionalen Desaster ins nächste steuert und erst in den starken Armen eines erwachsenen Mannes kurzfristig Erlösung von ihrem ansonsten tieftraurigen Dasein erfährt. Doch auch dieses Glück ist nur von kurzer Dauer und lässt das Mädchen wie auch den Zuschauer mit einer seltsamen Melancholie zurück. Dazu düdelt trauriger Schlager, der von unerfüllter Liebe und Trennungsschmerz erzählt und den jugendlichen Protagonisten ebenfalls keine Hoffnung zu vermitteln vermag und auch dem Zuschauer schonungslos zeigt, dass der Weg vom Mädchen zur Frau in deutschen Schmuddelproduktionen die reinste Hölle ist.

Bloody Camp

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Wenn man einen Streifen wie „Bloody Camp“ in den Player schiebt, hat man als Zuschauer ja gewisse Erwartungen, die sich im Falle der französischen Genre-Produktion aus dem Jahre 1977 aber nicht wirklich erfüllen. Nicht einen Tropfen Blut bekommt man im Verlauf der viel zu harmlosen Handlung präsentiert und der ganze Streifen ist mit jeder Menge nackter Haut und Leder-Domina auch eher eine sleazige Angelegenheit, als schockierender Lagerfilm. Neben einer sehr forschen Malisa Longo spielen dann auch mindestens drei männliche Erwachsenenfilm-Darsteller wie der schnauzbärtige Dominique Aveline und Fleischfilm-Veteran Richard Allen in ungewohnt züchtigen Rollen und inklusive der vernachlässigbaren Rahmen-Geschichte über einen totalitären Stadt und dem Umerziehungslager für Frauen in einer fiktionalen Diktatur ist „Bloody Camp“ auch eher eine sehr unterhaltsame Sache, die man nie so wirklich ernstnehmen kann. Insgesamt gesehen ein harmloser WIP-Film mit viel nackter Haut, derber Synchro und geringen Anleihen bei N-Ploitation, der seine Handlung in die aktuelle Zeit verlegt und auf eher missglückte Weise versucht, dem Ganzen eine politische Komponente zu verleihen. Dem geeichten Zuschauer wird „Bloody Camp“ mit seiner verbissenen Ernsthaftigkeit auch sicher viel Freude bereiten, während er weniger wohlwollenden Gemütern aufgrund des eher unpassenden Titels und harmlosen Inhalts aufgrund enttäuschter Erwartungen eher weniger munden dürfte.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Dreamcatcher [Netflix]

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Als eines Tages vier Freunde einen merkwürdigen Jungen aus der Hand von Schlägern retten, erhalten diese nicht nur einen neuen Freund, sondern jeder auch eine Gabe, die das Leben der vier unterschiedlichen Jungen maßgeblich prägt. Zwanzig Jahre später finden die Freunde in einer abgelegenen Hütte zusammen und hadern teils mit ihrem Leben, teils mit den Rätseln der Vergangenheit als die Ruhe durch eine überraschende Alien-Invasion gestört wird. Ein bösartiges Alien verschafft sich Zutritt zur Hütte und ergreift Besitz von einem der Männer, was wenig später auch seinen restlichen Freunden nicht verborgen bleibt. Während das Militär das Gebiet großräumig absperrt und versucht die Invasion mit Waffengewalt zu lösen, versuchen die restlichen ihren Kumpel zu retten und ahnen, dass der Schlüssel dazu wieder in der Vergangenheit zu suchen ist…

Wie, noch gar kein Fred dazu? „Dreamcatcher“ zählte für mich ja fast ein Jahrzehnt zu einem der schlechtesten Horrorfilmen, die ich jemals gesehen habe. Mit meiner gestrigen Sichtung habe ich wieder etwas mehr Frieden mit dem schleimigen und etwas zu langen Sci-Fi-Horror-Streifen schließen können, auch wenn sich Regisseur Lawrence Kasdan sich maßlos bei seiner Umsetzung einer Art „Best-of-Stephen-King“-Geschichte verheddert. Herausgekommen ist ja ein sehr unausgewogener Film, der sich einerseits sehr viel Zeit lässt und durchaus atmosphärisch und interessant daherkommt und danach alles in Grund und Boden ballert und seine Figurenzeichnung einem haarsträubenden Alien-Invasion-Kriegsszenario voller militärischer Klischees opfert. Dazu gibt es Rückblenden, unterschiedliche Handlungsstränge, jede Menge CGI, eklige Momente und ein WTF-Ende, über das man dann ja auch durchaus geteilter Meinung sein kann. Big-Budget-Trash mit ein paar erheiternden Momenten und guten Darstellern, aber insgesamt doch ziemlich verschenkt, albern und auch ärgerlich: weniger wäre hier definitiv mehr gewesen.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Stand by me - Das Geheimnis eines Sommers [Netflix]

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Jetzt auch endlich einmal gesehen, kann ich zwar gut nachvollziehen, dass sich auf diesen Film alle einigen können, aber „Stand by me“ ist auf der anderen Seite aber auch nicht das „Coming-of-Age“-Meisterwerk, wie es einem die Bewertungen der OFDB und IMDB weismachen möchten. Zwar ist Rob Reiners Streifen schön gemacht und erzählt eine Geschichte über einen abenteuerlichen Ausflug von vier Kindern, aber auf der anderen Seite passiert dann doch sehr wenig und die positiven Stimmen beruhen wohl auf der Tatsache, dass einem der eher ruhige Streifen auf melancholische Weise an die eigene, unbeschwerte und oftmals nicht minder abenteuerliche Kindheit erinnert. Ob das dann tatsächlich der Fall war, oder man einige Ereignisse vielleicht im Nachhinein etwas zu verklärt betrachtet, ist da ja dann auch nebensächlich, aber mir war das Ganze dann auch ein Spur zu unspektakulär und die meiste Zeit wartet man ja auch darauf, dass irgendetwas passiert. Den Teil mit dem Kuchenwettessen hätte man ja für meine Verhältnisse ruhig weglassen können um sich noch mehr auf die Kinder zu konzentrieren. Schöner Film und ungewöhnliche King-Adaption mit tollen Kinderdarstellern und nostalgischen Sixtie-Flair, aber auch nicht mehr.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Augen ohne Gesicht

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Wunderbarer Klassiker des fantastischen Films über den angesehenen Mediziner Dr. Genessier, der in furchtbaren Experimenten verzweifelt versucht, das zerstörte Gesicht seiner Tochter Christiane zu retten, dass durch einen von ihm verschuldeten Unfall auf grauenvolle Weise entstellt wurde. Dabei stehen der klinische Horror und eine herbe Operationsszene in dem melancholisch-bedrückenden Streifen im kompletten Kontrast zu der engelsgleichen und Ikonen-haften Inszenierung Christianes und deren tieftraurige Augen und Gesicht, welches sie hinter einer Mimik-freien Maske vor ihrer Umwelt verborgen hält. Dabei zeichnet der Streifen auch ein düsteres Bild über die Grenzen der Medizin und präsentiert mit Christiane eine Figur, die ebenso hilflos wie verzweifelt mitansehen muss, wie die Versuche ihres Vaters scheitern, Unschuldige ins Unglück gestürzt werden und am Ende drastische Schritte setzt. „Augen ohne Gesicht“ ist dann auch ein ganz großartiger und vielschichtiger Streifen, der viel mehr ist als nur ein weiterer Horrorfilm mit „Mad Scientist“-Thematik und auch knapp 55 Jahre nach Entstehung nichts von seiner Anziehungskraft verloren hat.

Skeeter

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demnächst mehr!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Die Liebesvögel

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Peter ist ein Bankangestellter, der hinter seiner seriösen Fassade vor seiner Umwelt ein delikates Geheimnis verborgen hält: im Umgang mit Frauen ist er so derart schüchtern, dass er sich ihnen nur nähern kann, wenn er sich entsprechend Mut angetrunken hat und daher beschränkt sich sein Umgang auch nur auf professionelle Liebesdienerinnen. Als sein dadurch sehr angespanntes Verhalten auch seinem Chef nicht mehr verborgen bleibt, schickt er diesen kurzerhand in Urlaub und Peter fährt nach München um dort seinen Schulfreund zu besuchen. In der Nacht vernascht ihn jedoch dessen nymphomanische Freundin und als er dieser darauf einen Strauß Rosen kauft und zurückkehrt, liegt diese aber bereits mit dem nächsten in der Kiste. Peters Suche nach der reinen Liebe geht also weiter, ohne zu ahnen, dass er dieser im Verlauf der turbulenten Tage schon sehr nahe gekommen ist…

„Die Liebesvögel“ ist nach dem ernüchternden Teen-Angst-Drama „Aus dem Tagebuch einer Siebzehnjährigen“ ja eine fast schon optimistische Angelegenheit und Jürgen Enz präsentiert uns in der Erotik-Komödie einen smarten, aber furchtbar verklemmten Bankbeamten, der sich aufmacht um den Beischlaf zu lernen und prompt größten Sündenpfuhl Deutschlands namens München landet, wo die Frauen besonders willig zu sein scheinen. Dabei wird die Handlung trotz ernster Ausgangslage durchaus mit einem Augenzwinkern präsentiert und am Ende wartet trotz einiger emotionaler Rückschläge natürlich die ganz große Liebe auf unseren Helden Peter. Dabei ist neuerlich auffallend, wie wenig erotisch das Treiben ausgefallen ist und ich hab keine Ahnung, ob es in der Absicht des Regisseurs lag, den Zuschauer mit den furchtbarsten Settings zu verstören, die man sich in einem derartigen Film vorstellen kann. So kopulieren die getriebenen Charaktere auf Niki-Bettbezüge in beige-braun und auf Spannteppichen mit Augenkrebs-Garantie und in einer Schlüsselszene des Films irritiert eine Gelsenkirchener-Barock-Schrankwand so groß wie ein Jupiter-Mond den Zuschauer, der sich aufgrund dieser Eindrücke auch fast nicht mehr auf den Akt der Liebe konzentrieren kann. Eine eigentlich sehr subversive Angelegenheit unter dem Deckmantel einer Erotikkomödie, die den Zuschauer ein fragwürdiges Bild der Liebe vermittelt und inklusive der letzten Einstellung vom tief-deutschen Familien-Idyll erneut ratlos zurücklässt.

Planet Terror

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Augenzwinkerndes Genre-Feuerwerk von Robert Rodriguez, das als Party-Film vollends überzeugt und auch bei der wiederholten Sichtung noch immer ganz großen Spaß macht. Zwar macht es sich Rodriguez mit dem Prinzip der Reizüberflutung und seiner komprimierten Essenz aus mehreren Jahrzehnten Genre-Film auch recht leicht und präsentiert eine innovationsfreie Story mit haufenweise Stars und noch mehr blutigem Schmodder, aber in „Planet Terror“ reiht sich wirklich ein erinnerungswürdiger Moment und Spruch an den Nächsten, sodass man ohnehin kaum zum Durchatmen kommt. Ein Film von einem Fan für Fans, die hier in knapp 100 Minuten alles am Stück präsentiert bekommen, was den Reiz von derartigen Filmen ausmacht. Besser geht’s dann eigentlich auch gar nicht und auch wenn sich mittlerweile schon viele anderen an gleichartigen Hommagen versuchten haben - „Planet Terror“ bleibt einfach unerreicht.

Blood Diner

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blutig-lustiger Blödsinn - demnächst mehr!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Zombies Lake

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jogiwan hat geschrieben:Du meine Güte, der Film hat doch nix. Kein Flair, keine Story, keine Spannung und lediglich ein paar grüne Männchen und Bärchen im Wasser. Der ganze Film zieht sich wie Raclette-Käse und hat außer zahlreichen Anschlussfehlern, ein paar netten Aufnahmen von idyllischen Dörfern, überforderten Komparsen und einem sichtlich etwas genervten Howard Vernon auch absolut nichts zu bieten. Glaubt man den obigen Bewertungen manch ansonsten geschmackssicherer User, muss wohl ein zweiter Film mit gleichen Namen existieren und liebe Leutchen - man kann es mit Wohlwollen gegenüber Genre-Gurken und Fan-Brille auch etwas übertreiben. Der Film, den ich gestern gesehen hab, ist lediglich Grütze aus dem Amateur-Bereich ohne jeglichem Charme, Sinn und Verstand und handwerklich obendrein noch extrem schlecht gemacht.
Langsam schließe ich ja meinen Frieden mit diesem Film und die erneute Sichtung war dann auch gar nicht so schlimm wie befürchtet. Irgendwie hab ich den Eindruck, dass in der deutschen Fassung im Gegensatz zur englischen Sprachfassung auch mehr Dialoge sind und "Zombie Lake" dadurch etwas kurzweiliger erscheint, aber da kann ich mich natürlich auch täuschen. Ansonsten ist der Streifen aber nach wie vor kein richtiges Highlight und schon gar kein Paradebeispiel für Tempo und Atmosphäre, aber hat - zugegeben - zumindest ein paar nette und erinnerungswürdige Momente. Das Bild der Blu-Ray-Disc ist ebenfalls schön geworden!

Die Rache des Hauses Usher (Bonusfilm)

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Der Titel „Die Rache des Hauses Usher“ bezieht sich hier wohl auf das Verhältnis zwischen Regisseur und Publikum und Jess Franco rächt sich auch ganz gehässig am Zuschauer in dem er ihm ein grottenlangweiliges Filmchen vorsetzt, dass wenig Sinn macht und auch noch zu einem großen Teil aus recycelten Filmmaterial aus dem 1962 entstandenen „Der Schreckliche Dr. Orloff“ besteht. Der Rest ist quasi eine Ein-Mann-Show von Howard Vernon und außer der Tatsache, dass der Streifen an hübschen Locations und teils eindrucksvollen Kellergewölbe gedreht wurde, gibt es wohl rein gar nichts Positives an dem blutarmen Film zu entdecken. Passieren tut ja eigentlich nix und wenn man Arkschis Anmerkungen liest, kann in der Franco’schen Resteverwertung die Existenz eines Drehbuchs ohnehin mehr als angezweifelt werden. So etwas kann ja im Grunde nicht funktionieren und tut es dann auch nicht und von wenigen Franco-Filmen, die ich bislang gesehen habe, ist der cineastische Flickenteppich „Die Rache des Hauses Usher“ bislang auch der Entbehrlichste.
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