Sexandroid
Französischer Episoden-Horror aus der Amateur-Horror-Sadomaso-Ecke: ein Voodoo-Priester sorgt mit schwarzer Magie dafür, dass sich eine junge Frau auf der Toilette eines Lokals sehr unwohl fühlt und die Putzfrau sicher keine Freude hat. In der zweiten Episode trifft sich eine weitere Frau in einem Keller mit einem finsteren und entstellten Gesellen um sich im gegenseitigen Zuführen von Schmerz zu berauschen und in der finalen Episode wird eine junge Frau von einem Vampir gebissen und als sie selbst zu einer Blutsaugerin mutiert, versucht sie mit sehr ungewöhnlichen Mitteln den Fürst der Dunkelheit für immer für sich zu gewinnen...
Der Franzose Michel Ricaud hat ja anscheinend in den Achtzigern eine Handvoll HC-Filme gedreht und hat mit seinem 1987 entstandenen „Sexandroide“ einen nahezu Dialog-losen Sex-Horrorstreifen aus der Amateur-Ecke geschaffen, der in drei Episoden inhaltlich sehr unterschiedliche Geschichten erzählt, die teils auch sehr herb um die Ecke biegen. In Episode 1 fällt eine junge Frau auf der Toilette eines Lokals bösen Voodoo-Zauber zum Opfer und das ist im Falle von Ricaud ein Job für alle Körperöffnungen und nichts für zartbesaitete Gemüter. Herzstück des Streifens ist Episode zwei, in der sich eine junge Frau und ein entstellter Geselle gegenseitig als Liebesbeweis foltern und dabei sehr kreativ zu Werke gehen. Dabei ist die Folter-Episode ungefähr so, wie ich mir „Guinea Pig“ vorstellen würde, wenn ich diesen jemals gesehen hätte und wartet mit teils sehr drastischen Effekten auf. Im Finale wird es dann aber wieder harmloser und ein Vampir tötet eine junge Frau, die anschließend eine ausgedehnten und ähm… erotischen Tanzeinlage zu Tina Turner-Cover-Songs ihrerseits das Interesse des Vampirs erweckt um im beispiellos dämlichen Finale den Zuschauer mit einem lahmen Schluss-Gag zu erheitern. Natürlich ist „Sexandroide“ mit seiner Mischung aus nackter Haut und Gewalt kein Film für die breite Masse oder ein Werk, den man gesehen haben müsste und der an das Grand Guignol-Theater vergangener Jahrzehnte erinnernde Werk ist nicht nur eine sechzigminütige Obskurität, sondern auch ein Amateur-Werk, dass sich ausschließlich an Leutchen interessiert, die sich für derartige Werke interessieren und das Ganze mit einem Augenzwinkern zu nehmen wissen.
Spine
In Los Angeles ist ein Serienkiller unterwegs, der junge Krankenschwestern von der Arbeit weg verfolgt um diese dann in ihren Wohnungen zu fesseln und auf grausamste Weise zu ermorden. Die Polizei steht vor einem Rätsel und der Mörder ist den Beamten auch immer einen Schritt voraus. Als eines Tages die Kollegin von Carrie ermordet wird, gerät auch die alleinstehende Krankenschwester ins Visier des Mörders, die kurz zuvor Besuch von einer Freundin bekommen hat. Beide Frauen bekommen eines sonnigen Nachmittags Besuch von dem Killer, der sich auch als totaler Psychopath herausstellt und den beiden Frauen neben seinem bizarren Motiv auch mit einer Seelenruhe erklärt, dass er auch die beiden Frauen nach gewohnter Manier in die Mangel nehmen wird.
Direkt auf Video gedrehter Low-Budget-Slasher über einen Psychopathen, der hinter Krankenschwestern her ist und diese auf grauenvolle Weise verstümmelt. Leider krankt es bei dem Streifen aber nicht nur am Talent der Macher und zahlreicher Darsteller, sondern auch an einer funktionalen Geschichte. Diese ist ja inklusive haarstäubender Polizeiarbeit ziemlicher Müll und wie sich Janus Blythe in das Werk verirren konnte, kann ich mir auch nicht so recht erklären. „Spine“ ist dann auch uninspiriertes Filmgut aus den Achtzigern, dass es lediglich der ein- oder anderen herben Szene zu verdanken hat, dass sich überhaupt jemand dafür interessiert und verständlicherweise auch hierzulande nie zu einer Veröffentlichung gebracht hat. Lustig ist auch, dem Killer eine verspiegelte Sonnenbrille zu verpassen, in der dann ein paar Mal der Kameramann zu sehen ist und über das Finale hüllt man auch besser den Mantel des Schweigens. Die knapp 72 Minuten kann sicherlich besser um die Runden bringen und selbst Leute mit einem Faible für kleine Indie-Slasher werden hier eher auf eine Gedulds- und Belastbarkeitsprobe gestellt.
Evil in the Woods
Ein Junge borgt sich in einer städtischen Bücherei ein Buch namens „Evil in the Woods“ in der Kinderabteilung aus und während das Horror-begeisterte Kind die Geschichten des Buches verschlingt, macht sich ein Low-Budget-Film-Team auf den Weg um in den Wäldern der Gegend eben diese Geschichten über Bigfoot, Außerirdische und eine Hexe zu verfilmen, die schon seit Urzeiten die Gegend unsicher machen soll. Doch die Dreharbeiten zu dem Episoden-Horrorfilm der bunt zusammengewürfelten Truppe erweist sich als total chaotisch und das Team hat auch ständig nur Schabernack im Sinn, bis es dem Regisseur zu bunt wird und sich eines der Bedrohungs-Szenarien aus dem Buch auch als durchaus real erweist...
Man nehme drei Filme mit unterschiedlichen Handlungen und mixt diese nach Belieben und fertig ist das unpackbare Low-Budget-Genre-Werk, dass einem fassungslos zurück lässt. „Evil in the Woods“ hätte wohl so etwas wie eine Parodie auf gängige Backwood-Slasher werden sollen und irgendwie scheint hier aber doch gröber etwas in die Hose gegangen zu sein und ich bin mir ja nicht sicher, ob es an der späten Stunde und/oder am Alkohol gelegen hat, oder ob der Streifen wirklich so überhaupt keinen Sinn ergibt. Als Zuschauer kann man ja dem turbulenten Treiben mit seinen drei oder mehr Handlungsebenen ja nur fassungslos beiwohnen und einmal ist es ein Film über ein Filmteam, dann Film-im-Film und dann wieder eine Junge, der auf seinem Bett liegt und ein Buch liest. Zwischendurch schauen Aliens, Zwerge, Monster und der Bigfoot vorbei, nichts passt zum anderen und irgendwie ist dann alles so chaotisch, dass wohl niemand mehr weiß, worum es eigentlich noch geht. Ein filmisches Desaster sondergleichen und auch wenn „Evil in the Woods“ zumindest nicht langweilig ausgefallen ist, so stellt der Streifen in allen anderen Belangen selbst den aufgeschlossendsten Zuschauer ganz ordentlich auf die Probe.