Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Sadomania - Hölle der Lust

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„Sadomania“ ist selbst in der amerikanischen Langfassung für Franco-Verhältnisse ja wirklich ein überraschend kurzweiliges Vergnügen und wie die Vorgucker bereits geschrieben haben, sind dem ollen Jess wirklich ein paar nette Momente, insbesondere der Cat-Fight auf der Klippe vor dem malerischen Sonnenuntergang gelungen. Diese wechseln dann mit eher nicht so geschmackvollen Momenten, die aber in dem sleazigen Kontext so gar nicht schockierend wirken und dass die ganzen austauschbaren Blondinchen und das restliche, weibliche Ensemble auch ständig obenrum nackt herumlaufen führt nicht nur ständig zu Verwechslungen, sondern auf Dauer auch zu leichten Ermüdungserscheinungen und ich glaube, dass ich in knapp neunzig Minuten in keinem Werk so viele weiblichen Brüste am Stück gesehen habe. Ansonsten gibt es eine recht passable Geschichte mit den damals sehr beliebten Themen wie Frauengefängnis, Menschenhatz, Erektionsprobleme und Zwangsprostitution, eine wunderbare Ajita Wilson als sadistische Gefängnisdirektorin, eine ausgedehnte Sexszene mit Otto Retzer und Jess Franco in seiner wohl ungewöhnlichsten Rolle. Ich bin ja normalerweise kein allzu großer Franco-Fan, aber „Sadomania“ lässt sich überraschend gut gucken, bietet lustige Einfälle am laufenden Band und sollte Fans von Europloitation auch nicht enttäuschen.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Playgirls and the Vampire

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Der klapprige Reisebus einer eher erfolglosen Revue-Truppe landet eines Nachts aufgrund einer gesperrten Straße irgendwo im Nirgendwo. Als der Manager Lucas von einem Einheimischen erfährt, dass sich ganz in der Nähe ein Schloss befindet, beschließt er mit seinen fünf Mädchen und seinem Chauffeur trotz eindringlicher Warnungen den mysteriösen Ort aufzusuchen und um ein Quartier für die Nacht zu bitten. Der Schlossherr ist jedoch zuerst abweisend und erst als Gabor Kernassy die junge Vera erblickt, willigt er auf wundersame Weise ein und gewährt der Truppe unter der Bedingung Unterschlupf, dass diese nachts das Zimmer unter keinen Umständen verlassen. Am nächsten Tag liegt jedoch eines der Mädchen tot vor dem Schloss, die einzige Zufahrtsstraße ist gesperrt und als die Truppe gezwungen wird, noch eine Nacht im Schloss zu verbringen, nimmt das Grauen weiter seinen Lauf…

Schöner und kurzweiliger Gothic-Grusler nach klassischen Vampir-Motiven, der zwar insgesamt betrachtet nicht sonderlich spektakulär daherkommt, aber tatsächlich einer der ersten Horrorfilme aus italienischer Genre-Produktion darstellen dürfte und angesichts seines Entstehungsjahres auch überraschend freizügig daherkommt. Da wird trotz tödlicher Bedrohung fleißig gestrippt, die transparenten Oberteile ausgepackt und in einer ganz kurzen Szene ist sogar für einen Moment eine entblößte Brust zu sehen. Regisseur Piero Regnoli setzt seine fünf Revue-Girls stets sehr hübsch in Szene und auch die Geschichte über ein abgelegenes Schloss und ein dunkles Familiengeheimnis fand ich inklusive finaler Auflösung eigentlich auch sehr gelungen. Der Streifen ist unter dem Titel „Das Grauen auf Schloss Bantry“ ja vor Jahrzehnten in den deutschen Kinos gelaufen und es wäre wünschenswert, dass sich irgendjemand diesem vergessenen Streifen annimmt und auch hierzulande endlich in würdiger Qualität präsentiert. Die Ami-Scheibe unter dem Titel „The Playgirls and the Vampire“ sollte hingegen leicht zu bekommen sein und präsentiert den S/W-Streifen in englischer Sprache und solider Bildqualität und wer die Scheibe in die Finger bekommt, sollte sich diesen sympathischen, kleinen Vampir-Grusel-Erotik-Streifen auch keinesfalls entgehen lassen.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

The Strange Case of Dr. Jekyll and Miss Osbourne

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"The Strange Case of Dr. Jekyll & Miss Osbourne" ist wahrlich ein sehr seltsamer Film und beschreibt die nicht minder merkwürdigen Ereignisse einer schicksalhaften Nacht in einem geräumigen Londoner Herrenhaus, in dem eigentlich die Verlobung des aufstrebenden Wissenschaftlers Dr. Jekyll mit seiner hübschen Fanny stattfinden soll. Statt ausgelassener Partystimmung schleicht alsbald aber ein sexbesessener Mörder durch die weitläufigen Gänge des Hauses und ermordet die namhaften und gesellschaftlich angesehenen Gäste der Veranstaltung auf höchst brutale Weise. Aufgrund des Titels und der berühmten Vorlage kann man sich ja schon denken, wer hierfür verantwortlich ist und dennoch ist Walerian Borowczyk hier ein sehr spezieller Streifen gelungen, der auch mehr an einen fiebrigen Alptraum erinnert und mit einem sehr entrückten Szenario, wirren Orgelsoundtrack und einem tollen Cast aufwarten kann. Dabei ist der „Bloodlust“ auch sicherlich kein handelsüblicher Genre-Streifen für die Horrorgemeinde, sondern eher ein cineastischer Leckerbissen über triebhafte und bedingungslose Leidenschaft zu Mensch und Wissenschaft, in dem so etwas wie rationales Handeln nicht gefragt ist und der mit seiner sexualisierten Gewalt und bisweilen nicht so einfach nachzuvollziehenden Handlungen seiner Protagonisten im Gegensatz wohl auch nicht überall gut ankommen wird. Für mich zählt „Docteur Jekyll et les Femmes“ und die wunderbare Scheibe aus dem Hause Arrow aber jetzt schon zu den Entdeckungen des Jahres.

La Bete

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Nach „The Strange Case of Dr. Jekyll & Miss Osbourne” hatte ich gestern dann noch spontan Lust auf “La Bete”, an dem sich ja mittlerweile ja fast seit 40 Jahre die Geister ganz gehörig scheiden. Der 1975 entstandene Streifen ist ja irgendwo zwischen Erotik, Gesellschaftssatire, Autorenkino und Horror angesiedelt und schildert die einseitige Liebesgeschichte einer hübschen Frau aus reichem Hause, die mit ihrer Tante zu einer arrangierten Heirat in ein heruntergekommenes Schloss reist und dort bitter erkennen muss, dass ihr zukünftiger Ehemann nicht der liebende Ehemann ist, welchen sie eigentlich erwartet hat. In welche Richtung man die Handlung des Streifens mit seinen zahlreichen und ungewöhnlichen Momenten inklusive der berühmten Traumsequenz deuten möchte, ist aber ohnehin jedem Zuschauer selbst überlassen und ob erotisches Märchen für Erwachsene, Drama mit Horror-Motiven oder ein nicht nur aufgrund der titelgebenden Bestie bissiges Statement zu gesellschaftspolitischen Befindlichkeiten ist ja letztlich auch egal, wenn man sich darauf einigen kann, dass dieses Werk einfach in keine der gängigen Schubladen passt und das verdammt nochmal auch gut so ist.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Letztes Jahr in Marienbad

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jogiwan hat geschrieben:Großartiges, filmisches Rätsel von Filmemacher Alain Resnais, dass den Zuschauer nicht nur ratlos, sondern auch absolut fasziniert zurücklässt. Die Geschichte nimmt keine Rücksicht auf Raum und Zeit und ist vom ständigen Widerspruch zwischen Gesehenem und Gesprochenem geprägt. Man sieht verschiedene Momente und ist instinktiv irritiert, weil man weiß, dass etwas an den Bildern nicht stimmt oder nicht stimmen kann. Die Bilder sind dabei phänomenal, die Darsteller elegant und die Dialoge wunderbar hochgestochen. Ein besonderer Film für die besonderen Momente im Leben.
wenn endlosen Fluren endlose Flure folgen... Die gestrige Sichtung bestätigt die obigen Eindrücke erneut - ein eleganter und furchtbar hochgestochener Film, von dem man sich gerne berauschen und mitreißen lässt...
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Uhr des Grauens

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Ganz so schlecht wie mancher hier würde ich nicht über den Streifen urteilen und „Die Uhr des Grauens „ ist neben einem typischen Produkt seiner Entstehungszeit halt auch immer noch ein Fulci und bietet etwas Splatter und auch ein paar nette Momente, in denen Kreativität und Möglichkeiten vergangener Jahrzehnte aufblitzen. Die Geschichte ist hübsch gegen jegliche Logik gestrickt, aber durchaus originell und funktional und so wie der Streifen letzten Endes geworden ist, hätte er durchaus ein Teil der „Ghosthouse“-Serie werden können. Die Darsteller sind bis auf Al Cliver aber durch die Bank etwas überfordert und hätte man statt den kriminellen Knallchargen ein paar Sympathieträger genommen, aus „Die Uhr des Grauens“ hätte durchaus noch was Spannendes werden können. So kann man sich lediglich in Ruhe zurücklehnen und abwarten, welche Ideen, Schmoddermomente und Anschlussfehler das durchschnittliche Genre-Werk für den Zuschauer bereithält und darüber schmunzeln, das Gaspar Noe mit seinem „Die Zeit zerstört alles“ zumindest in diesem Fall etwas danebenliegt.

Die Exekution

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„Die Exekution“ bietet wohl alles, was man sich von einem derartigen Streifen erwartet und präsentiert toughe Frauen, böse Gangster und menschenverachtende Szenen am laufenden Band. Da werden Leutchen aus Hochhäusern befördert, Gegenspieler körperlich und seelisch gebrochen und am Ende haben drei gewaltbereite Vergewaltiger ihren Spaß mit einem Haufen Geiseln in einer überfallenen Bank. Dennoch wollte gestern der Funke nicht so wirklich überspringen und für ein Unterhaltungswerk aus der niederträchtigen Ecke waren mir die herben und teils recht gelungenen Momenten inklusive Verfolgungsjagden und Autostunts irgendwie zu willkürlich aneinandergereiht. Eine etwaige Geschichte ist nicht wirklich präsent und statt sich auf die Motivation der Figuren zu konzentrieren, werden lieber die Mädchen nackisch gezeigt. Das mag zwar typisch für derartige Filme sein, aber in dieser Kiste gibt es eindeutig bessere und spaßigere Vertreter als diese Nikkatsu-Nachzügler aus dem Jahre 1979. Wer es ein bisschen derber mag, wird mit „Die Exekution“ aber bestens bedient und irgendwann bekommt der Streifen auch sicher seine zweite Chance.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Sexandroid

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Französischer Episoden-Horror aus der Amateur-Horror-Sadomaso-Ecke: ein Voodoo-Priester sorgt mit schwarzer Magie dafür, dass sich eine junge Frau auf der Toilette eines Lokals sehr unwohl fühlt und die Putzfrau sicher keine Freude hat. In der zweiten Episode trifft sich eine weitere Frau in einem Keller mit einem finsteren und entstellten Gesellen um sich im gegenseitigen Zuführen von Schmerz zu berauschen und in der finalen Episode wird eine junge Frau von einem Vampir gebissen und als sie selbst zu einer Blutsaugerin mutiert, versucht sie mit sehr ungewöhnlichen Mitteln den Fürst der Dunkelheit für immer für sich zu gewinnen...

Der Franzose Michel Ricaud hat ja anscheinend in den Achtzigern eine Handvoll HC-Filme gedreht und hat mit seinem 1987 entstandenen „Sexandroide“ einen nahezu Dialog-losen Sex-Horrorstreifen aus der Amateur-Ecke geschaffen, der in drei Episoden inhaltlich sehr unterschiedliche Geschichten erzählt, die teils auch sehr herb um die Ecke biegen. In Episode 1 fällt eine junge Frau auf der Toilette eines Lokals bösen Voodoo-Zauber zum Opfer und das ist im Falle von Ricaud ein Job für alle Körperöffnungen und nichts für zartbesaitete Gemüter. Herzstück des Streifens ist Episode zwei, in der sich eine junge Frau und ein entstellter Geselle gegenseitig als Liebesbeweis foltern und dabei sehr kreativ zu Werke gehen. Dabei ist die Folter-Episode ungefähr so, wie ich mir „Guinea Pig“ vorstellen würde, wenn ich diesen jemals gesehen hätte und wartet mit teils sehr drastischen Effekten auf. Im Finale wird es dann aber wieder harmloser und ein Vampir tötet eine junge Frau, die anschließend eine ausgedehnten und ähm… erotischen Tanzeinlage zu Tina Turner-Cover-Songs ihrerseits das Interesse des Vampirs erweckt um im beispiellos dämlichen Finale den Zuschauer mit einem lahmen Schluss-Gag zu erheitern. Natürlich ist „Sexandroide“ mit seiner Mischung aus nackter Haut und Gewalt kein Film für die breite Masse oder ein Werk, den man gesehen haben müsste und der an das Grand Guignol-Theater vergangener Jahrzehnte erinnernde Werk ist nicht nur eine sechzigminütige Obskurität, sondern auch ein Amateur-Werk, dass sich ausschließlich an Leutchen interessiert, die sich für derartige Werke interessieren und das Ganze mit einem Augenzwinkern zu nehmen wissen.

Spine

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In Los Angeles ist ein Serienkiller unterwegs, der junge Krankenschwestern von der Arbeit weg verfolgt um diese dann in ihren Wohnungen zu fesseln und auf grausamste Weise zu ermorden. Die Polizei steht vor einem Rätsel und der Mörder ist den Beamten auch immer einen Schritt voraus. Als eines Tages die Kollegin von Carrie ermordet wird, gerät auch die alleinstehende Krankenschwester ins Visier des Mörders, die kurz zuvor Besuch von einer Freundin bekommen hat. Beide Frauen bekommen eines sonnigen Nachmittags Besuch von dem Killer, der sich auch als totaler Psychopath herausstellt und den beiden Frauen neben seinem bizarren Motiv auch mit einer Seelenruhe erklärt, dass er auch die beiden Frauen nach gewohnter Manier in die Mangel nehmen wird.

Direkt auf Video gedrehter Low-Budget-Slasher über einen Psychopathen, der hinter Krankenschwestern her ist und diese auf grauenvolle Weise verstümmelt. Leider krankt es bei dem Streifen aber nicht nur am Talent der Macher und zahlreicher Darsteller, sondern auch an einer funktionalen Geschichte. Diese ist ja inklusive haarstäubender Polizeiarbeit ziemlicher Müll und wie sich Janus Blythe in das Werk verirren konnte, kann ich mir auch nicht so recht erklären. „Spine“ ist dann auch uninspiriertes Filmgut aus den Achtzigern, dass es lediglich der ein- oder anderen herben Szene zu verdanken hat, dass sich überhaupt jemand dafür interessiert und verständlicherweise auch hierzulande nie zu einer Veröffentlichung gebracht hat. Lustig ist auch, dem Killer eine verspiegelte Sonnenbrille zu verpassen, in der dann ein paar Mal der Kameramann zu sehen ist und über das Finale hüllt man auch besser den Mantel des Schweigens. Die knapp 72 Minuten kann sicherlich besser um die Runden bringen und selbst Leute mit einem Faible für kleine Indie-Slasher werden hier eher auf eine Gedulds- und Belastbarkeitsprobe gestellt.

Evil in the Woods

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Ein Junge borgt sich in einer städtischen Bücherei ein Buch namens „Evil in the Woods“ in der Kinderabteilung aus und während das Horror-begeisterte Kind die Geschichten des Buches verschlingt, macht sich ein Low-Budget-Film-Team auf den Weg um in den Wäldern der Gegend eben diese Geschichten über Bigfoot, Außerirdische und eine Hexe zu verfilmen, die schon seit Urzeiten die Gegend unsicher machen soll. Doch die Dreharbeiten zu dem Episoden-Horrorfilm der bunt zusammengewürfelten Truppe erweist sich als total chaotisch und das Team hat auch ständig nur Schabernack im Sinn, bis es dem Regisseur zu bunt wird und sich eines der Bedrohungs-Szenarien aus dem Buch auch als durchaus real erweist...

Man nehme drei Filme mit unterschiedlichen Handlungen und mixt diese nach Belieben und fertig ist das unpackbare Low-Budget-Genre-Werk, dass einem fassungslos zurück lässt. „Evil in the Woods“ hätte wohl so etwas wie eine Parodie auf gängige Backwood-Slasher werden sollen und irgendwie scheint hier aber doch gröber etwas in die Hose gegangen zu sein und ich bin mir ja nicht sicher, ob es an der späten Stunde und/oder am Alkohol gelegen hat, oder ob der Streifen wirklich so überhaupt keinen Sinn ergibt. Als Zuschauer kann man ja dem turbulenten Treiben mit seinen drei oder mehr Handlungsebenen ja nur fassungslos beiwohnen und einmal ist es ein Film über ein Filmteam, dann Film-im-Film und dann wieder eine Junge, der auf seinem Bett liegt und ein Buch liest. Zwischendurch schauen Aliens, Zwerge, Monster und der Bigfoot vorbei, nichts passt zum anderen und irgendwie ist dann alles so chaotisch, dass wohl niemand mehr weiß, worum es eigentlich noch geht. Ein filmisches Desaster sondergleichen und auch wenn „Evil in the Woods“ zumindest nicht langweilig ausgefallen ist, so stellt der Streifen in allen anderen Belangen selbst den aufgeschlossendsten Zuschauer ganz ordentlich auf die Probe.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

What the peeper saw

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Diese Mischung aus Drama, Giallo und Paranoia-Thriller bietet wieder einmal ein typisches Szenario seiner Entstehungszeit mit überschaubaren Personen und begrenzten Handlungsort und eine junge Frau, die mit einem älteren Schriftsteller zusammen ist und durch die ungeplante Ankunft ihres Stiefsohnes an dem natürlichen Ableben ihrer Vorgängerin zu zweifeln beginnt. Der Streifen lässt sich dabei aber relativ viel Zeit und erzählt in eher unspektakulären Bildern eine Geschichte über Verdachtsmomente, aufkeimende Beziehungsprobleme und einem möglichen Mord, die bis zum Ende auch etwas vage bleibt. Ansonsten ist „Diabolisch“ aber sehr hübsch in Szene gesetzt und abgesehen von der anfänglich eher unspektakulären Erzählweise gibt es aber nicht viel zu meckern und am Ende zieht der Streifen ja ohnehin noch an. Die amerikanische Blu-Ray-Disc von VCI ist leider entgegen vorheriger Ankündigung nur Code A und bietet den interessanten Streifen in schwankender Qualität, was daran liegt, dass für die US-Auswertung einiges an Nudity entfernt wurde und wohl auch aufgrund unterschiedlicher Schnittfassungen versucht wurde, den Film in eine etwas andere Richtung zu drücken. Anscheinend fehlen ja aber auch in dieser als „uncut & uncensored“ angekündigten Fassung kleinere Szenen, die jedoch sicherlich zu verschmerzen sind und in einer besseren und vollständigeren Qualität wird man den Streifen wohl auch nicht so schnell zu Gesicht bekommen.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Sexy Beast

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Mit „Sexy Beast“ hat Ex-Werbefilmer Jonathan Glazer schon einen seltsamen, aber interessanten Film geschaffen und verknüpft sommerliche Bilder eines Tourismus-Videos und Tarantino-Coolness mit einer Geschichte über Profi-Gangster und sonstige Psychopathen. Irgendwie hätte ich mir aufgrund der Inhaltsangabe aber doch einen komplett anderen Film erwartet und so bösartig oder witzig, wie auf der Hülle angekündigt fand ich den gar nicht. Viel mehr entsteht die Faszination an dem Streifen daraus, dass Glazer seine Geschichte völlig wertungsfrei erzählt und sehr unterschiedlichen Personen und Welten aufeinandertreffen lässt und man als Zuschauer die Spannung zwischen den unterschiedlichen Polen spürt und nur noch darauf wartet, wann denn nun der unvermeidliche Ausbruch der Gewalt passiert. Aber auch hier bedient Glazer bewusst keine Zuschauererwartungen und irgendwie kommt auch immer alles anders als erwartet und auch wenn sich Glazer zwischen alle Stühle setzt ist „Sexy Beast“ doch eine hübsch gefilmte Sache, die man sich nicht entgehen lassen sollte.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Höhere Gewalt

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„Höhere Gewalt“ ist ein eigentlich bitterböser und augenscheinlich sehr kontroverser Streifen über Rollenbilder und wie sie uns im täglichen Leben unbewusst beeinflussen. Ruben Östlund erzählt die Geschichte einer hippen, jungen Familie im Ski-Urlaub in einem französischen Luxus-Resort, die während des Mittagessens durch den kontrollierten Abgang einer Lawine dennoch einen großen Schock erlebt, als sich diese mit scheinbar tödlicher Wucht auf die Terrasse zubewegt. Doch während die Mutter instinktiv an die Kinder denkt und diese beschützen möchte, ergreift der Mann sein Iphone und die Flucht. Obwohl die Katastrophe ausbleibt, nagt das Geschehene an der Mutter und später auch am Vater, der sich durch vermeintlich falsche Wahrnehmung und Schuldzuweisungen seiner Frau immer mehr in die Ecke gedrängt fühlt und das eingangs gezeigte Familien-Idyll zeigt Bruchstellen. „Höhere Gewalt“ erzählt seine Geschichte dabei in ruhigen und schönen Bildern, überlässt dem Publikum eine Wertung und ist aber auch ein Streifen, der geschlechterspezifisch komplett unterschiedlich aufgenommen wird. Das männliche Publikum ist ja nicht sehr begeistert und das ist wenig verwunderlich, da mir persönlich kein Film bekannt ist, in dem Männer und ihr aufgeplustertes Alphamännchen-Gehabe durch die Hintertür so derart einen vor den Latz geknallt bekommen, während auch nicht klar ist, ob die Frau nicht einfach nur überreagiert und jedes Wort ihres Mannes noch zusätzlich in die Waagschale legt. Und auch wenn die Wahrheit vermutlich irgendwo in der Mitte liegt und „Höhere Gewalt“ keine Antwort bietet, ist Ruben Östlund ein ganz großartiger Streifen gelungen, der auch sehr empfindlich den Nerv seiner Zeit trifft.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Die schwarze Nymphomanin 1

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„Die schwarze Nymphomanin“ präsentiert Ajita Wilson als investigative Journalistin auf der Spur ominöser Sexpartys, die dummerweise immer dann unkontrollierbare Geilheitsanfälle erleidet, wenn sie eine bestimmte Musik hört. Aber da in Paris, der Stadt der Liebe, ohnehin jeder ständig pimpern möchte, stellt sich das wider Erwarten als gar nicht mal so großes Problem heraus und ehe sie sich versieht ist die dunkle Schönheit durch alle Betten auf dem Weg zur großen Titelgeschichte für ihr Boulevardblättchen. Wegen der Story muss man Guido „Der Würger kommt auf leisen Sohlen“ Zurlis Sexploitation-Streifen wohl auch nicht gucken und Anspruch und Erotik geht auch definitiv anders, aber abgesehen von Ajitas teilweise sehr schlechtem Männergeschmack und der holprig zusammengebrachten Handlung aus Kindheitstrauma und Aufdecker-Journalismus im Fahrwasser von „Emmanuelle“ und „Deep Throat“ ist die ganze Sache ein ansonsten eher harmloses Vergnügen mit sehr viel nackter Haut, theatralischem Gefummel, Lesbeleien und ein paar flotten Sprüchen, der aber stets rasch heruntergekurbelt und etwas uninspiriert wirkt. Zum Glück ist die ganze Sache aber auch voll und ganz auf Ajita Wilson zugeschnitten, die in dem Streifen zum gelungenen Soundtrack auch stets eine gute Figur abgibt und so lässt sich der Streifen dann für Cine-Ferkel auch ohne sonstige oder nennenswerte Höhepunkte ganz gut gucken.
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