Seite 148 von 454

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Mo 13. Apr 2015, 19:53
von jogiwan
Chihiros Reise ins Zauberland

Bild

Wunderbarer Anime von Hayao Miyazaki über ein junges Mädchen namens Chihiro, die mit ihren Eltern aufs Land zieht und sich unvermittelt in einer Welt zurechtfinden muss, in der es von bizarren Wesen und Geistern nur so wimmelt. Dabei vermeidet die spannende Geschichte über Freundschaft und Selbstfindung wie bei Miyazaki üblich jegliche Schwarz-Weiß-Malerei und hat auch eine ökologische Botschaft. Der farbenfrohe und mit Handlung vollgestopfte Streifen erschlägt den Zuschauer förmlich mit seiner Fülle an Ideen und die knapp zwei Stunden vergehen auch wie im Flug, während man Zeuge wird, wie die schüchterne und ängstliche Chihiro ohne Berührungsängste mutig ihren Weg geht. Besser kann man einen Kind-gerechten Anime wohl auch nicht machen und Miyazakis Streifen ist auch einer dieser Filme, die man sich immer wieder anschauen kann, ohne dass dabei auch nur eine Sekunde Langweile aufkommt. Auch wenn ich persönlich aber „Prinzessin Mononoke“ für seinen besten Film halte, kommt „Chihiros Reise ins Zauberland“ aber dann gleich an zweiter Stelle.

Bild

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Di 14. Apr 2015, 20:36
von jogiwan
Sleepaway Camp

Bild

Die eher verhaltenen Meinungen kann ich ja nach Sichtung der schönen neuen DVD/BR-Combo von „Shout Factory“ ja nicht ganz nachvollziehen und „Sleepaway Camp“ sticht ja in vielerlei Hinsicht aus dem üblichen Teenie-Slasher-Einheitsbrei heraus. So sind in diesem Streifen keine auf jugendlich getrimmten Erwachsenen, sondern richtige Teenager zu sehen und auch die Story mit „Coming-of-Age“-Thematik und mit seiner unerwarteten Auflösung (die natürlich nicht verraten wird) würde man sich wohl nicht unbedingt in einem derartigen Streifen erwarten. Die Effekte sind teils recht herb, das Camp-Feeling authentisch und weil das alles noch nicht reicht, gibt es die volle Dröhnung Achtziger-Klamotten, dass es nur so kracht. Anscheinend sind ja alle deutschen Scheiben inklusive Synchro für die Tonne, aber die neue US-Scheibe präsentiert das „Sleepaway Camp“ ungekürzt und in wunderbarer Bildqualität und hat auch noch ein unterhaltsames Feature an Bord, bei dem sich die Beteiligten auf humorvolle Weise an die Dreharbeiten erinnern und die ein- oder andere Anekdote verraten. Alles in allem ein weithin eher unterschätztes Werk, dass seine schlechten Stimmen wie wohl auch andere Werke wie „The Prowler“ hauptsächlich seinen deutschen Schrott-VÖs zu verdanken hat.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Mi 15. Apr 2015, 18:54
von jogiwan
Das Unheimliche

Bild

Mäßig spannender, aber nicht uninteressanter Episoden-Grusler gleichermaßen für Katzenfreunde und –feinde (sollte es derartiges überhaupt geben) mit Peter Cushing in der Rahmenhandlung als investigativer Buchautor und allerlei andere, bekannte Gesichter als Katzenfutter wider Willen. Die drei Geschichten sind jetzt aber leider nicht allzu prickelnd, erinnern an die Kurzgeschichten von Edgar Allen Poe und irgendwie hatte ich gestern ständig das Gefühl, die ganze Sache schon irgendwo an anderer Stelle gesehen zu haben. In der ersten Geschichte rächen eine Schar Katzen einen Mord aus Habgier, in der zweiten ist eine jugendliche Hexe am Werk, während im dritten Teil ein Kätzchen für turbulente Dreharbeiten sorgt. Ansonsten ist „Das Unheimliche“ aber recht passable und durchschnittliche Genre-Ware ohne Höhen und Tiefen, der auch die eher kostengünstige und nachträglich angefertigte deutsche Synchro nicht viel anhaben kann.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Do 16. Apr 2015, 20:18
von jogiwan
Nausicaä aus dem Tal der Winde

Bild

Gestern wieder geguckt und "Nausicaä" ist in der Liga der Lieblingsfilme schon ganz weit vorne. Miyazaki kreiert hier eine Welt am Abgrund, die den Zuschauer sofort gefangen nimmt und präsentiert eine mutige Prinzessin aus einem Tal der Winde, die es neben Mythologie mit Umweltzerstörung und sonstigen Bedrohungsszenarien zu tun bekommt. Dabei setzt "Nausicaä aus dem Tal der Winde" neben seiner retrofuturistischen Mittelalter-Sci-Fi-Optik auf Tempo und lässt dem Zuschauer auch bis zum packenden Finale wenig Zeit zum Durchatmen. Interessant und zugleich traurig auch die westliche VÖ-Geschichte des Films, der seinerzeit auf Kinderunterhaltung getrimmt wurde und über 20 Minuten herausgeschnitten wurde und erst im Jahr 2005 (!) also knapp 20 Jahre nach Entstehung ungekürzt veröffentlicht wurden. Wer Anime und insbesondere die Werke von Hayao Miyazaki mag, die auf ein etwas älteres Publikum zugeschnitten sind, kommt an diesem Streifen aber ohnehin nicht vorbei und mittlerweile würde ich sogar die Höchstnote ziehen.

Das Schloss im Himmel

Bild

Auch hier wieder ein wunderbarer und stimmiger Streifen von Hayao Miyazaki mit kindgerechter Aufbereitung schwieriger Themen, die jedoch dank seiner optimistischen Hauptfiguren und etwas Humor aufgelockert werden. Die Legende über eine hoch entwickelte und dennoch untergegangene Zivilisation und einer Horde machtgieriger Menschen, die hinter den magischen Errungenschaften her sind, ist jedenfalls gewohnt sehr packend inszeniert und kurzweilig präsentiert. Technisch gibt es ebenfalls nichts zu meckern und was vielleicht an Detail-Freude hier noch fehlt, wird mit der Geschichte wieder wett gemacht. Vollkommen zu recht ein Klassiker des Genres und selbst wenn das Finale vielleicht nicht ganz so packend wie in anderen Miyazaki-Filmen ausgefallen ist und es der Streifen nicht in meine persönliche Ghibli-Top3 schaffen würde, kann man auch hier durchaus schon wieder von einem Meisterwerk sprechen.

Bild

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Sa 18. Apr 2015, 19:54
von jogiwan
Coherence

Bild

Hochinteressanter Streifen über das Gedankenexperiment von „Schrödingers Katze“ bzw. einer Gruppe von acht Leuten, die durch ein Himmelsphänomen einen – sagen wir – ähm... spannenden Abend erlebt. Mehr mag ich über den Streifen an dieser Stelle dann auch gar nicht verraten. „Coherence“ ist wirklich sehr originell und die Gehirnwindungen kräuseln sich im Verlauf des unvorhersehbaren Streifens ja ganz ordentlich. Erinnert mit seiner eigentlich sehr unspektakulären Indie-Machart auch etwas an den spanischen „Timecrimes“ der ja auch ein Lieblingsfilm von mir ist. Wer schräge Filme mag ist hier an der richtigen Adresse. Angucken!

Porco Rosso

Bild

Der draufgängerische und italienische Pilot Marco „Porco“ Rossi ist ein Kopfgeldjäger, der nach Ende des ersten Weltkriegs mit einer Art Zauber belegt wurde, dass sein menschliches Antlitz in einen Schweinekopf verwandelt hat. Mit seinem klapprigen und knallroten Wasserflugzeug macht er als Kopfgeldjäger Jagd auf Piraten und lebt in seinem abgeschiedenen Versteck und dem weithin bekannten Etablissement der Barbesitzerin Gina seine Art des „Dolce Vitas“. Als die Piraten eines Tages einen skrupellosen amerikanischen Piloten anheuern, der Marco im Zweikampf besiegen soll, wird seine Ruhe jedoch empfindlich gestört und als „Pòrco Rósso“ tatsächlich vom Himmel geholt wird, hat Marco alle Hände voll zu tun, um sein Leben wieder in ruhigere Bahnen zu lenken.

„Pòrco Rósso“ ist neben „Kikis kleiner Lieferservice“ ja die beiden Filme von Hayao Miyazaki, die mich bei der Erstsichtung am wenigsten Eindruck hinterlassen haben. Das liegt aber eher an der übermächtigen Konkurrenz seiner Produktionen, als an der Qualität des Streifens. „Pòrco Rósso“ erinnert ja mit seinem Setting, politischen und gesellschaftlichen Bezügen ja auch mehr an einen italienischen Abenteuerfilm mit waghalsigen Piloten aus vergangenen Jahrzehnten, als die üblichen Studio-Ghibli Werke über kämpfende Prinzessinnen und magische Welten. Trotzdem hat sich Miyazaki nicht nehmen lassen, auch diesem Streifen eine Portion Magie zu verpassen und verzaubert den Zuschauer mit einer kurzweiligen Geschichte über Piloten, Luftkämpfe, Schuld und einer aufkeimenden Liebesgeschichte. Im Grunde inklusive dem japanischen Produktionshintergrund aber schon alles sehr widersprüchlich und trotzdem kommt in „Pòrco Rósso“ alles harmonisch zusammen und überrascht den Zuschauer als eine Art Hommage an das italienische Kino mit einer ungewöhnlichen und schönen Geschichte, die gänzlich aus der Zeit gefallen scheint.

Bild

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: So 19. Apr 2015, 19:08
von jogiwan
The Refrigerator

Bild

Halblustiger Horrorstreifen über einen alten Vintage-Kühlschrank, der die Mieter einer teilmöblierten Wohnung in einem heruntergekommenen Viertel in New York terrorisiert. Der Streifen soll mit seinem ungewöhnlichen Bedrohungsszenario wohl derartige Filme auf die Schippe nehmen und scheitert aber daran, dass er als Horrorfilm zwar zu lächerlich, aber als Satire zu wenig witzig ist. Die mühsam gestreckte Handlung taut so langsam vor sich hin und zwischen Traumsequenzen und Alltagshorror verschwindet ab und an mal jemand im Kühlschrank, die sich gleich am Anfang als Pforte zur Hölle entpuppt. Die Geschichte ist dabei leider ziemlich lahm, die Inszenierung lieblos und kostengünstig und verzettelt sich in hundert Nebensächlichkeiten und selbst die sympathische Hauptdarstellerin und das turbulente Ende können da nicht mehr viel retten. „The Refrigerator“ würde sich wohl auch in der „Trash-Collection“ ganz gut machen, aber irgendwie hätte man aus all dem doch auch etwas weitaus unterhaltsameres zaubern können, als diesen kleinen und auch ziemlich höhepunktslosen Schnarcher.

Revolver

Bild

Zu dem Streifen wurde eigentlich schon alles gesagt: ein richtiger Italo-Kracher vor dem Herrn und Reed dreht hier auch mächtig auf und muss sich als rechtschaffener Gefängnisdirektor zwangsweise mit dem Kleinganoven Ruiz verbünden um an die Hintermänner einer mysteriösen Erpressung zu kommen, die auch immer weitere Kreise zieht. Dabei startet „Revolver“ noch eher harmlos und lässt den Zuschauer über die Hintergründe auch weitgehend im Dunkeln um dann aber so richtig aufs Gas zu steigen, so dass man als Zuschauer bis zum packenden Finale auch kaum noch zum Durchatmen kommt. Dabei nimmt Sollima auch so alles mit, was das Genre hergibt und auch der Soundtrack von Morricone ist wieder einmal über alles erhaben. Ein absolutes Highlight, bei dem es rein gar nichts zu meckern gibt.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Mo 20. Apr 2015, 20:10
von jogiwan
Das wandelnde Schloss

Bild

„Das wandelnde Schloss“ ist wohl mit einer Art „Best-of“ der vorangegangenen Filme von Hayao Miyazaki am besten beschrieben und wenn man im Vorfeld bereits Werke wie „Chihiro“ und „Das Schloss im Himmel“ gesehen hat, ist der 2004 entstandene Streifen ja trotz schöner Bilder inhaltlich ja nicht gerade sonderlich überraschend. Die Geschichte ist typisch für seinen Regisseur und stellt mit der introvertierten Sophie, die sich durch einen Fluch im Körper einer Neunzigjährigen wiederfindet, eine ungewöhnliche Protagonistin als Mittelpunkt in eine Welt voll Magier, Hexen und Flüche und garniert das Ganze mit weiteren skurrilen Figuren, ehe sich am Ende alles etwas zu sehr in Wohlgefallen auflöst. Abermals kämpft der Streifen mit der übermächtigen Konkurrenz aus dem eigenen Haus und landet im oberen Mittelfeld und obwohl ständig etwas passiert, machen sich im Mittelfeld auch ein paar Längen bemerkbar. Alles in allem ein schöner, aber auch kein herausragender Anime.

Bild

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Mi 22. Apr 2015, 18:50
von jogiwan
Klauen des Todes (The Outing)

Bild

Nach dem Tod einer exzentrischen Dame, die bei einem Überfall ermordet wurde, landet eine mysteriöse Lampe und anderes Inventar im örtlichen Museum, wo diese näher untersucht werden sollen. Als Alex, die Tochter des Direktors zwischen den Sachen ein Armband entdeckt und dieses ansteckt, weckt sie jedoch auch einen Dämon in der Flasche, der wenig später von ihr Besitz ergreift und wenig später auch im Museum für den ersten Toten sorgt. Unter dem Einfluss des Dämons überredet sie ihre Klassenkameraden nach einem gemeinschaftlichen Ausflug die Nacht unerlaubterweise im Museum ihres Vaters zu verbringen und während die Jugendlichen im Keller des geräumigen Museums eine kleine Party feiern, erwacht auch der Dämon zu neuem Leben und beginnt, die ahnungslosen Jugendlichen der Reihe nach zu dezimieren…

Durchschnittlicher Horrorstreifen aus US-Produktion über einen bösen Geist in und aus der Flasche, der eigentlich ganz gut guckbar ist und auch ein paar nette Effekte zu bieten hat. Zwar braucht „The Outing“ durchaus etwas länger bis er einmal in Fahrt kommt, aber im letzten Dritten geht es dann durchaus zur Sache. Die Geschichte ist dabei eher zu vernachlässigen und bietet das übliche Figurenkarussell von der sympathischen Schülerin über den verständnisvollen, aber ahnungslosen Daddy bis hin zum High-School-Bully, der ebenfalls eine deftige Lektion erhält. Alles recht okay in Szene gesetzt und auch die Effekte, die in der deutschen Fassung allesamt rausgekürzt wurden und der grimmige Geist aus der Flasche, können sich durchaus sehen lassen. Die US-Fassung von Shout-Factory ist teils leider etwas dunkel geraten, von durchschnittlicher Bildqualität und auch die eher unwichtigen Dialoge lassen sich nicht immer gut verstehen. Unterm Strich ist „The Outing“ aber schon eine unterhaltsame Sache und wer Horror aus dieser Entstehungszeit inklusive den üblichen Knallchargen so wie ich mag, wird mit „Den Klauen des Todes“ auch sicherlich gut bedient.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Sa 25. Apr 2015, 18:53
von jogiwan
Mein Nachbar Tortoro

Bild

Gestern gleich nochmals im Rahmen meiner Hayao Miyazaki-Retrospektive gesichtet und „Mein Nachbar Totoro“ ist einfach ein wunderbares Werk über einen abenteuerlichen Sommer auf dem Lande, kindliche Fantasie und zwei Kinder, die in einer schwierigen Zeit immer wieder Hilfe von unerwarteter Seite bekommen, wenn Traurigkeit, Einsamkeit oder Langeweile droht. Ob der große Totoro aus einem Kinderbuch entsprungen ist, oder tatsächlich existiert ist dabei unerheblich und Miyazaki trennt seine Geschichte auch nicht wie üblich in „real“ oder „fantastisch“ sondern erzählt sie in einem Fluss und gänzlich aus der Sichtweise der beiden Kinder. Ein wunderbarer Film mit noch wunderbareren Figuren, der mit jeder Sichtung wächst und den man auch nur voll und ganz in sein Herz schließen kann.

Das Schloss des Cagliostro

Bild

Ich muss ja ehrlich gestehen, dass mir die Figur des Meisterdiebes Lupin III ja nicht so wirklich bekannt war, auch wenn die Serie und das Manga anscheinend ja sehr beliebt ist und es neben daneben auch ein paar Kinofilme gibt. Im Jahr 1979 realisiert Hayao Miyazaki mit „Das Schloss des Cagliostro“ einen sehr kurzweiligen Streifen irgendwo zwischen „Danger: Diabolik“ und „Inspektor Gadget“, der ursprünglich für den deutschen Markt wieder einmal grob gekürzt und unter dem Titel „Hardyman räumt auf“ (?) veröffentlicht wurde. Die ungekürzte Originalfassung ist da aber die bessere Wahl und präsentiert eine turbulente und unterhaltsame Geschichte für kleine und große Kinder, die augenzwinkernd um die Ecke biegt. Der Meisterdieb ist ja ein grundsympathischer Geselle mit dem Herz am rechten Fleck, dem auch noch die Frauen zu Füßen liegen und der auch in der aussichtslosesten Situation nicht seinen Mut, Coolness und Humor verliert und so auch durch die haarsträubendsten Abenteuer stolpert. Zeichnerisch lassen sich auch schon viele Dinge ausmachen, die Jahre später zu den Trademarks des Regisseurs werden sollten und irgendwie tut es mir jetzt im Nachhinein leid, dass ich die DVD so lange ungesichtet herumliegen hab lassen. Turbulenter Anime der rockt und Spaß macht und dem sein Enstehungsjahr auch überhaupt nicht anzusehen und anzumerken ist.

Clement

Bild

anstregend zu guckender und ziemlich fragwürdiger Arthouse-Murks im Dogma95-Stil über die Beziehung einer Mittdreißigerin zu einem Dreizehnjährigen.

Interstellar

Bild

In einer nahen Zukunft ist durch Nahrungsmittelknappheit und Sandstürme das Ende der Erde besiegelt und nur noch sehr wenigen Generationen scheint das Überleben gesichert. Durch ein seltsames Phänomen auf seiner Farm kommt Ex-NASA-Pilot Cooper mit seiner Tochter Murphy auf die Spur von Wissenschaftlern auf einer geheimen Basis, die in einem letzten Versuch und der Durchquerung eines Wurmlochs im All eine neue Bleibestätte für die verbliebenen Erdenbewohner suchen wollen. Als Cooper als erfahrener Weltraumpilot das Angebot bekommt, an der Mission zur Rettung der Welt teilzunehmen willigt Cooper ein, obwohl er weiß, dass er dafür auch seine Familie für immer verlassen muss und vermutlich niemals zurückkehren wird…

Eigentlich ganz großartiger Streifen von Christopher Nolan im Stil philosophischer Sci-Fi-Filme vergangener Jahrzehnte über einen Piloten, der für die Rettung der Welt seine Familie zurücklassen muss. Dabei beginnt der Streifen überraschend ruhig, bodenständig und unaufgeregt und statt Technik und CGI-Event-Origien liegt der Focus eher dem bewegten Seelenleben des Ex-Piloten, der für den positiven Abschluss seiner Mission auch einen hohen Preis zahlen muss. Die Geschichte wird nach rund 50 Minuten auch zunehmend wilder und am Ende runzeln sich die Gehirnwindungen ganz schön, auch wenn Nolan es vermeidet den Zuschauer mit zu viel Technik, Quantenphysik oder unnötigen Handlungssträngen zu belasten. Funktionale Action-Sequenzen passieren beiläufig und aus der Geschichte heraus und selbst die spektakulärsten Bilder lenken nie von der Tatsache ab, dass hier eine großartige und dramatische Geschichte mit einem wunderbaren Ensemble erzählt wird. Hier passt dann eigentlich auch jede Sekunde und mit „Interstellar“ hat Nolan auch eine Art Gegenentwurf zum gängigen, aufgeblasenen und inhaltsleeren „Blockbuster-Event-Kino“ geschaffen, der auch gar kein Dauerfeuer oder CGI-Eventorgien notwendig hat um den Zuschauer 169 Minuten angespannt in den Sessel zu drücken und begeistert zurückzulassen.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: So 26. Apr 2015, 19:02
von jogiwan
Tanz der Hexen - Teil 2

Bild

In den Staaten gedrehter Horror-Streifen aus italienischer Produtkion der aufgrund seiner Thematik und Entstehungsjahr auch genauso gut in die „Ghosthouse“-Serie gepasst hätte. Hier geht’s aber um eine Hexe bzw. ein kleines Mädchen das Unglück über eine Gruppe knallchargiger Jugendlicher bringt. Dabei geht es hier überraschend splattrig zu Sache und Axt und Motorsäge wird ja nicht nur einmal ausgepackt. Alles sehr solide gemacht krankt das Werk aber etwas an seiner Geschichte, die aus sehr bekannten Versatzstücken zusammengeschraubt wurde und irgendwie hat man alles in „Tanz der Hexen – Teil 2“ schon an anderer Stelle gesehen. Wer mit den „Ghosthouse“-Filmen schon nichts anfangen konnte, sollte daher auch um „Streghe“ eher einen Bogen machen, aber wer italienischen Filmen aus dieser Epoche aufgeschlossen ist, bekommt einen durchschnittlichen und natürlich indizierten Italo-Horrorstreifen ohne allzu viele Durchhänger präsentiert, der auch mit ein paar herben Momenten garniert ist.

Die Bestie aus dem Weltraum

Bild

Ein unfassbarer Film und objektiv betrachtet bleibt nach Punkteabzug ja für eine etwaige Wertung nicht mehr viel übrig. Die Geschichte ist ein Murks, die Settings ein billiger Witz und statt etwaigen Sci-Fi-Feeling wird durch neblige Birkenwälder gestampft und ständig gefummelt und gekeucht. Subjektiv betrachtet aber natürlich ein großer Spaß für aufgeschlossene Menschen mit Humor, die im richtigen Moment auch ein Glas Uranus-Milch und einen guten Fick zu schätzen wissen. Hier rappelt es ganz ordentlich in der Kiste und neben einem entrückten Ambiente und eine Alibi-Geschichte über ein ominöses Metall kommt man bei Alfonso Brescias interplanetarischen Wundertüte aus dem Staunen ja ohnehin nicht heraus und wer die kopulierenden Pferde übersteht, wird spätestens bei den Laserschwertern seinem Meister begegnen. Ein lustiger Film mit dem Prädikat: besonders unpackbar!