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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Mi 1. Apr 2015, 19:33
von jogiwan
The Dark Half

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„Stark – The Dark Half“ zählt zwar meines Erachtens nicht unbedingt zu den besten Büchern von Stephen King, aber die Verfilmung von George A. Romero kann sich durchaus sehen lassen. Zwar ist der Horrorstreifen aus dem Jahr 1993 mit knapp zwei Stunden Laufzeit etwas zu lange ausgefallen und braucht imho etwas zu lange, bis alles in Fahrt kommt, aber der Rest ist durchaus okay. Auffallend bei dem Werk ist aber auch seine zynische Brutalität, die wohl auch dafür sorgt, dass der Streifen seit seinem Erscheinen nicht überall so wirklich gut ankommt und oftmals negativ wahrgenommen wird. Romero macht auch weniger auf Party-Horror und schafft auch eher eine düster-bedrohliche Stimmung und sabotiert auch bewusst etwas die Erwartungshaltung des Genre-Publikums. Technisch und darstellerisch gibt es aber nicht viel zu meckern und auch wenn man über Timothy Hutton in seiner Doppelrolle als Schriftsteller und seinem gewaltbereiten Alter Ego durchaus geteilter Meinung sein kann, ist „The Dark Half“ sicherlich kein schlechter Streifen, dem zwanzig Minuten weniger aber trotzdem nicht geschadet hätten.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Do 2. Apr 2015, 18:03
von jogiwan
Apex

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demnächst mehr!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Fr 3. Apr 2015, 19:45
von jogiwan
Birth

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Ungewöhnliches Werk von Jonathan „Under the Skin“ Glazer, das gleich in mehrerer Hinsicht aus dem Rahmen fällt und auf den Zuschauer irritierend wirkt. Der wunderbar-elegante Look und das hochkarätige Ensemble erinnert eher an Arthouse-Dramen vergangener Jahrzehnte und auch die klassische Musikuntermalung und die noblen Settings an der Upper-East-Side und dem menschenleeren und winterlichen Central Park in New York lassen „Birth“ wie aus der Zeit gefallen wirken. Gleichzeit ist der Inhalt aber sehr abstrakt, die Atmosphäre unheimlich und auch die Figuren erscheinen seltsam distanziert, verzweifelt und emotional erkaltet. Die Geschichte wird dabei eher unaufgeregt erzählt und der Streifen ist statt Mystery und Thriller auch eher ein großartiges und unkonventionelles Drama über Verlust, Trauer und einer großen Liebe, die durch das Auftauchen des Jungen wieder neu entflammt. Glazers Streifen ist dann auch kein herkömmlicher Genre-Film und wird dem Grusel-Freund mit seinen minutenlangen Einstellungen von Gesichtern und seiner schwelgerischen Kamerafahrten auch zu langweilig und im Finale zu unentschlossen erscheinen und dennoch ist dem Regie-Exzentriker ein Streifen voll entrückter Schönheit gelungen, in den man nur allzu gerne eintauchen mag.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: So 5. Apr 2015, 18:20
von jogiwan
The Happiness of the Katakuris

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In „The Happiness oft he Katakuris“ kommt ja zusammen, was eigentlich nicht zusammengehört und herausgekommen ist ein Streifen, der sicherlich zu den sonderbarsten Angelegenheiten der Filmgeschichte gehört. In Verlauf der turbulenten Geschichte über eine Pension mit schrägen Besitzern und noch schrägeren Gästen wechseln Musikeinlagen, tanzende Zombies, Stop-Motion-Einlagen und statt dem ernsten und brutalen Grundton vieler seine Filme, ist hier trotz vereinzelt blutiger Momente eher Witz und Satire angesagt. Eigentlich würde ich das auch alles sehr gut finden wollen, aber irgendwie wirkt Streifen nicht sonderlich homogen und die Musik-Nummern lahm und im größtmöglich abgedrehten Verlauf werden immer noch groteskere Momente dran gepackt, ohne zu achten, ob die ganze Sause überhaupt noch irgendwie stimmig erscheint. Ist es dann auch nicht wirklich und Miike verzettelt sich in der episodenhaften Geschichte mit zu langer Laufzeit auch ganz ordentlich. „The Happiness oft he Katakuris“ ist auch sicher eine außergewöhnliche Angelegenheit und Fingerübung eines vielseitigen Regisseurs, aber trotz Skurrilität und vereinzelt genialer Momente auch weit davon entfernt ein durchgehend gelungener Film zu sein.

Das Gesetz der Begierde

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Einer meiner absoluten Lieblinge im Schaffen des spanischen Regisseurs, der hier einen Streifen über Liebe, Lust und Leidenschaften abliefert, der für damalige Verhältnisse im katholischen Spanien der Achtziger auch sehr provokant um die Ecke biegt. Almodovar erzählt in bunten Bildern die Geschichte eines getriebenen Regisseurs und dessen transsexueller Schwester, der es mit einem jungen Stalker zu tun bekommt, der später auch für seine fanatische Liebe morden wird. Dabei geht es um offen gelebte Sexualität, Drogen und destruktive Liebschaften und trotz seiner tragischen Figuren und Entwicklungen ist „Gesetz der Begierde“ aber ein optimistischer und überraschend freizügiger Film, der seine Protagonisten trotz ihrer Schwächen ernst und mit seiner Vielschichtigkeit und Emotionalität alles vorweg nimmt, was die Streifen des spanischen Regisseurs später noch so besonders machen sollten. Mit einem Wort: großartig!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Mo 6. Apr 2015, 18:52
von jogiwan
Sitcom

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jogiwan hat geschrieben:Herrlich! Francois Ozons Breitseite gegen die Spießigkeit in der technischen Form einer Sitcom. Die Geschichte ist natürlich hübsch extrem und scheut auch vor diversen Geschmacklosigkeiten nicht zurück. Nach dem biederen Anfang tun sich auf einmal Abgründe auf, dass man aus dem Staunen nicht mehr rauskommt und das Ende ist sowieso over the top! Könnte irgendwie auch von Pedro Almodovar sein, obwohl man schon merkt, dass hier noch ein junger Regisseur am Werk ist, der Spass daran hat, verschiedenste Dinge auszuprobieren und anzutesten. Herausgekommen ist eine bitterbös-schwarze Komödie, die sicherlich nicht jeden gefallen wird. Spaßig!
Auch die erneute Sichtung bestätigt die Eindrück vom ersten Mal und Herr Ozone präsentiert mit rabenschwarzen Humor die sehr tiefen Abgründe einer gut-situierten Familie und lässt dabei wirklich nix aus. Zwar hätte Herr Ozone für meinen Geschmack auch ruhig etwas mehr auf die Tube drücken können und liefert nicht für alle Entwicklungen schlüssige Erklärungen, aber auch so weiß "Sitcom" mit seinem grotesken Charme durchaus zu gefallen. Aber sicher ein Streifen, den man entweder mag oder nicht.

Volver

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„Volver“ ist auch einer meiner absoluten Lieblinge, selbst wenn der Streifen von Pedro Almdodóvar seinerzeit etwas Anlaufzeit gebraucht hat und im Vergleich zu seinen früheren Werken fast schon überraschend unaufgeregt daherkommt. Penelope Cruz agiert als geplagte Raimunda, die nach dem Tod ihres Mannes mit allerlei Problemen und Geistern aus der Vergangenheit zu tun bekommt und dabei nie ihren Mut, Optimismus und Tatendrang verliert. „Volver“ ist dabei ein Streifen, der die Verrücktheit seiner früheren Filme mit der Dramatik seiner späteren Werke verbindet und obwohl es um durchaus herbe Themen geht, wird alles mit der üblichen Leichtigkeit, farbenfrohen Look und optimistischen Weise abgehandelt. Dabei ist alles auf den weiblichen Cast insbesondere Frau Cruz zugeschnitten und Almodóvar zaubert für seine Darstellerinnen auch einen unvergesslichen Moment nach dem anderen auf die Leinwand. Ein wunderschöner Film!

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Di 7. Apr 2015, 19:55
von jogiwan
Matador

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„Matador“, Pedro Almodóvars fünfter Langfilm ist nicht nur ein für seine damaligen Verhältnisse überraschend düsterer Thriller, sondern auch gleichzeitig eine ungewöhnliche Hommage an das europäische Genre-Kino der Siebziger-Jahre. Die Geschichte über einen Torero und einer Anwältin, die als Art Seelenverwandte vom Akt des Todes magisch angezogen werden ist dabei brutal, provokant und lässt seine zahlreichen Figuren wie Getriebene erscheinen, die aus unterschiedlichen Gründen geradewegs ins Verderben laufen. Schon der Auftakt, in der Diego zu brutalen Szenen aus Francos „Säge des Todes“ und Bavas "Blutige Seide" onaniert ist sicherlich etwas, dass man sich in einem derartigen Streifen aus der Arthouse-Schiene wohl nicht erwarten würde. Trotz der düsteren Thematik gibt es aber auch die üblichen Trademarks, wie die skurrilen Charaktere und eine farbenfrohe Inszenierung mit Blick für besondere Details. Am Ende geht „Matador“ zwar etwas die Puste aus und auch die deutsche Synchro ist nicht wirklich gelungen, aber ein interessanter und vor allem sehr ungewöhnlicher Streifen ist der 1986 gedrehte Streifen aber dennoch geworden.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Mi 8. Apr 2015, 20:01
von jogiwan
Gnomeo & Julia [Netflix]

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Unterhaltsamer Animationsstreifen, der die bekannte Geschichte von Romeo und Julia kurzerhand in die Welt zweier verfeindeter Gartenzwerg-Clans verlegt. Die Grundidee ist dabei natürlich super und „Gnomeo & Julia“ ist mit der Musik von Elton John auch sehr spaßig ausgefallen und präsentiert die kleinen Zwerge und sonstige Garten-Deko-Artikel auch auf etwas ungewohnte Weise. Allerdings liegt der Schwerpunkt neben technischer Perfektion auch eher auf „nett“ und ein bissl mehr Schärfe und Wortwitz wie z.B. in „Die Rotkäppchen Verschwörung“ hätte dem ganzen sicher nicht geschadet. Das lag aber scheinbar nicht in der Intention der Macher und so bleibt „Gnomeo & Juliet“ zwar ein turbulentes Vergnügen, dass bis auf wenige Ausnahmen eher harmlos ausgefällt und sein Potential nicht zur Gänze nutzt. Ein kurzweiliges, weil auch kurzes Vergnügen für verregnete Nachmittage und die ganze Familie ist der Streifen aber trotzdem.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Do 9. Apr 2015, 17:05
von jogiwan
Vegas in Space

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Auf dem weit entfernten Planeten „Clitoris“ sind nur Frauen erlaubt und dessen Metropole „Vegas in Space“ ein dekadenter Ort, in dem Schönheit und Shopping gefrönt wird und auch die Geburtstagsfeier der Königin Nueva Gabor kurz bevorsteht. Als es jedoch zu merkwürdigen Vorkommnissen kommt, werden von der mächtigen „Empress of Earth“ drei Soldaten beauftragt, auf dem Planeten nach dem Rechten zu sehen, die dazu aber mittels Pille ihr Geschlecht ändern und sich als Showgirls von der Erde ausgeben müssen. Captain Dan Tracey mutiert zur glamourösen Tracey Daniels, die sich gemeinsam mit der örtlichen Polizeichefin Queen Veneer und ihren beiden Kolleginnen auch sogleich auf die Suche nach der Missetäterin macht und dabei auch auf zahlreiche Verdächtige stößt. Als Nueva Gabor auch noch wertvolle Edelsteine gestohlen werden, die auch das Ende des farbenfrohen Planeten bedeuten könnten, ist die Zeit knapp und weibliche Intuition und Modegeschmack gefragt, um mit Musik und Tanz den Frieden auf Clitoris wieder herzustellen.

“Vegas in Space” beschreibt man ja am besten wohl als grelle “Drag Queen Extravaganza” und der Streifen von Phillip R. Ford ist nicht nur eine Hommage an billige Sci-Fi-Filme aus den Fünfzigern, sondern vor allem ein richtig schlechter Film mit schrillen Vögeln, miesen Effekten, Glitzer, Glam und jeder Menge auftoupierter Perücken. Doch das ist allen Beteiligten durchaus bewusst und der Streifen, dessen Produktion bereits Anfang der Achtziger begann, aber erst acht Jahre später im Jahr 1991 fertiggestellt wurde hat auch alles, was ein kultiges Midnight-Movie braucht. Die Dialoge sind lustig, die Musik schmissig und nebenher gibt es jede Menge glitzernder Kostüme, während mit „Beauty Booster“ und Tanz-Einlage das komplette Universum gerettet wird. Alles hübsch „campy“ und „trashy“ ist „Vegas in Space“ aber schon eine schöne Sache mit viel Herzblut aller Beteiligten, der man auch gerne verzeiht, dass ein paar Nagellack-Fläschchen als Skyline herhalten muss und die Geschichte ja generell eher zu vernachlässigen ist. Das Werk dürfte in der Filmgeschichte auch ziemlich einmalig sein und auch wenn ein Streifen wie „Vegas in Space“ die breite Masse niemals erreichen wird, eine doch sehr schöne Sache.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: Sa 11. Apr 2015, 18:21
von jogiwan
Housebound

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Eigentlich schwer unterhaltsamer und meines Erachtens auch sehr origineller Streifen, der nach seinem zugegeben etwas langsamen Start mit seiner auch nicht ganz so sympathischen Protagonistin dann auch ordentlich Gas gibt und dabei ziemlich großen Spaß macht. Die Geschichte über die zu Hausarrest verurteilten und sehr rebellischen Möchtegern-Kriminellen, die sich in einem alten Gemäuer auf Geisterjagd begibt ist jedenfalls sehr unvorhersehbar und in dem neuseeländischen Streifen „Housebound“ halten sich Schocks und Schmunzler ja hübsch die Waage, ohne zu sehr in eine von beiden Richtungen zu tendieren oder seine Geschichte und Figuren zugunsten billiger Gags zu verbraten. Was wie ein klassischer Hounted-House-Grusler beginnt, geht ja im Finale dann ab wie Zäpfchen und mehr wird an dieser Stelle über den Inhalt auch nicht verraten, außer dass man sich diese kleine und feine Genre-Perle mit seinen kauzigen Figuren und skurrilen Wendungen keinesfalls entgehen lassen sollte.

The Night before Halloween

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Hoffnungslos unorigineller Slasher, der sich mit seiner blinden Protagonistin irgendwie zwischen „Stiefel die den Tod bedeuten“, „Warte bis es dunkel ist“ und „The Strangers einpendelt und dabei größtmöglich und effektiv vermeidet, irgendwelchen besonderen Eindruck beim Zuschauer zu hinterlassen. Auch ansonsten bietet der Streifen lediglich eine Ansammlung der üblichen und mittlerweile ziemlich nervigen Klischees, die man in derartigen Filmen eigentlich nicht mehr sehen möchte und wäre das Drehbuch ein Mensch, dann wäre es wohl eine dutzendfach durchgenudelte Hafennutte, die sich mittlerweile in der Alterspension befindet. Das Werk heißt im Original ja eigentlich auch „Mischief Night“ und wurde wohl von seinem deutschen Label in Richtung John Carpenter gerückt, doch wo der aus seinem bescheiden Budget das größtmögliche herausholt, bietet Regisseur Richard Schenkman nichts, was man nicht schon hundertfach gesehen hätte und fährt sein entbehrliches und Spannungs-freies Genre-Vehikel mit fragwürdigen Momenten am laufenden Band trotz Kettensägen-Einsatz und Stammtisch-Psychologie auch komplett gegen die Wand.

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Verfasst: So 12. Apr 2015, 18:58
von jogiwan
Shocking Dark

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Haarsträubendes Sci-Fi-Action-Filmchen von Bruno Mattei, das sich wie bereits beschrieben recht unverhohlen an „Aliens“, „Predator“ und „Terminator“ orientiert und dennoch recht unterhaltsam um die Ecke biegt. Die Geschichte über eine Forschungseinrichtung unterhalb von unbewohnbaren Venedig, in dem sich neben durchgeknallten Wissenschaftlern auch noch ein paar andere Wesen tummeln und einer Elite-Einheit die den Auftrag bekommt, nach Überlebenden Ausschau zu halten ist natürlich eher zu vernachlässigen und in „Shocking Dark“ wird auch nahezu während der ganzen Laufzeit auch nur durch irgendwelche Industriehallen gestampft. Diese sind mit roten und grünen Lampen und jeder Menge Trockeneis auch auf futuristisch-düster getrimmt und neben ein paar Alien-Angriffe wird vor allem sehr viel gekreischt um ja auch alle auf sich aufmerksam zu. Dabei wird nicht nur fleißig um Dezimierung gebettelt, sonder es gibt es auch ein paar lustige Einfälle und obwohl der Streifen nicht gerade mit Sympathieträgern glänzt, kommt „Shocking Dark“ am Ende doch hübsch in Fahrt gibt dem Zuschauer im spannenden Finale auch noch ein paar nachdenklich stimmende Worte mit auf den Weg.

Starry Eyes

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Die junge Sarah arbeitet als Kellnerin in einem Fast-Food-Lokal in Los Angeles und träumt wie so viele Mädchen von der großen Karriere als Schauspielerin. Doch der Alltag sieht anders aus und zwischen Casting-Terminen, Absagen und dem ständigen Konkurrenzdruck durch ihre Freunde droht die sensible und hoch-motivierte Sarah langsam zu zerbrechen. Als sie eines Tages bei einem Vorsprechen für eine renommierte Film-Firma zu einem zweiten Casting eingeladen wird, wittert Sarah ihre große Chance und auch der alternde und charismatische Produzent scheint von dem unbändigen Willen der Schauspielerin Karriere machen beeindruckt und macht ihr ein lukratives wie zweifelhaftes Angebot, dass schon bald das Leben von Sarah und ihrem Umfeld grundlegend ändern wird…

Interessanter, abgründiger und verwirrender Horror-Streifen über eine junge Frau und ihrem großen Traum einer Schauspielkarriere, der sich eines Tages auch auf etwas ungeahnte Weise zu verwirklichen scheint. „Starry Eyes“ wird dabei die Geschmäcker sicher spalten und während die einen darin einen lahmen Horrorstreifen sehen werden, der erst am Ende auf die Kacke haut, ist der Streifen für die anderen wohl ein langsamer, vielschichtiger und intensiver Weg in den Abgrund, der sich bei Lynch und Cronenberg orientiert und seine Geschichte über Erfolgsstreben und Selbstaufgabe auf sehr originelle Weise erzählt. Wer sich voll und ganz auf die Figur einzulassen vermag bekommt ja auch wirklich einen beklemmende Höllenfahrt präsentiert, die auch eine intensive Wirkung erzielt und den Zuschauer in seiner logischen Konsequenz erschaudern lässt. Die ruhige Erzählweise lässt das Finale umso erschreckender wirken und die Schlussszene fand ich ebenfalls sehr gelungen. Ein mutiger Streifen, der eher wie ein psychologisches Drama im Gewande eines Horrorfilms daherkommt und gegen Zuschauererwartungen gebürstet dem gängigen Genre-Publikum wohl auch nur bedingt gefallen wird. Tipp!