Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch
Verfasst: Mo 16. Feb 2015, 17:41
Traumstadt

Johannes Schaafs Adaptierung eines Romans von Alfred Kubin präsentiert ein vom Alltag frustriertes Ehepaar der gehobenen Gesellschaft und künstlerischen Anspruch, dass eines Tages auf Einladung eines Jugendfreundes in „Traumstadt“ landet, in dem die Entfaltung des persönlichen Individuums höchste Priorität hat. Das so etwas nicht gut gehen kann, liegt aber leider in der Natur des Menschen und „Traumstadt“ ist dann auch ein Abgesang auf die Menschheit und einer Gesellschaft an Egoisten, die eigene Bedürfnisse über die der anderen stellt. Als die zweifelhafte Harmonie in der fiktiven Stadt kippt, ist es auch bis zur kollektiven Gewalt und Zerstörung als scheinbar einzige Lösungsmöglichkeit auch nicht mehr weit. Dabei ist „Traumstadt“ nicht nur erzählerisch sehr interessant aufbereitet und bietet metaphorische Szenen am laufenden Band, sondern gefällt auch durch seinen Look, der an die Nachkriegsjahre und Sci-Fi gleichermaßen erinnert. Irgendwo zwischen Alejandro Jodorowsky, Pasolini, Rabal und Peter Fleischmann ist dem „Momo“-Regisseur jedenfalls ein sehr außergewöhnlicher, anspruchsvoller und mutiger Film gelungen, der zugleich nachdenklich und betroffen macht.

Johannes Schaafs Adaptierung eines Romans von Alfred Kubin präsentiert ein vom Alltag frustriertes Ehepaar der gehobenen Gesellschaft und künstlerischen Anspruch, dass eines Tages auf Einladung eines Jugendfreundes in „Traumstadt“ landet, in dem die Entfaltung des persönlichen Individuums höchste Priorität hat. Das so etwas nicht gut gehen kann, liegt aber leider in der Natur des Menschen und „Traumstadt“ ist dann auch ein Abgesang auf die Menschheit und einer Gesellschaft an Egoisten, die eigene Bedürfnisse über die der anderen stellt. Als die zweifelhafte Harmonie in der fiktiven Stadt kippt, ist es auch bis zur kollektiven Gewalt und Zerstörung als scheinbar einzige Lösungsmöglichkeit auch nicht mehr weit. Dabei ist „Traumstadt“ nicht nur erzählerisch sehr interessant aufbereitet und bietet metaphorische Szenen am laufenden Band, sondern gefällt auch durch seinen Look, der an die Nachkriegsjahre und Sci-Fi gleichermaßen erinnert. Irgendwo zwischen Alejandro Jodorowsky, Pasolini, Rabal und Peter Fleischmann ist dem „Momo“-Regisseur jedenfalls ein sehr außergewöhnlicher, anspruchsvoller und mutiger Film gelungen, der zugleich nachdenklich und betroffen macht.













