Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Rise of the Black Bat

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Wenn ein Streifen auf der OFDB eine Wertung von 1,78 und auf der IMDB von 1,4 hat (Stand Dezember 2014), kann man wohl nicht sonderlich viel erwarten, aber „Regisseur“ Scott Patrick schafft es aber noch mit seinem fast schon dilettantisch anmutenden Low-Budget-Werk mühelos noch die niedrigsten Zuschauererwartungen zu unterbieten. „Rise of the Black Bat“ kopiert nicht nur dreist die Geschichte von Batman, sondern ist dabei auch noch so stümperhaft, lahm und langweilig inszeniert, dass man sich wirklich fragen muss, wie es das mittels Zeitlupe, Szenen-Wiederholungen, Off-Kommentaren und mühsam gedehnten - und für die Geschichte gar nicht mal zuträglichen - Handlungsstränge der absolut haarsträubendsten Art mühsam auf 80 Minuten gestreckte Werk, jemals auf Silberling schaffen konnte. Vielleicht ist das 2012 in irgendwelchen Hinterhöfen entstandene Werk aber auch nur der größte Witz aller Zeiten, der sich nur niemandem erschließt und „Rise of the Black Bat“ ist auch wirklich der allergrößte Film-Murks aus der Rumpelkammer schlechter Drehbucheinfälle, bei dem man sich gut vorstellen kann, dass der in Guantanamo 24 Stunden in der Endlosschleife gelaufen ist. Allen Beteiligten kann man ausnahmslos nur raten, sich schleunigst ein neues Hobby zu suchen und potentiellen Interessenten an dem Werk eindringlich ersuchen, sich das fast schon traumatisch anmutende Erlebnis einer Sichtung im eigenen Interesse zu ersparen um so auch für immer den Mantel des Schweigens über dieses katastrophale Werk jenseits etwaiger Unterhaltungswerte zu breiten…
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Oculus - Das Böse in dir

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Überraschend spannender und gut gemachter Gruselfilm über einen scheinbar verfluchten Spiegel und einem mysteriösen Doppelmord für den sich laut der mittlerweile herangewachsenen Kaylie eine bösartige Macht verantwortlich zeichnet . Oder war die Sache gar doch etwas anders und spielt die jugendliche Erinnerung der Erwachsenen nur einen Streich? Mike Flanagan lässt sich jedenfalls bei der Auflösung seiner durchaus packenden Sause viel Zeit und statt einer vordergründigen Hui-Bui-Effekt-Geisterbahnfahrt a la „Insidious“ gibt’s hier tatsächlich so etwas wie Grusel und eine halbwegs innovative Geschichte, die sich nicht nur durch hundert Jahren „Haunted-House“-Geplänkel wildert. Neben der sehr interessanten Erzählweise, in der die tatsächlichen Ereignisse der Tatnacht mit der Tatrekonstruktion gemeinsam aufgerollt werden und dem Zuschauer häppchenweise Informationen hingeworfen werden, begeistern auch die Darsteller und die wohlig dosierten Schreck- und Ekelmomente, die recht passend über den Verlauf der Handlung verstreut ist. „Oculus“ erinnert jedenfalls mehr an europäische Werke, als an US-Produktionen und ist für mich als Fan derartiger Werke eine positive Überraschung. Nicht ganz der große Wurf, aber dennoch ein Film, den ich den zahlreichen Leutchen hier durchaus empfehlen würde.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Shark Terror

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Bruno Matteis 1995 entstandener Streifen ist erwartungsgemäß kein Highlight, sondern eher ein „Hai light“ und während die Geschichte von Steven Spielbergs „Jaws“ quasi 1:1 nacherzählt wird, gibt es ausgeborgte Musik und Film-Material aus anderen Streifen aus der Hai-Ecke oder aus den Meeresfilm-Archiven dieser Welt. Während man sich offensichtlich nicht einigen konnte, welche Hai-Art denn nun für die Übergriffe verantwortlich sein soll, hat man sich einfach für die Doofste aller Varianten entschieden und die sympathischen Darsteller inklusive Hulk Hogan-Imitat mühen sich auch redlich durch die vollkommen abstruse Story voller Schmalz und Klischees, bei der auch kein Sympathieträger vor dem Abnippeln gefeit ist. Leider sind die Hai-Übergriffe, die ja quasi das Um und Auf eines derartigen Filmes darstellen eher harmlos gehalten und statt „Shark“ und „Terror“ gibt es eher „Non“ und „Sense“ am laufenden Band und eine Reaktivierung des früher so beliebten Blau-Filters bei den zahlreichen Nachtszenen, die augenscheinlich am Tag gedreht wurden. „Shark Terror“ ist unterhaltsames Plagiatskino der sehr dreisten Sorte für den Video-Markt und bei einem Mattei hat man ja auch bestimmte Erwartungen und diese werden bei „Shark Terror – Das Biest aus der Tiefe“ auch mühelos erfüllt.

The Executor - Der Vollstrecker

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Eigentlich sind Schottergruben-Endzeitfilme aus dem Land des Stiefels ja genau mein Ding, doch irgendwas muss Guiliano Carnimeo mit seinem Streifen falsch gemacht haben, da trotz aller Zutaten und dem reißerischen Titel dabei nur so ein dröges Teil herausgekommen ist. „The Executor“ ist ja auch eher ein Held wider Willen, der wahlweise auf den Namen „Alien“ oder „Tiger“ hört mit einem nervigen Kind auf der Suche nach Wasser durch ein Western-artiges Endzeit-Szenario stapft und eine Mad-Max-Imitationstruppe stößt. Der Streifen ist dabei um zwei größere Autoverfolgungsjagden herum konstruiert und bietet ansonsten eher viel Leerlauf, nerviges Gequatsche mit einer Portion Gesellschaftskritik, eine quengelnde Bratze mit mechanischem Innenleben und eine hübsche Minatur, die am Ende in die Luft gepustet wird. Da kann selbst die ein- oder andere brutale Szene nichts mehr retten und wenn dann auch noch die Mutanten aus dem Hut gezaubert werden, ist sowieso alles aus. Nö, das war wohl eher nix Herr Carnimeo und auch die neue Blu-Ray-Disc von Ascot-Elite, die auf einem französischen Master basiert, ist zwar besser wie die bisherige DVD-VÖ, aber auch nicht das Gelbe vom Ei.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Blood Dolls

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Lustiger Blödsinn - demnächst mehr!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Der Antichrist (Das Original!) ;)

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"Die Mutter aller Exorzismus-Filme" "Das Original aus 1974" :?

Auch die Zweitsichtung in größerer Runde hat natürlich nicht enttäuscht und auch wenn "Die schwarze Messe der Dämonen" mittlerweile unter "Der Antichrist" läuft, ist Alberto De Martinos Exorzisten-Rip-Off ein schwer unterhaltsamer und teils überraschender Streifen, der zwar etwas Anlaufzeit braucht und Trick-technisch vielleicht nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit ist, aber doch immer die Sympathien auf seiner Seite hat. Carla Gravina rockt ordentlich die Hütte und kennt Wörter, die man sich normalerweise nicht einmal zu denken wagt. Ganz groß auch Mel Ferrer, der wohl aus dem originellsten Grund ever mit seiner hübschen Studentin Schluss machen darf. Das Ambiente ist dem schicken Palais ist ebenfalls wunderbar schick und morbide zugleich und sowieso und überhaupt fallen mir zu dem Werk keine Kritikpunkte ein. Plagiatskino at it's best!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Mama

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jogiwan hat geschrieben:Effektiver und auch sehr packender Gruselstreifen über verwilderte Kinder und einem bösen Rachegeist, der auch größtenteils (bis auf den etwas lahmen CGI-Autounfall zu Beginn) sehr schön in Szene gesetzt wurde. Der Zuschauer wird ja nicht lange mit irgendwelchen Tricks auf falsche Fährten gelockt und auch die Gore-Keule bleibt stets eingepackt, was dem atmosphärischen, aber für Genre-Kenner sicher auch etwas vorhersehbaren Streifen sehr entgegen kommt. Mit seinen gruseligen und anfänglich kurzen und dann immer detailreicheren Geistererscheinungen wird die Spannungsschraube bis zum Finale auch eher gemächlich angezogen und parallel zur Hauptgeschichte auch die Vergangenheit des Rachegeistes aufgerollt. "Mama" ist mit seinen sympathischen Darstellern und seiner spannenden Geschichte jedenfalls sehr gute Ware, die mir trotz bekannter Elemente aus der Mottenkiste sämtlicher Geisterfilme aus den letzten hundert Jahren für aktuelle Genre-Ware jedenfalls sehr, sehr gut gefallen hat. Wer die spanischen Geisterfilme "Fragile", "Darkness" und "Das Waisenhaus" mochte, sollte jedenfalls unbedingt zugreifen. Empfehlung!
Gruseliger und gut gemachter Streifen, der auch bei der Zweitsichtung überzeugt. :nick:

Nackt über Leichen

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Gestern erstmalig auf Deutsch gesichtet ist und bleibt „Nackt über Leichen“ einfach ein wunderbar in Szene gesetzter Streifen über ein Mordkomplott, dass einen jungen Arzt geradewegs in die Todeszelle von St. Quentin bringt. Wer Lucio Fulci nur von seinen späteren Werken her kennt und sein Schaffen auf diese Werke reduziert, wird hier sein blaues Wunder erleben. Mit unaufgeregter Erzählweise und viel Erotik glänzt der Streifen vor allem auf der visuellen Ebene und präsentiert auch seinen Handlungsort San Francisco als sehr hübsches Plätzchen. Inhaltlich ist es ja relativ lange nicht klar, in welche Richtung der Streifen überhaupt geht und das Netz um den charismatischen Jean Sorel zieht sich immer weiter zusammen. Bis dieser jedoch ahnt, welche Kräfte sich gegen ihn verschworen haben ist es auch schon zu spät und die Auflösung lässt sich auch kaum vorhersagen. Bis zu packenden Herzschlag-Finale gibt es neben dem jazzigen Soundtrack von Riz Ortolani aber ja noch auch eine wunderbare Marisa Mell mit ihrer einzigartigen Ausstrahlung und eine nicht minder aparte Elsa Martinelli zu bewundern und machen „Nackt über Leichen“ zu einem Rundum-Gesamtvergnügen (nicht nur) für den Italo-Fan.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Lucifera - Demonlover

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Was am Back-Cover als italienischer Horrorfilm in der Tradition der Hammer-Studios angekündigt wird, ist in Wirklichkeit leider ein total lahmer Diskont-Aufguss übelster Drehbuchideen und wie man einen derartigen Streifen trotz hübscher Frauen, einer vollkommen unmotiviert erscheinenden Orgie in der Mitte und dem Leibhaftigen persönlich so derart versemmeln kann, weiß wohl nur Regisseur Paolo Lombardo selbst. „Lucifera Demonlover“ ist über weite Strecken nicht nur ziemlich langweilig, sondern auch total harmlos und Rosalba Neri stapft gelangweilt durch eine Geschichte, die so unspektakulär und hölzern wie nur möglicherzählt wird. Statt Grusel und Horror gibt es eine Aneinanderreihung von befremdlich anmutenden Szenen auf Groschenroman-Niveau und offensichtlich haben die Macher auch noch „vergessen“, den berühmten Blaufilter über die Nachtszenen zu legen, was neben zahllosen Anschlussfehlern auch zu erheiternden Szenen führt, wenn sich die Darstellerinnen bei strahlendem Sonnenschein darüber beklagen, aufgrund der Dunkelheit nichts zu sehen. Auch unsere Lieblings-Rosalba und Herr Purdom bekleckern sich bei diesem Schnellschuss nicht mit Ruhm und im Vergleich zu den dämonischen Visionen, die man ansonsten aus dem Land des Stiefels kennt, stinkt das Teil auch aufgrund der absolut lieblosen DVD-Umsetzung von Mya dann auch doppelt ab.

Cy-Warrior

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Hochgradig bizarre und fast schon unglaublich anmutende Mischung aus „Terminator“ und „Nummer 5 lebt!“ und Regisseur und Effekt-Guru Gianetto De Rossi konnte sich wohl nicht entscheiden, ob er lieber einen harten Action-Film für Erwachsene, oder einen Abenteuerfilm für Kinder drehen wollte. Herausgekommen ist dann halt ein auf ein jugendliches Publikum zugeschnittener Action-Abenteuerfilm, in dem reihenweise Menschen abgeschlachtet werden und sich ein dauerfluchender Henry Silva als gewaltbereiter Einsatzleiter hinter einem aus einer geheimen Forschungseinrichtung entflohenen Humanoiden hermacht, der zu diesem Zeitpunkt bereits Freundschaft mit einem Jungen und dessen Schwester geschlossen hat. Der Zuschauer wird dank haarsträubender Ideen am laufenden Band wahlweise an den Rand der Verzweiflung oder in den Zustand absoluter Verzückung getrieben und irgendwie macht die ganze Sache auch großen Spaß, auch wenn dabei alles andere als ein guter Film herausgekommen ist. Wo außer in einer italienischen Produktion sieht man denn auch schon einen Militär-Cyborg zu einem flotten Merengue die Hüften kreisen und auch die Operationsszenen verdienen hier ausdrücklich einer besonderen Erwähnung. Lustiger Blödsinn für aufgeschlossene Zuschauer mit viel Humor, Durchhaltevermögen und der richtigen Getränkeauswahl und ein Streifen, der in vielerlei Hinsicht so unpackbar daneben scheint, dass man ihn schon mit eigenen Augen gesehen haben sollte...
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Mutant Girl Squad

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Es ist eigentlich schon sehr schade, dass diese ganzen neuzeitlichen Schulmädchen-Splatterwerke aus japanischer Produktion fast alle außer ihrer bizarren und skurrilen Grundideen und jeder Menge Blutfontänen und abgetrennten und mutierten Gliedmaßen dann im Verlauf inhaltlich nicht wirklich viel mehr zu bieten haben. Auch „Mutant Girl Squad“ setzt nach einem durchaus interessanten und witzigen Auftakt nur noch auf das Prinzip der Steigerung, verliert ab der Hälfte seine „Coming-of-Age“-artige Geschichte und Charaktere vollkommen aus den Augen und liefert dem Zuschauer nur noch eine „Over-the-Top“-Gore-Platte auf, bei der sich aber relativ schnell eine Sättigung einstellt und ein Finale, dass man selbst als Fan wohl nur noch als ziemlich doof empfinden kann. Dass der Streifen dabei eher billig gemacht ist und das meiste Blut aus dem Rechner kommt, könnte man die in drei Kapiteln und von drei Regisseuren erzählten Geschichte ja noch verzeihen, aber das letzte Drittel ist einfach totaler Mist und mit Dauergekreische auch noch ziemlich nervig. Fängt stark an, lässt stark nach und ist insgesamt doch eher enttäuschend

Nackt für den Killer

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Die Blu-Ray-VÖ zu dem Streifen ist wirklich sehr schön geworden und trotz der besseren Bildqualität ist der Streifen jedenfalls immer noch schmierig genug um den Fan stets bei Laune zu halten. „Nackt für den Killer“ ist ja neben übertriebenen „Product Placement“ für eine amerikanische Bekleidungsfirma, Pelzprodukte und eine englische Getränkemarke mit Kopfweh-Garantie sicher der „beste“ Giallo aus der untersten Schublade, in dem auch gleich die Mode- und Modell-Welt als abgründige Scheinwelt enttarnt wird. Vom selbstsüchtigen Fotograf über das zickige Model bis hin zur lesbischen Agenturchefin wird auch nichts ausgelassen und Andreas Bianchi hat auch sichtlich Freude daran, seine bisweilen sehr skurrilen Figuren ans Messer zu liefern und ihre Körper verstümmeln zu lassen. Einziger Lichtblick in dem wüsten Treiben ist dann unsere Edwige als Verfechterin der Kaffee-Kultur, die in dem Streifen wie ein rettender Anker der Menschlichkeit erscheint und trotzdem am Ende die Arschkarte bekommt. ;)
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Bay of Blood

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„Bay of Blood“ und ich werden in diesem Leben wohl keine Freunde mehr und wie auch schon bei der Sichtung vor Jahren, entpuppte sich auch die Auffrischung als äußerst lahme und fragwürdige Angelegenheit. Aus Handlungsfragmenten und einer in Aussicht gestellten Erbschaft bastelt Mario Bava hier eine Art Nummern-Revue, in der nach der Reihe miteinander verwandte Leutchen in einer naturbelassenen Bucht wechselnden Mördern zum Opfer fallen. Dabei ist Habgier das verbindende Motiv der an Habgier laborierenden Figuren und am Ende gibt es dann auch noch so etwas wie einen moralischen Schlussgag, der dem seltsamen Treiben dann noch die Krone aufsetzt. Falls es so etwas wie eine Geschichte in dem Streifen gibt, wirkt sie jedenfalls mehr schlecht als recht konstruiert, lässt jegliche Spannung vermissen und spricht wohl noch am ehesten Leute an, die sich mit den handelnden Personen in irgendeiner Weise solidarisieren können. Was man dem Film jedoch fraglos zugutehalten halten kann und hier bereits mehrfach erwähnt wurde, ist die Tatsache, dass Bava – seiner Zeit weit voraus - mit minimaler Story, viel graphischer Gewalt und nackter Haut den Prototyp des konventionellen Slashers gebastelt hat, der knapp ein Jahrzehnt später den Siegeszug um die Welt antrat. Besser wird der Streifen dadurch aber auch nicht.

Ein Unbekannter rechnet ab

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Die Sichtung in größerer Runde und die Worte vom Theo stellen wohl unter Beweis, dass Agathe Christie-Verfilmungen mit und ohne Peter Ustinov wohl ganze Generationen an Fernseh-Zuschauer positiv geprägt haben. Diese gediegenen Filme mit großen, klingenden Namen, eleganten Settings und unerwarteten Schluss-Twists mag wohl einfach jeder, auch wenn sie noch so konstruiert daherkommen und stets die sogenannte „feine Gesellschaft“ als Sammelstätte niederträchtiger Charaktereigeneschaften präsentieren. Das Schönste an „Ein Unbekannter rechnet ab“ ist wohl sein internationaler Cast der sich über ganz Europa spannt, die flotte Musik und seine wunderbar exotische Kulisse, die sich hier dem Zuschauer präsentieren. Auch die Geschichte, die ja bereits mehrfach verfilmt wurde ist bis zum Ende unvorhersehbar und macht auch bei der wiederholten Sichtung immer noch Spaß und große Lust auf die restlichen Werke wie „Das Böse unter der Sonne“, „Der Tod auf dem Nil“ und wie sie alle heißen mögen…
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Patrick lebt!

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Wunderbar schundiger Horror-Streifen in der Tradition von Agathe Christies "Ein Unbekannter rechnet ab" in dem sich eine Gruppe Fremder mit Dreck am Stecken auf mysteriöse Einladung in einem Sanatorium wiederfinden, in dem es nicht mit rechten Dingen zu geht und nach der Reihe dahin gemeuchelt werden. Statt psychologischer Finesse, exotischer Kulisse und großer Namen gibt es in der italienischen Diskont-Ausgabe aber viel Nonsens-Gelabere, Alkohol und noch mehr nackte Haut, wenn sich die weiblichen Hauptdarstellerinnen im Zelebrieren von Freikörperkultur gegenseitig zu überbieten scheinen. Auch auf reichlich Schmodder wurde in dem übernatürlichen Rache-Spektakel nicht verzichtet, wobei auch hier keine Rücksicht auf etwaige Befindlichkeiten des Zuschauers genommen wurde und Mario Landi seine Mariangela wie gewohnt wieder besonders grausam über die Klinge springen lässt. Am Ende gibt es dann noch ein psychotronisches Finale abseits gängiger Genre-Normen mit dem Charme einer Landdiscobeleuchtung, dass den Zuschauer dennoch fassungslos zurücklässt. Eine Königsdisziplin von einem Film aus der Italo-Ecke, der sich mit jeder Sichtung ein kleines Stück weit mehr dem Zuschauer offenbart und trotzdem rätselhaft und sperrig bleibt.

Die sieben schwarzen Noten

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„Die sieben schwarzen Noten“ ist auch mit neu eingedeutschtem Titel ein absoluter Genuss und präsentiert eine wunderbar elegante Jennifer O’Neill als frischverheiratete Frau die durch ihre übersinnliche Wahrnehmung einem düsteren Geheimnis auf die Spur kommt. Der Streifen ist dabei wie ein Puzzle aufgebaut und bietet für Protagonistin und Zuschauer gleichermaßen Deja-Vu-Erlebnisse, wenn zuvor in einer Vision gesehenen Szenen-Fragmente auf einmal überraschend einen neuen Sinn ergeben. Damit spielt Fulci eigentlich über die gesamte Laufzeit und zieht das Netz um die junge Frau immer enger zusammen und gipfelt alles in einem packenden Finale mit Gänsehautgarantie wenn sich das gelöste Rätsel in einem neuen Licht offenbart. Das deutsche Mediabook mit neuer Synchronisation ist meines Erachtens ebenfalls sehr gelungen und bringt den Film, der ohnehin zu meinen Lieblingen zählt, in vernünftiger Qualität. Dass dieser bislang unterschätzte Streifen nun auch auf Deutsch erhältlich ist, hätte ich ja lange Zeit nicht für möglich gehalten und sorgt in zukünftigen Jahren hoffentlich auch dafür, dass hierzulande oftmals nur auf seine Schmodder-Filme und Spätwerke reduzierte Schaffen des Regisseurs in einem etwas anderen Licht zu sehen.
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