Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

All Cheerleaders Die

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Unterhaltsames Filmchen für Leute die auf gepflegten Party-Blödsinn abfahren und aus einer tödlichen Konfrontation mit tumben Footballspielern entwickelt sich ein recht skurriles Szenario, als vier verstorbene Cheerleader mit Hexenkraft reanimiert werden und am ersten Schultag Rache an den Verantwortlichen suchen. Dabei ist das ganze Szenario mit den Teenie-Problemchen etwas soapig angelegt und wird immer wieder durch sehr herbe und schwarzhumorige Momente ironisch gebrochen. Darstellerisch und optisch gibt’s auch nicht viel zu meckern, aber irgendwie hätte „All Cheerleaders Die“ ruhig noch eine Spur böser hätte sein dürfen und statt lesbischen Küssen, Party und Hokus-Pokus aus der CGI-Kiste hätte man den Charakteren ruhig etwas mehr Tiefe geben dürfen. So wirkt die Neuauflage aus dem mir bislang unbekannte Streifen aus dem Jahr 2001 oftmals etwas zu unausgegoren und ich werde das Gefühl nicht los, dass man aus dem lustigen Grundszenario noch etwas mehr hätte herausholen können. Unterhaltsam und schräg ist der Streifen aber dennoch geworden und der erste Schock sitzt auch so richtig! :lol:
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Schrottwichtel Special - Pt. 1

Karate Warrior 5

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Mit dem fünften Teil einer Film-Reihe zu starten ist wohl nie so eine gute Idee und „Karate Warrior 5“ macht jetzt auch keine große Lust, sich die restlichen Filme über den Jungen mit dem goldenen Kimono zu gucken. Hier trifft der Karate-Kämpfer Larry aber nicht nur im Ring auf seine Feinde und muss sich einem scheinbar übermächtigen Gegner stellen, sondern hat auch mit der Entführung seiner Freundin Betty durch eine finstere Verbrecherbande eine weitere Baustelle am Hals. Wie die ganze und stark von „Karate Kid“ inspirierte Sause ausgeht, kann man sich ja schon denken, aber bis dahin muss der Zuschauer so derart viele sinnfreie Szenen und Dialoge über sich ergehen lassen, dass man sich fragen muss, wer Fabrizio De Angelis diese Grütze überhaupt abkaufen soll. Die Kämpfe sind harmlos und lahm in Szene gesetzt, die Entführungsgeschichte durch die Verbrecher-Dilettanten kompletter Mumpitz und das Drumherum und die größtenteils talent-armen Schauspieler inklusive der Sache mit dem Übergewichtigen-Club laden zum heiteren Fremdschämen ein. Dass dann auf dem Cover, der OFDB und sonstwo mit Schauspielern geworben wird, die gar nicht auftauchen, setzt dem ganzen dann noch die Krone auf. Der perfekte Streifen für Leutchen, die in Punkto Film keinen Anspruch mehr besitzen und auch 90 Minuten einen tropfenden Wasserhahn abfeiern würden.

Is' was Kanzler!?!

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Der smarte Frauenschwarm Erwin ist Agent für den Bundesnachrichtendienst und wird in seinem neuen Fall in Bonn auf zwei Frauen angesetzt, die trotz der permanenten Überwachung durch die USA aus einer Überwachungszentrale ein Videoband mit delikatem Inhalt geschmuggelt haben. Mit einer der beiden Damen verbringt Erwin auch prompt eine Liebesnacht und schenkt ihr einen Talisman, der einen Tag später bei einer Leiche im Garten eines hochrangigen Politikers gefunden wird. Während eine Nachrichtensperre verhängt wird und Erwin auch zu diesen Ermittlungen herangezogen wird, muss der Agent aber auch erkennen, dass es auf der Politbühne nicht mit rechten Dingen zugeht und kommt so auch einer großen Verschwörung auf die Spur, die schon bald große Kreise zieht…

Teil 2 des Schrottwichtel-Abends bringt eine politische Satire aus dem Jahr 1982, die dem Zuschauer ein recht groteskes Szenario bietet, dass auf der Rückseite der DVD auch gleich einmal hemmungslos gespoilert wird. Aber auch trotz des Wissens um die finale Auflösung ist die satirische Aufarbeitung politischer Ereignisse eines anderen Landes und einer Zeit, die auch schon ein Weilchen her ist, selbst für eine politisch interessierte Person nicht so wirklich die beste Ausgangslage um die persiflierten Personen, Gruppen und Zusammenhänge zur Gänze zu verstehen und die aktuelle Politbühne in Österreich stellt Gerhard Schmidts erdachte Szenarien auch mühelos in den Schatten. Irgendwie wirkt „Is‘ was Kanzler“ für heutige Verhältnisse auch wenig bissig, etwas zu bemüht und setzt auch die Kenntnis der damaligen Lage voraus und die ganze Sause amüsant zu finden. Gleichzeitig ist die Satire im Inhalt so überzeichnet, dass sich letzten Endes wohl niemand so wirklich angegriffen fühlen muss und obwohl in Bonn gedreht wurde und auch Archiv-Material eingefügt wurde, konnte mich das alles trotz musikalischer Einlagen nicht großartig begeistern. Wäre „Is` was Kanzler“ wirklich der am Cover angekündigte Kultfilm aus den Achtzigern, würde man wohl auch mehr darüber lesen können und Gerhard Schmidts Streifen ist in der Zeit seiner Entstehung auch besser aufgehoben, als in DVD-Playern der heutigen Zeit.
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

No Turning Back

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Der Streifen „No Way Back“ mit Tom Hardy wird ja eigentlich allerorts in den Himmel gelobt und Aussagen wie „Atemberaubenden Ein-Mann-Drama“ und „Ausnahme-Film“ und „Spannenderes gibt es im Augenblick nicht zu sehen“ schürt ja dann schon eine bestimmte Erwartungshaltung, die der Film dann so überhaupt nicht erfüllt. Einen Herrn quasi in Echtzeit in seinem Auto zu begleiten, der anhand einer Reihe von Anrufen zwei Probleme regeln muss, hat ja ungefähr den Charme eines Hörspiels und ist ideal für Leute, die auch gerne im Bus den Telefongesprächen anderer Leute lauschen. Spannend ist da leider gar nichts und irgendwie hat man das Gefühl, der werte Herr Locke hat sich zum falschesten Zeitpunkt in seinem Leben auch nur deswegen zu einer nachhaltigen Entscheidung durchgerungen um den Zuschauer 80 Minuten bei Laune zu halten. Vor allem die Sache mit dem Job wirkt bei näherer Betrachtung arg doof und unglaubwürdig und die zurückhaltende Inszenierung und der begrenzte Handlungsort reißt wohl ebenfalls niemand vom Hocker. Mit einem weniger talentierten Darsteller wäre die ganze Sache ohnehin ganz leicht lächerlich geworden und auch so kann ich mich in diesem Fall den Begeisterungsstürmen nicht anschließen – ganz im Gegenteil!

Evil Dead (Remake)

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jogiwan hat geschrieben:Jetzt bin auch ich in den Genuß des Remakes gekommen und ich muss ehrlich gestehen, dass ich die große Begeisterung darüber nicht nachvollziehen kann. Mal ganz abgesehen davon, dass der Streifen weder sonderlich spannend, atmosphärisch oder gruselig ist, funzt der auch Rest nur bedingt. Ist das Original noch immer ein Beweis, dass man mit wenigen Mitteln, Knetmasse und viel Kreativität einen Klassiker des Genres schaffen kann, so beweist das Remake ja eher, dass Big-Budget-Splatter einfach nicht so richtig funktioniert und alles was der Originalstory hinzugefügt wird, entpuppt sich als unnötig, entbehrlich bis sogar ziemlich doof. Mag sein, dass "Evil Dead" im Kino mit protzigen Sound-Design auch besser funktioniert als im heimischen Wohnzimmer, aber selbst dann ist der Streifen noch immer nicht mehr als eine Gore-Keule, die mit hoffnungslos übertriebenen Effekten darüber hinweg täuschen möchte, dass die Geschichte doch ordentlich verhunzt wurde und der aktuelle Splatter-Film wirklich etwas in der Sackgasse steckt. Wenn der Streifen technisch nicht auf so hohem Niveau ausgefallen wäre, würden die Meinungen darüber wohl auch ganz anders ausfallen. Und über den im Kontext des Filmes gänzlich unpassenden Cameo-Auftritt von Bruce lege in an dieser Stelle ebenfalls lieber den Mantel des Schweigens.
Ich hab mich ja die letzten Tage gefragt, warum mir das Remake eigentlich bei mir so schlecht weggekommen ist und auch nicht nachhaltig in Erinnerung geblieben ist. Die gestrige Zweitsichtung hat dann eigentlich meine obigen Eindrücke neuerlich bestätigt und der Film funzt bei mir einfach nicht. Abseits von Häcksel und Gemetzel bleibt irgendwie so gar nichts zurück und auch die künstlich-wirkenden Settings mit dem pseudo-abgefuckten Look gefallen mir einfach nicht. Ein temporeicher No-Brainer für Leute die gerne sehen, wie durch Körperteile geschreddert wird - mehr aber nicht!
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jogiwan
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Oldboy [Netflix]

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„Oldboy“ ist wirklich einer der Streifen, aus den Nuller-Jahren, den man als Film- und Thriller-Fan definitiv gesehen haben sollte. Gestern hab ich nun auch zum ersten Mal die deutsche Fassung gesehen und die Synchro ist ja gar nicht mal so schlecht ausgefallen. Der Streifen selbst ist natürlich ein sehr konstruierter, unbequemer und ziemlich unvorhersehbarer Rache-Thriller mit Arthouse-Optik, der mich gestern seltsamerweise mit seinem speziellen Look, den Farben, optischen Spielereien und auch von der Instrumentierung des Soundtracks stark an Jeunets „Die fabelhafte Welt der Amélie“ erinnert hat. Das ganze Szenario, die Auflösung und das fragwürdige „Happy End“ lassen einen fassungslos und geplättet zurück und wie der Streifen eine FSK16-Frage bekommen hat, wissen wohl nur die Prüfer selbst. Sicher jetzt schon einer der Klassiker des Genres, der ja auch schon ein unnötiges Remake bekommen hat, da man einen derart kompromisslosen Film wohl ohnehin nicht besser machen kann.

Brügge sehen... und sterben? [Netflix]

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Ich fand den "Brügge sehen... und sterben?" ja schon sehr unterhaltsam und der Streifen ist imho auch eine ziemlich gelungene Mischung aus Drama und Komödie, seichtem und tiefgründigen Humor, lauten und leisen Momenten und skurrilen Situationskomik mit schrägen Figuren, die auf ihre Art liebenswert und auch interessant sind. Die Story über einen missglückten Mord und zwei Auftragskillern, die ausgerechnet in Brügge untertauchen müssen, ist ja schon originell und bietet die Ausgangslage für eine sehr makabre Geschichte. Sicherlich hätte man an der ein- oder anderen Stelle etwas besser oder boshafter machen können, aber insgesamt betrachtet ist McDonagh-Streifen für eine dennoch auf ein breites Publikum zugeschnittene Komödie einfach schwer unterhaltsam und weckt die Lust, dieser Stadt mal selber einen Besuch abzustatten.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Epidemic

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"Filme müssen wie Steine im Schuh sein"

Seltsamer und schwer einzuordnender Streifen von Lars von Trier, der hier wohl auch autobiografisch seine Erlebnisse im Entstehungsprozesses seines „The Element of Crime“ in einer ungewohnten Mischung ohne Rücksicht auf Zuschauererwartungen verarbeitet. Nachdem das ursprüngliche Drehbuch abhanden gekommen ist, schreibt ein Filmemacher mit seinem Kumpel innerhalb von fünf Tagen ein Neues mit dem Titel „Epidemic“, das von Seuchen in Europa vergangener Jahrhunderte handelt, während gleichzeitig eine neue Krankheit das Land überzieht. Eingefangen in körnigen Schwarzweiß-Bilder vermischt der Streifen Realität und Fiktion und gipfelt in einem enervierenden Finale, das den Film gänzlich in eine merkwürdige Richtung kippen lässt. Sicherlich kein Kandidat für die Kategorie „Lieblingsstreifen“ und es lässt sich durchaus nachvollziehen, dass viele Zuseher mit der Art von Streifen auch gar nichts anfangen kann. Andererseits werden in dem zweiten Streifen des kontroversen und streitbaren Regisseurs aber bereits zahlreiche Trademarks vom Stapel gelassen, die den Filmemacher in den Jahrzehnten mit wechselnder Gewichtung zum Hassobjekt und oder Liebling der Arthouse-Fraktion werden ließ.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Schrei, wenn du kannst

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Überdurchschnittlicher und sehr unterhaltsamer Slasher, bei dem ich auch nicht verstehen kann, warum er zur Zeit seiner Erscheinung generell so schlecht weggekommen ist. Vielleicht waren derartige Filme nach „Scream“ und der ersten großen „Slasher 2.0“-Welle einfach durch und das Rad wird in Jamie Blanks Streifen ja auch nicht neu erfunden und auch der Aufbau des Filmes erinnert an andere Vertreter. Ein Jahrzehnt später macht der Streifen aber auch dank seiner hübschen Darstellerinnen und dem sympathischen „Final-Girl“ durchaus Spaß und auch wenn die Morde eher angedeutet als zelebriert werden, so bleibt die Valentinstag-Geschichte trotz weniger Verdächtiger immer spannend. Im Finale wird ja eine Party aufgemischt und hat für den Zuschauer auch noch die ein- oder andere Überraschung parat. Seltsam ist nur, wie es der furchtbar grobschlächtige und Dackel-beblickte David "Angel" Boreanaz jemals zum Frauenschwarm geschafft hat.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Silent Night - Leise rieselt das Blut

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Das Original aus dem Jahr 1984 ist ja ein hübscher Slasher für Weihnachtsverweigerer und auch das Remake schlägt in eine ähnliche Kerbe und präsentiert sich dem Zuschauer in der ungekürzten Fassung auch als teils recht herbes Vergnügen mit einem todbringendem Santa. Leider ist die abgeänderte Story über eine Provinz-Polizistin, die am Tod ihres Partners mit sich und ihrem Beruf hadert alles andere als prickelnd und das ein mysteriöser Santa im schneefreien Städtchen scheinbar unmotiviert Leutchen auf brutale Weise ermordet, macht die Sache auch nicht unbedingt einfacher. „Silent Night – Leise rieselt das Blut“ ist dabei mit sympathischen Darstellern und Malcom MacDowell als miesepetriger Sheriff eigentlich recht okay gemacht und dreht auch die Gore-Schraube auf, allerdings ist der Streifen weder sonderlich spannend und irgendwie wird auch durch den hohen Bodycount versucht, von der wenig gehaltvollen und teils unlogischen Geschichte abzulenken, die zu allem Überfluss auch noch etwas holprig aufgelöst wird. Mit dem Original hat die ganze Sause dann auch nur bedingt etwas zu tun und selbst wenn die berüchtigte Geweihszene auf züchtige Weise recyclet wird, verliert das etwas sterile Remake doch ganz klar im Vergleich zum wesentlich schmuddeligeren und liebenswerteren Original.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Carne trémulo:

Abduction of an American Playgirl

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Aus Langeweile entführen die beiden jungen Männer Will und Fred eine Anhalterin um mit der geschockten Dame in einem unbewohnten Wochenendhaus ihre fleischlichen Genüsse auszuleben. Als sich die hübsche Jackie aber auch noch als Tochter eines wohlhabenden Mannes herausstellt, verlangen die beiden Männer telefonisch ein Lösegeld, das vom Vater jedoch nicht bezahlt wird und auch die Sache mit dem Sex stellt sich bald als nicht ganz so optimal heraus, als sich Jackie als gierige Nymphomanin mit ungeheuren sexuellen Appetit entpuppt, der so groß ist, dass bald schon andere Männer herhalten müssen, um diesen zu stillen…

Was sich inhaltlich ja eher nach „Roughie“ anhört, entpuppt sich nach der eingangs ausgeführten Entführung als humorvolles Filmchen, das sich auch für Slaptstik-hafte Sex-Szenen und schmissiger Musik nicht zu schade ist. Die Gier nach fleischlichen Genüssen überfordert ja schon bald die naiven Entführer und Jackie hat es ja auch noch faustdick hinter den Ohren und als dann auch noch Jackies nicht minder dauergeile Schwester ins Spiel kommt, ist sowieso alles aus. Irgendwie ist „Abduction of an American Playgirl“ trotz fragwürdigen Plot ja auch eine humorvolle und augenzwinkernde Sache, in der die Männer auch nichts zu sagen haben und lediglich willige Beute für Jackies ungeahnten Appetit in sexueller Hinsicht, der auch durch Dreier und Vierer nicht zu befriedigen zu sein scheint. Auch die zahlreichen Sexszenen biegen mit einer gewissen Leichtigkeit um die Ecke und werden auch immer wieder ironisch zu Ende geführt, wenn die entkräfteten Männer reihenweise von der Matratze plumpsen. Alles recht unterhaltsam und nett eigefangen, kann der Streifen dann auch noch mit gut-gelauntem Cast, schmissiger Musik und witzigem Finale punkten.

Winter Heat

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Die Suche nach Ruhe und Erholung von drei jungen Damen in einem winterlichen Ferienhaus hat ein abruptes Ende, als eine Gruppe von herumstreunenden Ex-Häftlingen in das abgelegene Häuschen eindringt und die jungen Damen gefangen nehmen. Fortan sind die drei jungen Frauen den sadistischen Spielchen der Gruppe hilflos ausgesetzt und vor allem der gewaltbereite Stevie hat eine große Freude daran, die jungen Frauen seelisch zu quälen und so auch zur sexuellen Unterwerfung zu zwingen. Doch während die Stunden vergehen kommen sich die beiden Parteien näher und am Ende scheint sich das Blatt auch zugunsten der jungen Frauen zu wenden…

Winterlicher Roughie in der Tradition von „Last House on the Left“ , der dem Zuschauer wieder einmal einen herrlich fiesen Jamie Gillis in seiner Paraderolle als potenter Bösewicht präsentiert. Die Ausgangslage von „Winter Heat“ ist auch gar nicht mal so übel und präsentiert eingeschüchterte Damen und sadistische Spielchen, während sich der Film dann in der Mitte in Sexszenen verliert und konventionelle Fleischfilmwege beschreitet. Die Figuren-Konstellation ist dabei komplett von Wes Craven übernommen, doch statt Terror schlägt der Film gegen Ende eher versöhnliche Töne an und verliert in zahlreichen Sexszenen auch die durchaus interessanten Figuren aus den Augen. Statt Psychoterror stehen dann auch eher fleischliche Genüsse am Programm und junge Damen, die sich in der Hand der Ex-Häftlinge in erfahrenen Händen befinden, die auch gerne dazu bereit sind, diese mit den Mädchen zu teilen. Dass die anfänglich trotzdem recht wüste Handlung dann auch noch mit einem eingängigen Discosound untermalt ist, sorgt ebenfalls für etwas Erstaunen und insgesamt betrachtet ist „Winter Heat“ dann auch für Freunde der etwas ruppigeren Gangart ein etwas zwiespältiger Streifen.

Red Heat

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Filmemacherin Cindy Lou Sutters beschließt in Las Vegas einen Fleischfilm zu drehen und findet über einen Agenten eine rothaarige und sehr begabte Darstellerin, der sie den Künstlernamen „Red Heat“ verpasst. Während die Dreharbeiten fortschreiten und Frau Sutters ein Pärchen nach dem anderen vor der Kamera versammelt, entdeckt die Rothaarige ihren Göttergatten mit einer anderen im Bett und tötet diesen in Affekt. Daraufhin ist auch kein Mann mehr vor ihr sicher und ein zudringlicher Fotograf ist ein weiteres Opfer der vollkommen traumatisierten und gewaltbereiten Frau, die fortan durch die Straßen der Spielerhölle schlendert um in den Armen eines Kleinkriminellen kurzfristig Erlösung zu finden…

Von sonderbaren Genre-Mischungen kann man ja eigentlich nicht genug bekommen und „Red Heat“ (nein, nicht der Schwarzenegger-Film) ist ein sehr sonderbaren Film mit pseudo-dokumentarischen Inszenierungsstil in dem Fleischfilm, Road-Movie, Gangster-Drama und Slasher aufeinandertreffen und der Zuschauer auch noch jede Menge Las Vegas der Siebzigerjahre präsentiert bekommt. Leider ist der Slasher-Anteil aber sehr gering und Ray Dennis Steckerl versammelt in seinem 1975 entstandenen Werk für die Erwachsenenkinos dieser Welt auch die hässlichsten Menschen vor der Kamera, die vor Ort wohl für kleines Geld zu finden waren und hat offensichtlich auch noch ein Faible für Speichelfäden in Großaufnahme. Das moralische Ende und die ein oder andere blutige Szene davor mögen den Zuschauer dann ja doch zu einem bestimmten Grad erheitern, aber bis dahin ist es stets ein sehr harter Weg und selbst die eingefleischtesten Vintage-P-Freunde, dürften mit dem Teil wohl keine so große Freude haben.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

American Horror Story: Coven [Netflix]

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Nachdem mir die erste Staffel mit ihrer verschachtelten Erzählweise sehr gut gefallen hat, war die zweite Staffel „Asylum“ ja schon etwas enttäuschend und zum Glück geht die dritte Staffel ja wieder in Richtung erste Staffel und bietet eine eigenständige und turbulente Geschichte über einen Hexenzirkel in New Orleans. Die Geschichte erinnert den Genre-Freund zwar an zahlreiche Vorbilder, wirkt aber eigenständig und aufgrund der höchst unterschiedlichsten Charaktere und unterschiedlichen Interessen entsteht mit der übersinnlichen Komponente der Hexerei wieder eine überraschend packende Dynamik, die man von der ersten Staffel her kennt. Dabei ist die Geschichte nicht nur überraschend hart, sondern vermengt Spannung und dramatischen Momente, wobei der „Coven“ auch zugute kommt, dass der weibliche Cast als Hexen formidabel aufspielen und die Männer zu Statisten degradieren. Zwar hält die Staffel das hohe Tempo, dass die ersten Episoden vorlegen nicht ganz durch und am Ende wird etwas an zurückgefahren, aber nichtsdestotrotz ist „American Horror Story: Coven“ ganz großes Kino und bietet 13 schwer unterhaltsame, spannende und überraschende Folgen, die man am liebsten in einem Rutsch durchgucken möchte.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitrag von jogiwan »

Echte Kerle [Netflix]

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Nette, kleine Verwechslungskomödie aus Deutschland, in der humorvoll das Verhältnis der Geschlechter und Vorurteile über homosexuelle Menschen auf die Schaufel genommen werden. Rolf Silbers Streifen über einen toughen Polizisten, der nach der Trennung mit seiner Verlobten und einer durchzechten Nacht verkatert im Bett eines schwulen Automechanikers mit zwielichtigen Auftraggebern aufwacht, ist ja der spaßige Ausgangspunkt des turbulenten Streifens mit viel Situationskomik, der zwar recht harmlos und für die breite Masse, aber auch sehr sympathisch daherkommt. Die Regie ist solide, die Darsteller gut gelaunt und vor allem Christoph M. Ohrt ist seine Rolle wieder einmal auf den Leib geschrieben und nebenher gibt es auch noch einen netten Soundtrack und viel von Frankfurt zu sehen. „Echte Kerle“ kommt dann auch in der Tradition von Culture-Clash-Komödien, die ihr Potential nicht nur dazu nutzen, den Zuschauer irgendwie zum Lachen zu bringen, sondern ihn auch auf humorvolle Weise mit eigenem Schubladendenken konfrontieren und dadurch die Welt ein bisschen besser machen.

Vampirella

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lustiger Blödsinn - demnächst mehr! ;)
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