Themenabend: Filme mit Hubschraubern
Daughter of the Jungle
Augenzwinkernd gemeintes Dschungelabenteuer von Umberto Lenzi nach einem Drehbuch von Giovanni Lombardo Radice und zwei eher unsympathischen Reportern, die sich von einer Reisegruppe absetzen und in einem Eingeborenendorf in die Hände von dusseligen Verbrechern geraten, von denen sie zuvor geflohen sind. Und dann gibt es noch eine Sabrina Siani als Art weiblicher Tarzan, die ständig blank zieht, Urlaute von sich gibt und die wilde Schönheit mimt, die dankbar in die Welt der Liebe eingeführt wird. Eigentlich der Traum eines jeden männlichen Zuschauers wird die Siani in dem bunt zusammengewürfelten Mix aus Abenteuer, Komödie, Action und viel Natur aber nur als Nebenattraktion verbraten und der Rest des eher harmlosen Werks kann ja dann nicht so wirklich überzeugen und wirkt auf Dauer arg bemüht. Wer auf Kloppereien a la Hill/Spencer, Urwald-Abenteuer und auf sinnfreie Einfälle steht kann ja gerne ein Auge riskieren, aber ansonsten wirkt das Werk im Vergleich zu Lenzis sonstigem Output routinemäßig und Höhepunkts-los heruntergekurbelt und ohne Sabrina Siani und Sal Borgese wäre das Werk wohl bereits gänzlich in Vergessenheit geraten.
Torino centrale del vizio aka Lust
Helen, die Ehefrau des Schriftstellers Mirko verschwindet eines Tages spurlos aus dem Leben ihres Gatten und obwohl dieser von ihrer lasterhaften Vorgeschichte als Prostituierte und Handlangerin eines Verbrechersyndikats Bescheid weiß, glaubt er trotzdem nicht daran, dass Helen aus freien Stücken verschwunden ist. Als Mirko seine Helen eines Tages im Wagen eines anderen zu erblicken glaubt und sich diese nach einer wilden Verfolgungsjagd telefonisch bei ihm meldet, macht er sich auf die Suche nach seiner Gattin und begibt sich selbst und seine Frau in größte Gefahr.
Wenn Renato „Delirium“ Polselli seine Finger im Spiel hat, kann ja nur etwas hochgradig Seltsames dabei rauskommen und Bruno Vanis „Lust“ präsentiert die Stadt Turin als verruchtes Zentrum des Lasters und eine wie immer wunderbare Rita Calderoni als hübsche Frau mit den falschen Freunden. Der Streifen ist dabei nicht nur sehr seltsam erzählt - auch die Dialoge kann man auf der Ami-DVD zwar in englischer Sprache lesen, aber nicht zwangsläufig verstehen. Der ganze Streifen pendelt irgendwo zwischen entrücktem Beziehungsdrama, Gangster-Action und etwas Sleaze, wobei die Erotik für meinen Geschmack doch etwas zu kurz gekommen ist. Der Start ist vielversprechend, der Rest eigentlich totaler Nonsens und insgesamt wohl nur für sehr aufgeschlossene Italo-Filmfans interessant, wobei ich schon auch das Gefühl hatte, dass in der fragwürdigen Ami-Fassung von Mya ganze Szenen fehlten, was auch die eher kurze Laufzeit und die zu kurz gekommene Erotik erklären würde. Lustig auch der Soundtrack von Stelvio Cipriani, der mich immer etwas zu sehr an „Mission Impossible“ erinnerte, die unmotivierten Handlungen der Protagonisten und die Duell-Szene mit der Mistgabel – so etwas gibt es halt nur im italienischen Genre-Kino.