Slasher-Special
Night School a.k.a. Terror Eyes - Der Frauenköpfer
Kurzweiliger Slasher mit Hang zu etwas inhaltlicher Übertreibung und einem Frauenmörder, der im Umfeld einer Abendschule Frauen auf grausame Weise ermordet. Der ermittelnde Beamte Austin ahnt auf Grund der Ritual-ähnlichen Morde, dass mehr hinter der ganzen Sache steckt und findet im umtriebigen Anthropologie-Professor Millet auch rasch einen Tatverdächtigen. "Night School" ist jedenfalls sehr knackig und temporeich inszeniert und bietet neben ein paar abgeklärten Beamten auch recht ausgedehnte Stalking-Sequenzen und ein paar herbe Momente, wobei der Streifen fast schon etwas überzeichnet daherkommt und daher statt düster eher sehr unterhaltsam ausgefallen ist. Vieles in dem unberechenbaren Streifen ist typisch für diese Art von Film – anderes wieder eher untypisch, und dass der Killer dabei an italienische Vorbilder erinnert kommt dem Streifen ebenfalls zugute. Wer so wie ich Slasher und Gialli sehr mag, wird in "Night School" jedenfalls dank guter Darsteller und solider Inszenierung sicher auch auf seine Kosten kommen und die Ami-DVD-R aus den Staaten ist im Gegensatz zum deutschen Tape ungekürzt und hat neben dem richtigen Bildformat auch eine sehr gute Qualität.
New Year's Evil a.k.a. Rocknacht des Grauens
Die erfolgreiche Moderatorin Diane moderiert am Silvesterabend eine mehrstündige Live-Show in der die besten Rock- und New-Wave-Scheiben des Jahres gekürt werden sollen. Zwischen die ausgelassene Stimmung, Live-Musik und zahlreiche Voting-Anrufer schmuggelt sich jedoch auch ein Psychopath, der telefonisch und mit verstellter Stimme droht, zu jeder vollen Stunde eine Person zu ermorden und sich anschließend auch um Diane zu kümmern. Als tatsächlich brutale Morde geschehen und der Anrufer diese mit Tondokumenten untermauert, wird Diane unter Personenschutz gestellt und dennoch schafft es der mysteriöse Anrufer schon wenig später im Trubel der Neujahrsfeierlichkeiten ganz in die Nähe der Moderatorin zu kommen...
Der einzige Beitrag der legendären Cannon-Produktionsschmiede zum Slasher Genre hat neben einem hübschen, deutschen Titeln und einem für Musikfilmfreunde gelungenen Auftakt aber leider nur Genre-typische Entwicklungen parat und ist trotz einer hübschen Überraschung im letzten Drittel maximal durchschnittlich ausgefallen. Die ganze Sache mit der punkigen Live-Show und der aufgebrezelten Moderatorin, die ins Visier eines Psychopathen gerät ist zwar ganz lustig ausgedacht und bietet dem Zuschauer auch ein paar nette Momente, aber insgesamt wackelt die psychologisch zusammengezimmerte Konstruktion des Drehbuchs und Motivation des Täters ganz gehörig und etwas mehr Musik hätte „Rocknacht des Grauens“ wohl auch nicht geschadet. Insgesamt betrachtet ist „New Year’s Evil“ nicht wirklich herausragend, aber unterhaltsam und Slasher-Freunde kommen an dem trashigen Kuriosum mit viel New Wave sowieso nicht vorbei. Mehr wäre aber auf jeden Fall möglich gewesen. Nettes Detail am Rande: in einem Drive-In-Kino werden doch tatsächlich kurze Ausschnitte vom Trailer zu Emilio Miraglis „The Red Queen kills sevens Times“ a.k.a. „Blood Feast“ gezeigt, was mein Herz ja dann noch zusätzlich höher schlagen ließ.