
Sechzigerjahre-Horror ist ja nicht unbedingt so meine Baustelle, aber „Brennender Tod“ fand ich dann mit seiner Mischung aus altmodischen Charme, sympathischen Cast und haarsträubenden Sci-Fi-Trash doch sehr unterhaltsam. Ich wusste ja im Vorfeld nicht worum es geht und war natürlich mindestens genauso wie die Inselbewohner über die Vorkommnisse überrascht, die von einem sehr resoluten Christopher Lee auch absolut glaubwürdig präsentiert werden. Auch das Drumherum inklusive soapigen Beziehungsdrama auf der abgelegenen Insel ist recht spaßig in Szene gesetzt und die zahlreichen unlogischen Momente fand ich ebenfalls sehr augenzwinkernd unterhaltsam. Insgesamt sicher kein Streifen dem man mit aller Ernsthaftigkeit begegnen sollte, aber wenn Terence Fisher am Ende in einem spannenden Finale so richtig aufdreht, bleibt ja wirklich kein Auge trocken. Wenn man sich während der Sichtung an die Getränkeempfehlungen der hitzegeplagten Inselbewohner hält, ist es aber sicher auch nicht verkehrt.
House of Wax

Allen Unkenrufen zum Trotz ist „House of Wax“ sicher einer der unterhaltsameren Teenie-Slasher ohne Anspruch und der Nuller-Jahre, der aus der bekannten Vorlage auch einen flotten Horrorstreifen mit ein paar hübschen Schmoddermomenten verbindet. Fängt der Streifen mit seinem Beziehungsgeplänkel innerhalb der Gruppe ja noch recht durchschnittlich an, verwandelt sich der Streifen spätestens im feurigen Finale zu einer sehr spannenden Angelegenheit und auch atmosphärisch fand ich Jaume („The Orphan“) Collet-Serras Werk durchaus sehr gelungen. Die kleine Stadt mit ihren düsteren Geheimnis ist jedenfalls recht nett in Szene gesetzt und auch die vielfach für ihr mangelndes Talent gescholtene Paris Hilton macht ihre Sache inklusive ihrem herben Abgang in einer Art und Weise, der auch ihre zahlreichen Kritiker wieder versöhnlich stimmen wird. Sicherlich bietet auch „House of Wax“ auch wieder nur das übliche Figurenpanoptikum mit der kompletten Klischeekeule, aber bleibt dabei ein Streifen, der sich auch knapp 10 Jahre nach Entstehung und ohne dem ganzen Geplänkel um seinen Cast noch immer sehr gut gucken lässt.
Sunshine Barry und die Discowürmer

Wenn man am unteren Ende der Nahrungskette steht und sowieso mit Imageproblemen zu kämpfen hat, ist das Leben alles andere als einfach. Auch für den Regenwurm Barry ist daher bereits ein Leben in der mittleren Management-Ebene in der Kompostierungsindustrie vorgesehen, als er eines Tages bei den Sachen seines Vaters eine Schallplatte mit Disco-Hits entdeckt. Sofort ist Barry Feuer und Flamme für die groovigen Hits vergangener Jahrzehnte und plant mit weiteren Würmern eine Band zu gründen um bei einem anstehenden Talent-Wettbewerb für Kleintiere so richtig abzuräumen. Doch Würmer sind nicht „funky“ und so haben Barry und seine Kollegen auch allerhand zu tun, um ihren großen Traum entgegen allen Widrigkeiten in die Tat umzusetzen
Unterhaltsamer und harmloser Animationsfilm mit Würmern und zahlreichen Cover-Versionen bekannter Disco-Hits und einer Geschichte, die so schrägt daherkommt, dass man den Machern eigentlich nur dazu gratulieren kann. „Sunshine Barry“ ist dabei auf ein eher junges Publikum zugeschnitten und bietet mit „du kannst alles erreichen, wenn du nur fest daran glaubst“ auch eine nette Botschaft, während das erwachsene Publikum mit dem Streifen jedoch eher weniger bedient wird und die Gags, über die auch ältere Menschen lachen können, relativ rar gesät sind. Auch in Punkto Animation steht der dänische Streifen sicherlich hinter vergleichbaren Pixar- und Disney-Werken zurück und ist dennoch eine grundsympathische Angelegenheit unter der Disco-Kugel mit viel flotter Musik und den unwahrscheinlichsten Protagonisten, die man sich vorstellen kann. Und ein Streifen in dem ständig die Discokugel rotiert und die Village-People als Würmer vorbeischauen kann man ohnehin nur in sein Disco-Herz schließen.
Cargo

„Cargo“ ist angesichts seines Entstehungsortes und Budgets ja eine mehr als beachtliche Leistung und das industrielle Sci-Fi-Setting und der zeitlupenartige Spannungsaufbau fand ich ebenfalls sehr gelungen. Die Geschichte ist ja auch ganz passabel, selbst wenn der geeichte Sci-Fi-Freund ja bald einmal erahnen kann, wie sich die ganze Sache entwickeln wird. . Hat mir persönlich auch weit besser gefallen als dieser unsägliche „Matrix“ mit seinem existenziellen Gequatsche und seinem Schwerpunkt auf Action. Der bildgewaltige Streifen aus schweizerischer Produktion lässt sich beim Erzählen seine Story aber erstaunlich viel Zeit und der Zuschauer kann sich erst einmal von den unterkühlten Bildern aus dem Frachtschiff und schier grenzenlosen Raum plätten lassen, ehe der Streifen ganz gemächlich die Spannungsschraube anzieht und so den wohlwollend eingestellten Zuschauer immer mehr in seinen fast schon hypnotischen Bann zieht. Schöne Sache, das!










